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Uni-Veteran unter Bachelorstudenten: Schlau, aber glücklich

Gero HeckerEr hat allerlei studiert, dann wehte es ihn in die Welt hinaus. Nach langer Uni-Auszeit kehrt Markus Flohr ins Studium zurück. Als Magister-Fossil im Bachelorstudium reibt er sich verdattert die Augen: Warum sind die alle so jung? Wie jetzt - Anwesenheitslisten? Und wer ist bloß dieser Audimax?

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...834221,00.html
  1. #1

    SPON: 'darf sich nun "Magister der Geschichtswissenschaften" nennen.'

    Nicht ganz. Fächer vergeben keine akademischen Abschlüsse, sondern Fakultäten. Er ist also ein "magister artium". Die Formulierung: "er machte seinen Magister in Geschichtswissenschaften", wäre hingegen nicht zu beanstanden.
  2. #2

    optional

    Auf jeden Fall Gratulation zum erfolgreich beendeten Studium!
  3. #3

    Manchmal bin ich echt froh, dass die LMU Senioren 3x soviel Studiengebühren zählen lässt. Du müsst im hörsaal eine echte Bereicherung sein.
  4. #4

    so wahr, so wahr!

    Herrlicher Beitrag. Habe nichts an Formulierungen zu meckern. Kann nur sagen, dass es sich genauso abspielt. Tausendfach!
  5. #5

    Wenn Anwesenheitslisten Studenten erschüttern...

    ... dann kompensieren sämtliche Auslandsaufenthalte nicht dieses simple Defizit.
  6. #6

    oh Mann,

    die tun mir leid, echt. Wer Ende der 70er bis in die 80er studierte, hat gegenüber diesem Studienbetrieb das wahre Paradies erlebt. Rückwirkend betrachtet war es gut, diesen Zustand etwas länger auszukosten - die Zeiten kommen nie wieder!
  7. #7

    Kenne ich :)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er hat allerlei studiert, dann wehte es ihn in die Welt hinaus. Nach langer Uni-Auszeit kehrt <i>Markus Flohr </i>ins Studium zurück. Als Magister-Fossil im Bachelorstudium reibt er sich verdattert die Augen: Warum sind die alle so jung? Wie jetzt - Anwesenheitslisten? Und wer ist bloß dieser Audimax?

    Ein Uni-Veteran unter Bachelor-Studenten - SPIEGEL ONLINE
    Habe selbst 20 Semester Physik studiert, weil ich oft "unterwegs" war. 1/2 Jahr naher Osten mit 2 Pässen. Griechenland, Israel, Ägypten, Jordanien, Syrien, Türkei. Etwas später nochmal anderthalb Jahre von Pakistan bis Indonesien. Kann deswegen den Jerusalemer Felsendom ganz gut vom Taj Mahal in Agra unterscheiden. Und das ganze musste ja auch noch bezahlt werden. Also auch länger beim Daimler gejobbt, Dauernachtschichten

    Ach ja, habe deswegen die deutsche Wiedervereinigung verpasst in diesen anderthalb Jahren 1989/90. Insgesamt gesehen hat sich mein Studium in vollstem Umfang gelohnt
  8. #8

    kT

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er hat allerlei studiert, dann wehte es ihn in die Welt hinaus. Nach langer Uni-Auszeit kehrt <i>Markus Flohr </i>ins Studium zurück. Als Magister-Fossil im Bachelorstudium reibt er sich verdattert die Augen: Warum sind die alle so jung? Wie jetzt - Anwesenheitslisten? Und wer ist bloß dieser Audimax?

    Ein Uni-Veteran unter Bachelor-Studenten - SPIEGEL ONLINE
    Toller Beitrag, insbesondere die Passage mit dem Felsendom fand ich klasse - Mut zur Lücke.

    Ansonsten: Ich hatte immer "reich und berühmt" anstatt "schlau und glücklich" auf die übliche Party-Frage "Und was maaaachst Duuuuuuu dann später so?!". Und, was soll ich sagen... es hat nicht geklappt. Haha. Dafür bin ich glücklich.
  9. #9

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ich selbst habe 1993 angefangen zu studieren, dann arbeitete ich nebenher, dann studierte ich nebenher und irgendwann habe ich mich exmatrikuliert, weil mir die Studiengebühren zu hoch waren. Studienabschluss brauche ich nicht nicht - so dachte ich. Aber der fehlende Abschluss nagte an mir. Und so zog ich im vergangenen Sommer los, mich zu erkundigen, was man da tun könne.
    Neu anfangen könne man, das war die Erkenntnis nach der Studienberatung. Aber die Gebühren (ohnehin eher eine Art Sondersteuer, da das Geld ja nicht bei der gebührenerhebenden Behörde - also der Uni - verblieb, sondern in den Landeshaushalt ging, der dann seinerseits die Alimentierung der Universitäten zu verbessern versprach) waren fort, und also: los. Neu einschreiben, erstes Fachsemester, Bachelor auf Lehramt (Politikwissenschaft [oder Sozialwissenschaften oder Ökonomik - inzwischen ein und dasselbe] und katholische Religionslehre vulgo Theologie) nach der aktuellsten Prüfungsordnung von 2011. Vorteil hier: keine festgelegten Regelzeiten mehr. Meiner Arbeit muss ich nämlich so und so nachkommen.
    Also sitze ich jetzt zusammen mit Leuten - zumeist Mädchen - die ziemlich genau halb so alt sind wie ich und die, als ich mein Abitur machte, noch gar nicht geboren waren. Und es gefällt mir so gut wie damals. Sicher, das System ist verschulter. Es gibt allerhand Umständlichkeiten. Es ist schwer, Dinge zu lernen, die man schon kann; jedenfalls mir fällt das schwer. Aber die Kommolitoninnen sind gut organisiert, sind zielstrebig, intelligent und konzentriert. Die meisten jedenfalls. Wie ein Dinosaurier oder ein deplatzierter Alter komme ich mir dabei nicht vor und so behandelt werde ich auch nicht. Eher erfahre ich einen sonderbaren Respekt - davor, dass ich das mache trotz Arbeit und davor, dass ich eben dann doch eine ganze Menge weiß als 42jähriger, was man mit 20 eben noch nicht weiß.
    Was also soll die Aufregung? Geh in die Uni, leg deine Prüfungen ab, fertig. Das ist nicht altersgebunden und gibt einem eine erstaunliche Befriedigung.


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