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Uni-Wirrwarr: "Ich bin gegen einen freien Master-Zugang"

Sabine Kunst ist Uni-Präsidentin in Potsdam - eine Ausnahme im akademischen Männerbetrieb. Im Interview erklärt die Hochschulmanagerin des Jahres, wieso dialogfähige Studenten toll sind, manche Professoren zu viel maulen und*warum sie nichts von der Forderung "Master für alle" hält.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...729428,00.html
  1. #1

    Die Professoren haben mitgemacht....

    Ja, liebe Frau Kunst, weil sie von ihrer Hochschulleitung dazu gezwungen wurden!

    Eine vernünftige Diskussion oder gar Kritik an der Umsetzung von Bologna wurde doch von der Hochschulleitung immer mit dem Argument abgewehrt, daß das Ministerium es eben so verlange und im Weigerungsfall die Mittel für die Universität kürzen würde. Also, was blieb anderes übrig als bei der Chaos-Fabrikation mitzumachen? Jetzt den Professoren den Vorwurf zu machen, daß sie sich nicht rechtzeitig beschwert hätten, ist wirklich der Gipfel der Unverschämtheit!
  2. #2

    spaghetti bologna

    "Kunst: Dank des neuen Systems werden wir am Ende weniger Studenten haben, die den Abschluss nicht schaffen."
    so wird natürlich ein schuh draus: erstmal versauen wir allen mit einem total verschulten und bis oben hin zugeknallten studium die lust, damit sie nach dem bachelor FREIWILLIG die uni verlassen (der wohlgemerkt auf dem arbeitsmarkt kaum gefragt ist), dann setzen wir die zugangsbeschränkungen für den master so strikt, dass ein weiterer teil garnicht erst in verlegenheit kommt, weitersutdieren zu DÜRFEN und schliesslich machen wir aus der noten-frage eine NASEN-FRAGE, da insbesondere studenten, die sich neben ihrem studium noch um andere dinge kümmern müssen (arbeiten, kinder erziehen und andere "nebensächlichkeiten"...) sicherlich viel zeit haben werden, zusatzqualifikationen zur zulassung zu sammeln.

    übrig bleibt eine handverlesene, privilegierte elite, die seitens ihres elternhauses ohnehin schon die besten startvorraussetzungen in die wiege gelegt bekommen haben und dementsprechend auch natürlich ihren abschluss schaffen werden!

    zehn jahre nach bologna:
    wo sind die statistiken, die belegen, dass MEHR studierende einen abschluss erhalten, mit dem sie sich auf dem arbeitsmarkt positionieren können?
  3. #3

    Elfenbeinturm

    ... wann endlich wachen Hochschullehrer in ihrem Elfenbeinturm auf?
    Der Master bereitet also auf eine wissenschaftliche Karriere vor? Aha. Das bedeutet dann doch wohl konsequenterweise, dass 99% der Absolventen beim Batschelör bleiben sollten, denn Stellen im Hochschulbetrieb gibt es kaum, Forschungsabteilungen der Firmen werden weniger.

    Komischerweise wurde die "alten" Dipl.-Ings. von der Uni (was ja irgendwie dann wohl dem Master entsprechen müsste) gerne genommen - auch in ganz praktischen Bereichen. Diese Ausbildung ist dann wohl abgeschafft worden - der Batschelör entspricht ihr nicht im Geringsten, der Master ist für die wissenschaftliche Karriere gedacht. Und nun?

    Liebe Frau Kunst, dass der Master ein wissenschaftlich orientiertes Studium ist, könnte ich verstehen. Eine Ausbildung mit wissenschaftlicher Fundierung ist sicher in vielen Bereichen sinnvoll. Würde der Master allerdings auf eine "wissenschaftliche Karriere vorbereiten", bräuchten wir ihn nicht. Da gäbe es doch genug Promotionsprogramme etc..

    Meiner Auffassung nach gibt es durchaus eine Berechtigung für eine wissenschaftlich geprägte Ausbildung, auch wenn dann 80% dieser Absolventen ihre Kenntnisse in eher praktischen Gebieten einsetzen. Vor allem dann, wenn die "praktische" Variante als Schmalspur-Studium mit 5 Semestern im Schulbetrieb daherkommt.
  4. #4

    Professoren selbst schuld

    Zitat von kezia_BT Beitrag anzeigen
    Eine vernünftige Diskussion oder gar Kritik an der Umsetzung von Bologna wurde doch von der Hochschulleitung immer mit dem Argument abgewehrt, daß das Ministerium es eben so verlange und im Weigerungsfall die Mittel für die Universität kürzen würde. Also, was blieb anderes übrig als bei der Chaos-Fabrikation mitzumachen? Jetzt den Professoren den Vorwurf zu machen, daß sie sich nicht rechtzeitig beschwert hätten, ist wirklich der Gipfel der Unverschämtheit!
    Ich habe das eher so verstanden, dass die Professoren - also diejenigen, die für die Struktur eines Studiengangs verantwortlich sind - eben nicht "Chaos" hätten produzieren müssen. Häufig hat man doch einfach Diplom - 1 Semester genommen und das in den Bachelor von 6 Semestern reingepresst. Mit sinnvoller Auseinandersetzung hat das ja nicths zu tun. Ich persönlich glaube, dass Frau Prof. Kunst genau das meint.

    Viele der Professoren, die über vermurkste Bachelorstudiengänge meckern haben diese doch selbst entwickelt.
  5. #5

    Master = wissenschaftliche Karriere = Unsinn hoch 10

    Frau Kunst, es mag vielleicht an ihrer Uni eine deutschlandweite Ausnahme sein das alle Masterabsolventen direkt in die Promotion gehen, allerdings an anderen Universitäten ist es doch viel mehr so das 90% der Masterabsolventen in die Wirtschaft gehen und dort einfach für einen vernünftigen Job bzw. eine deutlich bessere Chance genommen zu werden einen Masterabschluss benötigen.


    Der Fisch stinkt vom Kopf her!

    Wenn jeder Uni-Rektor diese Meinung vertritt, haben wir bald nur noch die 1,X-Schnitt-Fraktion im Master, weil die es überwiegend sind die auch später promovieren.
  6. #6

    "Hochschulmanagerin des Jahres"

    Was soll das denn sein?

    Achso, verliehen von CHE und FT, von denen kommt ja der Unsinn Hochschulen wie Betriebe zu führen. Klar dass die gegen den freien Masterzugang ist.

    "Wir prüfen die Motivation,..." ist doch nur ein Vorwand willkürlich die Schotten dicht zu machen und den Pöbel mit einem Bachelor abzuspeisen. Man hat hier künstlich eine weitere Barriere in der akademischen Welt geschaffen die nur die 'richtigen' passieren dürfen, entschieden durch zweifelhafte Kritieren wie Motivation, Sprachkenntnisse,... ist doch lachhaft.

    Womöglich kann man sich in Zukuft in den Master teuer einkaufen, das würde wieder zu "Hochschulmanagement" und den Spinnereien von Bertelsmann passen.
  7. #7

    Bachelor, im Arbeitsmarkt noch nicht angekommen

    Eigentlich ist das ja die Idee dahinter, dass nicht alle den Master machen müssen. Warum wollen fast alle den Master machen? Weil sie einen guten Job wollen. Gäbe es gute Jobs auch mit Bachelor, würden nur die den Master machen wollen, wo es die spezifische Tätigkeit verlangt, oder der Weg weitergehen soll bis zur Promotion. Das Problem ist, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland noch nicht für diese Abschlüsse entwickelt ist. Bachelor gilt immer noch als Uni-light-Abschluss.

    Während in den USA auch beste Studenten gar nicht auf die Idee kommen den Master zu machen, da er nur den Berufseintritt unnötig hinauszögert, wird er in Deutschland zum muss. Da ist es auch keine Hilfe, wenn man den Bachelor verlängert. Dann könnte man ihn gleich abschaffen und alle mit dem Master abschließen lassen und wäre bei den alten Abschlüssen wieder angekommen.
  8. #8

    Einstein hatte mal 2 Zweifel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sabine Kunst ist Uni-Präsidentin in Potsdam - eine Ausnahme im akademischen Männerbetrieb. Im Interview erklärt die Hochschulmanagerin des Jahres, wieso dialogfähige Studenten toll sind, manche Professoren zu viel maulen und*warum sie nichts von der Forderung "Master für alle" hält.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...729428,00.html
    ob das Universum oder die menschliche Dummheit unendlich sei.
    Er war sich beim Universum aber schon ziemlich sicher.
    Vor her waren es Diplomabschlüsse und für alle da.
    Jetzt haben wir BA die keiner braucht.
    UND

    wir haben zuwenig Qualifizierte in DE.
    Dümmer gehts immer, man siehts ja.
  9. #9

    Forschung?

    "Kunst: Natürlich darf es kein unterirdischer Bachelor-Abschluss sein. Es gibt eben Menschen, die für eine wissenschaftliche Karriere nicht geeignet sind."

    Welchen Sinn hätten dann Master an Fachhochschulen .. ?


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