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Umstrittener Einsatz: Wie Söldner somalische Piraten jagen

Es sind Bilder, wie man sie noch nicht gesehen hat: Ein Video belegt, wie private Sicherheitskräfte an Bord eines Frachters einen Piratenangriff abwehren. Noch sind solche Einsätze umstritten - doch die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetz, das Söldner auf deutschen Schiffen legalisieren soll.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,827202,00.html
  1. #50

    Zitat von bodensalex Beitrag anzeigen
    Man höre und staune : "Nach Informationen des VDR sollen keine Maschinengewehre zugelassen werden, sondern lediglich all die Waffen erlaubt sein, für die deutsche Waffenscheine gelten"

    Dann kann man es auch gleich lassen. Wer glaubt, mit einer Walter PPK oder einem Jagdgewehr könne man eine Gruppe von mit Panzerfäusten und Kalaschnikows ausgerüstete Piratenbrut abwehren, ist schon sehr naiv.
    ach, das würde ich nicht unterschätzen. der vorteil der automatischen waffen liegt zunächst klar auf der hand: FIREPOWER. da kann man es sich leisten, nur warnschüsse abzugeben.

    das jagdgewehr wird dennoch spätestens dann eindruck machen, wenn der panzerfaustschuetze mit brustschuß umkippt.

    ich wage zu behaupten, daß trainierte soldaten auch mit jagdgewehren (welche durch ihre präzision schon semi-militär sind) piraten abwehren können. nur leider ohne den luxus von "salven an warnschuessen".

    sofern also erlaubt ist, mit den via waffenschein zugänglichen waffen (im verteididungsfall) scharf zu schiessen (ich erinnere mich, daß D.Bohlen mit sowas bereits davonkam), sollte es keine probleme geben, die piraten abzuwehren.
  2. #51

    DANKE, SPIEGEL! [/sarcasm]
    Bei dem Wort "jagen" im Titel dachte ich tatsächlich mal, irgendwer hätte mal das einzige getan, wozu diese impotenten Ex-Weltmächte noch fähig sind: einen Koffer Goldbarren an irgendwen geschickt, der dann ihre Drecksarbeit macht. Genauso auf internationales Recht oder Somalias Souveränität scheißen wie die Piraten selbst, und das Pack aktiv JAGEN, statt nur vor der Küste rumzuschippern und sie ein bisschen beim Beutefang zu stören.

    Naja, an der Enttäuschung bin ich jetzt selbst Schuld. War ja auch naiv. Die mächtigsten Nationen der Welt - selbst Newcomer wie China oder Indien die noch nicht zwischenzeitlich ihre Eier abgegeben haben - trauen sich halt nicht an eine Banda analphabetischer Gangster aus einem Drittweltland heran.
    An Lösungen scheint niemand interessiert zu sein. Weder der humanistische "Helfen wir den Somalis auf die Beine, dann hört das von ganz allein auf."-Ansatz, noch das gute, alte, imperialistische "Bedrohst Du uns mit nem Messer, bomben wir deine Stadt in Schutt und Asche.". Es passiert gar nichts. Keine guten Lösungen, keine gut-gemeinten-aber-schlechten-Lösungen, keine schlechten Lösungen, keine humanistisch nicht vertretbaren Lösungen, keine heftig kritisierten Lösungen... überhaupt nichts.

    Ein paar Ghettogangster rauben unsere Tresore leer, und Deutschland will ein Gesetz verabschieden, mit dem wir in Zukunft ganz feste abschließen dürfen. Das ist jämmerlich. Das ist unwürdig. Für jede Nation.
  3. #52

    Hmmm...

    Zitat von homeuser Beitrag anzeigen
    Es ist natürlich total sinnvoll Sicherheitskräfte mit Pistolen und kleinen Waffen auszustatten - mit denen kann man i.d.R. nämlich viel mehr als auf 10-20m halbwegs genau zielen.
    Reguläre Jagdgewehre unterliegen ja auch dem deutschen Waffengesetz und dürfen mit Waffenschein erworben werden. Ich gehe davon aus sie lassen sich sicher nicht von Holzoptik und ein paar Verschnörkelungen täuschen. Was drunter steckt ist erprobte Kriegswaffentechnik und mit einer Zieloptik wird daraus schnell ein Gerät dem sie ganz sicher nicht näher als 150 Meter kommen wollen.
  4. #53

    Sie wären für eine bessere Lösung? Welche denn?

    Zitat von Benkom Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich, das Video ist ziemlich krass. Die Leute schießen da auf Menschen die sehr wahrscheinlich gezwungen werden Piraterie zu betreiben.
    z.B. das Frau und Kind dem Mann weggenommen werden und erst wenn er ein Schiff heimbringt bekommt er sie anscheinend wieder.
    Und die Köpfe der Organisation sitzen irgendwo im Hinterland und lassen es sich gut gehen.

    Also ich währe da gern für ne andere Lösung.
    Jemand ein Vorschlag?
    Immer diese Möchtegern-Gutmensch-Ansatz, wenn ich gezwungen wäre in ihrem Zuhause Amok zu laufen würden sie sich auch über jeden Bewaffneten Retter freuen, der Sie und Ihre Familie beschützt.

    Wenn da Leute mit Bazookas und MG´s ein Schiff stürmen ist nix mit quatschen. Auch die meisten Soldaten haben Familie, trotzdem sollte man Widerstand leisten wenn feindliche Soldaten einen angreifen.
  5. #54

    Zitat von eurorider Beitrag anzeigen
    Perfekte Lobbyarbeit. Wer möchte schon gerne Wünsche deutscher Reeder abschlagen?
    Das wichtigste Kriterium für uns Steuerzahler offenbart sich allerdings hier:
    Verband Deutscher Reeder: Deutsche Handelsflotte

    Denn deutscher Reeder ist nicht gleich bedeutend mit unter deutscher FlaggeB
    B fahrend.
    85% aller deutschen Reeder wenden Steuersparmodelle an, indem sie ausflaggen und wollen nun von uns Schutz, für den sie selber nichts bezahlen?
    Kann mich in diesem Punkt nur den Mitforisten anschliessen und den betroffenen Reedern raten sich vertrauensvoll an die Regierungen von Malta, Panama, Liberia etc. zu wenden. Die werden sicher ein offenes Ohr haben.
    Wir brauchen unser Geld für andere Dinge hier dringender!
    Bei einer Privatisierung kostet Sie der Einsatz von Sicherheitskräften nicht einen Cent! Darum geht es doch.

    Im übrigen merkt man den meisten Beiträgen an, daß hier nicht gerade besonders viel Fach- und Hintergrundwissen vorhanden ist. Amateure eben, genau wie unsere Politiker.
  6. #55

    Wer hier die Piraten sind, duerfte ja klar sein.
  7. #56

    Notwehr

    Zitat von ergo_789 Beitrag anzeigen
    Weil das bedeuten würde, dass Deutschland seine wirtschaftlichen Interessen militärisch durchsetzt.
    So etwas kommt in der Öffentlichkeit nicht gut an. Selbst Köhler ist wegen so einer Aussage schließlich von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten.
    Es gibt den langsam in der deutschen Justiz vergessenen Notwehrparagraphen.
    Muß man den noch zitieren?
  8. #57

    Zitat von PrinzEisenerz Beitrag anzeigen
    Ich hab´es mir nur 1 x angesehen,
    doch sagt da nicht einer "they´re dead", bevor dann das erste
    Gummiboot steuerlos wegtreibt ?

    Das zweite Boot kam gar nicht mehr ganz ran,
    da haben sie dann wohl *wirklich* in die Luft geschossen.
    Mal im Ernst, wer hätte denn nur "warning shots" abgegeben ?
    In der Hinsicht ist es recht aufschlussreich, einfach mal die Originalseite, auf der das Video gepostet wurde anzusteuern, dort ließt man in der Beschreibung des Autors dann nämlich Folgendes:
    Description: Warning shots thru the brain is very effective.
    Alles klar? (Es muss natürlich nicht sein, dass die Beschreibung v. einem der beteiligten Söldner selbst kommt, aber dass sie zumindest mal aus deren persönlichem Umfeld stammt, halte ich für plausibel. Und das sagt ja einiges.) Es kommt natürlich erst so richtig "herzhaft", in Verbindung mit diesem Zitat aus dem SpOn-Artikel:

    "Nur zuverlässige und qualifizierte Sicherheitskräfte"
    Hmmm..

    Wenn es nicht gestellt war, war es jedenfalls interessant.
    Das ist nicht gestellt.

    Zitat von loncaros Beitrag anzeigen
    eine derart große Waffe kann man von einem Skiff gar nicht abfeuern, geschweige denn irgendwie zielen. Da bin ich lieber mit nato standard auf dem Deck des Frachters und habe Deckung bis zur Brust.
    Ganz genau. Ich kann mich aber ansonsten und nichtsdestotrotz der deutlichen Mehrheit hier im Forum nur anschließen: Ist einfach nur verständlich, dass dieser Weg eingeschlagen wird. Leider fürchte ich zugleich, dass es so auf kurz oder lang fast sicher auf eine Eskalation hinauslaufen wird, wenn die eine Seite dort groß als Cowboys aufspielt und sich - übel ausgedrückt - 'ne Mordsgaudi macht, während die andere Seite analog bitterst verzweifeln und folglich zu immer rabiateren Methoden greifen dürfte.
  9. #58

    Zitat von panzerknacker51 Beitrag anzeigen
    [...]Bei Auftauchen eines Piratenbootes gibt es einen Warnschuß, danach wird das Ding versenkt. Hat zwei Vorteile: es gibt keine Wiederholungstäter, und wenn sich das erst einmal rumspricht, kommt das Geschäft ganz schnell außer Mode.
    Vor ein paar Tagen lief eine Doku über die "Landseite" der Piraten in Somalia. Das sind nicht ein paar Fischer mit Kalaschnikows und Einbäumen. Durch die bereits erpressten Lösegelder in zig-Millionenhöhe sind das Privatarmeen, die ganze Städte und Küstenstreifen unter Kontrolle halten. Bei einer Eskalation auf See können die eine ganze Weile mithalten. Vielleicht überlegen die sich auch mal, dann einen Tanker mit einer Panzerfaust oder einer MANPAD in die Luft zu jagen nur um ein Exempel zu statuieren...?

    Meiner Meinung nach kann man das ganze nur lösen, wenn man eine großangelegte militärische Bodenoffensive startet und bereit ist, in aller Konsequenz diese Privatarmeen zu zerschlagen, dass Land zu entwaffnen und zu demilitarisieren. Gegen eine professionelle Armee wären sie chancenlos. Aber weder Luftangriffe noch Marineeinsätze können das leisten. Das würde Opfer und vor allem sehr viel Geld kosten. Und den politischen Willen so eine Aktion auch mal durchzuziehen, wenn es kein Öl irgendwo gibt.
  10. #59

    Zitat von eurorider Beitrag anzeigen
    Perfekte Lobbyarbeit. Wer möchte schon gerne Wünsche deutscher Reeder abschlagen?
    Das wichtigste Kriterium für uns Steuerzahler offenbart sich allerdings hier:
    Verband Deutscher Reeder: Deutsche Handelsflotte

    Denn deutscher Reeder ist nicht gleich bedeutend mit unter deutscher Flagge fahrend.
    85% aller deutschen Reeder wenden Steuersparmodelle an, indem sie ausflaggen und wollen nun von uns Schutz, für den sie selber nichts bezahlen?
    Kann mich in diesem Punkt nur den Mitforisten anschliessen und den betroffenen Reedern raten sich vertrauensvoll an die Regierungen von Malta, Panama, Liberia etc. zu wenden. Die werden sicher ein offenes Ohr haben.
    Wir brauchen unser Geld für andere Dinge hier dringender!
    Natürlich dürfen sie auch den Schutz deutscher Soldaten in Anspruch nehmen, vorausgesetzt diese haben sich freiwillig gemeldet, haben generell den offiziellen Auftrag zum Schutz der Schiffahrt, die Flaggennation stimmt zu und die Einsatzkosten werden dreifach erstattet. Die Schiffe unter deutscher Flagge brauchen natürlich nichts zahlen.


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