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Uni-Veteran unter Bachelorstudenten: Schlau, aber glücklich

Gero HeckerEr hat allerlei studiert, dann wehte es ihn in die Welt hinaus. Nach langer Uni-Auszeit kehrt Markus Flohr ins Studium zurück. Als Magister-Fossil im Bachelorstudium reibt er sich verdattert die Augen: Warum sind die alle so jung? Wie jetzt - Anwesenheitslisten? Und wer ist bloß dieser Audimax?

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...834221,00.html
  1. #10

    noch bin ich Magisterstudent....

    ...herrlicher Artikel! Kann ich sehr nach vollziehen - absolut so ist es. Bin selbst Magisterstudent, aber nicht mehr lange...
  2. #11

    Wir Deutschen sind in allem gründlich!

    Wie gründlich wir sind erkennt man gut daran die perfekt wir unser Studiensystem mit dem Bachelor/Master/G8 gegen die Wand fahren.
    Wie wichtig gut ausgebildete Akademiker sind, werden wir in einigen Jahren schmerzlich erfahren. Aber dann wird es zu spät sein.
  3. #12

    optional

    jaja, die heutigen bachelorstudenten. vor lauter "selbstoptimierung" merken sie nicht, wie sie sich vom system vereinnahmen lassen.
    am ende gibt es uniforme aber nicht "arbeitsmarktfähige" absolventen. einfach traurig.
    hier hat der neoliberalismus alá fdp ganze arbeit geleistet.

    das bachelor studium besteht doch nur aus weitergeführten leistungskursen aus schulzeiten. einfach traurig. und nach 3 jahren bachelor findet man ohnehin keinen sinnvollen job also muss man den master dranhängen und bangen, auch einen platz zu bekommen.
    na wenn sich bologna da mal nicht gelohnt hat...
  4. #13

    überzogen

    Sehr geehrter Herr Flohr (das siezen machen ja schließlich alle Studenten des neuen Systems;),
    sicherlich gibt es einige Wahrheiten in dem Artikel und ebenso macht es wohl auch Sinn einige Dinge ein wenig ins Lächerliche zu ziehen, damit es auch dem Letzten unter uns auffällt. Allerdings finde ich es insgesamt vollkommen überzogen. Tendenzen mögen richtig sein, dennoch stellt es die neuen Studenten (die übrigens grundsätzlich praktisch die gleichen Menschen sind wie vorher) als kleine,unerfahrene Streber dar, denen am Ende die Lebenserfahrung fehlen wird. Es lässt vollkommen außer Acht, dass diese Studenten in Deinem heutigen Alter ja bereits viele Jahre Berufserfahrung haben und damit dann ebenfalls sehr viel reifer sein werden. Für unsere Volkswirtschaft sind Langzeitstudenten sicherlich nicht gut und dass die Studien tatsächlich schnell abgeschlossen werden können, zeigt eben das neue System. Auch fördert das neue System grundsätzlich viel mehr Auslandsaufenthalte (durch verbesserte Anrechnungsmöglichkeiten), nur eben gezieltere, bei denen man es weniger dem Zufall und der Eigeninitiative überlässt, etwas zu lernen. So grandios vielseitig auch die Diplomer interessiert waren, im Vergleich zu den neuen Studenten würden sie in Bewerbungen doch meist den Kürzeren ziehen. Auch zeigen die neuen Studenten wohl kaum weniger außeruniversitäre Initiative, vielleicht fehlt an der einen oder anderen Stelle hin und wieder die Zeit, dafür wird aber auch gelernt, mit begrenzten Ressourcen an Zeit möglichst viel zu erreichen - aus meiner Sicht sehr wichtig für die meisten Jobs. Sicherlich hängt die ganze Betrachtung auch von dem Studiengang ab, vielleicht sieht es bei Euch in den Geisteswissenschaften anders aus und vielleicht sollte dort tatsächlich mehr in die Breite gegangen werden ... aber letztendlich sahen auch bei den Diplomern die Arbeitsmarktchancen für Geisteswissenschaftler nicht wirklich rosig aus und vielleicht schadet es da nicht, sich ein wenig mehr an der Wirtschaft auszurichten. Vermutlich war das einfach nicht Dein Ziel oder Deine Aufgabe, aber denke doch vielleicht mal über einen fairen Vergleich der Systeme nach, einen, der die positiven und negativen Aspekte auf beiden Seiten betrachtet. Vielleicht würde eine solch konstruktive Kritik tatsächlich auch etwas bewirken im Denken der neuen Studenten und vielleicht würde ein solcher Ansatz auch tatsächlich zu einem besseren, ausgewogenerem System führen. Mit einem solchen Artikel klingst Du ansonsten nur wie ein alter Opa, der sich darüber beschwert, dass früher doch alles besser war ... und so alt bist Du ja dann auch noch nicht ;-)
  5. #14

    Falsch

    Zitat von bennobenzen Beitrag anzeigen
    Es lässt vollkommen außer Acht, dass diese Studenten in Deinem heutigen Alter ja bereits viele Jahre Berufserfahrung haben und damit dann ebenfalls sehr viel reifer sein werden.
    Der CV des Autors steht unter dem Artikel, nur so als Hinweis.

    Weiterhin : ich habe während meiner 18 Semester Studium durchgehend gearbeitet und viele Erfahrungen gesammelt und anschließend sofort eine Stelle bekommen.
    Wenn meine 16 Jahre jüngere Schwester dereinst fertig sein wird, und sie fängt dann in einem Betrieb an, kann sie ungefähr so viel wie ein Azubi am ersten Tag und wird dementsprechend bezahlt.

    Ihr fehlen ja jetzt schon vergleichsweise 5 Jahre Berufserfahrung.
  6. #15

    Schöner Beitrag, ich habe vieles von den alten Magistererzählungen wiedererkannt. So war es tatsächlich.

    Zu glauben, man bekam damals was geschenkt, wäre allerdings falsch: wenn man das wichtigste nicht gelernt hatte, nämlich Selbstorganisation, konnte man zwar bis ins 23 Semester studieren - seinen Abschluss schaffte man aber nicht.

    Heute bemerke ich, das besonders den Bachelorstudenten genau diese Kompetenz fehlt. Sie sind es gewohnt, genau wie auf deer Schule, Stundenplänen und Vorgaben nachzueifern. Die gibt es in der Berufswelt allerdings nicht.
  7. #16

    altebanane ;-)

    Danke, ich habe den CV gesehen und er steht ein wenig im Gegensatz zu seinen Aussagen. Ein wenig mehr als entspannen im Ausland war es ja dann doch. Ansonsten ist es schwierig Einzelfälle zu betrachten. Ich kenne Studenten, die sich nach einem dreijährigen Bachelor bei Bewerbungsgesprächen gegen Diplomer behauptet haben - das hängt halt auch stark von den individuellen Fähigkeiten ab. Dein Beispiel hinkt aber aus meiner Sicht an 2 Stellen. Erstens, wie alt wird denn Deine jüngere Schwester bei Ihrem Berufseinstieg im Vergleich zu Dir sein? Wird sie die "gewonnenen Jahre" nicht auch nutzen, um sich weiterzuentwickeln? Zweitens halte ich den Vergleich mit Azubis als vollkommen unpassend. In meinem Bachelor gab es einige, die vorher eine Ausbildung gemacht hatten, die aber schon bereits nach einem Semester nicht mehr von ihrem Vorwissen profitieren konnten. Die Ausbildung an einer Universität sollte entsprechend schon weiter gehen. Wenn das bei Deiner Schwester tatsächlich nicht so ist, dann liegt das vielleicht nicht am System, sondern an der Uni oder eben an ihr. Meine Kommilitonen haben übrigens ebenfalls parallel gearbeitet, Praktika gemacht etc. und ich bin auch der Meinung, dass man dafür das Studium zeitlich gern etwas ausdehnen darf... das ist der Mittelweg, den ich meinte ;-)
  8. #17

    Angepasst, ausgebeutet, ergeben

    Sehr schöner Artikel mit guter Identifikationskraft für Diplomanden. Im Grunde spiegelt er wider, was die Gesellschaft von heute von damals unterscheidet: Heute sind die jungen Menschen angepasster, fügen sich in Reih und Glied und begründen ihr Sein mit der Pflicht für die Gemeinschaft verwendbar zu sein. Dann kommen solche tollen Sätze, wie im letzten Kommentar dabei heraus: "Für unsere Volkswirtschaft sind Langzeitstudenten sicherlich nicht gut."

    ICH bin WIRTSCHAFTSGUT, das ist eben die ontologische Erkenntnis, welche die meisten heute haben. Die Frage nach dem Leben ist die Frage nach Erfüllung persönlicher Konsumwünsche. Gruß von der Matrix!

    Irgendwann - sehr viel später im Leben - merken diese Menschen dann, dass die Bevormundung ein Ende hat: Als Abteilungsleiter oder im Chefsessel. Das dies dann nur eine gedachte Freiheit ist, merken sie nicht mehr, so sehr sind sie Teil dessen geworden, was wir früher im Audimax bekämpft hatten.

    Ja, früher war das Studieren sicher angenehmer, weil es sich an den Beürfnissen der Studenten ausrichtete. Heute springen die Lemminge über den Abgrund und jauchzen dabei. Schräg, oder ... ?
  9. #18

    optional

    Kleine Anmerkung am Rande, liebe Foristen: Ihr werft hier zum Teil schon wieder die Studiengänge durcheinander.

    Ein Diplom ist kein Magister, ein Magister kein Lehramt und sowieso nix davon ein Bachelor.

    Und der liebe Markus Flohr hat leider schon Recht: Ich habe auch überzogen und bekam solche lustigen Briefe wie er. Und ich habe mich neben Beruf und Uni auch immer in den Studentenschaft eingesetzt.

    Und egal ob Campusradio, ASTA oder Fachschaft: BA-Studierende sind unflexibler, sie sind immer on the run, sie wollen immer wissen, was sie bekommen und ob das angerechnet wird.

    Sicher: Auch in den Altstudiengängern gab es Menschen, die nicht wussten, wo der Felsendom steht. Aber die Anzahl derer, die sich auch für gar nichts mehr rechts und links ihres Blickwinkels interessieren wächst. Und weiß Gott kenne ich viele unzufriedene BA-Studierende.

    Sicher kann man auch als BA/MA gute Erfahrungen an Unis machen. Aber die Unterschiede und Freiheiten zu "früher" sind in Teilen sehr krass. Außerdem haben viele Unis das System einfach schlecht implementiert. Das gilt immer und vor allem für die Geisteswissenschaften. Und letztlich zielt Flohrs Artikel ja gerade auf diese ab: Die Taxifahrer und Faulenzer-Denker (das Klischee gab es "damals" wie heute!).

    Das im Diplom Bio und BA Bio die Unterschiede niedriger sind, oder ein Informatik-BA genau das richtige sein kann, ist nicht zu bestreiten.

    Aber bei den Geisteswissenschaften ist der BA ein Raubbau an den Studierenden. Das sieht man auch daran, wie teilweise diese Studiengänge runtergekürzt werden. Mit der Behauptung, die taugen nix.

    Und das ist faktisch falsch. So falsch, wie eben der Umbau der Geisteswissenschaften Magister in den BA.

    Übrigens auch nicht ganz zu vergleichen mit dem Lehramt: Das war und ist ein staatlicher Abschluss mit Blick auf aktive Lehre. Der Magister war das nie.

    Was leider in dieser ewigen Debatte der Abschlüsse und Vergleichbarkeiten leider immer untergeht und was ich daher immer vermisse ist eben diese Differenziertheit zwischen den Abschlüsse. Keine Debatte führt diesen und auch kein Vergleich.
  10. #19

    Worin liegen die Vorteile am Bachelorstudium?! Ich persönlich sehe keine. Mein Studiengang wurde direkt als Bachelorstudiengang konzipiert und ist ebenfalls ein kleine Exot in der Studienlandschaft. Aber wie soll man so ein Studium in der Regelstudienzeit durchziehen, wenn der Dekan am ersten Tag bereits den Studenten die Pistole an die Brust setzt und sagt: "Für euch gibt's jetzt nur noch das Studium, wer nebenbei arbeiten gehen möchte, ist hier falsch." Nicht jeder Student bekommt Bafög oder kriegt den kompletten Unterhalt von Mama und Papa finanziert. Was bleibt? Durchbeißen, das Studium verlängern und vielleicht hoffen. Und ja es stimmt, dass das Bachelor-Studium die studentischen Aktivitäten für Asta, Fachschaft, etc. stark einschränkt. Bologna wird uns nochmal ganz arg auf die Füße fallen.
    Was mir weiterhin auffällt: Es soll nicht mehr nachgedacht und hinterfragt werden im Studium. Lernen, Lernen, Lernen. Nicht nachfragen!


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