Uno-Sicherheitsrat zu Syrien: Weltgemeinschaft ohne Plan

DPADie Wut auf Syrien war so groß wie nie: Im Uno-Sicherheitsrat überboten sich Ban Ki Moon, Großbritannien und die USA mit Kritik am Assad-Regime. Doch die harten Worte zeigen vor allem die Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft. Kann nun eine Syrien-Kontaktgruppe helfen?

http://www.spiegel.de/politik/auslan...837704,00.html
  1. #1

    Tja...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Wut auf Syrien war so groß wie nie: Im Uno-Sicherheitsrat überboten sich Ban Ki Moon, Großbritannien und die USA mit Kritik am Assad-Regime. Doch die harten Worte zeigen vor allem die Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft. Kann nun eine Syrien-Kontaktgruppe helfen?

    Massaker in Syrien: Uno verurteilt Assad-Regime aufs Schärfste - SPIEGEL ONLINE
    ...da bleibt mir mal wieder nur zu sagen:

    Ich habs gewusst!

    Dabei habe ich diese Zeilen im Fokus:
    "Doch am Ende der Sitzung blieb es wieder einmal bei Worten. Die Eskalation der Ausdrucksweise zeigt vor allem eins: die Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft. "

    Das war so klar, dass man auf Hilflosigkeit macht, denn man hat sich ja so bemüht um eine Lösung und gemacht und getan, aber der Assad, ja der Assad der wirft immer noch mit Sand und versteckt die Buddelschippe.

    Och Mensch...da bleibt nur noch zu hauen und kräftig an den Haaren ziehen, damit er das dann davon hat, so, ätsch.

    Es ist ein Kindergarten und so vorhersehbar, was passiert. Es ist immer die gleiche Methodik, der man sich bedient. Mit der medialen Inszenierung beginnt man und diffamiert den Gegener, manipuliert die Öffentlichkeit, macht Vorschläge die einseitig blödsinnig und an einer konstuktiven Lösung vorbei sind und verschließt die Augen vor der Realität. Stur den Plan einhalten, der vorher den Strategen ausgearbeitet wurde und punktuell noch einmal nachbessern, wenn das Szenario B, C, oder D eintritt.

    Tja, das ist Politik und Geopolitik im Speziellen.

    Comedyshow pur...
  2. #2

    "Comedyshow" mit echtem Blut

    Zitat von tuscan40 Beitrag anzeigen
    ...

    Comedyshow pur...
    "Comedyshow" mit echtem Blut. Was soll ich nur dazu schreiben, ohne gleich vom Moderator zensuriert zu werden?
    mfG Beat
  3. #3

    Vor dem heissen Krieg der Krieg der Worte

    "Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft, Wut auf Syrien, Verderbtheit und Kriminalität dieses Regimes, blieb es wieder einmal bei Worten", mit solchen Stichworten wird auch in diesem SPIEGEL-Beitrag die Stimmung erzeugt, die für den casus belli unerlässlich ist. Dazu gehört natürlich die Einseitigkeit der Verwürfe: "Kaum einer glaubte daran, dass Machthaber Baschar al-Assad wirklich das Töten einstellen, Demonstrationen zulassen und Medienvertreter ins Land lassen würde".

    Alles dies weit entfernt von der Kompliziertheit der Verhältnisse in Syrien, deren Verständnis man sich im Internet zusammensuchen muss, etwa über die Rolle der Faruk-Miliz im Massaker von Houla. Kein Wunder, dass in diesem westlichen Verständnishorizont Hillary Clinton nach dem Abtritt von Assad aufruft. Der ist doch nur der nominelle Kopf eines mächtigen syrischen Establishments. Nach seinem Rücktritt würde sich gar nichts ändern. Clintons Glaube, dass ein weniger autoritäres Sytem an seine Stelle gesetzt werden könnte, ist zu diesem Zeitpunkt illusorisch und würde einen blutigen Bürgerkrieg erst recht entfesseln. Der ursprüngliche Augenarzt und westlich ausgebildete Assad versuchte wenigstens ein Reformer zu sein. Es wäre ein Stück Realpolitik , wenn hochrangige westliche Politiker sich mit ihm zusammensetzten und ökonomische Hilfen in Aussicht stellen für weitergehende, schnelle Reformen. Aber des wird wahrscheinlich nicht geschehen, weil der Westen in seiner eigenen Ideologie gefangen ist, in der Dämonisierung des Assad-Regimes und im Netz der falschen Frende, zu denen das repressive Saudi-Arabien gehört, das Waffen und Geld an die sogenannten Freiheitskämpfer liefert.Und mit den Saudis will ja auch die Bundesregierung gerade ein lukratives Panzergeschäft abschliessen.
  4. #4

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Doch die harten Worte zeigen vor allem die Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft.
    Es zeigt sich eher, dass es hier keine internationale Gemeinschaft gibt. Die Positionen von USA und EU auf der einen, sowie Russland und China auf der anderen Seite sind ja nun nicht miteinander kompatibel.


    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kann nun eine Syrien-Kontaktgruppe helfen?
    Wohl kaum, aber so ein Arbeitskreis täuscht Aktivität vor.
  5. #5

    Assad schickt Glückwünsche und Dank nach Moskau und Peking

    Die beiden Möchtegern-Supermächte können wahrlich stolz sein auf ihre Sturheit!

    Dabei könnte man mit einer Resolution zumindest die Arabische Liga dazu bemächtigen einzugreifen, wenn man schon verhindern will, dass der pöse, pöse Westen es tut.

    Aber nein, man setzt auf den Metzger Assad und seine erhoffte Dankbarkeit, sollte er diese Geschichte überstehen. Das hat allerdings in allen anderen Ländern bisher am Ende auch nicht funktioniert - egal wer dann mal am Drücker ist, die Russen und Chinesen werden dort keinen Fuss mehr auf den Boden kriegen.
  6. #6

    syrien - vorstufe nach iran, saudiarabien - gleiche stufe für leopard- und anderen waffenhandel, oder?!

    wenn holger hermann will, kann er auch anders aus syrien berichten:
    "Das Massaker ähnelt auf den ersten Blick dem von Hula, bei dem am 25. Mai 108 Menschen getötet worden waren. Syrische Oppositionelle, die aus der Region kommen, konnten in den vergangenen Tagen aufgrund glaubwürdiger Zeugenaussagen den wahrscheinlichen Tathergang in Hula rekonstruieren. Ihr Ergebnis widerspricht den Behauptungen der Rebellen, die die regimenahen Milizen Schabiha der Tat beschuldigt hatten. Sie sollen unter dem Schutz der syrischen Armee gehandelt haben. Da zuletzt Oppositionelle, die den Einsatz von Gewalt ablehnen, ermordet oder zumindest bedroht worden sind, wollen die Oppositionellen ihre Namen nicht genannt sehen.
    Kämpfe in Syrien nehmen an Schärfe zu Kämpfe in Syrien nehmen an Schärfe zu © Reuters

    Kämpfe in Syrien nehmen an Schärfe zu
    Zum Video

    Das Massaker von Hula hatte sich nach dem Freitagsgebet ereignet. Die Kämpfe setzten ein, als sunnitische Rebellen die drei Straßenkontrollen der syrischen Armee um Hula herum angriffen. Die Kontrollpunkte haben die Aufgabe, die alawitischen Dörfer um das überwiegend sunnitische Hula vor Anschlägen zu schützen.
    Rebellen erhalten 300-Millionen-Dollar-Fonds

    Eine angegriffene Straßenkontrolle rief Einheiten der syrischen Armee zu Hilfe, die 1500 Meter entfernt eine Kaserne unterhält und umgehend Verstärkung schickte. Bei den Kämpfen um Hula, die 90 Minuten gedauert haben sollen, wurden Dutzende Soldaten und Rebellen getötet. Während der Kämpfe waren die drei Dörfer von Hula von der Außenwelt abgeriegelt.

    Nach Angaben der Augenzeugen habe sich das Massaker in dieser Zeit ereignet. Getötet worden seien nahezu ausschließlich Familien der alawitischen und schiitischen Minderheit Hulas, dessen Bevölkerung zu mehr als neunzig Prozent Sunniten sind. So wurden mehrere Dutzend Mitglieder einer Familie abgeschlachtet, die in den vergangenen Jahren vom sunnitischen zum schiitischen Islam übergetreten sei. Getötet wurden ferner Mitglieder der alawitischen Familie Shomaliya und die Familie eines sunnitischen Parlamentsabgeordneten, weil dieser als Kollaborateur galt. Unmittelbar nach dem Massaker hätten die Täter ihre Opfer gefilmt, sie als sunnitische Opfer ausgegeben und die Videos über Internet verbreitet. Vertreter der syrischen Regierung bestätigten zwar diese Version, verwiesen aber darauf, dass sich die Regierung verpflichtet habe, öffentlich nicht von Alawiten und Sunniten zu sprechen. Staatspräsident Baschar al Assad gehört den Alawiten an, die Opposition wird überwiegend von der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit getragen.

    Unterdessen haben im Ausland lebende syrische Geschäftsleute in der qatarischen Hauptstadt Doha zur Finanzierung der syrischen Opposition und Rebellen einen Fonds mit 300 Millionen Dollar eingerichtet. Mustafa Sabbagh, der Präsident des syrischen Businessforums im Exil, stellte den Fonds vor. Wael Merza, der Generalsekretär des oppositionellen Syrischen Nationalrats, äußerte, die Hälfte des Betrags sei bereits ausgegeben und teilweise an die Freie Syrische Armee geflossen.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow schlug derweil die Einberufung einer internationalen Konferenz zu Syrien vor, an der alle Länder teilnehmen sollten, die Einfluss auf die Akteure in Syrien hätten. Der Kreis müsse über die Länder hinausgehen, die sich in den „Freunden Syriens“ zusammengeschlossen hätten, sagte Lawrow. Denn diese Gruppe unterstütze lediglich die „radikalen Forderungen“ des Syrischen Nationalrats. Konkret nannte Lawrow neben den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats, der EU und der Arabischen Liga auch die Türkei und Iran. Ziel solle sein, den Annan-Plan „korrekt und ohne Zweideutigkeiten“ umzusetzen."
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Wut auf Syrien war so groß wie nie: Im Uno-Sicherheitsrat überboten sich Ban Ki Moon, Großbritannien und die USA mit Kritik am Assad-Regime. Doch die harten Worte zeigen vor allem die Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft. Kann nun eine Syrien-Kontaktgruppe helfen?

    Massaker in Syrien: Uno verurteilt Assad-Regime aufs Schärfste - SPIEGEL ONLINE

    Kann mir mal einer eine Kleinigkeit erklären? In den Bürgerkriegen in Kongo, Sierra Leone und Liberia kam es fast tagtäglich zu solchen Massakern, aber westliche Politiker und Medien nahmen kaum Notiz davon. Warum überschlägt man sich im Falle von Syrien vor lauter Empörung und fordert ein militärisches Eingreifen, um islamischen Terroristen zu helfen, eine ungeliebte Regierung zu stürzen?
  8. #8

    Zitat von shokaku Beitrag anzeigen
    Es zeigt sich eher, dass es hier keine internationale Gemeinschaft gibt. Die Positionen von USA und EU auf der einen, sowie Russland und China auf der anderen Seite sind ja nun nicht miteinander kompatibel.
    Die Position Chinas wird wahrscheinlich ziemlich schnell von Veto auf Neutral wechseln, wenn Russland den Widerstand aufgibt.
  9. #9

    Die Toten haben Namen

    Zitat von wilhelm.willemson Beitrag anzeigen
    Das Massaker von Hula hatte sich nach dem Freitagsgebet ereignet. Die Kämpfe setzten ein, als sunnitische Rebellen die drei Straßenkontrollen der syrischen Armee um Hula herum angriffen. Die Kontrollpunkte haben die Aufgabe, die alawitischen Dörfer um das überwiegend sunnitische Hula vor Anschlägen zu schützen.
    Rebellen erhalten 300-Millionen-Dollar-Fonds

    Eine angegriffene Straßenkontrolle rief Einheiten der syrischen Armee zu Hilfe, die 1500 Meter entfernt eine Kaserne unterhält und umgehend Verstärkung schickte. Bei den Kämpfen um Hula, die 90 Minuten gedauert haben sollen, wurden Dutzende Soldaten und Rebellen getötet. Während der Kämpfe waren die drei Dörfer von Hula von der Außenwelt abgeriegelt.

    Nach Angaben der Augenzeugen habe sich das Massaker in dieser Zeit ereignet. Getötet worden seien nahezu ausschließlich Familien der alawitischen und schiitischen Minderheit Hulas, dessen Bevölkerung zu mehr als neunzig Prozent Sunniten sind. So wurden mehrere Dutzend Mitglieder einer Familie abgeschlachtet, die in den vergangenen Jahren vom sunnitischen zum schiitischen Islam übergetreten sei. Getötet wurden ferner Mitglieder der alawitischen Familie Shomaliya und die Familie eines sunnitischen Parlamentsabgeordneten, weil dieser als Kollaborateur galt. Unmittelbar nach dem Massaker hätten die Täter ihre Opfer gefilmt, sie als sunnitische Opfer ausgegeben und die Videos über Internet verbreitet. Vertreter der syrischen Regierung bestätigten zwar diese Version, verwiesen aber darauf, dass sich die Regierung verpflichtet habe, öffentlich nicht von Alawiten und Sunniten zu sprechen. Staatspräsident Baschar al Assad gehört den Alawiten an, die Opposition wird überwiegend von der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit getragen.

    Unterdessen haben im Ausland lebende syrische Geschäftsleute in der qatarischen Hauptstadt Doha zur Finanzierung der syrischen Opposition und Rebellen einen Fonds mit 300 Millionen Dollar eingerichtet. Mustafa Sabbagh, der Präsident des syrischen Businessforums im Exil, stellte den Fonds vor. Wael Merza, der Generalsekretär des oppositionellen Syrischen Nationalrats, äußerte, die Hälfte des Betrags sei bereits ausgegeben und teilweise an die Freie Syrische Armee geflossen.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow schlug derweil die Einberufung einer internationalen Konferenz zu Syrien vor, an der alle Länder teilnehmen sollten, die Einfluss auf die Akteure in Syrien hätten. Der Kreis müsse über die Länder hinausgehen, die sich in den „Freunden Syriens“ zusammengeschlossen hätten, sagte Lawrow. Denn diese Gruppe unterstütze lediglich die „radikalen Forderungen“ des Syrischen Nationalrats. Konkret nannte Lawrow neben den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats, der EU und der Arabischen Liga auch die Türkei und Iran. Ziel solle sein, den Annan-Plan „korrekt und ohne Zweideutigkeiten“ umzusetzen."
    Ich habe es mir schon gedacht:

    Sobald die Toten einen Namen haben, kommen die Tatsachen ans Licht.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag.

    Warum aber werden diese Tatsachen nicht allgemein veröffentlicht ?