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Umstrittenes Medikament: Merck nimmt Cholesterinsenker vom Markt

ddpRückschlag für den US-Pharmariesen Merck: Der Hersteller muss einen umstrittenen Cholesterinsenker weltweit vom Markt nehmen. Tredaptive war in einem Test auf Wirksamkeit und Sicherheit durchgefallen. Ärzte sind dazu aufgerufen, das Medikament ab sofort nicht mehr zu verschreiben.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-877091.html
  1. #1

    Nikotinsäure ist kein Statin

    Achtung, Nikotinsäure ist kein Statin. Verwechseln sie keine Substanz aus der Mottenkiste der Medizin mit einem modernen beta-HMG-CoA-Reduktasehemmer aka Statin. Das einzig neue an Tredaptive war der beigemischte Flush-Blocker, der eine Nebenwirkung (Gesichtsrötung) vermeiden sollte. Nikotinsäure ist seit den 70er Jahren bekannt, und konnte nie überzeugende Ergebnisse liefern. Statine hingegen zeigten in allen Studien zur Sekundärprophylaxe (also bei erkrankten Menschen, die schon einen Infarkt hatten, oder eine Bypass-OP oder einen Stent brauchten) eine Senkung der Todesrate und der Re-Infarkt-Rate um 30 bis 40%.
    Wenn der Spiegel diese 2 Substanzen (die etwa so verwandt sind wie Pommes frites mit Sushi) in einen Topf wirft, werden wieder bei erkrankten Patienten Zweifel an einer erwiesen wirksamen Therapie mit Statinen geweckt. Im Klartext: Menschen werden wieder sterben, weil sie ein wirksames Medikament verunsichert im Irrglauben absetzen.

    Bitte überarbeiten Sie den Artikel, im Interesse dieser Patienten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Joachim Neudert
    der sich extra für diesen Kommentar wieder einen SPON-Account geholt hat. Musste leider sein.
  2. #2

    Falscher Link

    Hallo
    Bei dem Link zum Manager Magazin verweist ihr auf Merck KgaA in Darmstadt und nicht auf Merck & Co aus den USA.
    VG
    Stefan
  3. #3

    Auch Statine keine Wundermittel

    Zitat von joachim-neudert Beitrag anzeigen
    Achtung, Nikotinsäure ist kein Statin. Verwechseln sie keine Substanz aus der Mottenkiste der Medizin mit einem modernen beta-HMG-CoA-Reduktasehemmer aka Statin. Das einzig neue an Tredaptive war der beigemischte Flush-Blocker, der eine Nebenwirkung (Gesichtsrötung) vermeiden sollte. Nikotinsäure ist seit den 70er Jahren bekannt, und konnte nie überzeugende Ergebnisse liefern. Statine hingegen zeigten in allen Studien zur Sekundärprophylaxe (also bei erkrankten Menschen, die schon einen Infarkt hatten, oder eine Bypass-OP oder einen Stent brauchten) eine Senkung der Todesrate und der Re-Infarkt-Rate um 30 bis 40%.
    Wenn der Spiegel diese 2 Substanzen (die etwa so verwandt sind wie Pommes frites mit Sushi) in einen Topf wirft, werden wieder bei erkrankten Patienten Zweifel an einer erwiesen wirksamen Therapie mit Statinen geweckt. Im Klartext: Menschen werden wieder sterben, weil sie ein wirksames Medikament verunsichert im Irrglauben absetzen.

    Bitte überarbeiten Sie den Artikel, im Interesse dieser Patienten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Joachim Neudert
    der sich extra für diesen Kommentar wieder einen SPON-Account geholt hat. Musste leider sein.
    Sie haben zwar Recht, was das Niacin betrifft, aber auch die Statine sind lange nicht so wirksam, wie gerne getan wird. Selbst in der Sekundärprävention liegt die NNT (Zahl der Patienten die behandelt werden müssen, damit 1 einen Nutzen hat) je nach Studie (4S, Lipid-Studie, HPS) zwischen 60 und 170. Und das nach 5 Jahren Dauergebrauch. Anders gesagt im Extremfall schlucken 169 Menschen das Zeug, damit einer (1) seinen zweiten Herzinfarkt ein paar Jahre später bekommt.

    In der Primärprävention (bei Patienten mit cardiovaskularen Risikofaktoren) sieht es noch düsterer aus (NNT400 : 1), also 400 müssen behandelt werden, damit 1 einen Nutzen hat (BMJ 2009;338:b2376).

    Und bei Gesunden - ohne Risikofaktoren - aber erhöhtem Cholesterin brauchen Sie 1.100 Behandelte, damit 1 einen Nutzen davon hat (Arch. Intern. Med. 2010;170:1024-31).

    Das ist nicht gerade umwerfend, insbesondere wenn man die recht häufigen Nebenwirkungen betrachtet.
  4. #4

    Diesen Artikel hat sicher wieder der Praktikant geschrieben

    Statine werden seit Ende der 90iger Jahre sehr häufig verordnet, da unter der Einnahme in allen Untersuchungen eine deutliche Reduktion des Herzinfarktrisikos nachgewiesen wurde. Kassenschlager sind die Statine schon lange nicht mehr. Simvastatin, das erste der Statine und derzeit bei uns am meisten verordnet, kostet jetzt fast 10 Jahre nach Patentablauf z.B. 15,20 Euro für eine Dreimonatspackung, dass ist weniger als ein Big Mac-Menü pro Monat. --
    Tredaptive ist kein Statin, der Praktikant hat hier nicht aufgepasst. Dieses Medikament sollte das sog. HDL ("gute") Cholesterin steigern, weil man sich davon eine zusätzliche Reduktion des Herzinfarktrisikos erhofft hatte. Dies war im Endergebnis jedoch nicht der Fall, es traten jedoch mehr Nebenwirkungen auf. Deshalb wird es jetzt nicht mehr empfohlen. Es wurde bei uns jedoch nur selten verordnet. --
    Fazit: Vertrauen Sie lieber Ihrem Arzt, wenn es um eine Therapieberatung geht. Der ist der Spezialist für diese Frage und hat auch Zugang zu den neuesten medizinischen Informationen.
  5. #5

    Merck KGaA vs. Merck & Co., Inc.

    Zitat von Stefan_77 Beitrag anzeigen
    Bei dem Link zum Manager Magazin verweist ihr auf Merck KgaA in Darmstadt und nicht auf Merck & Co aus den USA.
    Der korrekte Link zu Merck & Co., Inc. lautet
    - manager magazin - Brse ---

    Leider wieder mal oberflächliche Recherche. Es sollte bekannt sein, dass Merck KGaA (Darmstadt, Deutschland) und Merck&Co. (Whitehouse Station, New Jersey, US) zwei verschiedene Unternehmen sind, die rechtlich seit 1919 nichts mehr verbindet. Merck&Co. ist die nach dem WK I enteignete US-Tochtergesellschaft von Merck Darmstadt, die außerhalb USA und Kanada als "MSD Merck, Sharp & Dohme auftritt", wohingegen Merck KGaA in den USA und Kanada als "EMD" (Emanuel Merck Darmstadt) auftritt, weil die Namensrechte für alles außer USA und Kanada in Damstadt liegen.
  6. #6

    Schlechte Recherche

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Rückschlag für den US-Pharmariesen Merck: Der Hersteller muss einen umstrittenen Cholesterinsenker weltweit vom Markt nehmen. Tredaptive war in einem Test auf Wirksamkeit und Sicherheit durchgefallen. Ärzte sind dazu aufgerufen, das Medikament ab sofort nicht mehr zu verschreiben.

    Tredaptive: Merck nimmt umstrittenen Cholesterinsenker vom Markt - SPIEGEL ONLINE
  7. #7

    Ein komplett peinlicher Artikel.
    Ein ganzer Absatz über die völlig falsche Stoffgruppe. Kein Kommentar dazu, dass die Verschreibungszahlen von Nikotinsäure niemals an die der Statine rankommen. Die Innovation in Tredaptive war nicht die seit über Hundert Jahren bekannte Nikotinsäure, sondern das Laropiprant.
    Außerdem wurden die behandelnden Ärzte nicht aufgefordert, das Mittel nicht mehr zu verschreiben, sondern sie sollen keine Neueinstellungen auf das Präparat vornehmen.
    Dazu der Link auf das völlig falsche Unternehmen...
  8. #8

    Fehler im Artikel

    Wie bereits erwähnt ist Tredaptive gar kein Statin. Statine haben durchaus auch Nebenwirkungen. Allerdings sind es vor allem Muskelbeschwerden, die problematisch sein können. Zudem die Firmenverwechslung.
    Fazit: extrem schlecht recherchierter Artikel. Der Autor hat anscheinend nur abgeschrieben und kennt die Materie überhaupt nicht.
  9. #9

    Umstrittene

    Warum wird eigentlich so oft von "Pillen" gesprochen, wenn eigentlich "Tabletten" oder allgemeiner "Arzneimittel" gemeint sind? "Pillen" sind eine schon länger obsolete Darreichungsform - siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Pille. Was spricht eigentlich gegen den Titel "Umstrittenes Arzneimittel"? Alles andere klingt dann doch recht naiv und laienhaft...








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