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Unbezahlbare Lebensmittel: "Es steht eine Revolution der Hungrigen bevor"

Ob Reis in Ecuador, Quark in Deutschland oder Croissants in Frankreich: Auf der ganzen Welt steigen die Lebensmittelpreise unaufhörlich und extrem. Die Hauptlast tragen die Ärmsten weltweit – Hilfsgruppen verlangen dringend eine globale Lösung für ein globales Problem.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,543598,00.html
  1. #90

    Veganismus

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Gesundheitsaspekt:
    [...]
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt bei Fleischessern: 50%
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt bei Vegetariern: 15%
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Krebs bei Fleischessern: 24%
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Krebs bei Vegetariern: 8%
    [...]
    Heilungsquote bei Neurodermitis durch tiereiweißfreie Rohkost und Naturheilverfahren: 80-100%
    Gesundheitszustand von Veganern nach Studien der National Academy of Sciences (USA): überragend
    [...]
    Viele Spitzenathleten leben heute vegetarisch!
    Das ist alles sehr schön. Jedoch vermisse ich hier den Aspekt, dass Vegatier und erst recht Veganer _wesentlich_ mehr Zeit erstens zur Auswahl, zweitens zur Zubereitung und drittens zur Aufnahme der täglich benötigten Nahrung benötigen. Besonders Rohköstler müssen darauf achten, immer das gesamte benötigte Spektrum aus Spurenelementen, Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten zu sich zu nehmen. Dazu gehört eine gute Ausbildung in Sachen Biologie und Ernährungswissenschaft - ansonsten läuft man die Gefahr, sich einseitig oder mangelhaft zu ernähren: Die Folgen merkt man erst Monate versetzt. Die Zubereitung von veganistischen Speisen ist aufgrund der genannten Probleme wesentlich aufwendiger als die von normalen. Hinzu kommt, dass schlichtweg mehr - und deshalb auch länger - gegessen werden muss, um die gleiche Menge an wichtigen Stoffen aufzunehmen wie ein "normaler" Fleischesser. Veganismus / Vegetarismus sind Lebensstile, nicht nur einfach gesündere Formen der Ernährung. Sie setzen voraus, dass man sich intensiv mit dem eigenen Körper beschäftigt und dessen Ernährungsbedürfnisse genau kennt. Ich fürchte unsere Gesellschaft ist für diese Lebensstile gar nicht geeignet. Ich persönlich arbeite zwischen 10 und 12 Stunden pro Tag. Mich Abends, nach all dem Stress, noch stundenlang mit Nahrungsauswahl, Zubereitung und bewußter Aufnahme zu beschäftigen, halte ich schlichtweg für Quälerei.
  2. #91

    ...

    [QUOTE=arkor;2140615]das ist auch interessant:
    Anzahl der Menschen, die mit den Futtermitteln (Getreide und Soja) ausreichend ernährt werden könnten, welche für die Fleisch- und Milchproduktion für einen westlichen Durchschnittskonsumenten notwendig sind: 7
    Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die für die Tierhaltung und Tierfuttererzeugung gebraucht wird: 64%
    Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die für die Erzeugung von Obst und Gemüse gebraucht wird: 2%
    Anzahl der Menschen, die ausreichend ernährt werden könnten, wenn Land, Wasser und Energie statt zur
    Fleischerzeugung für den Getreideanbau genutzt würden, wenn die Menschheit 10% weniger Fleisch essen würde: über eine Milliarde
    Kalorienverbrauch (durch fossile Brennstoffe), der zur Erzeugung von 1 Fleischeiweißkalorie nötig ist: 78 kcal
    Kalorienverbrauch, der zur Erzeugung von 1 Sojabohneneiweißkalorie
    nötig ist: 2
    Vom Gesamtwasserverbrauch in Westeuropa und Nordamerika entfällt auf die Massentierhaltung: über 50%
    Wassermenge, die in Kalifornien zur Erzeugung von 1 kg Lebensmittel verbraucht wird:
    - Tomaten: 138 l
    - Kopfsalat: 138 l
    - Kartoffeln: 150 l
    - Weizen: 106 l
    - Karotten: 198 l
    - Äpfel: 40-60 l
    - Orangen: 320 l
    - Milch: 840 l
    - Eier: 3.300 l
    - Huhn: 4.950 l
    - Schweinefleisch: 9.700 l
    - Rindfleisch: 32.100 l[/QUOTE

    Ihre Zahlen in allen Ehren...aber...je höher der Wohlstand, desto mehr Fleisch nimmt der Mensch zu sich. Wie wollen Sie das ändern?

    Menschen hungern aus politischen Gründen, nicht weil im Westen oder anders wo Fleisch gegessen wird. Tierhaltung macht ertragreichen Ackerbau oft erst möglich. Denn Zugtiere ziehen den Pflug und geben nebenbei noch Milch, Fleisch und Mist für den Acker.

    Und der Wasserverbrauch? Hm, der ist nach meiner Meinung weniger wichtig. Denn ein großer Teil des Wassers wird von den Tieren wieder ausgeschieden und landet dann auf dem Acker.

    Grüße vom anderen Genossen
  3. #92

    ....

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Gesundheitsaspekt:
    Häufigste Todesursachen in den USA und Westeuropa:
    Herz-Kreislauf-Krankheiten
    Zweithäufigste Todesursachen in den USA und Westeuropa: Krebs
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt bei Fleischessern: 50%
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt bei Vegetariern: 15%
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Krebs bei Fleischessern: 24%
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Krebs bei Vegetariern: 8%
    Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt und Krebs zusammen bei Vegetariern (Vegetarier, die auch keine Eier und Milchprodukte essen): unter 6%
    Senkung der Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes durch Reduzierung des Verzehrs von Fleisch, Eiern und Milchprodukten um 10%: 9%
    Senkung der Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes durch Reduzierung des Verzehrs von Fleisch, Eiern und Milchprodukten um 50%: 45%
    Heilungsquote bei Neurodermitis durch tiereiweißfreie Rohkost und Naturheilverfahren: 80-100%
    Gesundheitszustand von Veganern nach Studien der National Academy of Sciences (USA): überragend
    Prozentsatz der fleischessenden Mütter mit DDT in ihrer Muttermilch: 97%
    Prozentsatz vegetarisch lebender Mütter mit DDT in der Muttermilch: 8%
    Prozentsatz vegan lebender Mütter (völlig ohne tierische Nahrung) mit DDT in der Muttermilch: 1,1%
    Durchschnittliche Belastung der Muttermilch mit Umweltgiften bei "normalen" Müttern im Vergleich zu Vegan-Müttern: 35mal höher
    Viele Spitzenathleten leben heute vegetarisch!

    Ihre Zahlen in allen Ehren aber...warum ist die Lebenserwartung trotz all´der von Ihnen aufgeführten Risiken größer als noch vor 100 Jahren, als der Fleischkonsum viel niedriger war?
    Haben Sie auch mal die von Ihnen angegebenen Zahlen hinterfragt? Ist es vielleicht so, daß die Vegetarier sich bewußter und ausgewogener ernähren als andere und die Herzinfarktwahrscheinlichkeit allein dadurch sinkt? Kann es nicht so auch so sein, daß es bei ausgewogener Ernährung für die Herzinfarktwahrscheinlichkeit keine Rolle spielt, ob jemand Fleisch ißt oder nicht?
    Wie ernähren eigentlich sich vegan ernährende Mütter ihre Kinder? Denn wachsende Kinder brauchen tierisches Eiweiß für ihre Entwicklung.
    Wenn tierisches Eiweiß so schädlich ist, warum sind Eskimos oder verschiedene Nomadenstämme, die sich meist genau davon ernähren, nicht schon längst ausgestorben?

    Fragt sich der andere Genosse
  4. #93

    Anmerkung zu Biosprit

    Früher hiess es: "Die Schweine der Reichen fressen das Brot der Armen."

    Heute könnte man bezüglich Biosprit sagen: "Die Reichen betanken ihre Autos mit dem Brot der Armen."
  5. #94

    ...

    Zitat von Danol Beitrag anzeigen
    Die Lösung ist, schon mehrfach angesprochen, eine radikale Reduzierung des Fleischkonsums in den Industriestaaten. 2004 hat jeder deutsche ~61kg Fleisch konsumiert, also ~1,15kg pro Woche was ein absoluter Irrsinn ist. Ich gehörte früher selbst zu den Vielfleischessern, seit ich allerdings Studiere fehlt mir dafür das Geld - und siehe da, es geht auch ohne, und zwar ohne merklichen Verlust an Lebensqualität. Die Lösung wäre ganz banal: Eine Neuauflage der Lebensmittelkarten, jeder hätte das Recht pro Woche 800g Fleisch zu erwerben, dann ist Ende. Diese Menge kann natürlich im laufe der Zeit weiter gesenkt werden.
    Die dadurch eingesparten Flächen werden für die Produktion von Nahrungs- nicht Futtermitteln verwendet, wobei Überschüsse keinesfalls in die 3. Welt gelangen dürfen sondern Überproduktionen von vornherein durch geeignete Besteuerung zu vermeiden sind.
    Parallel dazu ein Wissenstransfer in ärmere Länder und die sofortige Aufhebung aller Patente auf nicht selbst gezüchtete Pflanzen würden das Programm abrunden.

    Das ganze ist aber nur eine vorübergehende Lösung, auch eine noch so effektive Landwirtschaft kann auch mit den dicksten Gentomaten nicht beliebig viele Menschen ernähren. Ärmere Länder könnten, als Gegenleistung zu einer wie oben beschriebenen Politik der Industriestaaten, anfangen eine auf ein langsames Schrumpfen der Bevölkerung zielende Familien- und Sozialpolitik umzusetzen, in Europa klappt das glücklicherweise ja schon ohne staatliches Handeln.

    Mit 4 oder 5 MRD Menschen auf der Welt bleibt dann vielleicht sogar Platz um Biokraftstoffe anzubauen ohne Regenwälder zu zerstören und Menschen hungern zu lassen ...
    Sie wiedersprechen sich selbst. Sie wollen die Fleischproduktion einschränken und gleichzeitig den Export der Getreideüberschüsse verbieten.

    Außerdem gibt es noch einen Haken. Bisher hat (Und auch wird auch in Zukunft) die erzeugte Getreide- und Ölfruchtmenge immer ausgereicht, um die Menschen satt zu machen und Fleisch zu produzieren. Wenn weniger Fleisch gegessen wird, dürfte es den Menschen nicht besser gehen, denn durch den sinkenden Getreideverbrauch sinkt auch die Getreideerzeugung.


    Grüße vom anderen Genossen
  6. #95

    Hunger vs. Treibstoffknappheit

    Zitat von Reinhard Beitrag anzeigen
    ... Ein Teil des Problems ist die Umwandlung von Lebensmittelrohstoffen in BIO-Treibstoffe. Von den Grünen hoch gelobt!
    Nur weiter so!
    Na klar. Mit irgend einem Treibstoff müssen die Jungs und Mädels schließlich zu ihren Kongressen kommen, auf denen sie die globale Erwärmung oder die Globalisierung bejammern.
  7. #96

    Humanitäre 'Hilfe'

    Zitat von Reinhard Beitrag anzeigen
    ... Ein Teil des Problems ist die Umwandlung von Lebensmittelrohstoffen in BIO-Treibstoffe. Von den Grünen hoch gelobt!
    Nur weiter so!
    Genauso idiotisch ist Fleischproduktion, dafür wird auch jede Menge Grünzeug verheizt.

    Das Hauptproblem ist jedoch, dass es zu viele Menschen gibt. Punkt. Wir können humanitäre Sprüche machen wie wir wollen, über kurz oder lang kommen wir an eine Grenze. Eher kurz, bei einem exponentialen Wachstum der Menschheit.

    Es wird immer so getan, als wäre die Gesellschaft auf der anderen Seite der Welt die gleiche wie in Westeuropa, nur ärmer, und als ob man nur ein bisschen anschieben müsste, damit man dort auch schön leben kann. Das stimmt aber nicht, man kann diese Gesellschaftsformen mit der unsrigen kaum vergleichen. Unterm Strich: Wo die Geburtenraten hoch sind, muss auch die Sterblichkeitsrate hoch sein, sonst stehen wir uns bald auf den Füssen.

    Und Sterblichkeitsraten senken zu wollen, ohne zuerst effektiv die Geburtenraten gesenkt zu haben, ist Wahnsinn. Damit verschiebt man das Hauptproblem vielleicht um eine Generation, und dann kommt es mit doppelter Wucht auf einen zurück.

    Der steigende Rohstoffbedarf bei gleichzeitiger Verknappung ist sicher auch ein Merkmal der zunehmenden Industrialisierung der Welt, aber zunächt einmal nur ein Symptom für Überbevölkerung. Ich möchte hier niemandens humanitäres Luftschloss abstürzen lassen, aber Hunger und Seuchen sind ein bewährtes Mittel der Natur, Überpopulationen zu dezimieren. Und auch der Mensch ist diesen Regeln unterworfen. Alternativ kann man einfach Geburtenkontrolle betreiben, so geht man diesen Problemen aus dem Weg.

    Und da sollte auch der Hauptansatzpunkt sein. Alles andere bringt eben nichts. Wenn jetzt jemand meint, dass das herzlos und unmenschlich sei: Ich finde es herzlos und unmenschlich, immer mehr Kinder in eine Welt zu bringen, die keinen Platz für sie hat, und in der sie höchstens als Billigarbeitsresource willkommen sind, um für irgendeinen Weltkonzern für einen Hungerlohn T-Shirts zu nähen.

    Demnächst haben wir auch noch die letzten Reste natürlicher Ökosysteme verdrängt. Wir machen aus diesem Planeten, der irgendwann mal schön gewesen ist, eine öde Brutmaschine für unglückliche, mangelernährte menschliche Parasiten ohne Sinn in ihrer Existenz.

    Ein Hoch auf die Menschlichkeit. Man sollte immer daran denken, dass die Überbevölkerung die Wurzel aller jetzigen grossen Probleme der Menschheit ist.
  8. #97

    Wer ist hier hungrig?

    Zitat von sevens Beitrag anzeigen
    Tonnenweise noch verzehrbare Lebensmittel landen täglich im Müll, ohne, dass sich irgend jemand daran stört - es ist eben normal. Und genau diese Normalität wird jetzt angetastet, wenn die Preise steigen.
    Auch wenn niedrige Lebensmittelpreise für den einzelnen natürlich schön sind - wie Lebensmittel verschwendet werden weil sie so billig sind, sehe ich in meiner unmittelbaren Nachbarschaft:
    Bis vor ca 10 Jahren wurden die Obstbäume auf den Streuobstwiesen bei uns noch zum Abernten versteigert. Das wurde eingestellt, weil sich keiner mehr die Arbeit machen möchte - Kirschen aus Italien oder Äpfel aus Südafrika sind so viel billiger als Obst, das quasi von selbst direkt vor unserer Haustür wächst. Jedes Jahr verrotten alleine auf diesen Wiesen Tonnen (!) von Lebensmitteln, weil sie keiner haben will.

    Interessanterweise kosten die gleichen importierten Kirschen in Finnland, wo sie nicht so gut gedeihen, gleich mal über das doppelte - und das liegt bestimmt nicht an den paar km mehr...

    Wenn jetzt die Transportkosten steigen weil das Öl teurer wird, werden vielleicht auch ein paar deutsche Schweine weniger nach Italien transportiert, um da geschlachtet und wieder zurück gebracht zu werden. Bis wir deutsche Bananen und deutsche Kiwis billig anbauen können, muß unser Klima zwar noch einiges wärmer werden, aber auf ein paar unsinnige Transporte könnten wir ohne einen Verlust an Lebensqualität verzichten.
  9. #98

    Können wir wirklich nichts ändern ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob Reis in Ecuador, Quark in Deutschland oder Croissants in Frankreich: Auf der ganzen Welt steigen die Lebensmittelpreise unaufhörlich und extrem. Die Hauptlast tragen die Ärmsten weltweit – Hilfsgruppen verlangen dringend eine globale Lösung für ein globales Problem.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,543598,00.html
    In sieben Jahren zum Multimultimulti-Millionär: Bill und Hillary Clinton haben seit ihrem Auszug aus dem Weißen Haus sagenhafte 109 Millionen Dollar verdient. Jetzt hat das Paar seine Steuererklärung offengelegt - an manchen Tagen verdiente der Ex-Präsident fast eine halbe Million.
  10. #99

    Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

    Zitat von Eiermann Beitrag anzeigen
    Von Franz Alt war in einem Fernsehinterview neulich die Rechnung zu hören, dass wir derzeit an einem einzigen Tag Öl verbrauchen, das in 500 000 Tagen (= 1369 Jahren) entstanden ist.
    Und das weiß Herr Alt (zum ersten Mal den Namen gelesen) so exakt woher genau? Wie soll seiner Meinung nach Erdöl entstanden sein? Die 250 Jahre alte Lomonossow-Hypothese, an die wir alle glauben zu müssen meinen, ist, sofern ich weiß, bis heute nicht verifiziert.


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