Unerlaubte Bewegungsprofile: Europcar muss Strafe für Kundenbespitzelung zahlen

EuropcarDer Autovermieter Europcar hat jahrelang heimlich Mietwagen per GPS-Ortung überwacht. Damit wurden ohne Einverständnis der Kunden Bewegungsprofile erstellt. Das Vorgehen flog zufällig auf - jetzt werden 54.000 Euro Bußgeld fällig.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...844938,00.html
  1. #80

    Zitat von OskarVernon Beitrag anzeigen
    Welches Interesse sollte ein naturgemäß gewinnorientierter Autovermieter hegen, die Bewegungsdaten seiner ehrlichen Kunden zu erheben und vor allem unter immensem Aufwand auszuwerten?
    Warum hat man bei Lidl die Eingabe der PIN-Nummer an den Kassen mit versteckten Kameras gefilmt? Waren sicher auch alles ehrliche Kunden?!
    Der Sinn und Zweck den europcar dahinter sieht erschließt sich mir auch nicht wirklich. Als Diebstahlsschutz/Unterschlagungsschutz ist die GPS/GSM Überwachung jedenfalls nicht sehr Wirkungsvoll. Im Einzelfall hat es aber sicherlich auch seinen Nutzen, richtige Autodiebe lachen darüber...
  2. #81

    Zur Europcar-Überwachnung

    Immer diese Menschen mit: Alles Böse, alles schlecht! Oder: Es ändert sich nie was ... und immer gegen Alles sein! Einfach mal differenzieren wäre angebracht und vernünftig darüber diskutieren und Pro und Kontra anhören wie beispielsweise auf: europcarDE Facebook oder Autovermietung Europcar - Mietwagen, LKW und Transporter mieten

    Eines ist klar, wenn Europcar gegen etwas verstoßen hat und Bußgeld zahlt, dann wird das datenschutzrechtlich schon richtig gewesen sein und sie werden dies sicherlich ändern. Mal ehrlich - Ich will nicht wissen, wer von den Gut-Menschen da draußen bzw. von Euch irgendwo in seinem Leben schon mal indirekt oder direkt gegen Datenschutz, Persönlichkeitsrecht oder Urheberrecht verstoßen hat!?! Das ist sicherlich nicht in Ordnung. Jedoch kann ich den Autovermieter zum Teil auch verstehen, dass er seine Luxusklassen schützen will. Wie schnell ist der Mieter eines Autos über die Grenze und in "Sonstwo" und das Auto weg oder der Mieter hält sich nicht an das, was abgemacht wurde. Das hier die Gefahr eines gläsernen Kunden besteht, okay sollte bekannt sein und das muss halt nur klargemacht werden. Und überall gibt es Grenzen, die eingehalten werden sollten. Europcar wird sicherlich aus der Geschichte lernen und so simpel es klingt demnächst Kunden darauf hin weisen, denke ich.

    Und mal fiktiv angenommen es kommt zu einer Entführung oder irgendeine andere kritische Situation entsteht, dann sind wieder alle froh, dass wir wissen, wo das Auto ist/steht. Außerdem, wer Navi, Handy, etc. nutzt, weiß, dass der Mensch ortbar ist. Wer will, kann ja wieder mit der guten alten Karte auf dem Nebensitz losfahren oder sich an der Ecke verabreden und warten warten warten ...

    Außerdem möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen, welche anderen Autovermieter ähnliche Verfahren anwenden, aber dies nur noch nicht auf dem Radar ist.

    Zudem muss ich fragen, wie blind so mancher ist und seinen Frust mal wieder auf irgendwelche Institutionen abwälzt. Wir befinden uns im Informationszeitalter - Wer hat das in der modernen Gesellschaft noch nicht gecheckt? - überall werden Daten gespeichert, ausgewertet und von A nach B geschoben. Wer sich im Internet bewegt, weiß das Google & Co. und jedes Unternehmen alles mittrackt. Genauso ist es, wenn jemand als Pfennigfuchser & Schnäppchenjäger PayBack-Karten verwendet. Wichtig ist, dass es eine ordentliche Kontrolle gibt und Grenzen aufgezeigt werden und/oder vom Staat, Unternehmen, Institution etc. darauf hingewiesen wird, dass die Daten verwendet werden und da kann jeder selbst entscheiden, ob er das Angebot nutzt oder nicht.
  3. #82

    Ich lach mal kurz!

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    Der Wert einer Sache wird ja nunmal in Geld ausgedrückt. Was ist also Datenschutz und Persönlichkeitsrecht hierzulande wert? Rechnen wir doch mal: 54.000 € Strafe : 1.300 Fahrzeuge = 41,54 € : 8 Jahre = 5,19 € : 12 Monate = 0,43 €.

    Mein Persönlichkeitsrecht ist hierzulande in einem ganzen Monat also nicht mal ganz soviel Wert wie die Gebühr für die Benutzung des Bahnhofsklos.
    Wow.

    Herr Europcar und andere Datenmißbraucher und Grundrechteverletzer führen wohl jetzt vor lauter Freude Veitstänze auf!
    Es ist ein Skandal, welchen Wert unser Staat, unsere Justiz, den Grundrechten seiner Bürger beimisst. Nun, dann wissen wir ja jetzt auch, in was für einem Staat wir leben ... "Bundesrepublik Bahnhofsklo".
  4. #83

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    Der Wert einer Sache wird ja nunmal in Geld ausgedrückt. Was ist also Datenschutz und Persönlichkeitsrecht hierzulande wert? Rechnen wir doch mal: 54.000 € Strafe : 1.300 Fahrzeuge = 41,54 € : 8 Jahre = 5,19 € : 12 Monate = 0,43 €.

    Mein Persönlichkeitsrecht ist hierzulande in einem ganzen .......
    Wie sind Sie eingentlich gebürstet?

    Ich weiß ja nicht, ob Sie viel Erfahrung mit der Autovermietung haben, aber hier geht es doch nicht darum, ein "Bewegungsprofil" zu erstellen, um den Kunden beim nächsten mal gleich die besten Angebote eines bestimmten Hotels in und um einen Ort zu melden.

    Es geht ausschließlich darum, die Bewegung des Autos zu sehen. Wie hier schon von einigen angemerkt wurde, soll es durchaus Menschen geben, die das Auto für eine Einwegfahrt anmieten, die z.B. gen Osten oder ans blaue Meer im Süden geht....

    Ich kann die Autovermieter verstehen, wenn Sie ihr Eigentum mit moderner Technik schützen. Ich fühle mich in meiner persönlichen Freiheit nicht eingeschränkt;-)
  5. #84

    Richtig

    Zitat von iffel1 Beitrag anzeigen
    Wer gegen diese Aufzeichnung ist, hat etwas zu verbergen - was auch immer, vielleicht seine eigene Arroganz.
    Nein, aber meine Privatshäre. Die geht niemanden etwas an.
    Leute wie Sie werden es erst begriffen haben, wenn findige Leute aus den über Sie gesammelten Daten etwas konstruieren. Ob das dann stimmt oder nicht ist egal. Die Daten werden emotionslos verknüpft.
    Und wenn Sie dann mit einem Mietwagen in einer Strasse geortet werden, dann wundern Sie sich nicht das sofort alle in dieser Strasse liegenden Geschäfte und Firmen mit Ihnen abgeglichen werden.
    Im Zweifel bringen Sie dann ja sicher Ihrer Frau bei, das Sie nicht in dem Bordell in dieser Strasse waren, sondern beim Bäcker nebenan.
  6. #85

    Zitat von ac52072 Beitrag anzeigen
    Wie sind Sie eingentlich gebürstet?
    Das frage ich mich bei Ihnen auch.

    Ich weiß ja nicht, ob Sie viel Erfahrung mit der Autovermietung haben, aber hier geht es doch nicht darum, ein "Bewegungsprofil" zu erstellen, um den Kunden beim nächsten mal gleich die besten Angebote eines bestimmten Hotels in und um einen Ort zu melden.
    Das können Sie doch gar nicht wissen, was Europcar mit den Daten macht. Immerhin müssen sie die Daten so verarbeiten, dass es kein Interesse daran gab, den Kunden darüber zu informieren. In soweit geht die Datenverarbeitung wohl darüber hinaus, als nur Diebstahlschutz. Sonst hätte Europcar seine Kunden darauf hingewiesen.

    Es geht ausschließlich darum, die Bewegung des Autos zu sehen. Wie hier schon von einigen angemerkt wurde, soll es durchaus Menschen geben, die das Auto für eine Einwegfahrt anmieten, die z.B. gen Osten oder ans blaue Meer im Süden geht....
    Reine Spekulation Ihrerseits. Ich kann Ihre Naivität ehrlich gesagt in keinster Weise verstehen.
    Ich kann die Autovermieter verstehen, wenn Sie ihr Eigentum mit moderner Technik schützen.
    Ich auch, aber nur im Rahmen der Gesetze. Alles andere ist inakzeptabel.

    Ich fühle mich in meiner persönlichen Freiheit nicht eingeschränkt;-)
    Hätten Sie zu DDR-Zeiten wahrscheinlich auch nicht. Wer angepasst lebt, spürt die Einschränkungen auch gar nicht. Oder besser ausgedrückt: Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

    Von daher, wenn Sie sich den Unternehmen schon so unterwerfen und jede illegale Handlung mit wirtschaftlichen Erfordernissen erklären, dann könnten Sie ebensogut in jedem anderen System leben. Ihnen persönlich mag dies sehr vorteilhaft erscheinen, da Sie sich dadurch das Nachdenken ersparen, aber es gibt gottlob genug Menschen, die Freiheit und Rechtsstaat nicht einfach wegwerfen, nur weil die kapitalistische Verwertungslogik dies als Vorteilhaft begreift.
  7. #86

    Zitat von melaniewalser Beitrag anzeigen
    Mal ehrlich - Ich will nicht wissen, wer von den Gut-Menschen da draußen bzw. von Euch irgendwo in seinem Leben schon mal indirekt oder direkt gegen Datenschutz, Persönlichkeitsrecht oder Urheberrecht verstoßen hat!?!
    Damit haben Sie sich als Gesprächspartner disqualifiziert. 1. Wer Schuld damit relativiert, dass sich auch andere schuldig gemacht haben, hat den Sinn von Rechtsstaatlichkeit nicht verstanden und 2. Wer andere als Gutmenschen bezeichnet, sieht sich selbst als schlechter Mensch und hat sowieso nichts konstruktives zu einer besseren Gesellschaft beizutragen. Und wer dazu nichts beizutragen hat, kann in der Diskussion ignoriert und muss im Handeln gestoppt werden.
  8. #87

    An die eigene Nase zupfen

    Zitat von Dr. M.Stu. Beitrag anzeigen
    Damit haben Sie sich als Gesprächspartner disqualifiziert. 1. Wer Schuld damit relativiert, dass sich auch andere schuldig gemacht haben, hat den Sinn von Rechtsstaatlichkeit nicht verstanden und 2. Wer andere als Gutmenschen bezeichnet, sieht sich selbst als schlechter Mensch und hat sowieso nichts konstruktives zu einer besseren Gesellschaft beizutragen. Und wer dazu nichts beizutragen hat, kann in der Diskussion ignoriert und muss im Handeln gestoppt werden.
    Bei Punkt 1 gehe ich mit Ihnen konform, ist indiskutabel, sehe ich bei genauerer Betrachtung ebenso; sollte mich da revidieren.

    Bei Punkt 2 war vielleicht etwas polemisch und provokant und: sie sind drauf angesprungen. Und dieses - wie hier zu lesen ist - in einer Art und Weise sich über alles hinweg zu setzen und zu entscheiden wer etwas sagen darf und wer nicht, wer etwas Sinnvolles von sich gibt und wer nicht. Ich bleibe bei meiner Meinung bzw. Formulierung und möchte Ihren Vorwurf "ein schlechter Mensch" zu sein von mir weisen. In diesem Sinne verurteilen Sie mich, auch wenn Sie mich nicht explizit ansprechen, als "schlechten Menschen" und befinden sich in diesem Moment auf derselben Stufe. Herzlich Willkommen! Daher einfach mal "an die eigenen Nase zupfen" ;-) ... Es ist zudem ein Fakt, dass der Mensch in seinem Handeln mal gute, mal weniger gute Entscheidungen trifft und dies gehört, ob sie wollen oder nicht, zu unserer Gesellschaft: pars pro toto

    Wer andere aus dem Diskurs ausschließt und ihnen vorwirft nichts konstruktives zur Gesellschaft beizutragen, ist wahrscheinlich selbst an keiner Diskussion interessiert und möchte sich nur wichtig tun, vermute ich mal.

    Gehen Sie doch sinnvoll auf einzelne Fakten ein wie bei Punkt 1. Danke dafür.
  9. #88

    Dr. Anwalt (?),

    Zitat von Dr. M.Stu. Beitrag anzeigen
    Damit haben Sie sich als Gesprächspartner disqualifiziert. 1. Wer Schuld damit relativiert, dass sich auch andere schuldig gemacht haben, hat den Sinn von Rechtsstaatlichkeit nicht verstanden und 2. Wer andere als Gutmenschen bezeichnet, sieht sich selbst als schlechter Mensch und hat sowieso nichts konstruktives zu einer besseren Gesellschaft beizutragen. Und wer dazu nichts beizutragen hat, kann in der Diskussion ignoriert und muss im Handeln gestoppt werden.
    ich habe völliges Verständnis für den Autovermieter.
    Einziger Fehler der Vermieter:
    dem Kunden im Kleingedruckten nicht auf eine mögliche GPS
    Überwachung des Fahrzeuges hinzuweisen.
    Diese Überwachung des Eigentums ist doch längst überfällig,
    so aus meiner Sicht und schützt den Mieter unter Umständen
    von Verdächtigungen und Unterstellungen,sollte das Fahrzeug
    abhanden kommen.Eine entsprechende Überwachung erträgt
    jeder LKW-Fahrer,der durch seine Zentrale und die maut-Erfassung
    bis hin zum Fahrtenschreiber rund um die Uhr überwacht,
    allerdings mit dem Unterschied:alle,die es wissen wollen,wissen dies.
    Was technisch geht,wird auch gemacht......oder ?
    Nur wenn es um Rechtsradikale und sonstige Übeltäter geht,
    funktioniert die staatliche Überwachung nicht-siehe Verfassungsschutz Thüringen.
    Nachteile der Demokratie eben...
  10. #89

    Zitat von toledo Beitrag anzeigen
    Mein Gott... sind Sie wirklich so blauäugig anzunehmen, dass sich die Verbindung Fahrzeug und Insassen nicht mit einem einzigen Mausklick herstellen ließe..?
    wie sollte das in der Praxis gehen, bitte?
    Es ist wie mit einer Straße... ist sie erstmal da, wird sie auch genutzt! Ebenso verhält es sich mit Daten! Zumal die Verwendung der Daten nicht kontrolliert werden kann, wie man auch schön am Beispiel von Europcar sehen kann! Nur durch Zufall aufgeflogen!
    Kommen Sie mal wieder runter! Das, was Europcar da gemacht hat ist sicher eine Unverschämtheit sondergleichen und sagt viel über Führung und Einstellung eines relativ gewichtigen Unternehmens. Die 54k EUR Strafe sind m.E. auch ein Witz und wohl nur darauf zurückzuführen dass EC eine gewisse Fahrlässigkeit und weniger Vorsatz darlegen konnte. Blauäugig würde ich allerdings bezeichnen, wenn man denkt dass es denen tatsächlich um irgendwelche individuellen Überwachungserkenntnisse geht sondern als vielmehr schlicht um Risikobegrenzung u/o Umsatzoptimierung und das eben ganz arrogant auf dem Rücken der Kunden. Ich werde jedenfalls so schnell nicht mehr da buchen - gibt gute Auswahlmöglichkeiten.
    Alles ist ein Einzelfall und dieser ist aufgeflogen - da steckt kein Program dahinter sondern ist schlicht inkorrektes Verhalten - das gibt es an jeder Ecke und überall - damit wird seit Menschengedenken umgegangen - fertig.
    Manchmal frage ich mich, über was ich mich hier in diesem Forum seit Jahren mit meinem Mitmenschen austausche, wenn selbst simpelste Erkenntnisse sich offenbar immer noch nicht rumgesprochen haben!
    Diese unbekümmerte Facebook Generation macht mir langsam Angst!
    Also bitte...was ist denn das für ein Schmus?! Sie denken doch nicht etwa, dass Sie mit der Teilnahme in Foren irgendetwas bewegen oder ändern oder halten die Diskussionen für irgendwie wertvoll oder überhaupt für ein Spiegelbild der Gesellschaft? Warum macht Ihnen die "Facebook-Generation" Angst - weil sie nix verstehen und Ihre Meinungen und Ansichten für das Amen in der Kirche halten?