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Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung"

MARCO-URBAN.DEGünter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.

Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung" - SPIEGEL ONLINE
  1. #270

    Da haben Sie

    Zitat von lebenslang Beitrag anzeigen
    eine demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass eine geäußerte meinung sofort niedergemacht werden kann, wenn man der meinung ist diese niedermachen zu müssen.

    meinung und gegenmeinung.

    viele scheinen nicht zu kapieren wie meinungsfreiheit funktioniert.

    von grass hätte ich allerdings ein solches kapieren erwartet, er konnte nicht davon ausgehen, das man ihn für sein vermurkstes gedicht unterwürfig mit ohhs und aaahs bedacht.
    wohl etwas falsch verstanden: Demokratie ist für Sie das Niedermachen abweichender Meinungen? Von Respekt vor Andersdenkenden halten Sie dann wohl nicht viel?
  2. #271

    WAS verstehen SIE eigentlich unter VERNUNFT??

    Zitat von rakoge Beitrag anzeigen
    Kants kategorischen Imperativ etwa? Wohl kaum!!
    Weiterbildung wohlmeinend dringlich empfohlen.
  3. #272

    Propagandaabteilung@Work

    Zitat von Halodri73 Beitrag anzeigen
    U-Boote deutschen Fabrikats sind als Trägersystem für Atomraketen nicht geeignet!! Wann sickert das bitte in die Köpfe?
    Warum sollte das "in die Köpfe sickern", welches Interesse haben Sie daran?

    "Richtig ist, dass die Bundesregierung bislang drei U-Boote der "Dolphin"-Klasse nach Israel geliefert hat. Drei weitere sollen noch in diesem Jahr folgen. Mit den an Bord befindlichen Torpedorohren könnte die Besatzung vier atomar bestückte Marschflugkörper abfeuern."

    Israel-Iran-Konflikt: So falsch liegt Günter Grass - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    Jetzt bin ich mal gespannt, wie Sie gegen den Spiegel polemisieren.
  4. #273

    Zitat von copperfish Beitrag anzeigen
    Die drohen nicht, die tuns einfach.
    Die tun was? Wer wird vernichtet? Denken Sie bitte wenigstens ganz kurz nach, bevor Sie hier etwas eintippen.
  5. #274

    Der Deckel geht nicht mehr zu

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.

    Umstrittenes Israel-Gedicht: Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    und dieses Verdienst gebührt Günter Grass ganz unbestritten.

    denn
    es ist unerträglich, wie die angepassten Medien mit der Wahrheit umgehen, wie sie weglassen, verdrehen, falsch gewichten und uns für dumm halten.
    es ist unerträglich, dass die weltweite jüdische Lobby bestimmt, was wie berichtet werden darf.
    es ist unerträglich, wie Sayanim (jüdische Helfer ausserhalb Israels ) weltweit ihren Gastländern und deren Medien vorschreiben, was zu sagen und zu glauben ,richtig' ist.
    es ist unerträglich, demnächst bei Will, Beckmann, Lanz, Illner und Co.
    mit ,Fachleuten' wie Giordano, Friedmann, Graumann, Wolffsohn oder gar Kinkel oder Berben konfrontiert zu werden
    es ist unerträglich, wie in Deutschland Meinung unterdrückt und zensiert wird. (Letztes Beispiel: Abschalten von Press TV )
  6. #275

    Perverse Logik_2

    Zitat von Zereus Beitrag anzeigen
    Man darf jederzeit Kritik an Israel üben, nur sollte sie eben auch gerechtfertigt sein.

    Hätte Grass ein wenig besser nachgedacht und/oder nachgelesen, Israel nicht die Rolle des alleinigen Agressors zugedacht, die massive Kritik wäre ausgeblieben.
    Zum Thema Erstschlag äußert sich übrigens Tom Segev im Deutschlandradio so: "Also, es gibt in Israel seit längerer Zeit eine sehr rege Diskussion über die Frage, ob Israel Iran angreifen soll oder nicht, ob es überhaupt möglich ist, ob es moralisch vertretbar ist, ob es nützlich ist. Diese Diskussion ist wirklich sehr, sehr im Zentrum der Diskussion." Es gibt also auch tatsächlich in Israel Stimmen, die für einen "Präventivschlag" argumentiern...und auch solche, die dagegen sind! Grass befasst sich in seinem Text mit ersteren. Was spricht dagegen?
    Grass kennt aus eigener Erfahrung den heißen Krieg und er kennt den kalten. Vor diesem hintergrund betrachtet scheinen mir viele Sichtweisen des alten Mannes (garnicht despektierlich gemeint) sehr verständlich...Ich sehe auch keinen Grund - weder in seinem literarischen Werk noch in seinem Leben oder seinen privaten Äußerunen - ihm Antisemitismus zu unterstellen.
    Nochmal Tom Segev (der ja schön öfter mir Grass gesprochen hat) im selben Interview: "Grass ist kein Antisemit, er ist nicht antiisraelisch, er ist auf keinen Fall gegen Israel in irgendeiner Weise. Er kritisiert die Politik der israelischen Regierung. Es hat sich noch in keinem Land jemand gefunden, der die israelische Regierung heftiger kritisiert als Israelis selber, und die sind auch nicht antisemitisch und sind auch nicht antiisraelisch. Im Gegenteil ist es oft so, dass Kritik an Israel ein Zeichen von Freundschaft und Unterstützung sein kann."

    Wer Tom Segev ist, kann man leicht recherchieren. Ich messe seiner Meinung jedenfalls mehr Gewicht bei, als vielen aufgeregten deutschen Kommentatoren, die wahrscheinlich ein gewisses Prickeln bei dem Gedanken verspüren, sie könnten einen Nobelpreisträger und eine angebliche moralische Instanz demontieren, in dem sie in in die Nähe faschistischer Ideologien rücken.
  7. #276

    Günter Grass gibt in seinen Kommentaren weitgehend das wieder was sich auch in vielen Beiträgen im SPIEGEL-Forum findet, also Unterstützung für seine Position – ich meine, es darf ruhig einmal darauf hingewiesen werden, dass sich die Mehrheit hier eher im Sinne von Grass ausspricht als gegen ihn, und das stellt den hysterisierten Verurteilungseifer der Meinungsmacher in ein schräges Licht.

    Grass ist mit seinem Gedicht seit gestern überall präsent in den Medien, trotzdem habe ich bereits am zweiten Tag den Eindruck, dass sich die Diskussion von seiner Person zu separieren beginnt, sie verselbständigt sich und nimmt so an Gewicht zu. Der Schriftsteller rückt langsam aus dem Blickwinkel, das ist offiziell unerwünscht – denn der Stein des Anstoßes verschiebt sich nun dorthin wo ihn die Politik und Mainstream keinesfalls haben will: in die Sphäre ihrer eigenen Verlogenheit. Worin kommt diese Verlogenheit zum Ausdruck? In einer von oben verordneten Weltsicht, in einer nicht fassbaren, doch deutlich erfassbaren Ausführungsbestimmung für das deutsche Denken – die Deutschen sollen politisch gefälligst transatlantisch denken, und nicht global, basta.

    Ein erfolgreicher, wenn auch literarisch nicht eben beachtlicher Roman von Eric Malpass heißt: „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ – aber um acht schon nicht mehr, weil der griesgrämige Opas Grass aufgestanden ist und mit seiner Mäkelei plötzlich die heile deutsche Welt durcheinanderbringt. Günter Grass markiert, ob willentlich oder nicht, vielleicht sogar eine Zäsur in der deutschen Wahrnehmung, eine kommende Bewusstseinserweiterung, die sich aus dem bedrückenden Dunstkreis des scheinbar ewigen Antisemistismus-Vorwurfes und Antisemitismus-Selbstvorwurfes herausarbeiten will. Das Ziel ist, sich endlich von dem rückwärts ziehenden Gewürge zu befreien und befreit autonomon zu denken – dann stellt sich die Welt anders dar.
  8. #277

    Anständige Menschen?

    Zitat von mikelorey Beitrag anzeigen
    Sechzig Jahre lang hat Herr Grass seine Vergangenheit als Mitglied der Waffen-SS verschwiegen. Daher überrascht es nicht, dass er den einzigen jüdischen Staat auf der Welt als größte Bedrohung für den Weltfrieden ansieht und ihm sein Recht auf Selbstverteidigung abspricht.

    Anständige Leute auf der ganzen Welt sollten diese ignoranten und verwerflichen Aussagen verurteilen."
    Herr Grass meldetet sich mit 15 Jahren freiwillig zum Kriegseinsatz bei der deutschen Wehrmacht. Mit 17 Jahren kam er zur Waffen SS, wo er 6 Monate später, im Mai 45 in Gefangenschaft geriet. 4 Monate später, im September 1945, war der Krieg zu Ende.

    Und das wollen sie ihm heute noch vorwerfen? Ich bitte Sie. Ich habe damals nicht gelebt, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, was politische Propaganda alles bewirken kann und welchen Einfluss sie auf Menschen hat. Auch heute noch. Ich möchte gar nichtwirklich wissen, bei dem derzeitigen Islambashing, wieviele Menschen sich in der westlichen Welt freiwillig bei einer heutigen Waffen Truppe melden würden, um gegen die Bedrohung, die angeblich vom Islam ausgeht, vorzugehen.

    Und in der Tat, von einem erwachsenen Menschen, mit einer gewissen Lebenserfahrung, erwarte ich dass er sich kritisch mit dem was er tut und was man von ihm erwartet, auseinandersetzt.

    Grass war aber damals fast noch ein Kind. Entscheidend ist was er danach gemacht und gesagt hat. Und da ist mir nichts bekannt, was darauf schließen könnte, dass er ein Nazi und/oder Antisemit ist.
    Was er gedacht hat bzw. was er heute tatsächlich denkt wissen wir natürlich nicht.

    Und was Ihr Appell an die anständigen Menschen in der Welt betrifft. Ein anständiger Mensch ist jemand, der sich vorurteilsfrei mit allem ausandersetzt, das dazu beiträgt, die Menschen und die Natur auf diesem Planeten zu erhalten und kriegerische Auseinandersetzungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verurteilen und zu verhindern. Selbst wenn es sich bei den Mitteln nur um ein Gedicht handelt.
  9. #278

    Zitat von akrisios Beitrag anzeigen
    Ich bin kein so schlechter Kenner Israels. Ich lebte dort einige Zeit und möchte Grass beipflichten das es nicht immer die richtigen rigiden Entscheidungen waren die Israel, auch und gerade im Eigeninteresse, mit den z.B. Palästinensern traf.
    Doch wenn Grass hier Vergleiche zieht sollte er beachten das die Menschen in Israel frei sind, die Frauen weitgehend gleichberechtigt, Homosexuelle sowie Randgruppen nicht verfplgt werden und es keine Todesstrafen gibt. Im Iran ist dies nicht so.

    Überdies redet Achmadinedschad in jeder 4. Rede davon Israel auslöschen zu wollen. Von Israel habe ich dies umgekehrt noch nicht einmal gehört oder gelesen. Also gänzlich eine polemische Fehlbehauptung. Das Israel einen Atomschlag gegen den Iran plant ist nicht nur neu in der Behauptung, es ist lächerlich.

    Er handelt sich also viel eher selbst den Vorwurf der Gleichmacherei als auch den der Verharmlosung des Irans ein.
    Also eher auf die alten Tage "Günter Krass".
    Ich denke mal Sie sind kein Araber der in Israel lebt. Fragen Sie mal Araber nach Ihren rechten und wie diese behandelt werden.

    Oder einfach mal Googlen "laws against Arabs in Israel"

    dan sieht die sache schon wieder anders aus.

    Ich bin kein Araber, sonder versuche nur meine Augenb aufzuhalten und meine eigene Meinung zu bilden, mit informationen die nicht gleichgeschaltet sind.

    da Hat Grass recht, es ist eine gleichschaltung der Medien im Westen, wer das nicht merkt ist genauso dumm wie die deutschen 1934-45
  10. #279

    Jau!

    Zitat von Tunt Beitrag anzeigen
    Ich habe die mediale Aufregung über Grass aus den gewohnten Quellen zum Anlass genommen, sein „Gedicht“ erst einmal zu lesen. Meine regionale Tageszeitung hat es dankenswerterweise abgedruckt, statt sich nur darüber zu echauffieren. Nach der Lektüre ist mir nicht klar, worauf die ganze Aufregung beruht.

    Da hat ein Schriftsteller seine Meinung zu einem politischen Problem kundgetan. Man muss sie nicht für richtig halten. Man muss sie aber auch nicht verdammen, denn Grass argumentiert keineswegs „extremistisch“. Wollen wir uns wirklich über seine (bestreitbaren) Akzente aufregen? Ich plädiere für mehr Gelassenheit und kann auf kollektive Wellen der Empörung gut verzichten.
    So sehe ich das auch!
    Aber, dass man das Gedicht vorher gelesen hat, wenn man hier Kommentare schreibt, muss doch wohl die erste Voraussetzung sein, oder?
    Deshalb kann ich auch überhaupt nicht verstehen, wie einige Foristen sich quasi für GG "schämen".
    Was soll das?
    GG hat nicht Partei ergriffen. Er ist ZU RECHT besorgt, dass ein Konflikt in einen atomaren Krieg führen könnte.
    Das kann man nicht weg diskutieren. "Peinlich"! Was ist denn "peinlich" für eine Kategorie, wenn es um eine reale Bedrohung geht?
    Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.
    Ich hoffe wirklich, dass die entsprechenden Foristen noch einmal das Gedicht lesen UND verstehen!








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