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Umstrittener Einsatz: Wie Söldner somalische Piraten jagen
Es sind Bilder, wie man sie noch nicht gesehen hat: Ein Video belegt, wie private Sicherheitskräfte an Bord eines Frachters einen Piratenangriff abwehren. Noch sind solche Einsätze umstritten - doch die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetz, das Söldner auf deutschen Schiffen legalisieren soll.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,827202,00.html
- #320 13.04.2012 16:45 von
- #321 13.04.2012 17:03 von
Doch,
das tun sie mitunter. Leider. Die Leute, die sie dabei erwischen, sind im allgemeinen ärmer als sie selber:
Geiselnahme: Verloren am Ende der Welt | Gesellschaft | ZEIT ONLINE - #322 13.04.2012 17:13 von
Aha - und wer soll nun eigentlich den Schutz übernehmen? Also Söldner ist nicht, weil ja Rambo.
Abgesehen davon sind ausländische Kriegsschiffe schließlich auch schon deutschen Frachtern zu Hilfe gekommen.
Hä? In dem beschriebenen Fall ist es doch der Reeder, der den Trupp bezahlt?
Können Sie mal erklären, welche Lösung sie sich eigentlich für das Problem vorstellen? - #323 13.04.2012 17:22 von
Afrikanische Korruption
Und warum ist das so? Weil man oft genug gelernt hat, daß Hilfsgelder gerade in Afrika einfach so versickern. Das Dümmste, was man tun kann, ist Geld dorthin zu schicken; das kommt im seltensten Fall dort an, wo man es haben möchte.
Dafür fährt aber der eine oder andere Oberst oder Provinzgouverneur in kürzester Zeit ein dickes neues Auto - oder hat eine schicke neue Villa in bester Lage. Im besten (aber auch unwahrscheinlichsten) Fall bekommen die Armeen der Länder, die an der Mission teilnehmen, mehr und/oder neuere Waffen. Aber Somalia befrieden - das wird mit diesen Mitteln niemals geschehen.
In Afrika regiert die Korruption. Deshalb ist ja Somalia dort, wo es heute ist, und ein Ausweg aus diesem bodenlosen Morast ist nicht abzusehen. Geld hinschicken wird nicht nur nicht helfen, sondern im Gegenteil die Macht der Mächtigen weiter zementieren. Die Nachbarländer haben alle Hände voll zu tun, fürs eigene Überleben zu sorgen.
Daß ein militärisches Eingreifen von außen keine Lösung ist, mußten die USA 1993 schmerzvoll erfahren: Da herrschte plötzlich traute Einigkeit in Somalia, daß man sich zwar gegenseitig auf den Tod haßt, aber diese Ausländer eben noch mehr, also hat man kurzzeitig gegen die US-Truppen geschossen, bevor man sich wieder gegenseitig massakriert hat.
Und dieser Zustand herrscht eben heute, 20 Jahre später, immer noch; ein Ende ist nicht abzusehen. Und wenn es schon die mächtige Militärmaschinerie der USA nicht geschafft hat, das zu ändern, wer soll es denn bitte dann schaffen? Ein paar (aus gutem Grund) unmotivierte Truppen aus Uganda (5210 Mann) und Burundi (4400 Mann)? Es hat schon seien Grund, daß der Nachbar Kenia gerade mal 10 (!) Soldaten hingeschickt hat; Kenia hat eben auch wenig Lust, den Bürgerkrieg über die eigene Grenze eskalieren zu lassen.
So bitter es ist: Die Somalis müssen es selber schaffen, sich aus diesem Sumpf herauszuziehen. Wenn sie weiterhin ihren Warlords Gefolgschaft leisten, müssen sie eben weiterhin in Anarchie leben. - #324 13.04.2012 18:05 von
Amateure....
In einer Demokratie werden zumindest noch die Wahlen zu 99% von Amateuren entschieden. Dabei soll es sogar Leute geben, die sich auf dem Weg zum Wahllokal noch von den zahlreich aufgestellten Plakaten beeinflussen lassen. Auch dies lässt sich in einer Demokratie leider nicht verhindern, genau so wenig wie die zu 100% sinnlose, weil inhaltsleere Wahlwerbung der Parteien.
Die Leute aber, die sich regelmässig in Diskussionen werfen (z.B. in Foren), zeichnet meist der Wille aus, sich mit Sachthemen intensiver auseinander setzen zu wollen. Davon leben kann hier wohl niemand davon, deshalb bleiben wir interessierte Amateure. Und das ist auch gut so, denn Profis vertreten die Interessen desjenigen, der sie dafür bezahlt.
Viel wichtiger aber ist, und nun komme ich auf meinen Beitag zu sprechen, dass man bei Recherchen auf die Brüche der Lobbyargumentationen , also der Profis, kommt. Dies wird ja heute gerne unter dem Begriff Medienkompetenz subsummiert und unterscheidet uns vom "deutschen Michel" der sich von Profis Honig um den Mund schmieren lässt.
Und da fällt eben gleich ins Auge, dass hier wieder mit Euphemismen gearbeitet wird. In diesem Fall der Begriff der deutschen Reeder und/oder Handelsflotte. Diese ist im Besitz von Deutschen, fährt aber aus Steuerspargründen, gesetzlichen Auflagen, Sozialabgbaben etc. unter Schattenflaggen.
Dieser entscheidende Unterschied wurde im Bericht nicht klar dargestellt. Übrigens auch von Profis geschrieben. Aber die Amateure finden die Knackpunkte heraus.
Und um konkrete Lösungsvorschläge bin ich als Amateur auch nicht verlegen. Statt Ausflaggen sollten die Reeder verpflichtet werden wieder Einzuflaggen und anschliessend kümmern sich Profis, nämlich die deutsche Marine, um den Schutz.
Vielleicht nicht die billigste, aber erst einmal sauberste Lösung.
Und auf Dauer lassen sich Probleme dieser Art eh nur politisch lösen. Dazu hätte im Vorfeld gehört, den Fischern dieser Region nicht jahrzehntelang die Fanggründe leer zu fischen, bis die Leute nichts mehr im Netz hatten und auf andere Weise ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.
Und falls sie mal erhellendes zur Debatte beizutragen haben, halten sie sich bitte nicht zurück! - #325 13.04.2012 19:02 von
machen sie sich doch bitte mal mit der wirklichen sachlage vertraut, das net bietet doch genug möglichkeiten.
fisch wird in somalia von dem meisten ethnien als nahrungsgrundlage abgelehnt.
demzufolge hat es traditionell nicht so sehr viele fischer gegeben.
im gegensatz dazu leben aber überproportional viele menschen mittlerweile von der piraterie.
es gibt ganze landstriche, etwa puntland, wo die seeräuberei schon seit jahren die hauptsächliche wirtschaftsgrundlage darstellt.
dies mit dem "arme-fischer-märchen" zu argumentieren ist einfach nur noch absurd.
für viele menschen dort bietet sich mit der piraterie die möglichkeit sehr schnell reich zu werden.
dies ist ganz ordinäre kriminalität und nicht mit romantischen fischer-vorstellungen sozial zu bemänteln. - #326 13.04.2012 19:08 von
Somalia ist ganz bestimmt nicht wegen der Korruption dort, wo es nun ist, sondern wegen des Bürgerkriegs, der nach dem Sturz des Diktators Siad Barre ausbrach.
Sie sollten mal richtig lesen, was ich geschrieben habe. Denn nicht Somalia soll finanziell unterstützt werden, sondern die AMISOM.
Das ist nicht richtig. Das Debakel der USA resultierte aus einem fehlgeschlagenen Überfall auf einen Rebellenstützpunkt. Ziel dieser Aktion war die Festnahme von Mohammed Farah Aidid, einer der führenden Köpfe beim Sturz des Diktators und erklärter Gegner der UNO-Mission.
Die "mächtige Militärmaschinerie" war dort gar nicht im Einsatz. Die USA waren lediglich im Zuge einer UNO-Friedensmission beteiligt.
Auch nicht richtig. Kenia hat im November 2011 zwei Bataillone nach Somalia entsandt, ist seitdem rund 110 km tief vorgedrungen und kontrolliert nach eigenen Angaben inzwischen 95.000 km². Außerdem flog die kenianische Luftwaffe Einsätze gegen Stellungen der radikalislamischen Al Shabaab-Miliz. - #327 13.04.2012 20:28 von
...
Deshalb sprach ich ja auch vom Vorfeld.
Die Vorgeschichte leigt mittlerweile über 20Jahre zurück. Die Somalische Küstenregion wurde wegen fehlender Gegenwehr rücksichtslos von Fangflotten anderer Staaten abgefischt.
Leuten denen es gut geht, überfallen keine fremden Schiffe. Diesen Küsten-Fischern wurde damit aber die Lebensgrundlage entzogen und es ging ihnen zunehmend schlechter. Ins Landesinnere des von Bürgerkrieg zerrütteten Landes zu ziehen war keine Option. Nusschalen hatten sie und so machte irgendwann jemand in seiner Not den Anfang.
Nachdem sich dies im Laufe der Zeit als lukratives Geschäftsmodell etablierte, lockte es natürlich entsprechend skrupellose Menschen an... - #328 13.04.2012 20:29 von
Das machen die deutschen Kriegsschiffe auch bei ausländischen Frachtern.
Der Forist meinte, dass deutsche Reeder, die unter ausländischer Flagge fahren für deutsche Soldaten an Bord nicht zahlen müssten, ich weiß nicht, ob das stimmt.
Also gegen Söldner bin ich, kann man aber den Reedern natürlich nicht verbieten, wenn sie nicht unter deutscher Flagge fahren.
Soldaten werden dann in 4-5er Trupps im gefährdeten Bereich auf die Schiffe geschickt. - #329 14.04.2012 00:27 von
da die deutsche regierung .......
da die deutsche regierung aber auch unter deutscher flagge fahrende schiffe nicht schuetzt bleibt den reedern nichts anderes uebrig als auszuflaggen. mal davon abgesehen das diese schiffe deutschem recht unterliegen und der kapitaen mit einem bein im gefaengnis steht.
die regierung nimmt die steuern der exportwirtschaft gern, OHNE etwas zur sicherheit dieser wirtschaft bei zu tragen.
und in dtld angeklagte piraten gehen eis essen und werden fuer den rest des lebens auf kosten der steuerzahler durchgefuettert.
ich finde diese republik einfach nur noch zum kotzen.
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