Forum: Blogs
Umstrittener Plan: Argentinien will größten Ölkonzern des Landes enteignen
Die spanische Regierung spricht von einer "feindlichen Entscheidung": Argentinien plant, die heimische Tochterfirma des Repsol-Konzern zu verstaatlichen. Der Grund: Das Unternehmen investiere zu wenig in den Ausbau der Ölförderung.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...827983,00.html
- #1 17.04.2012 08:41 von
Überfällig
Es ist eine längst überfällige Entscheidung! Die neo-liberale Wirtschafts-Politik unter Präsident Carlos Menem (1989-1999) zahlte sich nicht aus. Argentinien wurde zwar zum gefeierten Musterschüler des Internationalen Währungsfonds (IWF), jedoch führten die Privatisierungen, die Öffnung des Marktes, die Sozial-Kürzungen, die IWF-Rettungskredite letztlich zum Kollaps 2001.
Warum wird nicht eingesehen, dass diese neo-liberale Politik nicht funktioniert? Stattdessen wird sie bis heute als Lösungs-Rezept für Griechenland etc. angewendet.
Finanzkrise und Kollaps von Argentinien 2001, kritisch-aktuelle Dokumentation - YouTube - #2 17.04.2012 08:48 von
.
staatliche enteignung ist eine schweinerei. aber viel schlimmer ist das fördern von ressourcen die der allgemeinheit gehören müssten durch private unternehmen. das argentinische volk ist muss herr seiner eigenen rohstoffe sein und hätte niemals das westliche modell der "förderrechte" an eine andere partei abgeben sollen. so langsam beginnen die menschen dieser welt gegen ungerechtigkeiten wie diese zu rebellieren und erobern sich stück für stück zurück, was ihnen ein perverses system über jahrzente genommen hat.
- #3 17.04.2012 09:04 von
...darüber sollte man auch mal in Europa nachdenken
...darüber sollte man auch mal in Europa nachdenken. Die Ölfirmen einfach enteignen.
- #4 17.04.2012 09:26 von
Argentinien will größten Ölkonzern des Landes enteignen
Nicht ganz ungefährlich, aber man muss Kirchner zugestehen, dass sie mutig ist. Im Streit um die Malvinas(Falklands)geht es ja auch um Ölvorkommen vor den Inseln. Mal sehen wo das endet. Den Anschluß an Brasilien hat man schon länger verloren. Jetzt will man wohl schauen, dass man nicht ganz leer ausgeht.
- #5 17.04.2012 09:27 von
Eine sehr verkürzte und damit falsche Darstellung der Argentinienkrise.
Hauptproblem war die Koppelung des Peso an den US-Dollar und damit einhergehende eine Überbewertung der Währung, die zu einem Haushaltsdefizit, Arbeitslosigkeit und einer Überschuldung führten. Argentinien war eben gerade nicht Musterschüler! - #6 17.04.2012 09:27 von
Diese Formulierungen sind ein Witz!!
Das ist sehr schräg gedacht! Argentinien ist ein Land voller Rohstoffe, allerdings denken die Macht habenden Politiker immer nur an die nächste Wahl. Sie zocken alle Unternehmer ab, indem sie Erfolg extrem besteuern. Anstatt den Export und das Wachstum zu fördern, gibt es auf den Export hohe Steuern, also lohnt es sich nicht wirklich zu exportieren. (Oder anders gesagt, es lohnt sich extrem zu schmuggeln! Sojabohnen gehen über Paraguay raus.)
Durch verordnete niedrige Preise, aber gestiegene Kosten lohnt es sich für Repsol nicht, nach neuen Ölquellen zu suchen. Dafür werden sie jetzt bestraft. Da kann man nur sagen: Selbst schuld! Wer in Argentinien investiert, muss sein Geld im ersten Jahr verdienen, denn über kurz oder lang wird er enteignet. Oder er wird zu blöden Dingen gezwungen, wie den Verkauf von argentinischem Wein oder Leder in Europa, um Autos importieren zu dürfen. So geht es BMW und Porsche.
Wie sagen die erfahrenen Südamerika-Kenner: Wenn in Santiago de Chile ein Mensch auf der Strasse umfällt, kommen 10 Leute um zu helfen. Wenn in Buenos Aires einer umfällt, kommen 10 Leute, um ihn zu beklauen. Also Finger weg von Investitionen in Argentinien! - #7 17.04.2012 09:29 von
Fernández (de Kirchner)
Die Dame heißt nicht Kirchner, sondern Fernández mit Nachnamen. Kirchner ist der Nachname ihres verstorbenen Ehemanns. Im spanischen Sprachraum wird daraus bei Heirat nicht Kichner geborene Fernández und auch nicht Kichner-Fernández, sondern Fernández de Kichner. Wie dem auch sei: Kann man diese Dame nicht auch enteignen/verstaatlichen, weil aus ihren Damenbarthaaren zu wenig Pullover hergestellt werden?
- #8 17.04.2012 09:40 von
Die einzig richtige Entscheidung, die die argentinische Regierung in diesem Fall treffen kann. Die Privatisierung der 90er Jahre hat zu einem massiven Raub des argentinischen Vermögens geführt, und das nicht nur bei YPF, sondern bei fast allen ehemals staatlichen Unternehmen. Von der Eisenbahn über Entel bis hin zu YPF wurden sämtliche Unternehmen von den neuen Eigentümern ausgeschlachtet und der Dahinsiechung überlassen.
Grundversorgung gehört einfach nicht in die Hand privater (also gewinnorientierter) Unternehmen. Ich hoffe dass diese Erkenntnis auch in Deutschland ankommt, bevor bspw. die DB komplett privatisiert wird, gewinnorientiert arbeitet sie ja schon seit der Börsengang vorbereitet wird.
Und es ist eine Schande sondergleichen, dass das 'neoliberale' IWF-Rezept welches Argentinien vor die Wand fahren ließ jetzt (vor allem) mit deutscher Hilfe in Griechenland und anderen Staaten angewendet werden soll. - #9 17.04.2012 09:47 von
.
Erst Streit mit England wegen den Falklands anfangen, jetzt dieser kommunistische Enteignungsquatsch. Da will wohl jemand vom Versagen der eigenen Politik ablenken.
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

