Unautorisierte Biografie: Julian Assanges schmutzige Wäsche

Dieses Buch soll es gar nicht geben: WikiLeaks-Gründer Julian Assange verkaufte die Rechte an seiner Autobiografie, erzählte einem Auftragsschreiber sein Leben - und entschied sich dann doch anders. Der Verlag druckte trotzdem. Aber lohnt sich das Buch?

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...792392,00.html
  1. #30

    .

    Falsch und nochmal falsch.

    Assange hätte das Passwort in dem Moment, in dem er mit dem Journalisten gesprochen hat, verändern können. Hat er aber nicht. Der Journalist kann übrigens beweisen, dass Assange ihm gesagt hat, das Passwort sei bereits geändert, sonst hätte er es selbst nie benutzt.

    Und nochmal, die Datei ist in die Welt gelangt, als Mitarbeiter das _bereits veröffentlichte_ Material, also den Inhalt von wikileaks (NICHT alles andere, was ihnen gesandt wurde, darüber spekuliert die Welt ja heute noch, was die noch so alles haben und was Assange nur bisher nicht veröffentlicht hat) auf Tauschbörsen hochgeladen wurde - im Unwissen darüber, dass sich die unredigierten Depeschen ebenfalls dort befanden. In besagtem unsichtbaren Verzeichnis.

    Und _darum geht's mir. Der verantwortungslose Umgang mit diesen Daten. Mit der Konsequenz, dass Quellen, die in diesen Depeschen namentlich genannt sind, nun um ihr Leben fürchten müssen oder zumindest als Quelle verbrannt sind.

    Das war auch nicht Assanges Absicht. Dafür ist er aber nun verantwortlich.


    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    Natürlich sind die Daten im Netz verbreitet. Das ist ja der Sinn an WikiLeaks, dass sie nicht mundtot zu machen sind, weil sie keinen festen Ort haben und viele Unterstützer, die Mirrors bereitstellen.
    Wäre Assange der Einzige, der Zugang zu den Daten hätte könnte man das Unternehmen WikiLeaks ganz leicht zerstören.

    Wenn Sie ein E-Mail-Konto haben und Ihr Anbieter verändert das Passwort, dann haben Sie keinen Zugang mehr zu ihrem Konto. Eine pgp-verschlüsselte Datei aber funktioniert ganz anders. Jede Datei, die mit einem bestimmten Schlüssel verschlüsselt wurde läßt sich auf ewig mit genau diesem Schlüssel auch wieder entschlüsseln - temporäre Schlüssel oder Schlüssel, die jeden Tag geändert werden, gibt es nicht.
    Auch das entspricht dem Sinn und Zweck einer Verschlüsselung. Eine Datei wird ja gerade darum verschlüsselt, damit sie frei verteilt werden kann, aber lesen kann sie nur die autorisierte Person, die über den geeigneten Schlüssel verfügt.
    Deshalb muss so ein Schlüssel sicher verwahrt werden. Deshalb hat Assange einen Teil des Schlüssels schriftlich und einen Teil mündlich weitergegeben.
    Den gesamten Schlüssel zu veröffentlichen ist einfach unverantwortlich.
    Besonders unverantwortlich ist das, wenn es sich, wie in diesem Fall, um einen erfahrenen Journalisten handelt, der gewohnt ist zu recherchieren, der eine große IT-Abteilung zur Hand hat.
  2. #31

    Assange ...

    ... ist ein Selbstdarsteller. Und natürlich hat er sein Bild über sich maßgeblich selbst mitgeprägt.

    Mir hat Assange keinen Spiegel vorgehalten. Ich bin auch kein Schwein. Und was haben wir aus den Kabeln erfahren, was nicht eh sich längst jeder gedacht hat?

    Ich fand es eher amüsant zu lesen, dass die US-Diplomaten scheinbar doch wesentlich intelligenter und differenzierter ihre Arbeit erledigen, als ich z.B. gedacht habe.

    Und welche "Lügen" der Amerikaner hat er aufgedeckt? Sie lassen sich wohl gerade ein wenig vom Antiamerikanismus wegtragen.

    Zitat von guteronkel Beitrag anzeigen
    Was soll diese Schei.e? Assange wird nur durch entsprechende Medien dargestellt und nicht durch sich selbst.
    Es ist sein Verdienst, dass wenigstens eine kleine Gruppe hier in unserem ach so anständigen, freien und demokratischen Westen die Wirklichkeit so darstellt wie sie ist. Waren wir nicht selbst zu feige den Lügen der Amerikaner entgegenzutreten und für Recht und Anstand zu sorgen? Ja, wir waren zu faul, zu feige und zu verdummt. Jetzt zeigt eine Gruppe um Assange uns unser Spiegelbild. Und wir müssen erkennen, dass wir eben nur Schweine sind.
  3. #32

    Hm, Sie glauben ...

    Zitat von Steinwald Beitrag anzeigen
    diesmal habens die amis halt eleganter gemacht. einfach den ruf des knaben mit dingen ruinieren, die nicht mit wikileaks zu tun haben, und schon erledigt die drecksarbeit der mob. den usa traue ich alles zu, allein,
    ... die Amerikaner könnten mal eben ein paar Schwedinnen und die schwedische Justiz beeinflussen?

    Zitat von Steinwald Beitrag anzeigen
    nach allem, was man so liest, scheint diese assange wirklich ein ziemlicher trottel zu sein, der sich diesen ganzen mist angesichts seiner furchtbaren eitelkeit wohl dann doch selbst eingebrockt hat. was solls.
    So sehe ich das auch.
  4. #33

    unsichtbares Verzeichnis

    Zitat von Praetoriani Beitrag anzeigen
    seine Schergen... unsichtbares Verzeichnes... ja ja und die Aliens, is klar
    Ich find den Begriff "Schergen" ja auch eher belustigend, aber das mit dem "unsichtbaren" Verzeichnis stimmt schon!

    Assange hatte die Depeschen-Dateien online abgelegt, in nem versteckten Pfad, der nicht öffentlich sichtbar ist, wo man also nur drauf kommt, wenn man den Pfad kennt; und die waren extra noch durch das Passwort geschützt, welches der besagte Journalist später veröffentlicht hat. Assange hat das insofern verpeilt, dass er die Dateien hinterher (als die Journalisten, die damit gearbeitet haben, ihre Kopie hatten) nicht gleich wieder gelöscht hat (sodass das Ganze dann mit gespiegelt wurde), tja, UND: dass er allen dasselbe Passwort gegeben hat!! (Was mir auch ein bißchen schleierhaft ist, wo er sich doch so gut auskennt..) Deswegen hat ja der Domscheit-Berg dann das Passwort wiedererkannt und konnte groß rumposaunen, dass wikileaks voll unsicher ist. Tja und dann haben andere Journalisten da ne Story draus gemacht, dass dieser Journalist das Passwort veröffentlicht hat und nun alles ganz unsicher ist, und dadurch ist das erst so richtig bekannt geworden (vorher wusste ja außer den Beteiligten keiner, dass das DAS Passwort ist)!
    Es ist gibt also ne ganze Reihe von Leuten, die da verkackt haben, nicht nur Assange, aber er steht halt am Anfang der Kette..
  5. #34

    ...

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Falsch und nochmal falsch.

    Assange hätte das Passwort in dem Moment, in dem er mit dem Journalisten gesprochen hat, verändern können.
    Vielleicht sollten Sie sich einfach mal informieren wie pgp-Verschlüsselung funktionert. Wo haben Sie diesen Unsinn nur her? Vielleicht sollten Sie doch mal, wie ich es während meines Informatikstudiums getan habe, die eine und andere Kryptografie-Vorlesung an der Uni besuchen.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Der Journalist kann übrigens beweisen, dass Assange ihm gesagt hat, das Passwort sei bereits geändert,
    D e n Beweis möchte ich mal sehen. Bisher handelt es sich lediglich um eine (Schutz?-)Behauptung von Leigh.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Das war auch nicht Assanges Absicht. Dafür ist er aber nun verantwortlich.
    Sie meinen Assanges Absichten zu kennen?


    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Mit der Konsequenz, dass Quellen, die in diesen Depeschen namentlich genannt sind, nun um ihr Leben fürchten müssen oder zumindest als Quelle verbrannt sind.
    Da 'wissen' Sie anscheinend auch mehr als z.B. Associated Press. Die haben nämlich recherchiert, die Quellen persönlich aufgesucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: "AP review finds no sources threatened."
  6. #35

    ...

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Falsch und nochmal falsch.

    Assange hätte das Passwort in dem Moment, in dem er mit dem Journalisten gesprochen hat, verändern können.
    Vielleicht sollten Sie sich einfach mal informieren wie pgp-Verschlüsselung funktionert. Wo haben Sie diesen Unsinn nur her? Vielleicht sollten Sie doch mal, wie ich es während meines Informatikstudiums getan habe, die eine und andere Kryptografie-Vorlesung an der Uni besuchen.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Der Journalist kann übrigens beweisen, dass Assange ihm gesagt hat, das Passwort sei bereits geändert,
    D e n Beweis möchte ich mal sehen. Bisher handelt es sich lediglich um eine (Schutz?-)Behauptung von Leigh.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Das war auch nicht Assanges Absicht. Dafür ist er aber nun verantwortlich.
    Sie meinen Assanges Absichten zu kennen?


    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Mit der Konsequenz, dass Quellen, die in diesen Depeschen namentlich genannt sind, nun um ihr Leben fürchten müssen oder zumindest als Quelle verbrannt sind.
    Da 'wissen' Sie anscheinend auch mehr als z.B. Associated Press. Die haben nämlich recherchiert, die Quellen persönlich aufgesucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: "AP review finds no sources threatened."
  7. #36

    ...

    Zitat von Elli_ Beitrag anzeigen
    dass er allen dasselbe Passwort gegeben hat!! (Was mir auch ein bißchen schleierhaft ist, wo er sich doch so gut auskennt..)
    Noch ein letztes Mal: Es handelt sich nicht um ein Zugangspasswort, wie Sie es vielleicht von ihrem E-Mail-Konto kennen, sondern um den Schlüssel zu einer verschlüsselten Datei.

    Eine Datei wird mit einem Schlüssel verschlüsselt, damit sie in der Öffentlichlichkeit transportiert werden kann, aber nur derjenige sie lesen kann, der den Schlüssel hat.

    Das ist vergleichbar mit den Funksprüchen des Zweiten Weltkrieges, die im Radio für jeden mithörbar gesendet wurden, aber nur die authorisierten Empfänger waren in der Lage, diese Funksprüche richtig zu verstehen.


    Wenn eine Datei mit einem besstimmten Schlüssel verschlüsselt wurde, wird sie nur und auf immer mit genau diesem Schlüssel wieder entschlüsselt werden können.
  8. #37

    .

    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollten Sie sich einfach mal informieren wie pgp-Verschlüsselung funktionert. Wo haben Sie diesen Unsinn nur her? Vielleicht sollten Sie doch mal, wie ich es während meines Informatikstudiums getan habe, die eine und andere Kryptografie-Vorlesung an der Uni besuchen.
    Ah, ein Informatiker. Klar, dass Sie nicht auf die einfachste Methode kommen. Sie entschlüsseln die Datei und verschlüsseln Sie erneut. Diesmal aber sinnvollerweise mit einem anderen Schlüssel.

    So würde ich es machen. Mag sein, dass mein Studium der Theoretischen Chemie mich für einfache, elegante Lösungen anfällig macht.

    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    D e n Beweis möchte ich mal sehen. Bisher handelt es sich lediglich um eine (Schutz?-)Behauptung von Leigh.
    Naja, er hat es auf Band, weil er wie jeder vernünftige Journalist (ich bin Wissenschaftsjournalist, und ich mache es auch so) das Gespräch auf Band hat.

    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    Sie meinen Assanges Absichten zu kennen?
    Naja, die Alternative wäre, dass er es mit Absicht gemacht hat. Das würde aber den Sinn von wikileaks konterkarieren. Wir können also davon ausgehen: Assange wollte nicht die unredigierten Depeschen veröffentlichen.

    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    Da 'wissen' Sie anscheinend auch mehr als z.B. Associated Press. Die haben nämlich recherchiert, die Quellen persönlich aufgesucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: "AP review finds no sources threatened."
    Naja, die werden sicherlich die Quellen der knappen Viertelmillion Depeschen in kürzester Zeit kontrolliert haben. Irgendwie stand aber z.B. im Spiegel, die schon seit Monaten Zugang zu den Depeschen haben, was anderes.
  9. #38

    .

    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    Noch ein letztes Mal:

    Versprochen?

    Zitat von mittagssonne;8980987E
    s handelt sich nicht um ein Zugangspasswort, wie Sie es vielleicht von ihrem E-Mail-Konto kennen, sondern um den Schlüssel zu einer verschlüsselten Datei.

    Eine Datei wird mit einem Schlüssel verschlüsselt, damit sie in der Öffentlichlichkeit transportiert werden kann, aber nur derjenige sie lesen kann, der den Schlüssel hat.

    Das ist vergleichbar mit den Funksprüchen des Zweiten Weltkrieges, die im Radio für jeden mithörbar gesendet wurden, aber nur die authorisierten Empfänger waren in der Lage, diese Funksprüche richtig zu verstehen.


    Wenn eine Datei mit einem besstimmten Schlüssel verschlüsselt wurde, wird sie nur und auf immer mit genau diesem Schlüssel wieder entschlüsselt werden können.
    Datei mit Schlüssel öffnen -> Datei abermals mit anderem Schlüssel verschlüsseln -> erledigt. Aber da Sie ja nicht von selbst drauf kommen, ist Assange vermutlich auch nicht drauf gekommen. Vermutlich bin ich nur unglaublich intelligent. Es gäbe aber auch eine Alternative zu dieser Aussage. Die würde ich vorziehen.
  10. #39

    Fahrlässigkeit

    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollten Sie sich einfach mal informieren wie pgp-Verschlüsselung funktionert. Wo haben Sie diesen Unsinn nur her? Vielleicht sollten Sie doch mal, wie ich es während meines Informatikstudiums getan habe, die eine und andere Kryptografie-Vorlesung an der Uni besuchen.
    Den eingeräumten Zugriff auf einen Datensatz zeitnahe zu sperren oder den Datensatz vom bereitstellenden Server zu entfernen ist keine arkane Kunst, sondern tägliches Brot jedes halbwegs fähigen Sysadmins. Assange selbst hat eine aktenkundige Verurteilung wegen "Hackens" kassiert, er sollte also im besitz der dafür notwendigen Fähigkeiten sein.... wenn er nicht mehr damit beschäftigt wäre Interviews zu geben, für Pressefotos zu posieren oder einem Ghostwriter seine "Biografie" zu diktieren. Das ist strafbare Fahrlässigkeit, und man fragt sich wie die Szene gröhlen würde falls dieser Patzer einem "konzerneigenen" sysadmin unterlaufen wäre, und nicht "el Assange", dem selbsternannten Robin Hood des Web.


    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    D e n Beweis möchte ich mal sehen. Bisher handelt es sich lediglich um eine (Schutz?-)Behauptung von Leigh.
    Ich halte den Guardian für umsichtig genug (im Gegensatz zu Herrn Assange) solche Rückversicherungen, die auch presserechtlich geboten sind, einzuholen und wasserdicht zu belegen. Das Herr Assange seine Nachlässigkeit nur ungern einräumen wird, aus Eitelkeit oder um das Renomee von Wikileaks besorgt, erscheint mit da wesentlich glaubhafter und nach Occam's Razor geboten


    Zitat von mittagssonne Beitrag anzeigen
    Da 'wissen' Sie anscheinend auch mehr als z.B. Associated Press. Die haben nämlich recherchiert, die Quellen persönlich aufgesucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: "AP review finds no sources threatened."
    Associated Press hat mit denjenigen Quellen gesprochen die sie "erreichen" konnten. Ich bezweifle, dass konspirative Quellen da so einfach zugänglich sind. Und selbst dann bleiben Zweifel ob diese, unter mutmaßlichem Druck der Beobachteten, auch noch den Mut haben das offen einzuräumen...
    Zumal ich AP, als beteiligten Profiteur der Datenveröffentlichung - man lebt und profitiert ja vom Handel mit den Neuigkeiten - auch kaum als unbefangene Instanz sehen kann.
    Zumal es reicht eine Quelle zu "verbrennen" (also sinnlos zu machen) wenn der beobachtete sich auch nur bewusst wird, dass jemand, wer auch immer, mit dem "Gegner" redet. Da wird dann versetzt, kaltgestellt und der Informationsfluß geändert. Zum Schaden der Quellen deren Lebenswege verödet werden, wie unauffälligen, pressefernen Hinterzimmer Diplomatie (wie bspw über die freilassung von Palästinensern zwischen Israel und den Arabischen Nachbarn ).
    Ganz hervorragende Arbeit.... Das Prahlen mit "Zugang" und "Offenlegung" ist noch lange kein Indikator dafür, dass man auch sinnvoll mit den Daten und Fakten umgehen kann....