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Unerwünschte Werbung: Forscher wollen Händlern das Spam-Geschäft vermiesen

Fast 80 Prozent der weltweit verschickten E-Mails sind unerwünschte Werbepost. Provider wehren die Mailflut mit Filterprogrammen ab, nun haben US-Forscher eine Idee für eine grundsätzliche Lösung - sie wollen bei den Banken ansetzen, die Spam-Geschäfte abwickeln.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...764086,00.html
  1. #40

    Naheliegender wäre, 'rausgehenden SMTP-Traffic zu filtern

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast 80 Prozent der weltweit verschickten E-Mails sind unerwünschte Werbepost. Provider wehren die Mailflut mit Filterprogrammen ab, nun haben US-Forscher eine Idee für eine grundsätzliche Lösung - sie wollen bei den Banken ansetzen, die Spam-Geschäfte abwickeln.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...764086,00.html
    Das ist natürlich eine Möglichkeit. Noch viel naheliegender ist aber das direkte Unterbinden des Missbrauchs. Providern sollten durch eine noch eindeutigere Rechtslage verboten werden, Beihilfe zu leisten. Sie sollten verpflichtet sein, den Traffic, der über den Router nach draußen befördert wird, von Filtern analysieren zu lassen. UBE erkennt man daran, dass an extrem viele Ziele auf Port 25 immer wieder derselbe Inhalt verschickt wird, oder dass die Inhalte immer wieder denselben URL enthalten. Wenn die Filtersoftware sowas feststellt, muss die Verbindung unterbrochen werden. Eine andere Möglichkeit besteht daran, die Firewall so zu konfigurieren, dass für Hinz und Kunz IP-Verbindungen per Port 25 gesperrt sind, außer zum Mail-Server (MTA) des Providers. Ich lese nach wie vor aus §240 StGB heraus, dass UBE Nötigung ist, und aus §303a StGB, dass es sich um Unbrauchbarmachung von Daten handelt. Nötigung, weil Millionen Opfer genötigt werden, sich dauernd zeitraubend damit zu befassen, sei es um Schwarze Listen zu aktualisieren ode anderweitig Filter anzupassen, sei es, um den Müll von Hand zu löschen. Unbrauchbarmachung von Daten, weil ein Email-Account unbrauchbar wird, wenn man der Nötigung nicht Folge leistet.

    Nein, das wär kein Präzedenzfall, um auch Webseitensperrungen salonfähig zu machen. Bei Webseiten geht die Initiative für den Datenverkehr vom Empfänger aus, man holt sich freiwillig den Inhalt, und bei E-Mail geht sie vom Sender aus, man bekommt unfreiwillig den Inhalt zugestellt, das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Wenn erst beim Empfänger gefiltert wird, so wie bisher, funktioniert das nur sehr schlecht, und dem Opfer wird Zeit gestohlen, denn ohne zeitraubende Arbeit funktionierten Filter nicht.

    Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass sehr viele Provider und providerartige Organisationen das sehr gut im Griff haben und nur manche schwarzen Schafe nicht. Beispielsweise kommt von deutschen Universitäten, Behörden und Nicht-IT-Großunternehmen praktisch nie UBE, und auch längst nicht von jedem Provider.

    Nebenbei ist Spam die falsche Bezeichnung. Spam ist ein unzulässig oft wiederholter Inhalt in den Newsgroups, das hat mit E-Mail nichts zu tun. Massenhaft wiederholte E-Mails nennt man UBE (unsolicited bulk e-mail), und eine Teilmenge davon UCE, unsolicited commercial e-mail. UBE, die nicht UCE ist, also nichtkommerzielle UBE, ist auch ein Prolem, und es wird von dem Trick mit den Banken nicht gelöst. Beispielsweise UBE politischer Spinner, oder zur Verbreitung von Viren. Bitte keinen "Gegenbeweis" mittels Wikipedia versuchen, die falsche Begriffsbildung wurde in der Wikipedia wahrheitswidrig von Laien durchgesetzt. Dass Spam o.g. Bedeutung hat ergibt sich daraus, dass dieses Problem in den Newsgroups auftauchte, als es E-Mail für jedermann noch gar nicht gab. Ich habe damals in den 90ern (als die Wikipedia-Verfälscher noch kleine Kinder waren) zusammen mit 5 anderen Aktivisten den Spam in den Newsgroups vollautomatisch wieder gelöscht (gecancelt), manchmal tausende pro Tag, ich weiß also was Spam ist.
  2. #41

    Nein, UBE erfordert keinen E-Mail-Account

    Zitat von Toe Jam Beitrag anzeigen
    Nein, würde es nicht. Meist nutzen doch die Spammer fremde, gehackte Email-Konten.
    Um UBE zu verschicken ist ein E-Mail-Konto nicht erforderlich. Am allerwenigsten ist es hierzu erforderlich, dass die E-Mail-Adresse im From-Header der Wahrheit entspricht - die ist nämlich praktisch IMMER gefälscht.
  3. #42

    Verbieten

    Mein Vorschlag: E-Mail-Werbung weltweit verbieten.

    - Wenn trotzdem solche Werbung versendet wird, den Versender identifizieren, und strafrechtlich streng verfolgen, am besten mit einer international besetzten Fahndungsgruppe.
    - Wenn das Land des Versenders nicht kooperiert, dann wird es mit Internet-Restriktionen belegt, äußerstenfalls wird es beim Internationalen Gerichtshof verklagt.
    - Banken, die Spam-Geschäfte abwickeln, wird damit gedroht, dass sie aus dem System des internationalen Zahlungsverkehrs ausgeschlossen werden, notwendigenfalls erfolgt der Ausschluss.
    - Spam wird international zum Straftabestand der Nötigung erklärt.
  4. #43

    Re: Theorie

    Zitat von LeisureSuitLenny Beitrag anzeigen
    Natürlich weiss man viel über die Infrastruktur von Spam. Bestimmte Länder, Provider, Domaindienstleister, Rechenzentren und Finanzfirmen könnte man auf eine schwarze Liste setzen. Aber selbst bei klaren Fällen wie einzelnen Rechenzentren geschieht nichts.
    Doch, es geschieht etwas, wird aber nicht beachtet. Ich betreibe eine Webseite mit einer Schwarzen Liste von IP-Nummern-Blöcken. Quelle sind die Received-Header der UBE, die mein Filter durchlässt, also neue IP-Nummern-Blöcke. Von wo bis wo der IP-Nummern-Block zu einer IP-Adresse reicht und welchem Provider er gehört schlägt man mit whois nach.
    Nur: meine Philosophie, gleich ganze Blöcke zu blacklisten, und zwar für immer, stößt auf keine Akzeptanz. Stattdessen implementieren Administratoren RBLs, die viel bettnässerischer nur einzelne IP-Nummern blacklisten, und das nur befristet.
    Ich kann leider über meine öffentliche schwarze Liste nicht drüberschreiben, diese Systeme seien Freiwild, Hacker mögen bitte diese UBE-Schleudern angreifen und stilllegen, ich kann noch nicht einmal drüberschreiben, dass diese Provider kriminelle Vereinigungen sind, sonst hätte ich sofort deren Anwälte am Hals.
  5. #44

    Vervollständige.

    Zitat von baninchenrenner Beitrag anzeigen
    Da frage ich mich, wie die bisherigen "Ideen" ausgesehen haben! Da stimmt doch was nicht! Die geballte "Schwarmintelligenz" dieses Planeten müsste ja bei diesem Problem bislang "komatös komplettversagt" haben ...
    Schwarmintelligenz verhält sich zu demokratischer Marktwirtschaft wie Erektion zu kaltem ...
  6. #45

    Das sehe ich ähnlich

    Zitat von roflem Beitrag anzeigen
    Leider völlig daneben der Artikel. Das organisierte cybercrime ist längst Besitzer von EIGENEN Banken! Denen zu sagen " Ihr dürft den pösen spammern nicht die Finazdienstleistungen anbieten" ist als würde man einem Bären sagen er dürfe nicht in den Wald scheißen....
    Zusätzlich ist die Idee alt und wurde u.a. bei der Nutzlosbranche wie den Gebr. Schmidtlein schon erfolgreich angewandt:

    Taler Taler du musst wandern
    von der einen Bank zur andern.
    Das ist doof. Das ist fies.
    Keine Bank will Schmidtleinkies.


    Letztendlich muss ich sagen: ich bekomme kaum noch spam, eigentlich so wenig, dass das Thema für mich schon gestorben war.
    Mal wieder alter Käse. Die Forschung hängt halt immer hinterher. Auf die einfachste Lösung kommt wieder keiner: ordentliche Filter einbauen und vor allen Dingen - nicht kaufen! mit dem Rest kann oder muß man leben.
  7. #46

    Umfang

    Zitat von Hamberliner Beitrag anzeigen
    Doch, es geschieht etwas, wird aber nicht beachtet. Ich betreibe eine Webseite mit einer Schwarzen Liste von IP-Nummern-Blöcken. Quelle sind die Received-Header der UBE, die mein Filter durchlässt, also neue IP-Nummern-Blöcke. Von wo bis wo der IP-Nummern-Block zu einer IP-Adresse reicht und welchem Provider er gehört schlägt man mit whois nach.
    Nur: meine Philosophie, gleich ganze Blöcke zu blacklisten, und zwar für immer, stößt auf keine Akzeptanz. Stattdessen implementieren Administratoren RBLs, die viel bettnässerischer nur einzelne IP-Nummern blacklisten, und das nur befristet.
    Ich kann leider über meine öffentliche schwarze Liste nicht drüberschreiben, diese Systeme seien Freiwild, Hacker mögen bitte diese UBE-Schleudern angreifen und stilllegen, ich kann noch nicht einmal drüberschreiben, dass diese Provider kriminelle Vereinigungen sind, sonst hätte ich sofort deren Anwälte am Hals.
    Poste doch mal deine Blacklist. Es ist immer gut Alternativen zu kennen, die einen anderen Focus einnehmen.

    Die grossen Listen sind natürlich vorsichtig. Wenn man mit der Schrotflinte auf einzelne Systeme schiesst, kann man sich viel Supportarbeit einhandeln. Und die Liste für kommerzielle Anwender (Gateways setzen z.b. oft auf Spamcop u.ä.) unbrauchbar machen.

    Wie sind deine Erfahrungen mit der defokussierten Blacklist? Ich bin auch der Meinung das es durchaus sinnvoll ist ganze Bereiche von Spam-Unterstützern kurzerhand zu sperren um den Druck zu erhöhen. Genauso wie ich es für eine gute Idee halte, ganze Länder wie China pauschal von Webservern zu filtern.

    Jedoch muss der Support bei Problemen stimmen. Als Hosting-Anbieter hatte ich schon öfter das Problem, fälschlicherweise oder durch Fremdverschulden auf einer Blackliste zu landen. Sowas kann vorkommen, mitunter durch einen Schreibfehler eines Spmmers bei der Domain schon, und muss schnell zu regeln sein ohne das ich eine halbe BWA vorlegen muss.
  8. #47

    Re Umfang

    Zitat von LeisureSuitLenny Beitrag anzeigen
    Poste doch mal deine Blacklist.
    Entschuldigung: das sind über 10000 (zehntausend) Zeilen. Den URL kann ich nicht posten, weil ich dann meine Anonymität preisgebe.

    Wie sind deine Erfahrungen mit der defokussierten Blacklist?
    Ich bin mehr als Otto Normalverbraucher angreifbar, weil ich meine E-Mail-Adresse nicht geheimhalte und das auch nicht möchte, und mehrere Role-Accounts muss ich sogar nach Kräften veröffentlichen, das hat mit einem gemeinnützigen Ehrenamt zu tun. Unter der Voraussetzung hilft mit die Liste sehr. Sie filtert bis auf wenige Prozent hunderte UBE pro Tag weg. Nur dass ich sie ständig aktualisieren muss, mit den weniger als 10 Stück pro Tag, nervt sehr. Wenn ich beruflich sehr im Stress bin komm ich nicht nach, es sammelt sich Müll vonmehreren Wochen. Natürlich benutze ich auch noch andere Filterkriterien (ähnlich Spamassasin), aber die Received-Header sind das Wirkungsvollste. Dass ich die Liste veröffentliche und mich bei Neuzugängen konsequent beschwere ist wohl eher wirkungslos, es wäscht nur mein Gewissen rein.
    Die meisten Provider reagieren gar nicht auf Beschwerden, manche werden unveschämt (z.B. die argentinische Telefonica), oft bounct die Beschwerdemail zurück, z.b. bei ertelecom.ru, weil sie angeblich "Spam" sei (natürlich häng ich eine Kopie des Corpus Delicti dran, aber mit > in der 1. Spalte, die Leute sind zu blöd, das auszuwerten), und einmal hat mir so ein Vandalismus-Provider mit dem Anwalt gedroht, weil ich ihn in de.admin.net-abuse.mail angeprangert hab (mein Anwalt hat mir dann kostenlos geholfen).

    Genauso wie ich es für eine gute Idee halte, ganze Länder wie China pauschal von Webservern zu filtern.
    Wieso Webserver? SMTP-Traffic (Port 25) hat nichts mit dem Web (Port 80) zu tun. Die radikale Lösung wünscht man sich zwar als Privatmensch, aber ich habe z.B. zu einem hohen Anteil chinesische Industriekunden, da ist E-Mail-Kontakt nötig. Natürlich würde ich die gerne dahin schicken, wo der Pfeffer wächst, aber von irgendwas muss man ja leben.

    Jedoch muss der Support bei Problemen stimmen. Als Hosting-Anbieter hatte ich schon öfter das Problem, fälschlicherweise oder durch Fremdverschulden auf einer Blackliste zu landen. Sowas kann vorkommen, mitunter durch einen Schreibfehler eines Spmmers bei der Domain schon, und muss schnell zu regeln sein ohne das ich eine halbe BWA vorlegen muss.
    Ja, wenn man gegen das vorgeht, was beworben wird, dann wird die Sache natürlich kompliziert und fehleranfällig.
  9. #48

    titel spam

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Dann dürfen Sie für den Spam-Bot, den Ihnen jemand auf den Rechner geschmuggelt hat auch noch zahlen. Viel Vergnügen!

    ist doch gut so. dann übernehmen die leute vielleicht endlich mal etwas mehr verantwortung für ihre ungeschützten rechner.

    mehrere cent halte ich aber für den emailversand für übertrieben. ein cnt oder ein bruchteil eines cents reichen völlig aus um da sspamproblem zu beseitigen.


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