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Umstrittenes Psychologie-Werk: Katalog der Störungen

Getty ImagesBurnout ist keine Krankheit, viele Esstörungen sind es dagegen schon. So lautet jedenfalls die Definition des Handbuchs für psychische Störungen. Das Standardwerk beeinflusst, wer hierzulande als krank gilt - und welche Therapie die Kasse zahlt. Ein Überblick.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...838447,00.html
  1. #60

    Wissen vs. Stammtischpolemik

    Zitat von dutchinnz Beitrag anzeigen
    Es ist mit den psychischen Problemen genauso wie mit Glutenintoleranz: nur 2ppm der Menschen sind physisch wirklich intolerant, aber wieviele behaupten es von sich selbst nur deswegen sie mal einen Pups lassen müssen?
    Da fragt man sich doch wirklich, woher Sie dieses "Wissen" haben? Durch repräsentative Eindrücke in der Nachbarschaft entstanden? Man kann nicht solche Thesen in den Raum werfen, ohne sie irgendwie zu belegen. Ihre Polemik wiederholt sich einfach. Das bringt irgendwie keinen weiter...

    Zitat von dutchinnz Beitrag anzeigen
    Ich mag meine Arbeit nicht und bin des öfteren Müde, also leide ich unter schwerem Burnout". Burnout ist übrigens eine Mode typisch in D, heutzutage.
    Falsch. Gerade Leute, die einen Burnout bekommen (was übrigens der falsche Begriff ist, es muss depressive Episode heißen), gehen sehr gern auf Arbeit. Können sich aber schlecht abgrenzen. Der Begriff Burnout ist in Mode weil er besser klingt als Depression. Krank sind die Leute trotzdem.

    Zitat von dutchinnz Beitrag anzeigen
    Nein, auch in der Zeit wurde dem Problem Hilfe gestellt. Der Unterschied ist aber, daß heutzutage jede(r) meint, daß sie/er geistig Krank zu sein. Damals gab es Mindestkriterien, heutzutage ist es genauso eine hysterische Mode wie das besitzen eines iPods von Apple.
    Witzigerweise sind wir jetzt wieder beim DSM bzw. ICD: dort stehen die angesprochenen Mindestkriterien. Und stellen Sie sich vor: es gibt Fälle, wo Pat., die in die psychotherapeutische Praxis kommen, einfach keine Kriterien für eine Störung erfüllen oder die in der Wartezeit remittiert wurde. Die gehen dann wieder nach Hause. Zu Ihrer Zeit war es einfach nicht opportun bzw. anrüchig zum Therapeuten zu gehen. Ergo: weniger Störungen. Nur weil weniger Leute drüber reden, müssen aber nicht weniger Störungen vorkommen.
  2. #61

    Weicheier

    Zitat von dutchinnz Beitrag anzeigen
    Ich habe gestern eine längere Antwort geschrieben, die ich aber nicht zurückfinde. Nochmal, aber kurz: Sie sind ein typisches Beispiel für denen, die ich meine. Statt daß es Sie interessiert, die Ursache der Probleme, wenn sie überhaupt Probleme sind und nicht einfach ganz normales menschliches Benehmen, zu finden, geben Sie eine Verhandlung über Medikamente, mit denen Kinder kaltgestellt ......
    Ich fände es hilfreich, wenn sie mal sagen würden wo sie herkommen, wo sie waren, und wo sie sind. Um feststellen zu können, in welchen Regionen sie ihre Beobachtungen von den Weicheiern gemacht haben. Es ist nämlich sicherlich nicht überall in Deutschland so wie sie sagen. Übrigens was sie weichen Eier angeht: Durch verschiedenste Chemikalienbelastungen über Jahrzehnte hinweg und über Generationen hinweg könnte eine Verweiblichung des Genoms eingesetzt haben, da diese Chemikalien oft den Hormonhaushalt stören, wie zB. Weichmacher, und Parabene.
  3. #62

    die Psychos definieren nach wie vor, wozu sie benötigt werden

    Burnout ist eine Überforderung, nichts weiter. Das Subjekt versucht mit aller Kraft, seinen eigenen Wert- und Sinnvorstellungen zu genügen, nur um zu erkennen, daß diese keinen interessieren. Es geht also um ein Verrennen in erfolglose Muster, und um eine gnadenlose Enttäuschung hernach. Man wollte doch nur das Beste, und wurde vom Körper abgestraft, der sich endlich verweigert hat. Der Körper vermag nämlich sinnloses Handeln erkennen, ohne daß er über das Instrumentarium der Vernunft oder Bewußtheit verfügt. Man mag das Organ Seele nennen, die Vorgänge unbewußt oder unterbewußt, aber das ändert an dem Phänomen erst mal gar nichts. Das Problem entsteht dann, wenn man sich erdreistet, die unendlich weit gefächerten Symptome der Depression zu katalogisieren und behandeln zu wollen. Es ist und bleibt ein wirres Irren, weil die Kriterien nur allzu selten objektivierbar sind und keine systematischen Ähnlichkeiten aufweisen. Sie widersprechen eben der „reinen Lehre“, und die ist keineswegs monokausal oder eindeutig, und sie existiert in unzähligen Verlaufsformen, je nach Kultur, und damit ist nicht nur der jeweilige Wertekanon angedeutet, sondern auch Kleinigkeiten wie etwa die Unter- oder Überschätzung des Körpers. Daß man erst ab Mittelschicht aufwärts eine Depression oder einen Burnout haben kann diskutiere ich besser gar nicht. Nur soviel: die Armen dürften weit mehr Grund und Ursache für eine ordentliche Verstimmung haben.

    Die Streßlehre verfügt, verglichen mit der Psychologie, über eine weit objektiviere Methodik. Sie definiert die Ursachen und die körperlichen Konsequenzen mit einem klaren Punkteschema. Schwere Schädigungen des Körpers oder des Nervensystems sind irreversibel, man kann nur lindern, egal ob es sich um eine schwere Depression oder Herzflimmern handelt. Es gibt eine objektiv erkennbare Störung des Organismus und seiner weitverzweigten Schaltungen. Sowohl Arzt wie Neurologe können das Krankheitsbild nur statistisch pauschal einordnen und ebenso behandeln, also nach körperlichen Symptomen sortieren. Beim Nervensystem wird versucht, man probiert verschiedene Mittel aus, bis man etwas findet, was halbwegs hilfreich ist, was den Zweck angeht, also ein akzeptierbares Vegetieren.

    Ich mache es mir sagenhaft einfach. Und würde zu gern einen Propheten kennenlernen, der einem Menschen effektiv aufhilft, der von einem bösen Schicksalsschlag getroffen wurde, etwa dem Tod Nahestehender, Kündigung, Scheidung, oder einer so unsäglichen wie erfolglosen Verliebtheit. Letztere ist nahezu unheilbar, ähnlich wie ein Sturz aus großer Höhe (beruflich, familiär, gesellschaftlich). Zumindest sind die Fälle äußerst selten, in denen solche Ereignisse ohne gravierende körperliche Folgen überstanden worden wären, egal ob Verzagt-heit und Motivationslosigkeit, oder folgend Infarkt, Leberzirrhose, Krebs oder Suizid.

    Der größte Teil der Literatur widmet sich übrigens diesem Themenkreis, gute Literatur beschreibt die Phänomene ohne Wertung, schlechte bietet Rezepturen an. Was zu unerklärlichen Verkaufserfolgen führt. Schließlich haben wir naturgemäß Einen an der Waffel. Wir wissen nicht mal genau, ob die Psychologen an diesem Punkt dem normalen Individuum überlegen sind.
  4. #63

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Der größte Teil der Literatur widmet sich übrigens diesem Themenkreis, gute Literatur beschreibt die Phänomene ohne Wertung, schlechte bietet Rezepturen an. Was zu unerklärlichen Verkaufserfolgen führt. Schließlich haben wir naturgemäß Einen an der Waffel. Wir wissen nicht mal genau, ob die Psychologen an diesem Punkt dem normalen Individuum überlegen sind.
    Das finde ich gut! Ich bin tiefenpsychologisch ausgebildet und sage Ihnen, dass Psychologen in keinster Weise überlegen sind. In ihrem Alltag sind es genauso Leute mit "einem an der Waffel" wie alle anderen. Aber sie können helfen, das Leid der anderen erträglich zu machen. Von was sollen sie denn heilen? Von der Seele, die wir gar nicht komplett verstehen können, weil vieles Unbewusst läuft?


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