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Unautorisierte Biografie: Julian Assanges schmutzige Wäsche
Dieses Buch soll es gar nicht geben: WikiLeaks-Gründer Julian Assange verkaufte die Rechte an seiner Autobiografie, erzählte einem Auftragsschreiber sein Leben - und entschied sich dann doch anders. Der Verlag druckte trotzdem. Aber lohnt sich das Buch?
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...792392,00.html
- #30 23.10.2011 08:13 von
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Falsch und nochmal falsch.
Assange hätte das Passwort in dem Moment, in dem er mit dem Journalisten gesprochen hat, verändern können. Hat er aber nicht. Der Journalist kann übrigens beweisen, dass Assange ihm gesagt hat, das Passwort sei bereits geändert, sonst hätte er es selbst nie benutzt.
Und nochmal, die Datei ist in die Welt gelangt, als Mitarbeiter das _bereits veröffentlichte_ Material, also den Inhalt von wikileaks (NICHT alles andere, was ihnen gesandt wurde, darüber spekuliert die Welt ja heute noch, was die noch so alles haben und was Assange nur bisher nicht veröffentlicht hat) auf Tauschbörsen hochgeladen wurde - im Unwissen darüber, dass sich die unredigierten Depeschen ebenfalls dort befanden. In besagtem unsichtbaren Verzeichnis.
Und _darum geht's mir. Der verantwortungslose Umgang mit diesen Daten. Mit der Konsequenz, dass Quellen, die in diesen Depeschen namentlich genannt sind, nun um ihr Leben fürchten müssen oder zumindest als Quelle verbrannt sind.
Das war auch nicht Assanges Absicht. Dafür ist er aber nun verantwortlich.
- #31 23.10.2011 08:17 von
Assange ...
... ist ein Selbstdarsteller. Und natürlich hat er sein Bild über sich maßgeblich selbst mitgeprägt.
Mir hat Assange keinen Spiegel vorgehalten. Ich bin auch kein Schwein. Und was haben wir aus den Kabeln erfahren, was nicht eh sich längst jeder gedacht hat?
Ich fand es eher amüsant zu lesen, dass die US-Diplomaten scheinbar doch wesentlich intelligenter und differenzierter ihre Arbeit erledigen, als ich z.B. gedacht habe.
Und welche "Lügen" der Amerikaner hat er aufgedeckt? Sie lassen sich wohl gerade ein wenig vom Antiamerikanismus wegtragen.
- #32 23.10.2011 08:33 von
- #33 23.10.2011 17:33 von
unsichtbares Verzeichnis
Ich find den Begriff "Schergen" ja auch eher belustigend, aber das mit dem "unsichtbaren" Verzeichnis stimmt schon!
Assange hatte die Depeschen-Dateien online abgelegt, in nem versteckten Pfad, der nicht öffentlich sichtbar ist, wo man also nur drauf kommt, wenn man den Pfad kennt; und die waren extra noch durch das Passwort geschützt, welches der besagte Journalist später veröffentlicht hat. Assange hat das insofern verpeilt, dass er die Dateien hinterher (als die Journalisten, die damit gearbeitet haben, ihre Kopie hatten) nicht gleich wieder gelöscht hat (sodass das Ganze dann mit gespiegelt wurde), tja, UND: dass er allen dasselbe Passwort gegeben hat!! (Was mir auch ein bißchen schleierhaft ist, wo er sich doch so gut auskennt..) Deswegen hat ja der Domscheit-Berg dann das Passwort wiedererkannt und konnte groß rumposaunen, dass wikileaks voll unsicher ist. Tja und dann haben andere Journalisten da ne Story draus gemacht, dass dieser Journalist das Passwort veröffentlicht hat und nun alles ganz unsicher ist, und dadurch ist das erst so richtig bekannt geworden (vorher wusste ja außer den Beteiligten keiner, dass das DAS Passwort ist)!
Es ist gibt also ne ganze Reihe von Leuten, die da verkackt haben, nicht nur Assange, aber er steht halt am Anfang der Kette.. - #34 23.10.2011 19:10 von
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Vielleicht sollten Sie sich einfach mal informieren wie pgp-Verschlüsselung funktionert. Wo haben Sie diesen Unsinn nur her? Vielleicht sollten Sie doch mal, wie ich es während meines Informatikstudiums getan habe, die eine und andere Kryptografie-Vorlesung an der Uni besuchen.
D e n Beweis möchte ich mal sehen. Bisher handelt es sich lediglich um eine (Schutz?-)Behauptung von Leigh.
Sie meinen Assanges Absichten zu kennen?
Da 'wissen' Sie anscheinend auch mehr als z.B. Associated Press. Die haben nämlich recherchiert, die Quellen persönlich aufgesucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: "AP review finds no sources threatened." - #35 23.10.2011 19:11 von
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Vielleicht sollten Sie sich einfach mal informieren wie pgp-Verschlüsselung funktionert. Wo haben Sie diesen Unsinn nur her? Vielleicht sollten Sie doch mal, wie ich es während meines Informatikstudiums getan habe, die eine und andere Kryptografie-Vorlesung an der Uni besuchen.
D e n Beweis möchte ich mal sehen. Bisher handelt es sich lediglich um eine (Schutz?-)Behauptung von Leigh.
Sie meinen Assanges Absichten zu kennen?
Da 'wissen' Sie anscheinend auch mehr als z.B. Associated Press. Die haben nämlich recherchiert, die Quellen persönlich aufgesucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: "AP review finds no sources threatened." - #36 23.10.2011 19:23 von
...
Noch ein letztes Mal: Es handelt sich nicht um ein Zugangspasswort, wie Sie es vielleicht von ihrem E-Mail-Konto kennen, sondern um den Schlüssel zu einer verschlüsselten Datei.
Eine Datei wird mit einem Schlüssel verschlüsselt, damit sie in der Öffentlichlichkeit transportiert werden kann, aber nur derjenige sie lesen kann, der den Schlüssel hat.
Das ist vergleichbar mit den Funksprüchen des Zweiten Weltkrieges, die im Radio für jeden mithörbar gesendet wurden, aber nur die authorisierten Empfänger waren in der Lage, diese Funksprüche richtig zu verstehen.
Wenn eine Datei mit einem besstimmten Schlüssel verschlüsselt wurde, wird sie nur und auf immer mit genau diesem Schlüssel wieder entschlüsselt werden können. - #37 23.10.2011 19:47 von
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Ah, ein Informatiker. Klar, dass Sie nicht auf die einfachste Methode kommen. Sie entschlüsseln die Datei und verschlüsseln Sie erneut. Diesmal aber sinnvollerweise mit einem anderen Schlüssel.
So würde ich es machen. Mag sein, dass mein Studium der Theoretischen Chemie mich für einfache, elegante Lösungen anfällig macht.
Naja, er hat es auf Band, weil er wie jeder vernünftige Journalist (ich bin Wissenschaftsjournalist, und ich mache es auch so) das Gespräch auf Band hat.
Naja, die Alternative wäre, dass er es mit Absicht gemacht hat. Das würde aber den Sinn von wikileaks konterkarieren. Wir können also davon ausgehen: Assange wollte nicht die unredigierten Depeschen veröffentlichen.
Naja, die werden sicherlich die Quellen der knappen Viertelmillion Depeschen in kürzester Zeit kontrolliert haben. Irgendwie stand aber z.B. im Spiegel, die schon seit Monaten Zugang zu den Depeschen haben, was anderes. - #38 23.10.2011 19:49 von
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Versprochen?
Datei mit Schlüssel öffnen -> Datei abermals mit anderem Schlüssel verschlüsseln -> erledigt. Aber da Sie ja nicht von selbst drauf kommen, ist Assange vermutlich auch nicht drauf gekommen. Vermutlich bin ich nur unglaublich intelligent. Es gäbe aber auch eine Alternative zu dieser Aussage. Die würde ich vorziehen.Zitat von mittagssonne;8980987E - #39 24.10.2011 09:58 von
Fahrlässigkeit
Den eingeräumten Zugriff auf einen Datensatz zeitnahe zu sperren oder den Datensatz vom bereitstellenden Server zu entfernen ist keine arkane Kunst, sondern tägliches Brot jedes halbwegs fähigen Sysadmins. Assange selbst hat eine aktenkundige Verurteilung wegen "Hackens" kassiert, er sollte also im besitz der dafür notwendigen Fähigkeiten sein.... wenn er nicht mehr damit beschäftigt wäre Interviews zu geben, für Pressefotos zu posieren oder einem Ghostwriter seine "Biografie" zu diktieren. Das ist strafbare Fahrlässigkeit, und man fragt sich wie die Szene gröhlen würde falls dieser Patzer einem "konzerneigenen" sysadmin unterlaufen wäre, und nicht "el Assange", dem selbsternannten Robin Hood des Web.
Ich halte den Guardian für umsichtig genug (im Gegensatz zu Herrn Assange) solche Rückversicherungen, die auch presserechtlich geboten sind, einzuholen und wasserdicht zu belegen. Das Herr Assange seine Nachlässigkeit nur ungern einräumen wird, aus Eitelkeit oder um das Renomee von Wikileaks besorgt, erscheint mit da wesentlich glaubhafter und nach Occam's Razor geboten
Associated Press hat mit denjenigen Quellen gesprochen die sie "erreichen" konnten. Ich bezweifle, dass konspirative Quellen da so einfach zugänglich sind. Und selbst dann bleiben Zweifel ob diese, unter mutmaßlichem Druck der Beobachteten, auch noch den Mut haben das offen einzuräumen...
Zumal ich AP, als beteiligten Profiteur der Datenveröffentlichung - man lebt und profitiert ja vom Handel mit den Neuigkeiten - auch kaum als unbefangene Instanz sehen kann.
Zumal es reicht eine Quelle zu "verbrennen" (also sinnlos zu machen) wenn der beobachtete sich auch nur bewusst wird, dass jemand, wer auch immer, mit dem "Gegner" redet. Da wird dann versetzt, kaltgestellt und der Informationsfluß geändert. Zum Schaden der Quellen deren Lebenswege verödet werden, wie unauffälligen, pressefernen Hinterzimmer Diplomatie (wie bspw über die freilassung von Palästinensern zwischen Israel und den Arabischen Nachbarn ).
Ganz hervorragende Arbeit.... Das Prahlen mit "Zugang" und "Offenlegung" ist noch lange kein Indikator dafür, dass man auch sinnvoll mit den Daten und Fakten umgehen kann....
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