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Umstrittener Plan: Argentinien will größten Ölkonzern des Landes enteignen

Die spanische Regierung spricht von einer "feindlichen Entscheidung": Argentinien plant, die heimische Tochterfirma des Repsol-Konzern zu verstaatlichen. Der Grund: Das Unternehmen investiere zu wenig in den Ausbau der Ölförderung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...827983,00.html
  1. #10

    Zitat von hansulrich47 Beitrag anzeigen
    Das ist sehr schräg gedacht! Argentinien ist ein Land voller Rohstoffe, allerdings denken die Macht habenden Politiker immer nur an die nächste Wahl. Sie zocken alle Unternehmer ab, indem sie Erfolg extrem besteuern. Anstatt den Export und das Wachstum zu fördern, gibt es auf den Export hohe Steuern, also lohnt es sich nicht wirklich zu exportieren. (Oder anders gesagt, es lohnt sich extrem zu schmuggeln! Sojabohnen gehen über Paraguay raus.)
    Durch ......
    Sie haben durchaus Recht, beschreiben allerdings die argentinische Politik seit 2003 (also von der Kirchner-Regierung nach dem Kollaps). In den 90er Jahren wurde von den Präsidenten Menem und de la Rúa (welcher Menems Politik eigtl nur fortsetzte) die genau gegenteilige Politik gemacht, immer in strenger Anlehnung und Absegnung durch den IWF. Die Politik der K's ist mit Sicherheit nicht die perfekte Politik, jedoch geht es dem 'gemeinen' Argentinier heute bedeutend besser, als es ihm noch 2001 ging, nicht umsonst wird diese Politik in Wahlen regelmäßig bestätigt.
  2. #11

    Stimmt nicht

    Zitat von ke.cu. Beitrag anzeigen
    Grundversorgung gehört einfach nicht in die Hand privater (also gewinnorientierter) Unternehmen. Ich hoffe dass diese Erkenntnis auch in Deutschland ankommt, bevor bspw. die DB komplett privatisiert wird, gewinnorientiert arbeitet sie ja schon seit der Börsengang vorbereitet wird.
    Das ist Quatsch! Oder sollen wir jetzt die Landwirtschaft, die ja eindeutig zur Grundversorgung gehört, verstaatlichen? Der Staat hat über Jahrzehnte bewiesen, dass er es auch nicht besser (kostengünstiger und/oder effizienter) kann. Man schaue sich nur mal an, was sich im Telefonmarkt seit der Privatisierung getan hat. Eine Aussage, auf die man sich einigen könnte, wäre: "Unregulierte Monopole gehören nicht in private Hand".
    Alles, was kein Monopol ist, gehört sowieso privatisiert. Und bei Monopolen sollte eine angemessene Regulierung gefunden werden:
    Der Staat hat alle Mittel, Monopolmärkte sinnvoll zu regulieren. Und die Wirtschaftswissenschaften stellen alle nötigen Möglichkeiten dafür zur Verfügung. Mal macht er es halt besser, mal schlechter. Insgesamt fährt die gesamte Volkswirtschaft damit aber wesentlich besser als mit staatlichen Monopolen.
  3. #12

    Wenn's hilft

    Zitat von bio1 Beitrag anzeigen
    Es ist eine längst überfällige Entscheidung!
    Ich habe prinzipiell nichts dagegen, wenn Rohstofffirmen mehrheitlich in staatlicher Hand sind. Jedoch ist Verstaatlichen kein Allheilmittel, wie ausnahmslos alle sozialistischen Staaten dieser Welt zeigen bzw. gezeigt haben, zuletzt in Venezuela.

    Dort ist die staatliche Ölgesellschaft PdVSA zu einem Selbstbedienungsladen für die Regierung verkommen. Das Management wurde durch unfähige Parteikader ersetzt, es wird nur noch unzureichend in die Ölförderung investiert, sodass die Produktion stetig sinkt, dafür umso mehr Geld durch die Regierung entnommen, um konsumtive Wahlgeschenke oder im Korruptionssumpf versinkende Investitionsprojekte zu finanzieren.
    Da Cristina Fernández ähnlich populistisch veranlagt ist, wie ihr venezolanische Kollege, befürchte ich in Argentinien auch einen ähnlichen Verlauf.
  4. #13

    Zitat von MaxMütze Beitrag anzeigen
    Erst Streit mit England wegen den Falklands anfangen, jetzt dieser kommunistische Enteignungsquatsch. Da will wohl jemand vom Versagen der eigenen Politik ablenken.
    Enteignung hat nichts mit Kommunismus zu tun. Selbst in Deutschland und den USA wird enteignet. Wenn in Deutschland oder den USA mal eine Ergasleitung gebaut werden sollte für Unternehmen, die in diesen Ländern nicht mal Steurn zahlen, wurde ebenfalls enteignet ... offiziell zum Wohle der Bevölkerung. In Wahrheit übereignete man das enteignete Land (meist von Bauern und Agrarbetrieben) aber dem jeweilig interessierten Privatunternehmen, damit es da seine Leitung bauen konnte.
    In Argentinien werden Privatleute wenigstens im Interesse der Bevölkerung vom Staat enteignet. Bei uns in Deutschland werden Privatleute mit Hilfe korrupter Behördenangestellter zum Wohle anderer Privatleute bzw. meist großer Konzerne enteignet.
    Wenn schon Enteignung, dann wenigstens wirklich zum Wohle des Volkes (wie in Argentinien) und nicht zum Wohle großer privater Konzerne (wie bei uns in Deutschland oder den USA).
    Ihre Kommunismus-Keule zieht also nicht. Mittlerweile sollten Sie gemerkt haben, dass Sie und andere diese Keule schon dermaßen oft und ungerechtfertigt benutzt haben, dass sie mittlerweile keinem mehr wehtut. Für Sie und andere ist ja eine Gesetzliche Krankenversicherung oder eine Öffentlich-rechtliche Bank wie die Sparkassen schon Kommunismus.
    Bei so viel Hirnverdrehung gibt's dann auch keine Abhilfe mehr. Tut mir leid für Sie.
  5. #14

    Die Rückführung systemrelevanter Ressourcen und Unternehmen in staatliche Hand ist völlig legitim. Man sieht es auch daran, wie Wasserversorgung und Bahnen bspw. in UK betrieben werden. Repsol soll ja 49% seiner Beteiligung behalten und entschädigt werden.

    Dass Fernández nicht auf Bashing und Einmischungen reagiert, ist nachvollziehbar.
  6. #15

    Wo das enden wird, kann man heute schon in Venzeuela studieren.
  7. #16

    Ölförderung

    Zitat von rolforolfo Beitrag anzeigen
    ...darüber sollte man auch mal in Europa nachdenken. Die Ölfirmen einfach enteignen.
    Ölförderung ist ein technisch komplexes Geschäft zu dem viel Know-How gehört. Ministererialbeamte besitzen dieses Know-How nicht.
    Wenn Argentinien Repsol enteignet wird kein internationales Unternehmen mehr dort nach Öl suchen. Und der argentinische Staat selber wird es nicht können. Deshalb lassen selbst Länder wie Syrien westliche Ölkonzerne bei der Ölförderung mitverdienen.
  8. #17

    Leider zu kurz ....

    Zitat von Espejo en vivo Beitrag anzeigen
    Ich habe prinzipiell nichts dagegen, wenn Rohstofffirmen mehrheitlich in staatlicher Hand sind. Jedoch ist Verstaatlichen kein Allheilmittel, wie ausnahmslos alle sozialistischen Staaten dieser Welt zeigen bzw. gezeigt haben, zuletzt in Venezuela.

    Dort ist .......
    ,,,, gedacht : was in den " Staatsbetrieben " von Aparatschiks verbockt wurde , machen die korrupten Vorstände und Investoren bei privatisierten Unternehmen . Ein System, das beides nicht verhindern kann , ist eben unfähgig . Daher ja auch die System-Wende " alternativlos " !
  9. #18

    Aktion-Reaktion

    Der Economist hat vor kurzem (u.a) die Inflationsrate für Argentinien
    von seiner Seite genommen. Warum? Weil die Regierung Kirchner per Maulkorb den arg. Ökonomen (mit Ausnahme der staatlichen Agenturen) verboten hat wirtschaftliche Kennzahlen herauszugeben und die staatlichen Werte zur Inflation massiv getürkt werden.

    Official statistics: Don

    Argentinien ist mit Volldampf auf dem Weg zurück in die Zukunft... es findet bereits wieder eine Hyperinflation statt... und die Regierung reagiert nach altem südamerikanischen Rezept...erschießt die Boten und beschimpft/verstaatlicht ein paar Multis.
    Alleine die Logik... ein Unternehmen investiert nicht genug... also verstaatliche es... das regt bestimmt die Investitionen anderer Unternehmen an...
    Aber dem "gewissen" Publikum hier bei Spon muss man nur die Wörter "Multi" & "Verstaatlichung" vorwerfen und schon klatscht es Beifall...
  10. #19

    Zitat von Epaminaidos Beitrag anzeigen
    Das ist Quatsch! Oder sollen wir jetzt die Landwirtschaft, die ja eindeutig zur Grundversorgung gehört, verstaatlichen?
    Es geht nicht um die gesamte Grundversorgung, sondern lediglich um die natürlichen Monopole. Das sind in erster Linie Leitungsnetze und Infrastruktur (Wasser, Strom, Schiene, Straßen, Kommunikation usw.) und vor allem die Rohstoffe eines Landes. Die Anbieter, die diese natürlichen Monopole, d.h. die Leitungen und Infrastruktur nutzen, können selbstverständlich privat sein, d.h. private Telefonanbieter, private Bahngesellschaften usw., aber die Infrastruktur gehört einfach in staatliche Hand, damit deren Instandhaltung und Verfügbarkeit garantiert werden kann. Überall auf der Welt, wo Infrastruktur privatisiert wurde, zeigt sich, dass diese langfristig verfällt und marode wird und dazu noch wesentlich teurer, da die betreffenden Investoren gerne so schnell wie möglich möglichst viel Geld damit verdienen wollen, aber nicht teuer investieren wollen, denn das schmälert ja die Renditen. Also erhöht man die Preise, lässt alles verfallen und macht sich einfach aus dem Staub bzw. rechnet sich insolvent, wenn alles so marode ist, dass es keinen Gewinn mehr abwirft. Der Steuerzahler darf dann wieder übernehmen, alles sanieren und quasi nochmal für alles bezahlen.

    Zitat von Epaminaidos Beitrag anzeigen
    Der Staat hat über Jahrzehnte bewiesen, dass er es auch nicht besser (kostengünstiger und/oder effizienter) kann.
    Doch. Hat er. Die Post, die Bahn, die Strom- und Wasserversorgung war wesentlich besser aufgestellt, als sie noch in Staatshand waren. Und was ist heute? Postämter bzw. richtige echte Poststellen gibt's quasi nicht mehr. Strom wird immer teurer und teurer, obwohl die Erzeungspreise kaum gestiegen sind, aber die Gewinne der Stromunternehmen geradezu explodiert sind. Bei Wasser genauso. Die Bahn, die ja gewinnorientiert geführt wird, schrumpft sich mehr und mehr zusammen auf immer weniger Filetstücke der Strecken und stampft nach und nach den Nahverkehr ein. Der Service ist grottenschlecht geworden. Schalterangestellte und Schaffner werden durch Automaten ersetzt, die in 20% der Zeit nichtmal funktionieren.

    Zitat von Epaminaidos Beitrag anzeigen
    Man schaue sich nur mal an, was sich im Telefonmarkt seit der Privatisierung getan hat.
    Der Telefonmarkt ist in der Tat das einzige, aber auch wirklich einzige Beispiel von vielen, bei dem die Privatisierung Vorteile und Kostensenkungen gebracht hat. Aber auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Während in den Großstädten und Ballungszentren beispielsweise der Internetmarkt halbwegs funktioniert, gucken der ländliche Raum und kleinere Städte (insgesamt fast die Hälfte der Bevölkerung) in die Röhre, weil es sich unter rein betriebswirtschaftlichen Betrachtungen für die privaten Anbieter einfach nicht lohnt, dort die Netze auszubauen. Volkswirtschaftlich würde es sich aber sehr lohnen.








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