Zitat von
mittagssonne
Natürlich sind die Daten im Netz verbreitet. Das ist ja der Sinn an WikiLeaks, dass sie nicht mundtot zu machen sind, weil sie keinen festen Ort haben und viele Unterstützer, die Mirrors bereitstellen.
Wäre Assange der Einzige, der Zugang zu den Daten hätte könnte man das Unternehmen WikiLeaks ganz leicht zerstören.
Wenn Sie ein E-Mail-Konto haben und Ihr Anbieter verändert das Passwort, dann haben Sie keinen Zugang mehr zu ihrem Konto. Eine pgp-verschlüsselte Datei aber funktioniert ganz anders. Jede Datei, die mit einem bestimmten Schlüssel verschlüsselt wurde läßt sich auf ewig mit genau diesem Schlüssel auch wieder entschlüsseln - temporäre Schlüssel oder Schlüssel, die jeden Tag geändert werden, gibt es nicht.
Auch das entspricht dem Sinn und Zweck einer Verschlüsselung. Eine Datei wird ja gerade darum verschlüsselt, damit sie frei verteilt werden kann, aber lesen kann sie nur die autorisierte Person, die über den geeigneten Schlüssel verfügt.
Deshalb muss so ein Schlüssel sicher verwahrt werden. Deshalb hat Assange einen Teil des Schlüssels schriftlich und einen Teil mündlich weitergegeben.
Den gesamten Schlüssel zu veröffentlichen ist einfach unverantwortlich.
Besonders unverantwortlich ist das, wenn es sich, wie in diesem Fall, um einen erfahrenen Journalisten handelt, der gewohnt ist zu recherchieren, der eine große IT-Abteilung zur Hand hat.