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Unregierbares Griechenland: Willkommen in Weimar

APDas Chaos bei der Regierungssuche in Athen zeigt: Griechenland steht heute dort, wo sich die Weimarer Republik 1930 befand. Die Sparpolitik und die Bindung an den Euro verhindern eine wirtschaftliche Erholung. Auf Dauer gefährden sie die Demokratie.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,832034,00.html
  1. #10

    "Marshallplan"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "...Die giftige Dynamik einer Schuldenkrise besteht in der Kombination aus hohen Schulden, öffentlichem Sparen, Deflation und einem festen Wechselkurs..."

    Euro-Krise: Sparpolitik verstärkt die Schuldenkrise in Griechenland - SPIEGEL ONLINE
    In einem irrt Münchau: Ein flexibler Wechselkurs wird kaum etwas bringen, weil Griechenland nichts Nennenswertes zu exportieren hat. So oder so wird Griechenland ohne eine Art Marshallplan nicht auf die Beine kommen.
  2. #11

    Falsche Reihenfolge ..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Chaos bei der Regierungssuche in Athen zeigt: Griechenland steht heute dort, wo sich die Weimarer Republik 1930 befand. Die Sparpolitik und die Bindung an den Euro verhindern eine wirtschaftliche Erholung....
    Und dann lese ich in dem Artikel:
    Griechenland kann seine Währung nicht abwerten, es kann höchstens die Eurozone verlassen. Dieser Austritt mag am Ende möglich sein, ist aber in den Euro-Verträgen nicht vorgesehen und käme einem juristischen und möglicherweise ökonomischen Alptraum gleich.
    .. und merke wieder und wieder, dass die Reihenfolge der Ereignisse durcheinander gebracht wird:
    Wäre es nach den Regeln gegangen, wäre Griechenland nicht in der Eurozone. Es ist also völlig unsinnig, darauf hinzuweisen, dass ein Verlassen der Eurozone nicht vorgesehen ist.

    Man muss nur die Regeln "rückwirkend" anwenden, sollte aber auch die (vornehmlich deutschen) Politiker zur Verantwortung ziehen, die uns den Schlamassel eingebrockt haben. Jetzt aber auch die, die durch ihr Zögern, die Regeln anzuwenden, uns und den Griechen noch mehr Schaden zufügen.
  3. #12

    optional

    Das ist es doch, was von Anfang an sehr viele gesagt haben.
    Griechenland kann nicht abwerten, so lange es im Euro-Verbund ist.
    Also muss es zurueck zur Drachme. Eurobonds sind keine Loesung, sie fuehren lediglich zur dauerhaften Subvention.
  4. #13

    Deutschland...

    ...kann keine Fuehrungsrolle in Europa uebernehmen, das ist historisch bewiesen. Die Menschen in Griechenland und anderswo werden dies nie akzeptieren. Eine EU unter deutschen Fuehrung ist nicht ueberlebensfaehig. Fuer Griechenland bleibt nur eine Loesung: Raus aus der EU, gestern schon, wenn's moeglich.
  5. #14

    Unregierbares Griechenland...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Chaos bei der Regierungssuche in Athen zeigt: Griechenland steht heute dort, wo sich die Weimarer Republik 1930 befand. Die Sparpolitik und die Bindung an den Euro verhindern eine wirtschaftliche Erholung. Auf Dauer gefährden sie die Demokratie.

    Euro-Krise: Sparpolitik verstärkt die Schuldenkrise in Griechenland - SPIEGEL ONLINE
    ...und unreformierbares Griechenland! Im Unterschied zu den Verhaeltnissen in Weimar ist das Problem nicht das "Sparen", sondern die Unfaehigkeit des Systems, Steuern auch einzutreiben. Wenn das gelaenge, muessten die Ausgaben nicht so stark gekuerzt werden.
    Aber das und die nach wie vor herrschende Korruption des Systems bis in die Eliten (zB wurde gestern der fruehere Verteidigungsminister wegen Geldwaesche - nebenbei bemerkt ein Sozialist - verhaftet) verhindern den Neuaufbau. Ausserdem will keiner in einem Land etwas investieren, das vor einer Neuwaehrungs-Einfuehrung und konsequenter Abwertung steht. Die Wahlgewinne der Neonazis schrecken zudem Investoren und Touristen ab.

    Irland und Portugal muessen auch sparen. Das erstere Land hat bereits wieder Wachstum zu verzeichnen (nach 5 Jahren Abschwung!). Das zweite hat das Leistungsbilanzdefizit abgebaut und ist auf dem Wege der Sanierung gut vorangekommen.
    Schoene Gruesse
  6. #15

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Chaos bei der Regierungssuche in Athen zeigt: Griechenland steht heute dort, wo sich die Weimarer Republik 1930 befand. Die Sparpolitik und die Bindung an den Euro verhindern eine wirtschaftliche Erholung. Auf Dauer gefährden sie die Demokratie.
    Euro-Krise: Sparpolitik verstärkt die Schuldenkrise in Griechenland - SPIEGEL ONLINE
    Nein! Schuld ist nur der Wähler.
    Der will einfach nicht "wirtschaftskonform" wählen.
    Am besten, wir schicken "Euro-Helme" unter der Führung von Herrn Ackermann nach Griechenland und bringen den Leuten da unten bei wie Demokratie zu funktionieren hat.

    Zitat von spon
    Die Wahlen in Griechenland sind für uns in Deutschland weitaus wichtiger als der Machtwechsel in Paris. Sie zeigen uns nämlich, dass die Krisenpolitik von Angela Merkel und ihren europäischen Verbündeten an den politischen Realitäten zu scheitern droht.
    Ach was? Mutti hat etwas falsch gemacht?
    Das kann doch nicht sein, sie ist doch vom Geist des heiligen Euro erleuchtet und handelt "alternativlos" - immerhin macht sie aus Sicht von 61 % der Deutschen eine gute Arbeit.

    Das der Euro wankt, ist allen klar. Aber Murkel und ihr Schoßhund aus Frankreich sagten, dass nicht wahr sein kann was nicht war sein darf.
    Es wurde krampfhaft versucht ein gescheitertes Projekt am leben zu halten.
    Das Problem ist, dass ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro einen Kollaps des gesamten System nach sich ziehen könnte (Portugal, Spanien, Italien?).
    Die Folgen wären auch für Deutschland verheerend.
    Die Bürgschaften würden fällig, der Export in die Eurozone würde einbrechen..

    Wir stehen vor Alternativen, vor denen eine schlechter ist als die andere.
  7. #16

    Lausemädchen & Schlingelbuben

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Chaos bei der Regierungssuche in Athen zeigt: Griechenland steht heute dort, wo sich die Weimarer Republik 1930 befand. Die Sparpolitik und die Bindung an den Euro verhindern eine wirtschaftliche Erholung. Auf Dauer gefährden sie die Demokratie.

    Euro-Krise: Sparpolitik verstärkt die Schuldenkrise in Griechenland - SPIEGEL ONLINE
    Zitat
    "Vor kurzem sprach ich mit einer Reihe griechischer Politiker und Journalisten und bemerkte eine überraschende Einstimmigkeit in der politischen Diagnose. Das Problem sind nicht die Einschnitte, sondern die Perspektivlosigkeit. Wenn man weiß, dass man nach drei Jahren des Sparens wieder eine solide Basis für zukünftiges Wachstum geschaffen hat, dann ist die Aktion unangenehm, aber psychologisch erträglich."

    Eigentlich wollte ich zu den Ergüssen des Opportunisten Münch(h)ausens nichts mehr schreiben, aber das schlägt mal wieder alles...

    Er fragte eine Reihe griechischer Politiker, so so... Er hätte ebenso die Hortklasse der örtlichen Förderschule fragen können, mit ähnlich gehaltvollem Ergebnis.
  8. #17

    es ist gewollt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Chaos bei der Regierungssuche in Athen zeigt: Griechenland steht heute dort, wo sich die Weimarer Republik 1930 befand. Die Sparpolitik und die Bindung an den Euro verhindern eine wirtschaftliche Erholung. Auf Dauer gefährden sie die Demokratie.

    Euro-Krise: Sparpolitik verstärkt die Schuldenkrise in Griechenland - SPIEGEL ONLINE
    die schuldenkrise ist absolut gewollt, denn nur an schulden verdienen banken exorbitant. für die banken gäbs nix schlimmeres als schuldenfreie länder. deshalb setzen die ackermänner die schuldenpolitik rigoros in den lobbis durch. nur schulen bringen viel viel geld, das eigentlich dem steuerzahler gehört. die derzeitige finanzpolitik ist nix andres, als das massenhafte schaufeln von geld aus den staatskassen in den besitz der banken. wärs anders, man könnte es mit einem federstrich ändern.
  9. #18

    Abwerten - das magische Wort, das man permanent hört. Ein Land müsse nur "abwerten", und schon sei es wieder wettbewerbsfähig.

    Aber das scheint mir kaum mehr als ein Dogma, ein stets wiederkehrendes Mantra zu sein. Was genau nützt die "Abwertung" denn? Außer dass sich einige, die Globalisierung eher als Sport begreifen, freuen, dass einem Konkurrenten Punkte entzogen werden?

    Es gibt - neben einigen positiven Beispielen - auch genügend Beispiele, wo Abwertung zu nichts geführt hat. Russland z.B. hat in den 90ern mehrfach massiv abgewertet und stand am Ende schlechter da als vorher. Auch heute ist die russische Wirtschaft marode, und es gibt dort viele Stimmen, die sich die Zeiten des Sowjetkommunismus zurück wünschen, weil es der Wirtschaft damals immer noch besser ging als seit dem Zusammenbruch der UdSSR. Profitiert hat von der Abwertung eigentlich nur einige kleine Schicht, die zu massivem Vermögen gekommen ist und den Einfluss im Land unter sich aufgeteilt hat.

    Das Konzept "Abwerten" kann ohnehin überhaupt nur nützlich sein, wenn es die hohen Lohnkosten sind, die Investoren abschrecken. Aber auch wenn Griechenlands Löhne auf Dritte-Welt-Niveau absinken: Wer würde dort bitte investieren? Die Bürokratie ist überbordend und ineffizient, das System korrupt, die Infrastruktur schlecht, die Rechtssicherheit bei Investitionen fraglich. Da sind Länder wie Indien, Brasilien oder Südafrika weitaus vielversprechender.
    Von Tourismus und Olivenöl-Export allein wird Griechenland jedenfalls nicht leben können.

    Dieses allseits wiederholte Glaubensbekenntnis des Abwertens ist höchst fragwürdig. Griechenland braucht dringend massive Reformen, aber die haben nichts mit Sparen zu tun, sondern mit der Beseitigung der Korruption, mit dem Abbau von Bürokratie und mit der Verbesserung der juristischen Situation. Darauf sollte sich das Augenmerk richten, aber darüber wird fast nie geredet. Ohne solche Reformen kann Griechenland auf Somalia-Niveau abwerten und würde trotzdem nicht aus dem Absturz herauskommen.
  10. #19

    naja

    Zitat von hartmutthomas Beitrag anzeigen
    der artikel geht leider in die richtige richtung. verzweifelte und arme menschen sind immer empfänglich für faschistische ,bzw. einfache lösungen.
    die griechen müssen erkennen, daß sie ihre reichen aus dem land treiben, und daß sie ihre staatsverwaltung auflösen müssen, um zur produktiven wirtschaft des mittelstandes oder bauers zurückfinden.
    Im ersten Satz sagen Sie, dass arme und verzweifelte Menschen zu faschistischen bzw. einfachen Lösungen neigen.
    Und im zweiten Satz nennen Sie eine faschistische bzw. einfache Lösung......








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