Nein, natürlich nicht! Ich will auch gar nicht, dass ein Prof ein perfekter Mensch ist. Ich kann selbst nicht gut vor einer offiziellen Versammlung von Leuten reden, ich verstehe das. (Ich bin aber auch kein Prof und strebe keinen Beruf an, in dem ich viele Vorträge vor Publikum halten muss.)
Allerdings: So viele Profs hat man in seinem Studentenleben nun nicht, dass man sich unbedingt immer einen aussuchen könnte. Es kann sein, dass von so einem Prof praktisch die ganze Zukunft abhängt! Deswegen habe ich eigentlich kein Verständnis für so etwas. Verstehen Sie? - So eine Veranstaltung wirkt dann nicht sehr "glaubwürdig". Wenn der Prof bei den Evaluationen schon meint, man solle doch bitte mal etwas nettes schreiben und weniger kritisieren, und der Prof auch nach der Evaluation nie etwas ändert, was soll ich davon halten? Wenn meine Zukunft nicht davon abhängig wäre, wäre mir das schnurzpiepegal. Da das aber nicht so ist, kann das ein großes Problem werden. V.a. wenn es Studiengebühren gibt, bin ich eigentlich noch weniger dazu bereit das zu dulden.
Ich weiß, man wird mir jetzt vorwerfen, ich würde das Verhältnis Student - Uni nur noch als Anbieter-Kunden-Verhältnis sehen. Auch ich finde diese Ansicht nicht gut. Fakt ist aber, es gibt Studiengebühren (ja, ich weiß, in anderen Ländern sind die Gebühren viel viel höher) und dafür verlange ich zumindest, dass es sowas wie ich es beschrieben habe, (wie ebenso das hier: Uni-Bürokratie: Verloren in der Masse und das hier: Uni-Bürokratie: Verloren in der Masse und Uni-Bürokratie: Verloren in der Masse ) nicht vorkommt. Ich verlange auch nicht, dass ich dafür, dass ich etwas bezahle, automatisch gute Noten bekomme. Auch verlange ich nicht, dass Dozenten perfekte Menschen sind. Aber man fühlt sich eben doch irgendwie "ausgeliefert". Früher habe ich ja immer gedacht, dass Studieren an sich besser ist als arbeiten gehen, weil man an der Uni ja besser behandelt wird als am Arbeitsplatz von seinem Chef, weil man mehr Freiheiten hätte. Aber weit gefehlt, in meinem langjährigen Werkstudentenjob wurde ich (von oben) viel besser und auch "gleicher" behandelt als an der Uni.
Aber um auf Ihre Ausgangsfrage nun nochmal zu antworten: Die meisten Studenten entsprechen wohl nicht dem Wunschbild der Dozenten. Studenten sind aber die, die beurteilt werden. Wenn sie nicht versuchen sich irgendwie den "Wunschbild" anzunähern, fliegen sie von der Uni, weil sie die Prüfungen nicht bestehen. Dabei sind sie aber gleichzeitig von den Profs und ihrer Lehre komplett abhängig, sie sind in jedem Fall die "Schwächeren". Deswegen kann es bei aller Liebe einfach nicht sein, dass manche Profs nicht lehren können oder keine Lust darauf haben, oder dass Klausuren und Prüfungsanmeldungen verschwinden. Klar so was kann passieren, aber muss ich das dulden? Wenn ich eine Prüfung verkacke, flieg ich schlimmsten Fall von der Uni, wenn der Prof sch**** lehrt oder meine Klausur verschlampt, passiert... NICHTS!



