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Uni-Veteran unter Bachelorstudenten: Danke, gut

DPAPer Mail fragt die Studienberaterin, wie's denn läuft mit dem Magisterstudium, das es bald nicht mehr geben wird. Hier antwortet Jonas Leppin öffentlich. Als Rückkehrer macht er gerade seinen Abschluss in einem Bachelor-Umfeld und merkt schnell: Uni, du hast dich so verändert.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...835325,00.html
  1. #10

    Mir aus der Seele gesprochen

    Danke für den Artikel! Bin selbst Magister und habe die Selbstständigkeit gewählt. Was ich von meinen Praktikanten höre und als Gastdozent erlebe bestärkt meine Zweifel. Selbstständige Menschen produziert das System HochSCHULE nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr als vorher. Vor 20 Jahren erlebte ich einen polnischen Professor, der davon schwärmte, wie schnell dort studiert wird - mit Anwesenheitslisten und schulischem Stundenplan, wie nun auch in Deutschland. Falls jemand bei uns Anwesenheitslisten herumreichen wollte, sind sie jedesmal in einer Tasche verschwunden.
    Am Ende bin ich froh, mich gegen eine Hochschulkariere entschieden zu haben. Brotstudierende, so nannten wir jene, denen es nur um Berufskariere ging, will ich nicht züchten.
  2. #11

    Tellerrand

    Zitat von ottojan Beitrag anzeigen
    [...] Alle, aber auch wirklich ALLE Langzeitstudenten, die ich so kenne (und das sind einige, man trifft sich halt) studieren ja nicht zum Spaß für 20 Semester. Man muss sein Studium irgendwie finanzieren, weil die Eltern nicht zahlen können (Hausbau mit Krediten? viel Spaß mit dem Bafög...) oder zahlen wollen (ja, man könnte klagen - aber wer verklagt seine Eltern?!) oder mal gleich tot sind, man hat gesundheitliche Probleme oder oder oder. Wenn es nicht normgerecht läuft fällt man halt aus dem Raster. [...] Ich bitte Dich, falls Du tatsächlich Dozent sein solltest, Deine älteren Studenten einfach mal nach deren Lage fragst.
    I.m.h.o. liegt genau darin das Problem: Das 'neue' Bachelor-System funktioniert, soweit ich es erfasst habe, nur, wenn man ziemlich angepasst einer idealisierten Norm entspricht, sowohl von den Fähigkeiten, als auch von der Disposition, als auch von den sonstigen Umständen her.

    Als altgedienter Projektmanager kenne ich die sog. 80/20-Faustformel: 80% der Fälle kosten 20% der Zeit, die restlichen 80% der Zeit verbringt man mit der Lösung der verbliebenen 20% an "Problem"-Fällen.

    Wobei ich vermute, dass im universitären System von diesen 80% der Zeit gut die Hälfte dann mit Bürokratie draufgeht. Nicht umsonst liest man hier, dass die Studenten statt Fachbücher oder Literatur eher Studienordnungen lesen ...
  3. #12

    Zusatz

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    I.m.h.o. liegt genau darin das Problem: Das 'neue' Bachelor-System funktioniert, soweit ich es erfasst habe, nur, wenn man ziemlich angepasst einer idealisierten Norm entspricht, sowohl von den Fähigkeiten, als auch von der Disposition, als auch von den sonstigen Umständen her.
    Es funktioniert wenn man möglichst schnell, möglichst schlecht ausgebildete Menschen braucht, um diese dann möglichst schlecht zu bezahlen.
    Wenn ich sehe was wir für Ingenieure produzieren, baue ich mein nächstes Auto wohl lieber selbst.
  4. #13

    Weltverbesserer

    Liebe Diplomanden, Ihr redet die ganze Zeit über Eure tolle Ausbildung, in der Ihr Euch so hervorragend entwickelt habt, nicht wie wir als Drohnen, sondern als Menschen mit Charakter und freien, eigenen Gedanken. Herzlichen Glückwunsch! Bitte beschreibt doch mal kurz, wie Ihr die Welt bisher verändert habt, beschreibt einmal kurz Eure zahlreichen Projekte (oder wie auch immer sonst Ihr die Welt verbessert), damit ich besser verstehe, was Ihr meint. Ein Auto mitentwickeln gehört hoffentlich nicht dazu, denn soweit ich das überschauen kann, werden dort die Mindestanforderungen kaum übertroffen, die großen Automobilhersteller tun für die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Technologien gerade so viel, wie sie müssen & konzentrieren sich stets auf ihre Wirtschaftlichkeit. Vielen Dank vorab für Eure inspirierenden Projekte! Viele Grüße
  5. #14

    Studienordung vs Literatur

    Lesen lieber die Studienordnung statt Bücher?! Aha. So eine Studienordnung ist ja nicht der Brockhaus. Sie hat 20, vielleicht 30 Seiten. Die kann man mal lesen ohne die Bildung zu vernachlässigen. Und ob man nun ein paar Seminare mehr oder weniger macht, kann doch der BA genauso wie der M.A. entscheiden.

    Und das ewige Geseiere von den bösen Anwesenheitslisten. In meinem Studiengang (M.A.) waren Seminare frührer, also zu Magister-Zeiten, auch anwesenheitspflichtig und Vorlesungen eben nicht - genauso ist es heute im BA.
  6. #15

    zu

    Dieser Absatz hat mir ausgesprochen gut gefallen. Allerdings eher weil er einen bestimmten Typus Student so gut beschreibt - eine Korrelation zum Bachlor sehe ich da nicht zwingend. Es gab auch zu der Zeit als ich begonnen habe (2003) auch schon haufenweise Studenten die die damalige Diplomprüfungsordnung in allen Facetten verinnerlicht hatten. Allerdings sucht man sich als potentieller Langzeitstudent (ich habe auch 8 statt 5 Jahre studiert) sein Umfeld vermutlich eher unter Gleichgesinnten (meine Mitbewohner auch alle!). Daher vermute ich mal, dass auch beim Autor eine gehörige Portion selektive Wahrnehmung mitschwingt was das gehäufte Auftreten dieses Studententypus in den Bachlorstudiengängen angeht. Nichtsdestotrotz: Zum Schmunzeln hats mich gebracht!
  7. #16

    Zitat von bennobenzen Beitrag anzeigen
    Bin ja auch grundsätzlich für die Unterstützung von mehr Studenten innerhalb deren Regelstudienzeit, schließlich erhält auch jeder schwervermittelbare 16-jährige eine Unterstützung, soweit ich weiß. Dass beim Bafög der Hausbau nicht weiter beachtet wird, finde ich allerdings vollkommen richtig, die Eltern entscheiden sich mit einem solchen Bau halt dafür, ihr Geld in ein Grundstück (=Erbe später) statt in die Ausbildung ihrer Kinder zu stecken, wäre somit noch nicht einmal mit einer Miete gleichzusetzen und nicht einmal diese wird beim Antrag beachtet. Im übrigen finde ich es nicht angebracht, davon auszugehen, dass alle Bachelorstudenten kids sind, die aus wohlhabendem Elternhaus kommen und so problemlos durch das Studium marschieren. Der Reichtum in Deutschland nimmt maximal punktuell zu und die Anzahl der Studenten auch nicht ab. Dir wünsche ich natürlich alles Gute trotz der scheinbar schweren Situation! (Unabhängig davon sollten sich allerdings auch alle Eltern fragen, ob es fair ist, den Kindern den Unterhalt zu verweigern. Auch, wenn weniger Geld sicherlich weh tut, in vielen Fällen wäre es sicherlich grundsätzlich möglich. zudem wäre es wohl auch sinnvoll, wenn damit die Regelstudienzeit nicht verdreifacht werden müsste ... in den "gewonnenen" 10 Jahren Arbeitszeit könnte dann womöglich sogar das Kind die Eltern finanziell unterstützen)
    k, natürlich war das meinerseits schon schwer polemisch. allerdings habe ich den eindruck, dass mittlerweile die idee des sozialen aufstieges durch ein studium gestorben ist; die mehrheit meiner mitstudenten kommt (leider?) aus gutem hause. sind zum großteil auch nette menschen, aber meistens verstehen sie die sachzwänge, die einzelne andere haben, überhaupt nicht - ist manchmal ähnlich wie in diesem forum ;)








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