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Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung"
MARCO-URBAN.DEGünter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.
Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung" - SPIEGEL ONLINE
- #450 05.04.2012 19:01 von
Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.
So kann man sicher mein posting auch interpretieren.
Oder aber auch so, wie ich es gemeint habe......
die Ostermarschbewegung in Deutschland gibt es seit Beginn der 60er Jahre. In dieser Tradition gehen jedes Jahr zu Ostern Zehntausende Menschen in den größeren Städten der Bundesrepublik auf die Strasse, um gegen weltweit stattfindende Kriege zu protestieren.
Die letzten Jahre ist es um die Friedensbewegung, trotz der weltweit eher zunehmenden Kriegsgefahr bedauernswerter Weise sehr ruhig geworden.
Und ich habe mir in meinem Posting gewünscht, dass sich angeregt durch das Gedicht von Grass und der in Gang gesetzten Diskussion wieder mehr Menschen mit der weltweiten zerstörerischen Krieghetze und Kriegsgefahr auseinandersetzen und ihre Sorge im Ostermarsch zum Ausdruck bringen. Die Friedensbewegung geht nicht angeregt durch irgendwelche Gedichte auf die Strasse, sondern sie tut das seit über 50 Jahren, aus Sorge um den Weltfrieden. Und diese Sorge ist aktueller denn je.
Die Kriegsgefahr, die der Friedensbewegung Sorge bereitet, geht von vielen Ländern aus, auch von der deutschen Regierung, die sich an Kriegseinsätzen weltweit auf unterschiedlichste Art beteiligt.
Und unter vielen weiteren Staaten eben auch Israel. Und dass das Paschafest zufälligerweise mit dem Gedicht von Grass und den Ostermärschen zeitnah oder gar gleichzeitg stattfindet, ist weder die Schuld von Grass, noch der Friedensbewegung, noch die der Menschen mit jüdischem Glauben.
Aber mit einem Posting wie dem Ihren, kann man natürlich erstmal einen populistischen Papierflieger losschicken. Zielführend ist eine solche Diskussion jedoch sicher nicht. - #451 05.04.2012 19:01 von
Was nun?
Spiegel-Online sollte sich ein neues Volk suchen, denn dieses hier ist widerspenstig. Es hört nicht mehr auf das, was hier in den Artikeln transportiert wird. Es hat eine eigene Meinung. Es ist nicht gleichgeschaltet. Es ist frei.
- #452 05.04.2012 19:01 von
Wo braucht es da denn Mut? Wir leben nicht im 3.Reich und nicht in der DDR, er riskiert genau gar nichts mit seinen Aussagen. Natürlich sagen andere nun ihre entgegengesetzten Meinungen, aber das gehört zur Meinungsfreiheit eben auch dazu, nicht wahr?
"Mutig" ist, wer seine Meinung an Orten und zu Zeiten frei sagt, wo es wirklich etwas kosten kann - die Freiheit oder den Kopf. Der argumentative Gegenwind hingegen und die Kritik sollte doch jeder erwachsene Mensch aushalten können. - #453 05.04.2012 19:03 von
Nachdenken!
Hat eigentlich irgendeiner von denen, die davon ausgehen, dass der Iran seine zukünftigen Atomwaffen dann auch gegen Israel anwenden würde, einmal daran gedacht, dass der Iran allein schon deshalb darauf verzichten müsste, weil in Israel selbst über 700.000 muslimische Araber mit israelischem Pass leben? Und in den besetzen Gebieten noch einmal über 4 Millionen? Die würden alle von einem Iranischen Atomschlag genauso betroffen werden wie die Israelis selbst.
Selbst der verbohrteste Extremist würde das nicht tun, zur "Befreiung" Palästinas gleich alle Palästinenser mit zu killen.
Wenn und falls Iran tatsächlich an Atomwaffen bastelt, dann in erster Linie, um eine Abschreckungswirkung zu erzielen. Dieselbe nämlich, die ISrael mit seinen Atomwaffen gegenüber seinen arabischen Nachbarn hat: Man kann Israel zwar hier und da ein wenig sticheln, aber ernsthaft militärisch bedrohen geht eben angesichts der A-Waffen nicht und das hat die letzten 50 Jahre auch gut funktioniert.
Und, jetzt mal ganz ehrlich: Warum sollte diese Sicherheit nur Israel zustehen und niemandem sonst in der Region?
ImÜbrigen hat Herr A. aus T. nie gesagt, dass er ISrael vernichten will, sondern immer nur, dass Israel eines Tages von der Landkarte verschwinden wird. Damit kann er alles mögliche meinen, zum Beispiel auch, dass sich ein Staat, derauf grausamer Unterdrückung, illegaler Landnahme und Vertreibung von Millionen im jahrzentelangen Unfrieden mit seinen Nachbarn nicht ewig halten können wird. Das Ende könnte dann aber auch durch langsamen Zerfall von innen passieren. - #454 05.04.2012 19:03 von conny2
Bitte genau lesen
Der eine redet aggressiv, die anderen schicken sich an, aggressiv zu handeln. Der Unterschied in der Qualität liegt auf der Hand.
Grass hat auch nicht behauptet, dass Israel einen Atomschlag gegen den Iran plane. Er schreibt:
Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.
Was er damit andeutet ist, dass das behauptete Recht auf den (atomaren) Erstschlag Veranlassung dazu geben könnte, eben diesen zu führen und damit das iranische Volk auszulöschen, weil in seinem Machtbereich der Bau einer Atombombe lediglich (vermutet) wird. Grass äußert damit eine Befürchtung, aber er behauptet keinen Plan. - #455 05.04.2012 19:04 von
nicht konsensfähig
Es gibt zwei Staaten in der Welt, denen offensichtlich alles erlaubt ist, was ihnen nützt. Besonders in der deutschen Politik besteht anscheinend Einhelligkeit darin, Maßnahmen dieser beiden Staaten nicht zu kritisieren.
Für mich ist einer dieser Staaten Israel. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, brauche ich keinen Schriftsteller Grass.
Israel provoziert durch seine Kriegspläne bzw. öffentlichen Kriegsvorbereitungen geradezu einen präventiven Militärschlag. Jedenfalls vor hundert Jahren und früher wäre dieses "Säbelrasseln" in der damaligen Staatenwelt für den Bedrohten ein berechtigter Anlaß für eine Präventivkrieg gewesen.
Warum kann die israelische Regierung heute derart ungeniert mit dem Feuer spielen? - weil es Atomwaffen besitzt und daher letztlich konventionell nicht besiegt werden kann. Abgesehen davon hat es dank westlicher Unterstützung die modernste Armee der Region.
Eine behauptetet Zerstörung des Staates Israel ist daher absolut unmöglich. Die üblichen hysterischen Sprüche von der drohenden Vernichtung des Staates sind nur Propaganda ohne reale Substanz. Gott sei Dank lassen sich heute immer weniger Menschen davon für dumm verkaufen.
Hinter der angeblichen Gefahr für die Existenz des Staates verstecken die radikalen Elemente der Administration ihre Militanz und wahrscheinlich auch territoriale Ziele.
Leider muss ich den Vorwurf erheben, dass es der Staat im Laufe seiner Geschichte nicht geschafft oder gewollt hat, mit seinen Nachbarn einen modus vivendi bzw. eine Art Koexistenz zu finden. Der tiefe Hass der Nachbarn ist aber die logische Konsequenz, wenn ein Partner sich für besonders auserwählt hält und nur auf die militärische Karte setzt. Ich denke auch, wenn Nachbarn sich spinnenfeind sind, dann ist nie einer allein daran schuld.
Die Reaktion des hiesigen Zentralrates halte ich für völlig überzogen. Da frage ich mich schon: Sind diese Leute israelische Bürger oder gar eine politische proisraelische Sponsorgruppe? Wenn es die Interessensvertretung einer Religionsgemeinschaft sein sollte, dann vermisse ich, wie das bei anderen Religionsgemeinschaften der Fall ist, Engagements in vielen sozialen Bereichen der hiesigen Gesellschaft. Ich lasse mich aber gerne belehren. - #456 05.04.2012 19:04 von
Sie sind also der Meinung dass
Israel "den Weltfrieden gefährdet sowie das iranische Volk atomar auslöschen will"? Bei aller berechtigten Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern, geht dies doch wohl zu weit. Ebenfalls zu weit geht der Hinweis auf die "nazistische Vergangenheit" von Grass, weil er als 17jähriger ein paar Monate in der Waffen-SS war. Nun sollte Grss nicht den Beleidigten spielen, denn wie man in den Wald hineinruft....
- #457 05.04.2012 19:05 von
- #458 05.04.2012 19:09 von
- #459 05.04.2012 19:09 von
Emotionen
Nach meiner Beobachtung hat das Palästinenser-Israel-Problem und die Ohnmacht der arabischen Staaten, besonders die Missachtung des Beschlusses der UN-Vollversammlung von 1947, d. h. die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat, bei sehr vielen Menschen im Nahen Osten zu einem Hass gegen Israel geführt, der tief in ihnen verinnerlicht ist. Diese immer noch zunehmende psychologische Zeitbombe wird mittelfristig zu einer furchtbaren Kettenreaktion führen, mit schlimmen Folgen für das sogenannte Heilige Land.
Auch die ständige Ausdehnung Israels durch Baumaßnahmen im Westjordanland, ist zusätzliches „Öl aufs Feuer“ und kann als Gefährdung des Weltfriedens interpretiert werden und als wahrer Propagandastoff für die Iraner.
Günther Gauss hat lediglich aufgeklärt und eine nötige Wächterfunktion ausgeübt. Aber, - „die Wahrheit ist ein bitterer Trank – und wer ihn gibt, hat selten Dank – denn der Menge schwacher Magen - kann ihn nur verdünnt ertragen.“
Die Israelis reagieren verständlicherweise emotional und etwas realitätsfremd, machen aus einer Maus einen Elefanten und tuen so ihrer Sache keinen guten Dienst.
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