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Umstrittenes Ziel: Warum das Wachstum in Verruf geriet

Sie nennen sich Growth-Busters oder loben eine Million für ein neues Wirtschaftsmodell aus: Wachstumskritiker haben Konjunktur. Manche ihrer Argumente teilen selbst eingefleischte Kapitalisten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...810429,00.html
  1. #90

    Falscher Ansatz.

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Daran ist gar nichts schwer zu verstehen, da es eine vollkommene Banalität ist. Für die damit verbundene Forderung, Wachstum zu bremsen oder gar zum Stillstand zu bringen, müssen Sie aber noch die eigentlich entscheidenenden Fakten liefern:

    Wo zwischen Null und Unendlich befinden wir uns denn gerade, unter Einbeziehung aller zukünftig noch denkbaren Innovationen? Erst wenn Sie das stichhaltig abgeschätzt haben, ließe sich klären, ob Anlass besteht, Wachstum zu verlangsamen.

    (Merke: Wachstum entsteht nicht nur durch Ressourcenverbrauch, sondern auch durch Innovation.)
    Ihr Ansatz ist der falsche. Wirtschaflichtes Wachstum hat keinen Selbstzweck. Es ist nur sinnvoll, wenn es zu persönlichem Wachstum führt. Führt es zu persönlichem Wachstum, ergibt sich eine lebensbejahende, positive Weltgestaltung. Wo zwischen null und unendlich positiv erscheint Ihnen die Gestaltung unserer Welt gerade?
    Das grundlegende Problem hierbei ist, dass die Menschen den Zustand der Welt, sei es nun des ganzen Planeten oder den ihrer 35m² Wohnung nicht in Verbindung mit ihrem eigenen inneren Zustand bringen, so als hätte es keine Bedeutung was sie denken, sagen und tun. Dabei ist es das einzige überhaupt was irgendeine Bedeutung hat, denn mittels denken, sagen und tun bringen wir unsere innere Welt zum Ausdruck und gestalten auf diese Weise unsere Realität auf dem ganzen Planeten. Allem Handeln geht eine innere Entscheidung voraus und die basiert auf Ansichten, die zu Haltungen werden, die zu Taten werden. Und sind diese Ansichten von Uneinsichtigkeit geprägt, dann werden daraus Haltungen uneinsichtiger Menschen, die zerstörerisch handeln und sowas völlig blödsinniges und zerstörerisches wie ewiges Wirtschaftswachstum propagieren. Jetzt sagt man gerne, was bringt es wenn ich klug und weise werde aber die anderen nicht. Nun, wir haben nunmal kein Kollektivbewusstsein und jeder ist allein in seinem Kopf und somit ist jeder allein für das Ganze verantwortlich. Das bedeutet letzten Endes Sie und jeder andere ist für die ganze Welt verantwortlich.
  2. #91

    Geplante Obsoleszenz

    Ein sehr interessanter Beitrag mit geschichtlichen Hintergründen
    zur Thematik liefert auch die Dokumentation

    Kaufen für die Müllhalde - Arte vom 24.01.12.

    Tom
  3. #92

    Die neuen Unterdrücker

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie nennen sich Growth-Busters oder loben eine Million für ein neues Wirtschaftsmodell aus: Wachstumskritiker haben Konjunktur. Manche ihrer Argumente teilen selbst eingefleischte Kapitalisten.
    Wachstumsgegner sind die neuen Unterdrücker.
    Die Länder der dritten Welt werden nur durch Wachstum die Wohlstandsunterschiede zu den Industriestaaten ausgleichen können. Wer gegen Wachstum ist, ist für die weitere Unterdrückung von zwei Drittel der Menschheit. Im Prinzip sind die Wachstumsgegner und Kapitalismuskritiker für die Festschreibung der bestehenden Zustände.
    Nur durch Wachstum wird die Welt gerechter, allerdings auf Kosten des Westens.
  4. #93

    Wachstum=Jobs?

    Zitat von jj2005 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, dass zwei Jahre später die neuen Maschinen eintreffen, und dank etwas höherer Produktivität dann mit weniger Personal der gleiche Output erzielt werden kann. Und tschüss...

    Die Formel Wachstum=Jobs gilt eben nur innerhalb der Phasen eines Konjunkturzyklus. Langfristig ist sie grottefalsch
    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    hm, dann suchen Sie also eine Variante ohne die neuen Maschinen. Was soll denn die Alternative sein? Eine "freiwillige einfache Reproduktion", ein Einsehen, daß wir auf einem gewissen Stand sind und uns nicht mehr weiter entwickeln? Klappt wunderbar, Sie müssen nur die komplette Weltbevölkerung davon überzeugen oder das Experimentierfeld isolieren. Oder die Weiterentwicklung ohne Marktzyklen, auf Grund eines wissenschaftlich begründeten Planungsmodells? Sozusagen geplanter Fortschritt ohne die dummen Zyklen, nur auf Verbesserung der Lebensbedingungen gerichtet. Wissenschaft als zusätzliche Produktivkraft, ach ja.
    Nein, ich suche keine "Variante ohne die neuen Maschinen".
    Produktivitätssteigerung ist ja an sich garnicht so schlecht. Die Frage ist, welche Art von Fortschritt wir wollen: Mehr BSP-Wachstum, egal was hinter der Zahl steckt, oder mehr Qualität?

    Die OECD arbeitet an "Measuring Well-Being and Societal Progress", die EU nennt es "Beyond GDP", und die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung versucht es mit "MDG indicators"; allen gemeinsam ist, dass anstatt wahllos alles in den monetären Topf zu werfen (Brot & Spiele, ein Dach über dem Kopf, aber eben auch: Gesundheits- und Rüstungsausgaben etc), eben ein Versuch gemacht wird, explizit "guten" Fortschritt zu messen, in der Hoffnung, dass die Politiker dann nicht mehr blindlings dem BSP-Wachstum hinterherhecheln. Eine der Fragen ist dann schon, ob man höhere Produktivität in höhere Lebensqualität umsetzen kann - z.B. auch weniger Arbeit bei gleichem materiellen Lebensstandard.

    Zitat von JaIchBinEs Beitrag anzeigen
    Woher kommt die höherere Produktivität der Maschine?
    Das kann ab einen technisch hohen Entwicklungsstand z.B. durch Software und Elektronik realisiert werden.
    Dann benötigen Sie Elektroniker, Programmierer, Integratoren, Tester, Manager. Die benötigen dann Zulieferer. Alle zusammen konsumieren, das auch wieder Personal benötigt... Tom
    Und da kommt ein weiteres Problem ins Spiel - die Zulieferer bauen Computer in Asien, die Elektroniker, Programmierer, Integratoren, Tester, Manager arbeiten hier, sind aber eine seltene Spezies... was machen mit den Niedrigqualifizierten?
  5. #94

    Chance ergreifen - soziale Evolution

    Zitat von jj2005 Beitrag anzeigen
    Zitat von JaIchBinEs
    Woher kommt die höherere Produktivität der Maschine?
    Das kann ab einen technisch hohen Entwicklungsstand z.B. durch Software und Elektronik realisiert werden.
    Dann benötigen Sie Elektroniker, Programmierer, Integratoren, Tester, Manager. Die benötigen dann Zulieferer. Alle zusammen konsumieren, das auch wieder Personal benötigt.
    Und da kommt ein weiteres Problem ins Spiel - die Zulieferer bauen Computer in Asien, die Elektroniker, Programmierer, Integratoren, Tester, Manager arbeiten hier, sind aber eine seltene Spezies... was machen mit den Niedrigqualifizierten?
    Da gibt es IMHO einfache Antworten:
    1.In jeder Zivisilationsform gibt es etwas zu „putzen“, zu „räumen“ oder zu „transportieren“, die keine besonderen Qualifikationen erfordern.
    Hier regelt „der Markt“ zwischen Angebot und Nachfrage.
    Wenn der Auftraggeber keinen –nehmer findet, wird automatisiert oder macht „die Arbeit“ selber und der gesellschaftliche Fortschritt wird nur unwesentlich aufgehalten..

    2. Ihre Frage impliziert auch die Verantwortung für diesen Typus.
    Eine technologisch hochentwickelte, arbeitteilige Welt kennt nur Aufgaben und Lösungen und kein soziales Mitleid vorab.
    Eine Minderheit wird politisch und materiell verkraftet, eine Mehrheit liefert keine Garantie auf Fortbestand dieser Gesellschaft.

    Ich bin auch für lebensqualitatives Wachstum und soziale Evolution aber wage eine Prognose:
    Die von Ihnen erwähnten Spezies finden sich (aus der ganzen Welt) und die anderen <irgend ein Hilfsverb zwischen „können“ oder „dürfen“> jammern...

    Tom


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