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Umstrittenes Gedicht: Israel verhängt Einreiseverbot gegen Günter Grass

dapdIsrael hat den Literaturnobelpreisträger Günter Grass nach der Veröffentlichung seines umstrittenen Gedichts zur Persona non grata erklärt. Ein Sprecher des Innenministers bestätigte eine entsprechende Entscheidung. Dies bedeutet de facto ein Einreiseverbot.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826327,00.html
  1. #800

    ging nach hinten los!

    Zitat von bosemil Beitrag anzeigen
    Das ist man von israelischen Regierungen eigentlich gar nicht gewohnt das denen bei einer Kritik gleich das Hemd flattert. So wichtig kann der Grass nun auch nicht wieder sein. Diplomatisch ziehmlich ungeschickt.
    Ob der Innenminister in Israel damit Punktet dürfte bezweifelt werden.
    mit dem einreiseverbot gegen einen mißliebigen künstler zeigt israel dummerweise nur eines: der künstler hatte recht und israel ist auch nicht moralisch besser oder freier als der iran.
  2. #801

    Ja, das ist richtig, interessiert aber hier nicht

    Zitat von slampoet Beitrag anzeigen
    Wenn man Grass´ Text untersucht, stellt man vor allem fest, dass er selbst das am häufigsten erwähnte Konzept ist. "Ich" ist nach "und" das meistverwendete Wort, und zusammen mit den Personalpronomina "mein", "meiner" etc. das häufigste überhaupt.
    Ohne behaupten zu wollen, Statistik sei das vorrangige Werkzeug der Interpretation - ist es nicht frappierend, dass der Schreiber sich selbst 14mal, das Konzept "Friede" aber nur ein mal erwähnt?
    Kann der Text nicht einfach ein Schrei nach Aufmerksamkeit sein? Nach dem Nobelpreis ist es sicher schwer, zu ertragen, wenn man nicht mehr so im Zentrum steht... und da ist er ja nun wieder. Wen die Text-Statistik interessiert:

    Was gezählt werden muss
    Sie haben ja recht. Aber es geht hier nicht um Poesiekritik, sondern um den Mißbrauch des Antisemitismusvorwurfs zwecks Immunisierung gegen jegliche, auch berechtigte Kritik. Und das allerdings zum eigenen Schaden der Mißbraucher.

    Das Interessante ist, dass proisraelische Politiker und Publizisten sich vor vermeintlichem Antisemitismus schützen wollen und dabei dem tatsächlich vorhandenem Antisemitismus in die Hände spielen. Das kann man tragische Dummheit, Schizophrenie oder sonstwie nennen.

    Erklärbar ist das sehr schwer.

    Es ist so, dass viele Grass-Kritiker sich so verhalten, wie sie ihm zu unrecht vorwerfen, sich zu verhalten.
  3. #802

    da laesst der Guenter einen krachen.
    So kann man auch mit kleinen Sachen
    Dem Spiegel eine Freude machen.
  4. #803

    Danke, so ist es.

    Zitat von dongerdo Beitrag anzeigen
    Und genau das, mein Lieber, ist der Nachweis dass Sie KEINE Ahnung haben was Antisemitismus eigentlich bedeutet. Ihr Geschreibsel in diesem Thread ist ein Armutszeugnis: Sie verbreiten Ihre kruden politischen Thesen in Form von Behauptungen an denen, auch wenn sie hier gleich mehrfach widerlegt werden, sehr offensichtlich niemals gerüttelt werden wird.
    Diese absolutistische Grundhaltung (Wie sagen schon viele Israelis "My country right or wrong!"), der vollkommene Mangel an Selbstreflektion und Kritikfähigkeit - all dies ist eine größere Gefahr für den Staat Israel als es die Iraner realistisch gesehen jemals sein können (ob sie wollen oder nicht)
    Die Gefahr für Israel droht nicht von Seiten eines 84jährigen Publizisten, der mit letzter Tinte noch einmal im Licht der Aufmerksamkeit stehen möchte, sondern von den faschistischen Kräften in Israel selbst.

    Allein ein maßvolle, auf Interessenausgleich bedachte Außenpolitik kann Israel auf Dauer stabil halten. Nur MIT den Nachbarn, nie GEGEN die Nachbarn kann man in Frieden leben. Da ist die permanente Schuldzuweisung dem Anderen gegenüber nie hilfreich.

    Wer man Frieden haben will, muß man manche Kröte schlucken können. Vor allem anderen ist es gut, wenn man gelernt hat zur rechten Zeit den Mund zu halten.

    Dieser publizistische Sturm im Wasserglas hat Israel und den Juden sehr viel mehr geschadet, als ein alter Nobelpreisträger es je hätte herbeischreiben können. Das ist kein Ausweis von Weisheit, liebe blind proisraelische Publizisten.
  5. #804

    Fallstricke der Übersetzung

    Zitat von apfelshore Beitrag anzeigen
    Es ist erwiesen das die sogenannte Vernichtungserklärungen des Irans gegen Israel so nie stattgefunden hat. Gerne noch mal für Sie:
    Umstrittenes Zitat von Ahmadinedschad - Der iranische Schlüsselsatz - Kultur – sueddeutsche.de
    Es ist wirklich ein Elend, daß niemand so gut Farsi spricht wie die Süddeutsche Zeitung. Wie soll man also wissen, was Achm. nun tatsächlich gesagt hat!

    Sprache und sprachspezifische Metaphorik sind als linguistische Zeichensysteme ja leider immer mehrdeutig und sind immer einer ihrerseits sprachlichen Interpretation unterworfen. Übersetzungen sind daher ein sehr fehlerträchtiges Mittel der Erkenntnisgewinnung. Je blumiger eine Sprache, um so bunter die Bedeutungen, die man aus einem metaphorischen Satz destillieren kann. Das Gesagte und das Gemeinte sind also immer sehr schwer zu verstehen.

    Was mag Achm. also gemeint haben, als er auf der Konferenz „Die Welt ohne Zionismus“ sprach (was mag schon mit diesem Begriff gemeint sein? Könnte es nicht Beschwörung eines irdischen Paradieses ohne Grenzen sein, im friedlichen Nebeneinader der Völker, wo das Lamm arglos neben dem Löwen lagert? Oder so?) - was mag er also gesagt haben, oder gemeint haben, als er gesagt hat oder gemeint hat:

    "in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad."

    Heißt das nun
    a. „Israel muß von den Seiten der Geschichte verschwinden“ (das meint vielleicht: Die Geschichtsschreibung muß Israel ignorieren?)

    b."Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte verschwinden." (SZ Variante 1) (das meint vielleicht: Das Besatzerregime muß durch eine palästinensisch-israelische Ein-Staaten-Lösung ersetzt werden?)

    c. "Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Zeiten verschwinden."(SZ Variante 2) (das meint vielleicht: die israelische Regierung muß bei der nächsten Wahl ausgetauscht werden?)

    d: „Die israelische Regierung muß sich aus Ostjerusalem zurückziehen“

    oder c: "Israel must be wiped off the map" (wie die iranische Nachrichtenagentur IRIB (völlig falsch natürlich) selbst übersetzt hat.

    Oder hat die IRIB zwar wörtlich falsch übersetzt, aber sinngemäß das Richtige gemeint?

    Oder hat die Süddeutsche zwar wörtlich richtig übersetzt, aber sinngemäß das falsche gemeint?

    Rätsel über Rätsel der Linguistik.

    Aber es gibt zum Glück auch andere als rein sprachliche Möglichkeiten, Irans Absicht zu deuten: Bilder“sprache“ – so, wie man Flugkörper mit Bild-Botschfte und Bildsymbolen in den Weltraum schießt, die extraterrestrischen Lebensformen ein Bild unserer irdischen Zivilisation vermitteln sollen.

    Dankenswerterweise hat Iran in einem bunten Militärparaden-Ballett auch für Nicht-Farsi-Sprecher seine Intentionen dargelegt; und – the medium is the message! - gerade die bunte Verspieltheit dieser spielerischen Botschaft sagt klarer als Worte es könnten: Der Iran will nur spielen!

    Ahmadinejad mistranslated? - YouTube

    Ballett ab 1:11, aber der Anfang ist auch sehr verspielt!
  6. #805

    Meinungsfreiheit in der BRD

    Zitat von bree Beitrag anzeigen
    was trifft, trifft zu
    Das ist unglaublich: da sagt ein Dichter die Wahrheit und unsere Schleimer, sprich Politiker, Journalisten und staatlich gelenkte öffentliche Meinung ,schreien auf ,ducken sich ,heucheln und sind in Wahrheit froh , dass einer so etwas mal gesagt habe. Die Ignoranz aller israelischen Regierungen gegenüber UNO-Resolutionen und die gewaltsame Landnahme arabischer Gebiete, haben mir schon lange gestunken. Ich bin Jahrgang 1945 und habe mit Holocaust nicht am Hut und gegen eine friedliebende jüdische Bevölkerung bin ich selbstverständlich auch nicht.
    Oft wird eine berechtigte Kritik an Israel als Antisemitismus interpretiert. In der BRD , aus historischen Gründen, besonders oft. Liebe Leute , es heute nichts aber gar nichts so wie vor 80 unter dem Verbrecher mit dem Schurbart.
  7. #806

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israel hat den Literaturnobelpreisträger Günter Grass nach der Veröffentlichung seines umstrittenen Gedichts zur Persona non grata erklärt. Ein Sprecher des Innenministers bestätigte eine entsprechende Entscheidung. Dies bedeutet de facto ein Einreiseverbot.

    Umstrittenes Gedicht: Israel verhängt Einreiseverbot gegen Günter Grass - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich bewundere den Mut von Herrn Grass, es ist auch meine Meinung, ein Gedicht, daß alles aussagt. Aber solange mit Waffen Geld verdient wird, wird sich zum Wohle der Menschen nicht ändern.
  8. #807

    Zitat von Gebetsmühle Beitrag anzeigen
    mit dem einreiseverbot gegen einen mißliebigen künstler zeigt israel dummerweise nur eines: der künstler hatte recht und israel ist auch nicht moralisch besser oder freier als der iran.
    Grass faktisch zu widerlegen, war anhand der diversen Faktenchecks in den Medien, eines der einfachsten Übungen. Soviel zu "der Künstler hatte recht".

    Und was Ihr Urteil über Israel anbelangt, wissen Sie doch ganz genau, dass es blanker Unsinn ist, Israel auf eine Stufe mit dem Iran zu stellen.

    Wenn Israel so wäre wie der Iran, müsste Moshe Zimmermann, ein vehementer Kritiker der gegenwärtigen, und fast jeder anderen israelischen Regierung zuvor, seit Jahren im Gefängnis sitzen oder sich im Exil befinden. Stattdessen bezieht er sein Gehalt als Professor an der Jerusalemer Uni vom israelischen Staat. Gegen Grass, hätte die israelische Regierung statt Einreiseverbot eine Mordfatwa ausgesprochen.
  9. #808

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    Es ist wirklich ein Elend, daß niemand so gut Farsi spricht wie die Süddeutsche Zeitung. Wie soll man also wissen, was Achm. nun tatsächlich gesagt hat!

    [..]

    Rätsel über Rätsel der Linguistik.

    Aber es gibt zum Glück auch andere als rein sprachliche Möglichkeiten, Irans Absicht zu deuten: Bilder“sprache“ – so, wie man Flugkörper mit Bild-Botschfte und Bildsymbolen in den Weltraum schießt, die extraterrestrischen Lebensformen ein Bild unserer irdischen Zivilisation vermitteln sollen.

    Dankenswerterweise hat Iran in einem bunten Militärparaden-Ballett auch für Nicht-Farsi-Sprecher seine Intentionen dargelegt; und – the medium is the message! - gerade die bunte Verspieltheit dieser spielerischen Botschaft sagt klarer als Worte es könnten: Der Iran will nur spielen!

    Ahmadinejad mistranslated? - YouTube

    Ballett ab 1:11, aber der Anfang ist auch sehr verspielt!
    Und Sie meinen wirklich dieses einseitige Video trägt zur Aufklärung bei? Da bleibt mir nur eins zu sagen: Wow.

    Es geht mir doch nicht darum Herrn Ahmadinejad in irgendeiner Form in Schutz zu nehmen oder seine Aussagen gut zuheißen. Es geht einfach um eine differenzierte Betrachtung. Es geht darum das diese Aussagen, die mitunter weit zurückliegen und eben nicht eindeutig sind, dazu benutzt werden, um eine aktive Bedrohung des Irans zu verdeutlichen, die es schlicht und einfach nicht gibt. Es wird so dargestellt als stünde der Iran kurz davor, Israel dem Erdboden gleichzumachen. Würde Iran zum jetzigen Zeitpunkt über Kernwaffen verfügen, würde das an der Sachlage kaum etwas ändern. Den Iraner wird gerne unterstellt, dass sie alle religiöse Spinner sind, auf die 72 Jungfrauen im Paradies warten und sie ja nichts zu verlieren hätten bei einem Angriff auf Israel. Dass der Iran tatsächlich innerhalb von Tagen selber durch diverse Gegenschläge der Israelis, der USA, Russland, etc. vor der totalen Zerstörung stehen würde, ist demnach zu vernachlässigen, verrückt bleibt verrückt.

    Man mag vom Islam halten was man will, ich persönlich lehne ihn wie so gut wie jede andere Religion die Jahrhunderte oder Jahrtausende alt ist, ab. Ganz einfach aus dem Grund, weil diese meiner Meinung nach nicht zeitgemäß sind. Zwischen religiösen Fanatikern in einem Maß zu differenzieren, das die einen in eine komplett verstandeslose und die anderen in eine zu vertretende Ecke stellt, halte ich aber für grob fahrlässig.

    Noch mal kurz zu dem Video. Haben Sie sich die Militärparade mal genauer angeschaut? Ich erkenne dort zwei Hakenkreuze, die genauso wie der Davidstern von einer Rakete durchstoßen werden. Und das lässt für Sie wirklich weniger Interpretationsspielraum? Alle Achtung.
  10. #809

    Zitat von sorata Beitrag anzeigen
    Im Parteiprogramm des Innenministers Jischai steht:"Andersgläubige in Israel haben nur und allein die Aufgabe Israelis zu dienen und zu schützen. Das gilt vor allen für Christen, weil diese nur deshalb erschaffen wurden, um Juden zu dienen".
    Nicht zu glauben? Hier ein wenig aus dem Programm seiner Partei.
    Yosef: Gentiles exist only ... JPost - Jewish World - Jewish News
    Ja, unglaublich, was Forist/In sorata da erzählt, was da so alles im Parteiprogramm des israelischen Innenministers steht. Und man sollte es auch wirklich nicht glauben. Denn es steht da nicht – wie der von sorata verlinkte Link selber klar besagt. Es handelt sich - wie der Link klar sagt!! - um ein Zitat des 91-jährigen Ober-Rabbiners Ovadja Josef aus einer seiner Samstagspredigten im Oktober 2010 - wie der Link klar sagt!!!

    Der berüchtigte Rabbiner Josef ist das durchgeknallte spirituelle Oberhaupt der ultra-orthodoxen Schas-Partei, dessen Samstagspredigten in Israel regelmäßig zur Empörung führen. Innenminister Jischai gehört zur Schas-Partei. Das heißt aber nicht, daß Rabbi Josefs Predigt-Zitat im Parteiprogramm des Innenministers steht - dies zu behaupten, ist etwa so korrekt wie die folgende Schlußfolgerung:

    Angela Merkel ist evangelisch. Der Gründer des evangelischen Bekenntnisses war Martin Luther. Deshalb - das ist logisch sofort einsichtig - stehen in Merkels evangelischem Parteiprogramm folgende Luther-Sätze:

    "Wenn ein Dieb zehn Gulden stiehlt, so muß er hängen; raubt er auf der Straße, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jude, wenn er zehn Tonnen Gold stiehlt und raubt durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbst."

    "Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler... die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen...es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen."

    "Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen."

    "Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, dass Du, nächst nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind hast, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will."

    „Kein blutdürstigeres und rachgierigeres Volk hat die Sonne je beschienen, als die sich dünken lassen, sie seien darum Gottes, daß sie sollen und müssen die Heiden morden und würgen. “

    Das steht ebensowenig in Merkels Parteiprogramm wie das von sorata Zitierte im Programm des israelischen Innenministers. Aber um ein bißchen mit Dreck zu werfen, reicht so eine kleine Faktenverdrehung immer – und mit dem guten alten deutschen Antisemitismus hat so ein Beitrag natürlich ü-ber-haupt nichts zu tun, schon klar. Lol!

    Liebe Israelkritiker mit dem reinen deutschen Gewissen der nach 45 Geborenen: Gebt bitte acht, daß eure berechtigte Kritik an Israel nicht allzu stürmerisch nach Julius Streicher klingt.

    Ovadja Josef
    Kulturkampf in Israel
    Parliamentary Groups in the Knesset
    Die israelische Schas-Partei


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