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Umstrittenes Psychologie-Werk: Katalog der Störungen

Getty ImagesBurnout ist keine Krankheit, viele Esstörungen sind es dagegen schon. So lautet jedenfalls die Definition des Handbuchs für psychische Störungen. Das Standardwerk beeinflusst, wer hierzulande als krank gilt - und welche Therapie die Kasse zahlt. Ein Überblick.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...838447,00.html
  1. #1

    Stigmatisierung von Behandelten

    In unserer Gesellschaft scheint sich hartnäckig die Auffassung zu halten, dass derjenige, der sich behandeln lässt, ein viel größeres Problem hat als derjenige, der Störungen verheimlicht. Solange psychisch Belastete Stigmatisierungen in der Arbeitswelt und etwa im Versicherungswesen ausgesetzt sind, bleibt die Idee der frühzeitigen Intervention und der Kurztherapie ein hehrer Wunsch.
  2. #2

    Gefährlich...

    ...wie sich dieses Werk mit ienem Heer von experten über die menschliche Seele hermacht.

    Wie sieht der Umgang mit psychisch kranken wohl in 10 oder 20 Jahren aus? Ein Viertel der Bevölkerung pharmakologisch entstellt oder gedopt?

    Oder finden wir Wege und vor allem Genug Mittel, um Menschen dorthin zu bringen, oder sie so zu sozialisieren, daß sie wieder gesund werden? Oder besser, dasß sie wieder zu sich kommen?

    Noch vor Finanzkrise, Umweltbedingungen und Völkerwanderung das wichtigste Zukunftsthema. Denn nur psychsich gesunde und soziale Menschen können Krisen meistern, bewältigen und zu Neuem überwinden.

    Ein Verbrechen was Politik und Pharmalobby in dieser Hinsicht an den Menschen begeht!
  3. #3

    Tabuthema N1

    psychische Erkrankenung oder auch nur Auffälligkeiten sind immer noch ein absolutes Tabuthema in unserer Gesellschaft. Diese Erkrankungen weiter verbreitet als bekannt. Der Kranke braucht zusätzlich zu seinem Leid auch noch Mut um Hilfe zu bekommen, eine Schande für unsere Gesellschaft. das beinnt schon bei dem Thema Sucht, besonders Alkohol , diese Sucht ist als gesellschaftsfähig etabliert bis in höchste Gesellschaftskreise. Kein Wunder also dass da auch die Krankenkassen sparsam werden. Es ist auch sicherlich ein Problem: welcher Hausarzt ist so geschult dass er diese Erkrankungen auch erkennt. Das wage ich sehr zu bezweifeln. Außerdem gibt die Änderung des Kataloges auch zu denken. Man hat den Eindruck einer gewissen Willkür bei der Definition einer psychiatirschen Erkrankung.
    Wie kann etwas was vor ein paar Jahren als Krankheit definiert wird plätzlich anders definiert werden oder eben keine mehr sein???
  4. #4

    Dazu noch ein Tipp:

    Neuro-Enhancement

    Und die durch's schnelle Schreiben verursachten Rechtschreibfehler oben bitte nicht so ernst nehmen ;-)
  5. #5

    Icd-10

    Soweit ich weiß, wird in Deutschland jemand für krank erklärt, wenn sich seine Symptome in der ICD-10 wiederfinden und nicht in DSM-5
  6. #6

    Mehr Fakten weniger Polemik ...

    Zitat von Spiegelleserin57 Beitrag anzeigen
    Außerdem gibt die Änderung des Kataloges auch zu denken. Man hat den Eindruck einer gewissen Willkür bei der Definition einer psychiatirschen Erkrankung.
    Wie kann etwas was vor ein paar Jahren als Krankheit definiert wird plätzlich anders definiert werden oder eben keine mehr sein???
    ein paar Fakten dazu:

    1. Werden in Deutschland Diagnosen nach dem ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) gestellt und nicht nach dem DSM-IV, was jetzt gerade zum DSM-V aktualisiert wird.

    2. Aus dem Artikel kann ich nicht entnehmen, welche psychische Störung, die vorher als solche klassifiziert wurde, dies nun nicht mehr wird? Willkür vorzuwerfen ist, ohne das scheinbar nicht vorhandene Vorwissen über zustandekommen eines solchen Werkes, irgendwie nicht besonders sinnvoll. Diagnosen wie "Burnout" werden völlig zurecht nicht in das DSM aufgenommen! Wie im Artikel beschrieben ist es eine weitgeteilte Meinung, dass Burnout ein gesellschaftliche akzeptiertes Label als Depression ist. Das liegt leider eben daran, dass menschen, die eine psychische Störung haben, als oft schwach angesehen werden, wenn sich hingegen jemand aufgearbeitet hat und deswegen "ausgebrannt" ist, ist das quasi fast ein Ritterschlag und kein Zeichen von Schwäche!

    Diese Diagnosemanuale (DSM wie ICD) werden übrigens regelmäßig neu aufgelegt und angepasst, die sahen vor 10 Jahren noch ganz anders aus! Das ist keine WIllkür sondern ein normaler Prozess um den neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung zu tragen. In den vergangenen Änderungen gab es dabei deutlich krassere Änderungen, welche Krankheiten gruppiert werden oder wie sie definiert werden, als jetzt.
    Natürlich lässt sich immer über einzelne Punkte diskutieren, zumal die Diagnosekriterien künstlich gesetzte Grenzen sind (die gibts aber auch bei somatischen Krankheiten in der Medizin, z.B. wenn irgendwelche Leberwerte als "zu hoch" gelten, ist das auch eine auf Erfahrung basierende Annahme), aber hier mit wie mir scheint relativ wenig Ahnung, worum es eigentlich geht, das DSM zu verschreien ist völlig fehl am Platze!

    Schon der Titel des Artikels zieht ja ein bisschen auf Polemik ab...

    "Burnout keine Krankheit!" -> jeder der sich mit der Materie befasst, ist darüber absolut nicht überrascht, während jemand ohne Fachkenntnis sich natürlich direkt fragt, wieso das nicht so ist und warum die dummen Forscher denn die Volkskrankheit Burnout nicht als Krankheit ansehen.
  7. #7

    ICD vs. DSM

    Zitat von micdinger Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß, wird in Deutschland jemand für krank erklärt, wenn sich seine Symptome in der ICD-10 wiederfinden und nicht in DSM-5
    ICD und DSM nähern sich an auch wenn sie unterschiedlich entstanden sind. DSM hat den größeren Einfluss bei psychischen Störungen gerade bzgl. der Forschung, codiert wird natürlich nach ICD...
  8. #8

    es ist schon erstaunlich was Leute so für Meinungen haben...
    falsch in dem obigen Artikel ist, dass Psychotherapeuten (sowohl psychologische wie auch ärzltiche) und auch Ärzte allgemein nach dem ICD 10 Nummern abrechnen...

    der DSM ist aber speziell auf psychische Erkrankungen ausgelegt und gegen eine Aktualisierung spricht meiner Meinung nach überhaupt nichts....1994...die Welt hat sich weitergedreht und die psychologische Forschung ist in nunmehr fast 20 Jahren extrem fortgeschritten....was ist bitte falsch an der Aufnahme neuen Wissens und Aufgabe von Veraltetem...
  9. #9

    Abwegig

    Zitat von jgrjgr Beitrag anzeigen
    ...wie sich dieses Werk mit ienem Heer von experten über die menschliche Seele hermacht.
    Man versucht doch nur die Diagnostik besser zu machen und an die Realität anzupassen. Das ist wichtig weil ein diagnostisches Kriterium ja immer ein Kompromiss ist, unter dem man verschiedene Menschen mit einem ähnlichen Phänomen zusammenfasst um eine gemeinsame Sprache für die Behandlung zu haben. Manche Sachen stellen sich eben im Laufe der Zeit als nicht ganz passend heraus (wie eben z.B. das Phänomen der Binge-Eating-Disorder = Essanfälle ohne Erbrechen), das momentan nicht zu diagnostizieren ist weil nicht im DSM/ICD vorhanden. Ich frage mich, was daran schlimm sein soll, an einer gemeinsamen diagnostischen Sprache zu arbeiten, da sich ja auch psychische Phänomene im Wandel der Gesellschaft ändern. Das ist doch nicht die Ursache irgendeines Übels.








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