Forum


 

Universitäten im Elite-Kampf: Elixiere der Exzellenz

Uni Freiburg / MesenholSie sind die Zukunftshoffnung mancher Universitäten: "Institutes for Advanced Studies". Das Hochschulmagazin "duz" erklärt, wie diese Kreativlabore die Spitzenforschung befeuern - und wie sehr sie vom Geld aus der Exzellenzinitiative abhängen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...836058,00.html
  1. #1

    Besser eine gute Basis für alle!

    ... statt Elitegeschwafel! Warum sollte man einen Anreiz sehen, noch etwas wirklich Besonderes zu leisten, wenn man ohnehin schon einen Elite-Stempel hat? Warum müssen Wissenschaftler in diesem Land ihre Zeit so viel mit Wettbewerben verbringen, die ihnen den Platz für ihre eigentliche Arbeit nehmen? Warum will man nur einigen wenigen anständige Arbeitsbedingungen geben, wo es doch sehr viele gut ausgebildete Wissenschaftler in unserem Land gibt, die gemeinsam viel mehr leisten könnten als wenige "Koryphäen", die man in der Vitrine ausstellt? Warum baut man intelligenten Menschen ein Brett vor den Kopf, indem man sie dazu anleitet, vor allem für die schöne Fassade und nach der neuesten Mode zu arbeiten?
  2. #2

    Überflüssig wie ein Kropphals.

    "Ob in München oder Aachen, in Konstanz, Heidelberg oder Göttingen, fast alle Exzellenz-Universitäten setzen auf den Energieschub, den solche Spitzenzentren freisetzen, und auf die Strahlkraft, mit der sie die ganze Hochschule vitalisieren."

    Das klingt wie heiße Luft aus dem Werbeprospekt. Der "Energieschub" für die deutschen Universitäten, die sich vielleicht nicht internationaler "Strahlkraft" erfreuen, aber zumindest seit Jahrzehnten eine Weltwirtschafts- und Weltwissenschaftsmacht mit qualifiziertem Nachwuchs versorgen, bestünde in der nichtelitären, breitgefächerten, langfristigen Ausstattung der Lehr- und Forschungseinrichtungen mit den entsprechenden Mitteln. Das ganze Bewerben, Auseschreiben und Auslaufen macht so viel kaputt, kostet Geld, Zeit und Nerven. Kein Forscher muss sich an einem Institute for Advanced Studies "erholen", wenn seine Arbeitsbedingungen "zu Hause" angemessen sind. Der selbstverständlich praktizierte und notwendige wissenschaftliche Austausch funktioniert auch ohne diese sauteuren Veranstaltungen. Da möchten sich nur wieder kleine Sektionsfürsten ihre Pfründen sichern, der deutschen Gesellschaft ist damit sicherlich nicht geholfen. Und die finanziert diese Späße immerhin.
  3. #3

    Zitat von sir Beitrag anzeigen
    Kein Forscher muss sich an einem Institute for Advanced Studies "erholen", wenn seine Arbeitsbedingungen "zu Hause" angemessen sind.
    Genau so ist es.

    Wer NICHT in Verwaltungstätigkeiten aufgerieben wird,
    wer NICHT jede einzelne, ohnehin überfüllte Veranstaltung fünfmal abprüfen muss (Nachholklausuren, Ausgleichsklausuren, Wiederholungsklausuren - das ist aller etwas gaaaanz anderes, Erklärung wird auf Nachfrage gern geliefert),
    wer NICHT auf studentische Anfragen Prüfungsordnungen wälzen muss, weil kein Mensch mehr die unterschiedlichen Regelungen der unterschiedlichen Studiengänge, die man bespielen muss, im Kopf haben kann,
    wer sein Forschungsfreisemester tatsächlich nehmen kann, OHNE zu wissen, dass er dafür im nächsten Semester über Deputat unterrichten muss,
    wer, wenn er Ämter der Selbstverwaltung übernimmt, die dafür vorgesehene Entlastung an Lehre tatsächlich in Anspruch nehmen kann,

    ...der braucht kein Institute for Advanced Studies.
  4. #4

    Die Unis sind selbst schuld!

    Es gibt genügend Wissenschaftler, die auch für wenig Geld exzellente Lehre und Forschung und Selbstverwaltung machen würden. Das Geld ist auch da, und die Stellen an den Unis sind es auch, nur dürfen die Stellen nicht mit promovierten Wissenschaftlern besetzt werden, da diese "überqualifiziert" sind...

    Hintergrund: Ich kenne mehrere Beispiele von arbeitslosen Akademikern, die zwar als HartzIV-Empfänger zu 1-Euro-Jobs geschickt werden durften, deren Bewerbungen auf TA-Stellen an Universitäten aber von den dortigen Personalräten wg. "Überqualifikation" abgelehnt wurden...


TOP



TOP