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Unerlaubte Bewegungsprofile: Europcar muss Strafe für Kundenbespitzelung zahlen

EuropcarDer Autovermieter Europcar hat jahrelang heimlich Mietwagen per GPS-Ortung überwacht. Damit wurden ohne Einverständnis der Kunden Bewegungsprofile erstellt. Das Vorgehen flog zufällig auf - jetzt werden 54.000 Euro Bußgeld fällig.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...844938,00.html
  1. #90

    Der Sinn von Begriffen

    [QUOTE=melaniewalser;10577392
    Ich bleibe bei meiner Meinung bzw. Formulierung und möchte Ihren Vorwurf "ein schlechter Mensch" zu sein von mir weisen.[/QUOTE]
    Der Begriff Gutmensch, den Sie hier verwendet haben, wurde bei der Wahl des Unwort des Jahres 2011 2. Ich zitiere die Begründung der Jury:

    „Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als Kampfbegriff gegen Andersdenkende verstärkt entfaltet.“ Zitat Ende.
    Des Weiteren gibt es eine Erläuterung zur Semantik dieses Begriffes vom Deutschen Journalisten-Verband, wonach es erstmals Verwendung für die Anhänger von Kardinal Graf Galen fand, welche sich gegen die Ermordung von behinderten Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus engagierten.
    Da Sie, ich gehe zumindest davon aus, nicht die Sprache der Nationalsozialisten benutzen, so können Sie nur abwertend von guten Menschen gesprochen haben. Und jetzt kommt der kausale Zusammenhang zwischen abwertend von guten Menschen sprechen bzw. schreiben und der damit implizierten Abgrenzung zu eben diesen. Logische Schlußfolgerung: Sie sehen sich als schlechter Mensch bzw. werden so wahrgenommen.

    Sollten Sie dies nicht so gemeint haben, können Sie die Schuld aber nicht beim Empfänger Ihrer Botschaft suchen, sondern müssen sich Gedanken über die Art und Weise Ihrer Artikulation machen. Wenn Sie etwas anderes meinen, als Sie schreiben, ist dies Ihr Problem, nicht die des Lesers.

    Alles andere zu dieser Thematik habe ich in vorangegangenen Postings bereits ge- und beschrieben.
  2. #91

    Zitat von Dr. M.Stu. Beitrag anzeigen
    Das frage ich mich bei Ihnen auch.
    Das können Sie doch gar nicht wissen, was Europcar mit den Daten macht. Immerhin müssen sie die Daten so verarbeiten, dass es kein Interesse daran gab, den Kunden darüber zu informieren. In soweit geht die Datenverarbeitung wohl darüber hinaus, als nur Diebstahlschutz. Sonst hätte Europcar seine Kunden darauf hingewiesen.
    Zugegeben, genau weiß ich nartürlich nicht, was Eurpocar mit den Daten anstellt - Punkt für Sie!

    ......
    Woher wissen Sie, dass ich wir das denken erspare? Bitte um Aufklärung!
  3. #92

    Rechtsstaat

    Zitat von burghard42 Beitrag anzeigen
    Nur wenn es um Rechtsradikale und sonstige Übeltäter geht,
    funktioniert die staatliche Überwachung nicht-siehe Verfassungsschutz Thüringen.
    Nachteile der Demokratie eben...
    Ich habe auf den vorhergehenden Seiten bereits meine Meinung zu dem Thema Überwachung von Menschen durch privatwirtschaftliche Unternehmen oder staatlichen Stellen beschrieben. Ich möchte dies ungern wiederholen, aber eines möchte ich Ihnen doch ans Herz legen:

    Wenn alle Möglichkeiten der Überwachung, die momentan zur Verfügung stehen, auch hemmungslos genutzt werden, dann war die DDR ein Plüschkindergarten.

    Recht unterdrückt und befreit, je nachdem ob Sie in einer starken oder schwachen Position sind. Recht richtig angewandt, befreit den Schwachen und unterdrückt den Starken. In diesem Fall ist das Recht durch den Starken gebeugt worden und wer dies toleriert, toleriert jeglichen Machtmißbrauch. Unabhängig davon, ob es der Staat oder ein Unternehmen zu verantworten hat. Dies ist absolut inakzeptabel.
  4. #93

    Bereits erklärt

    Zitat von ac52072 Beitrag anzeigen
    Woher wissen Sie, dass ich wir das denken erspare? Bitte um Aufklärung!
    Die 3 Sätze vor dem zitierten Abschnitt und der Rest des Satzes, den Sie versehentlich, unterstelle ich mal freundlichst, vergessen haben, erklären bereits meine Ansicht und wie ich zu dieser Schlussfolgerung gekommen bin.
  5. #94

    Zitat von Dr. M.Stu. Beitrag anzeigen
    Das frage ich mich bei Ihnen auch.
    Das können Sie doch gar nicht wissen, was Europcar mit den Daten macht. Immerhin müssen sie die Daten so verarbeiten, dass es kein Interesse daran gab, den Kunden darüber zu informieren. In soweit geht die Datenverarbeitung wohl darüber hinaus, als nur Diebstahlschutz. Sonst hätte Europcar seine Kunden darauf hingewiesen.
    Reine Spekulation Ihrerseits. Ich kann Ihre Naivität ehrlich .....
    Da wurde leider meine Antwort etwas verschluckt:-)

    Ich gebe zu, dass ich natürlich nicht genau weiß, was EC mit den Daten anstellt - Punkt für Sie!

    Weiterhin habe ich durchaus Einblick in das, was Kunden so mit Autos anstellen können und auch tun (Nein! Ich arbeite nicht bei EC, SIXT oder AVIS). Das gerade Luxusautos gerne mal verschwinden ist eine Tatsache, die auch ein Dr. zur Kenntnis nehmen sollte: Nicht alle Menschen sind automatisch gut, nur damit Ihr Weltbild passt.

    EC hätte - und da stimme ich Ihnen wieder zu - im Rahmen der AGB auf das Tracking hinweisen müssen.
  6. #95

    Zitat von ac52072 Beitrag anzeigen
    Das gerade Luxusautos gerne mal verschwinden ist eine Tatsache, die auch ein Dr. zur Kenntnis nehmen sollte: Nicht alle Menschen sind automatisch gut, nur damit Ihr Weltbild passt.
    Ich habe nicht behauptet, dass keine Autos gestohlen werden oder dass es keine Kriminalität gibt. Ich habe behauptet, man darf mit illegalen Mitteln keine illegalen Taten verhindern. Ansonsten breche ich ebenso die Gesetze, wie der Autodieb. Das Datenschutzverstöße hier wie Kavaliersdelikte behandelt werden, stimmt mich sehr nachdenklich. Im Prinzip ist es doch ganz einfach: In dem Moment, in dem EC bestehende Gestze bricht, steht es auf der gleichen Stufe, wie der Autodieb, der ebenfalls das Recht gebrochen hat. Nun ist es aber nicht so, dass beide Quit sind, sondern es muss folgendermaßen laufen:

    Der Autodieb wird dafür bestraft, dass er gegen das Gesetz verstossen hat.

    Europcar wird dafür bestraft, dass es gegen das Gesetz verstosssen hat.

    Deshalb sind alle Relativierungsversuche, ob man dafür Verständnis hat oder nicht, irrelevant. In diesem Fall ist Europcar nämlich genau das, was Sie beschreiben: "Nicht alle Menschen sind automatisch gut [..]" Analog in diesem Fall anstatt Menschen eben Unternehmen.

    Und um Sie vielleicht ein wenig zu provozieren: Auch jemand, der keinen Dr. hat, muss zur Kenntnis nehmen, dass nicht alles, was technisch möglich ist, auch erlaubt ist, nur damit Ihr Weltbild passt.

    Aber das dürfen Sie auch überlesen, wenn Sie sich nicht aufregen wollen.

    Zitat von ac52072 Beitrag anzeigen
    EC hätte - und da stimme ich Ihnen wieder zu - im Rahmen der AGB auf das Tracking hinweisen müssen.
    Und in genau diesem Fall hätte man die Klausel juristisch überprüfen lassen können bzw. als Kunde sich entscheiden, ob man mit diesen Vertragsbedingungen einverstanden ist oder ob man einen anderen Anbieter sucht. Genau so ist es, womit ich noch immer nicht sagen will, dass die anlasslose Ortung grundsätzlich gestattet ist.

    Hier prallen nämlich verschiedene Interessen aufeinander und der genauen Handhabung sind enge gesetzliche Grenzen gesetzt. Aber: Wo kein Kläger, da kein Richter. In diesem Fall also, solange die Kunden dies mit Vertragsabschluss akzeptieren, wäre wohl nur einem Konkurrenten daran gelegen, juristisch gegen ungültige Vertragsklauseln vorzugehen.
  7. #96

    Zitat von smj Beitrag anzeigen
    Die Flotten der Autovermieter sind nicht herkömmlich versichert. Ist wirtschaftlich gar nicht darstellbar. Fragen Sie doch mal bei einer Versicherung für eine Flotte von Zigtausenden Fahrzeugen nach, die von ständig wechselnden Nutzern in nicht gänzlich zu definierenden geografischen Regionen bewegt werden. Sie werden nicht einmal ein Angebot erhalten, das wird abgelehnt. Grund: Wirtschaftliches Risiko.
    Was ist das denn für eine naive Aussage? Jeder Versicherer wird Ihnen als Großkunden sehr gerne ein Angebot machen. Gerade eine große Flotte ist auch wunderbar zu kalkulieren, weil Einzelfälle im statistischen Rauschen verschwinden. Und man braucht nur in historische Daten von Autovermietern zu schauen, welche Schäden zu erwarten sind. Desweiteren wird üblicherweise nicht an Fahrer unter 25 oder Fahrer mit weniger als 2 Jahren Führerschein vermietet - auch diese Bedingungen gehen in die Verhandlung mit dem Versicherer ein.

    Im Übrigen werden den Versicherungen bei Flotten nur wenige Schäden wirklich gemeldet, da man lieber den "großen Schadensfall" absichert (nur hier ist eine Versicherung überhaupt nötig!) und Kratzer und kleinere Schäden manchmal sogar in den eigenen Werkstätten repariert.

    In Deutschland will man immer "abgesichert" sein. Darüber vergißt man schnell, daß man die Schäden letztlich als Solidargemeinschaft selbst trägt. Der Versicherungsbeitrag stellt (ungefähr) die durchschnittlich zu erwartenden Schäden über viele Versicherungskunden und viele versicherte Fahrzeuge dar.

    Ein Flottenbetreiber ist hier "seine eigene Solidargemeinschaft" im Sinne einer Durchschnittsbildung - ich weiß von einem Großkonzern, der 8.000 Euro Selbstbehalt pro Fahrzeug vereinbart hat, was sich natürlich extrem positiv auf die ausgehandelten Beiträge auswirkt.

    Bei den weit über 6.000 Fahrzeugen kann man wundervoll gleichmäßig jedes Jahr ungefähr mit der gleichen Anzahl an Unter-5.000-Euro-Schäden rechnen. Warum sollte sich das auch ändern? Ergo kann sich der Versicherer darauf verlassen.

    Und große Ausreißer (z.B. ein Horrorcrash durch einen Firmenfahrer verursacht, 5 Mio Schaden) werden ja wiederum durch die Versicherung bei 5.000 Euro gedeckelt...
  8. #97

    Zitat von gesellschafter74 Beitrag anzeigen
    Die Fahrzeuge sind meist nicht gegen Diebstahl versichert - die Beiträge wären horrend und logischerweise vom Kunden zu bezahlen. Dadurch würde das Mieten uninteressant werden und das Geschäft unrentabel.
    Unsinn. Wenn der Autovermieter die Risiken kalkulieren kann, und nur dann kann er sein Geschäft betreiben, dann kann das auch ein Versicherer. Und selbstverständlich macht Ihnen jeder Versicherer gerne ein Angebot auch mit Abdeckung des Diebstahlsrisikos. Und dieses Angebot wird günstiger ausfallen, wenn Sie ihm zusichern, daß ein Ortungssystem eingebaut ist. ;)
  9. #98

    Wie ich schon

    Zitat von Dr. M.Stu. Beitrag anzeigen
    Ich habe auf den vorhergehenden Seiten bereits meine Meinung zu dem Thema Überwachung von Menschen durch privatwirtschaftliche Unternehmen oder staatlichen Stellen beschrieben. Ich möchte dies ungern wiederholen, aber eines möchte ich Ihnen doch ans Herz legen:

    Wenn alle Möglichkeiten der Überwachung, die momentan zur Verfügung stehen, auch hemmungslos genutzt werden, dann war die DDR ein Plüschkindergarten.

    Recht unterdrückt und befreit, je nachdem ob Sie in einer starken oder schwachen Position sind. Recht richtig angewandt, befreit den Schwachen und unterdrückt den Starken. In diesem Fall ist das Recht durch den Starken gebeugt worden und wer dies toleriert, tolnriert jeglichen Machtmißbrauch. Unabhängig davon, ob es der Staat oder ein Unternehmen zu verantworten hat. Dies ist absolut inakzeptabel.
    schrieb,ich befürworte die Überwachung des Fahrzeugparks,sollte
    dieser im Einsatz sein.
    Und das gilt auch für Mietfahrzeuge,öffentliche Verkehrsmittel,
    Plätze usw.
    Wem schadet deren Überwachung ?
    Und das habe ich in der DDR gelernt,je mehr überwacht wurde,um so
    weniger konnten die Ergebnisse ausgewertet werden.
    Und ein Plüsch...... war das Leben dort (DDR) nicht.
    Weiterhin zu Ihrem "Schwachen",der geschützt werden müßte :
    wen meinen Sie damit,etwa
    den kleinen Ganoven,der (um bei Ihrem DDR zu bleiben) einen
    Trabant klaut und dabei "überwacht" wird ?
    Sie können leicht sehen,so einfach ist das nicht....
  10. #99

    Zitat von burghard42 Beitrag anzeigen
    Und das habe ich in der DDR gelernt,je mehr überwacht wurde,um so
    weniger konnten die Ergebnisse ausgewertet werden.
    Warum genau sollte man dann überwachen? Nützt doch dann nach Ihrer Ansicht ohnehin nichts.


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