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Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung"

MARCO-URBAN.DEGünter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.

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  1. #380

    alles Falschversteher?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.

    Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Schon komisch, Herr Grass, daß der feine Herr A. aus Teheran ihr kleines Gedichtchen genauso "falsch" auffasst ("ein tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel...") wie die hiesige, böse "gleichgeschaltete Medienwelt", oder?

    Werden sie sich nun auch bei ihm beschweren, oder dämmert ihnen doch langsam etwas?
  2. #381

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.

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    und auch voll auf den Nerv der Zeit (plus auf unsere Nerven als Weltbürger) getroffen.
    Wenn ein hilfloses Kind verprügelt wird und es zusehen muss, wie seine Freunde getötet werden, MÜSSEN wir ihm zu Hilfe kommen und es schützen und verteidigen.
    Wenn dieses Kind deswegen später eine Psychose entwickelt und sich entweder verkriecht oder sich extrem aggressiv verhält, ist das auch noch absolut verständlich.
    Aber wenn dieses Kind - das mittlerweile ein älterer Mensch geworden ist - immer noch alles attackiert, das ihm (wenn auch nur auf Grund vager, nicht mehr nachvollziehbarer Vermutungen) suspekt ist, von dem es sich bedroht fühlt, oder das es offen und immer angreift und wir es TROTZDEM VERTEIDIGEN, DANN HABEN WIR EIN PROBLEM. Denn gequälte Kinder rächen sich oft ein ganzes Leben lang für die Verletzungen, die Ohnmacht und die Hilflosigkeit an DER GANZEN WELT (siehe die zahlreichen US-High-School-Shootings).
    Dann muss dieses Kind entweder endlich mal in die Therapie und unter die Fittiche der Weltgemeinschaft genommen werden.
    Also verteidigt, beschützt, aber wenn es sein muss, auch zurechtgewiesen werden.
    Denn HEUTE GEHT ES WIRKLICH NUR NOCH UM DIE einfache WAHRHEIT, um DIE EHRLICHKEIT, um DEN MUT, den GESUNDEN MENSCHENVERSTAND und um AUFRICHTIGKEIT und den FRIEDEN auf dieser Erde.
    Sonst wird es so elend weitergehen wie bisher - Krieg, Frieden, Krieg, Frieden (siehe Hagen Rether's : 'Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden' Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden - YouTube).
    Und wollen wir das?
  3. #382

    Der Mut, das Unbehagen offen auszusprechen

    Auch wenn Grass ebensogut hätte schreiben können: "Iran ist eine Gefahr für den Weltfrieden" und er nun Applaus von der falschen Seite (Irans Regierung) für seine Israel-kritischen Worte erhält, so muss ihn ihn für seinen Mut zur Offenheit loben.
    Weil er es gewagt hat, Kritik zu üben, obwohl er als Deutscher der Kriegsgeneration und aufgrund seiner Vergangenheit befangen ist, obwohl man seine Worte nun als Alterssenilität abtut, obwohl man ihn - das war vorhersehbar - nun als Antisemiten bezeichnet.
    Seine Worte (ein Gedicht erkenne ich darin nicht) sind einseitig, das stimmt. Der Iran als Opfer eines großsprecherischen Prösidenten und israelischer Aggression. Was ist mit Irans Drohungen gegen Israel - alles gar nicht so gemeint ?
    Aber von einem pazifistischen Standpunkt aus ist es tatsächlich so, dass Iran zwar die härteren Drohungen ausspricht, aber kaum angreifen wird, während Israel offenbar über Atomwaffen verfügt, sich eine Basis in Aserbeidschan im Norden des Irans gesichert hat (wenn von diesem an Iran angrenzenden und mit ihm befreundetetn Staat dann der israelische Angriff erfolgt, ist ein Krieg Iran-Aserbeidschan ebenfalls vorprogrammiert) und offenbar ganz konkret den Angriff vorbereitet.

    Ich fühle mich auch nicht wohl, wenn ich an einen atomar bewaffneten Iran denke, ich fühle mich ebensowenig wohl, wenn ich an einen 'chirurgischen' Angriff auf Irans Atomanlagen denke, der dann ganz anders verläuft, als man ihn geplant hat.
    Dieser Konflikt kann lokal bleiben, aber ebensogut zu einem Flächenbrand auswachsen.

    Es gibt andere Staaten, die technologisch aufstreben und dabei in Bereiche kommen, die Atomwaffen (oder andere Waffen) möglich machen. Wiederholt sich das Szenario 'Bombardement der Atomanlagen' in Zukunft also ?

    Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, das zu verhindern, wäre ein generelles Verbot der Atomindustrie (auch zivil) für Staaten, die nicht demokratisch geführt werden, keine transparenten Kontrollen zulassen und instabil sind. Das würde allerdings für das Kriterium 'Kontrollen' dann auch Israel betreffen.
    Aber selbst damit kann man nicht ausschliessen, dass eine solche Bombe auf dem Schwarzmarkt gekauft oder sonstwie beschafft wird. Es sieht ganz danach aus, als ob diese Technologie - ob militärisch oder zivil - das Potential hat, uns auch in Zukunft noch unzählige Probleme zu bereiten: Von zivilen Katastrophen wie in Fukushima bis zur gegenseitigen Vernichtung von Staaten oder verbrecherischer Attacken von Terroristen.

    Und insofern sehe ich Grass' zwar zu einseitigen Beitrag trotzdem als willkommene Gelegenheit, nochmals über alles nachzudenken, bevor es wirklich kracht:

    Über Irans Präsidenten und seine Drohungen, über das iranische Volk, das vermutlich keine Atomwaffen, sondern einfach eine vernünftige Regierung und funktionierende Wirtschaft wünscht wie andere Völker auch, über die israelische Regierung (inkl. konservativer & religiöser Kräfte) und ihre Wahrnehmung einer existenziellen Bedrohung für ihr Land und die daraus abgeleitete Notwendigkeit, nun zu handeln - wenn nötig, auch allein und mit vollem Risiko.

    Wenn man das römische Sprichwort 'Wer schweigt, scheint zuzustimmen' auf die Frage 'Krieg oder nicht Krieg' anwendet, dann ist es richtig, dass Grass sein Schweigen gebrochen hat.
    Wenn man sich fragt, was passiert, wenn der Iran tatsächlich in den Besitz von Atomwaffen gelangte und seinen Drohungen Taten folgen liesse, so gibt Grass' Manifest darauf leider keine Antwort !
  4. #383

    G. Grass bekommt nun Zustimmung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.

    Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    von der falschen Seite, nämlich Iran. Und diese Entwicklung zeigt, dass GG zu einer durch die Ereignisse des 3. Reiches sich zurecht moralisch lebenslang gekränkten Generation gehört. Sein Gedicht ist der ungeeignete Versuch, seinen Frieden mit der eigenen Biographie zu finden.
  5. #384

    Forum

    Zitat von filder Beitrag anzeigen

    Aha. Und nachts ist es kälter als draussen, gelle?
    Naja, von solchen Beiträgen wie dem Ihren hier lebt ein Forum eben auch. Ich denke, Sie werden schon wissen, was Sie schreiben :-)
  6. #385

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.

    Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich finde es gut das, das endlich mal jemand geschrieben hat! Ich finde es nur erscheckend wie Ihr manche meinen sich eine Meinung bilden zu können, und nur die Medien zu lesen, die ein einziger Einheitsbrei sind!

    Wenn Isreal anfängt andere Länder zu bomardieren, kann man es auch nicht Kritisieren, da natürlich ALTERNATIVLOS!

    Aber wie schrieb doch der Herr Augstein mal. LIeber auf der "richtigen Seite sein und untergehen als das richtige zu tun und der Buh man zu sein!
  7. #386

    Ich kann die Kritik nicht verstehen

    Alle Welt regt sich auf, warum? Weil es "in" ist, sobald eine Kritik an dem ewigen Verbündeten Israel geübt wird?
    Natürlich haben wir als Deutsche aufgrund unserer Geschichte eine besondere Beziehung zu dem Staat Israel. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Und das ist auch gut so! Es muss aber auch erlaubt sein, einen guten Freund und Verbündeten zu kritisieren.
    Dies hat Günter Grass mit seinem Gedicht getan. Und daran kann ich nichts Unrechtes finden.
    Israel hat die Atombombe. Es hat dies zwar nie offiziell zugegeben, aber auch nie eine Kontrolle zugelassen. Israel fühlt sich durch den Iran und seine Atomforschung bedroht. Das ist verständlich, denn Ahmedineschad spricht Israel das Existensrecht ab. Rechtfertigt dies aber einen einseitigen Angriff auf den Iran, der eventuell den gesamten Weltfrieden gefährdet? Ich finde nicht!
    Günter Grass lebt in einer Demokratie, die es allen gestattet ihre Meinung kundzutun. Dies hat er getan. Zudem ist er noch ein bedeutender Intellektueller, von denen in Zeiten von DSDS o.ä. Deutschland leider immer weniger hat.
    In keiner seiner Zeilen kann ich erkennen, dass er den Staat Israel verunglimpft. Im Gegenteil, er schildert Tatsachen. Nicht mehr und nicht weniger. Und wie begegnet man ihm? Mit der Antisemitismuskeule wird er beleidigt und als ewiger Antisemit bezeichnet. Nach 1945 wurde in Deutschland neu begonnen. Grass war in der SS, hat aber nie an Kriegsverbrechen mitgewirkt. Im Nazireich musste man sich fügen oder untergehen. Ich nehme mir nicht das Recht heraus, seine Taten zu bewerten. Ich weiss nicht, wie ich mich damals verhalten hätte, um zu überleben. Vielleicht hätte ich auch "mitgemacht". In Deutschland wurden nach 45 auch ehemalige Naziwillige in der neuen Regierung "willkommen geheissen", um die Bundesrepublik neu aufzubauen. Danach hat damals keiner gefragt und tut es auch heute nicht. Und wie war es nach dem Ende der DDR? Auch 1989 haben es "Ehemalige" in hohe Posten im vereinigten Deutschland geschafft.
    Man kann und soll Günter Grass Publikation kritisch bewerten, aber ich finde, ihn so herabwürdigend zu behandeln, hat er definitiv nicht verdient!
  8. #387

    Verlage

    Zitat von ostborn Beitrag anzeigen
    Er meint wohl damit Gleichschaltung der Medien, und damit dürfte er wohl recht haben, - oder bestreitet das einer von den Medien ohne rot zu werden ?
    Ist eines seiner Bücher nicht verlegt worden?
  9. #388

    Dieses Land ist ein Tollhaus.
    Es wird viel zuviel Theater um nichts gemacht. Ich kann Grass' Haltung verstehen, und respektieren. Aber offensichtlich sind nur Einheitsmeinungen erwünscht.
    Der U-Boot Deal sollte doch wieder top secret über die Bühne gehen.
  10. #389

    Zitat von zuhören und verstehen Beitrag anzeigen
    Der Kern der Angelegenheit ist doch ganz klar. Darf es einen Präventivschlag auf einen fremden Staat geben?

    Grass sagt: Nein!

    Und damit liegt er bei der überwiegenden Meinung der Völkerrechtler und der Kernaussage der UNO Charta.

    Weshalb also die Aufregung?
    Wenn ich weiß, dass der, der mich auslöschen will, eine Atombombe baut, werde ich nicht so lange warten, bis er fertig ist. Das ist relativ einfach.








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