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Uno-Report: Hohe Sterblichkeit bei Frühchen

APDie Zahl steigt, weltweit: Über eine Millionen Frühchen sterben jedes Jahr, wie der erste Frühgeborenen-Report der Vereinten Nationen offenbart. Auch entwickelte Länder wie Deutschland oder die USA schneiden dabei nicht immer gut ab. 75 Prozent der Kinder könnten überleben.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...830976,00.html
  1. #1

    Falscher Weg

    ..in meinen Augen sollte man lieber Frühgeburten verhindern als Frühchen grosszuziehen, die mit einem hohen Prozentsatz lebenslang behindert sind. Macht es wirklich Sinn, monatelang Frühchen mit einem Geburtsgewicht von 400g oder weniger zu quälen, damit sie behindert überleben? Hätte es mich getroffen, ich hätte in einem so frühen Stadium der Schwangerschaft den Abgang als "natürliche Selektion" empfunden. Und wenn es stimmt, dass Alkohol, Nikotin und zu späte Schwangerschaften Frühgeburten massiv fördern, dann wäre wohl Prävention besser, als noch ü45-Jährigen per In-Vitro-Befruchtung Schwangerschaften zu ermöglichen - das hat ja wohl mit Natur gar nichts mehr zu tun. Und mit Verlaub, liebe Spätgebärende, dass der Zug mit ü40 langsam abgefahren ist, kommt ja nicht wirklich überraschend, oder?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zahl steigt, weltweit: Über eine Millionen Frühchen sterben jedes Jahr, wie der erste Frühgeborenen-Report der Vereinten Nationen offenbart. Auch entwickelte Länder wie Deutschland oder die USA schneiden dabei nicht immer gut ab. 75 Prozent der Kinder könnten überleben.

    Frühchen: Mehr als eine Million Kinder sterben jedes Jahr laut Uno-Studie - SPIEGEL ONLINE
  2. #2

    Ach wie leicht...

    Zitat von casbavaria Beitrag anzeigen
    ..in meinen Augen sollte man lieber Frühgeburten verhindern als Frühchen grosszuziehen, die mit einem hohen Prozentsatz lebenslang behindert sind. Macht es wirklich Sinn, monatelang Frühchen mit einem Geburtsgewicht von 400g oder weniger zu quälen, damit sie behindert überleben? Hätte es mich getroffen, ich hätte in einem so frühen Stadium der Schwangerschaft den Abgang als "natürliche Selektion" empfunden. Und wenn es stimmt, dass Alkohol, Nikotin und zu späte Schwangerschaften Frühgeburten massiv fördern, dann wäre wohl Prävention besser, als noch ü45-Jährigen per In-Vitro-Befruchtung Schwangerschaften zu ermöglichen - das hat ja wohl mit Natur gar nichts mehr zu tun. Und mit Verlaub, liebe Spätgebärende, dass der Zug mit ü40 langsam abgefahren ist, kommt ja nicht wirklich überraschend, oder?
    .... lässt sich immer urteilen, wenn man nicht selbst betroffen ist.
    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man sein Kind nicht so leicht los lassen kann und will, wenn man einmal im Ultraschall das kleine Herz hat schlagen sehen.
    Gott sei Dank ist bei uns alles gut gegangen.
    Übrigens kann das Känguru-Tragen auch vom Vater gemacht werden, hilft auch;-)
    Ich weiss es!
  3. #3

    Natürlich ist es für die betroffenen Eltern eine Katastrophe, aber es gibt ohnehin zuviele Menschen auf diesem Planeten.
  4. #4

    @casbavaria
    Ein Mensch ist nicht mehr oder weniger wert, wenn er behindert ist. Vielleicht sollten sie sich mal klar machen, dass es auch Menschn gibt, die gern ein behindertes Kind groß ziehen und es immer noch als Geschenk Gottes - oder woran die Eltern auch immer glauben wollen - betrachten. So eine Einstellung ist schlichtweg ignorant gegenüber den Gefühlen der Eltern und den Rechten der Kinder.
  5. #5

    =D wie intelligent, wie intelligent. Witziger weise wir in dem ganzen Artikel unter vielem anderen kein Wort darüber verloren, dass es bei steigender Anzahl an Geburten auch eine steigende Anzahl an Frühchen geben muss. Diese frühchen, die natürlicherweise annähernd null Überlegenschancen hätten werden dann hochgepäppelt und überleben meistens doch noch irgendwie. Natürlich ist das nicht... Und da stellt sich doch auch die Frage nach dem Sinn: Macht es Sinn bei weltweit rasant ansteigender Bevölkerung jeden eigentlich nicht lebensfähigen Säugling oder vielleicht fast noch Embryo durchzubringen der dann lebenslange Schäden davonträgt? Zu was soll das führen? Jeder der zu eigenständigen Überlegungen fähig ist sollte doch irgendwann einmal kapiert haben: Dauerhaftes Populationswachstum ist einfach nicht möglich (Populationsbiologie)... Das ist ein Naturgesetz. Ich weiß, das klingt ziemlich provokant, aber es stimmt nun mal.
  6. #6

    @Moritz_h: Diese Eltern sollten lieber realisieren, dass fast jede überlebende Frühgeburt ein Geschenk der Wissenschaft ist, weil Wissenschaftler geforscht und hart gearbeitet haben, damit das möglich wird.

    Das Bewahren behinderten Lebens ist aber Ausdruck menschlichen Sozialverhaltens und sollte somit gefördert werden.
  7. #7

    optional

    Zitat aus dem Artikel:

    Die höchste Quote an Frühgeburten hat demnach mit 18,1 Prozent Malawi in Südostafrika, die niedrigste Weißrussland mit 4,1 Prozent. Die USA liegen mit 12 Prozent auf Rang 131. In Deutschland werden der Statistik zufolge 9,2 Prozent aller Kinder zu früh geboren. Die Bundesrepublik kommt damit international auf Rang 79 und ist damit schlechter als viele Nachbarstaaten - und auch schlechter als Albanien oder Surinam."

    Hier hat mal wieder jemand einen Artikel geschrieben, der keinerlei Ahnung von der Deutung statistischer Daten hat...
    Und sicherheitshalber auch keinen Link zur WHO-Studie mit veröffentlicht.

    Ich habe das pdf mal kurz überlogen.

    Die dumme Erwähnung von Rangfolgen "weit abgheschlagen"hat natürlch nichts mit der Qualität derFrühegborenenversorgung zu tun, sondern nur mit der Inzidenz DERJENIGEN FRÜHCHEN, die überhaupt erst in die Statistik gelangen.

    Die Sterblichkeit der "entwickelten Länder" (die keineswegs näher im WHO-Beriicht aufgeschlüsselt ist) für Frühgeborene liegt extremst niedrig im Vergleich zu anderen Staaten - kein Wunder.

    Aber selbst die reine Statistik der Frühgeborenen in den "entwickelten Ländern" ist noch sehr zu hinterfragen.

    Kleines, erschüterndes Beispiel, welches die Problematik deutlich macht:

    Bis zur Wende hat man in der DDR lebensfrisch geborene Kinder unter 1.500g zumeist einfach in den Müll geworfen und als "Fehlgeburt" deklariert.
    Das führte dann zu formal-statistisch extrem beindruckender "positiven Frühgeborenensterblichkeit" - das DDR_Regime hatte so extrem geringe behandlungskosten und konnte sich fälschlich als "extrem fortschrittlich" in der Säuglingsterblichkeit präsentieren.

    In vielen Ländern wird es aufgrund der Armut und der Abgeschiedenheit der Geburtsorte (zumeist dort noch Hausgeburten) ähnliche statistische Effekte geben.

    Fazit:
    Die Häufigkeit der extremen und sehr frühen Neugeburten wird in Wirklichkeit dort viel höher sein und damit erst recht die Sterblichkeit - das Problem ist also sicherlich noch viel dramatischer.

    Allerdings sollte man die "tollen Ergebnisse" so mancher Länder als dpa-Journalist doch nicht extrem naiv, sondern mit Sachkenntnis hinterfragen - Rückfragen dazu bei sachkompetenten Medizinern sind sicherlich nicht verboten... man muss es nur machen.
    Ansonsten kan ich den Skeptikern, die unser exzellentes Gesundheitssystem in Deutschland so verzerrt darzustellen, nur anraten, besser im angeblich so tollen Weißrussland oder Malawi zu gebären.... das öffnet sicherlich die Augen....


    Um einmal die Problematik
    Die Abb 5.3
  8. #8

    Zuerst den Kopf einschalten

    Wenn ich diese Berichte hier lese könnte man meinen, dass auch anscheinend normal Geborene immer noch nicht ausgereift auf die Welt kamen.
    Wir selbst haben Frühchen (Zwillinge) bekommen und meine Frau hat noch nie geraucht, noch nie Alkohol getrunken und ist unter dreißig. Unsere Kinder sind heute völlig gesund, was wir am Anfang auch nicht glauben konnten, dass es mal so sein wird. Es ist einfach, wenn man davon nicht betroffen war über die Kinder zu (zum Tode ver-) urteilen. Wenn ich das hier lesen, dann frage ich mich, was für Menschen sind das die hier über Leben und Tod urteilen möchten. Es ist am Anfang schlichtweg nicht möglich zu sagen ob eine Behinderung zurück bleibt oder nicht und wir sind sehr sehr froh und danken Gott dafür das es diese Engel in den Kliniken gibt die sich für unsere Kinder so eingesetzt haben das sie heute leben. Wenn Sie all dies was wir erlebt haben selbst erleben würden dann würden Sie anderst schreiben und denken. Ich wünsche Ihnen nicht dasselbe...
  9. #9

    @nub

    Und deshalb gibt es auch diese Nackenfaltenmessungen und Spätabtreibungen, wenn ein Kind behindert ist, nicht wahr? Das ist alles Ausdruck des menschlichen Sozialverhaltens und ein Geschenk der Wissenschaft, wenn Trisomie23-Kinder "entsorgt" werden, gell.
    Sie mögen das vielleicht nicht so sehen, aber viele tun es.
    Und extreme Frühchen (so 6. Monat) sind genau in dem Alter, in dem Spätabtreibungen stattfinden. Ich finde das schizophren. Die einen treibt man ab, weil sie Trisomie23 o.ä. haben könnten und die anderen hält man am Leben, obwohl nicht klar ist, ob sie je "normal" sein werden.


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