Umstrittene Imagekampagne: Die Angst vor den Neugeborenen

rosskamp designGebühren stagnieren, Versicherungsprämien steigen: Ein Hebammenverein will auf die prekäre Situation der Geburtshelferinnen hinweisen - mit einem Plakat. Es zeigt ein Neugeborenes, nackt, verschmiert. Doch die Kampagne sorgt schon vor Erscheinen für Debatten: Ist das Bild des Babys anstößig?

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,829896,00.html
  1. #60

    sachlich bleiben

    Zitat von Umbriel Beitrag anzeigen
    Eine erfahrene Fachkraft ist selbstverständlich hilfreich.
    Allerdings möchte ich aus Erfahrung heftig widersprechen, daß die Berufsbezeichnung "Hebamme" das sicherstellt.
    Hebammen schweben irgendwo zwischen Esoterik, Sachzwang und Halbwissen.

    De facto habe ich leider sehr üble Erfahrungen mit Hebammen sowohl im Krankenhaus als auch daheim gemacht. Faulheit, gepaart mit Arroganz und Inkompetenz, gepaart mit einem enormen ideologischen Sendungsbewusstsein ohne ernstzunehmende Inhalte.
    Ihren Verallgemeinerungen Ihrer leider sehr traurigen Erfahrungen möchte ich ein paar Fakten entegensetzen:

    Es gibt in Deutschland 58 Hebammenschulen, die jeweils an eine Klinik angeschlossen sind. Die Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus einem 1.600-stündigem Theorie- und einem 3.000-stündigen Praxisteil. Der schulische Theorieteil besteht u. a. aus Geburtshilfe, Anatomie, Physiologie und Pädiatrie. Der praktische Teil der Ausbildung findet hauptsächlich in der Klinik im Kreißsaal, auf der Wochenstation, in der Kinderklinik und im Operationssaal statt. Einer Krankenschwester oder einem Krankenpfleger ist es möglich, die Ausbildung auf zwei Jahre zu verkürzen.

    Nach einer Gesetzesänderung vom 19. Juni 2008 gibt es kein Mindestalter für die Aufnahme an einer Hebammenschule mehr.[13]

    Die Ausbildung endet mit dem staatlichen Examen. Dieses Examen besteht aus je einer mündlichen, schriftlichen und einer praktischen Prüfung (unter anderem der Examensgeburt). Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung oder die mittlere Reife. Dies sind allerdings nur die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen, in der Praxis haben sehr viele Hebammenschüler und Hebammenschülerinnen Abitur.

    Zurzeit laufen von Seiten der Hebammen Bestrebungen, die Ausbildung auf Hochschulniveau anzuheben.

    [Quelle: ]Hebamme
  2. #61

    Tja

    Zitat von bi0scan Beitrag anzeigen
    Kind per Hausgeburt auf die Welt gebracht. Perfekter Support durch die Hebammen des Geburtshauses Stuttgart vor, während und nach der Geburt.
    Das Lustige daran: Das Getue rund um eine unkomplizierte Geburt, das könnten Sie und ich genauso gut wenn nicht besser als die meisten Hebammen managen.

    Wenns dann aber steckt, ist guter Rat teuer. Hebammen wurschteln dann panisch rum
    Das Einzige Empfehlenswerte kann daher sein, eine Geburt möglichst stressfrei zu versuchen und Gewissheit zu haben daß sowohl ein perfektes Anesthesieteam als auch ein perfekter Gynäkologe stets in ein paar Minuten vor Ort sein können.
    Eine andere Empfehlung kann man angesichts der Risiken seriöserweise weder der Mutter noch dem Kind geben. Alles andere ist Pfusch.
  3. #62

    Legenden

    Zitat von neutraler_werter Beitrag anzeigen
    Was dabei unter den Tisch gekehrt wird, ist dass die Frau durch Hebammen mehr Sicherheit und Zuwendung erfährt. Ein Arzt hat wenig Zeit und Interesse daran stundenlang eine Gebärende zu betreuen. .
    Das ist Theorie.
    Praxis ist was anderes:
    1996, Krankenhaus mit namhafter Geburtshilfe.

    Betreuung der Frau bis zur Geburt:
    75% Angehörige, 24% AIP lerin, 1% Hebammen.
    Hebammen: reagieren nicht auf Klingel, reagieren nicht auf Fragen. Sitzen real im Besprechungsraum vor dem TV und quatschen stundenlang.

    Tag der Geburt:
    Keine Betreuung der Frau durch Hebamme. Hebamme extrem genervt, da angeblich alles gleichzeitig. Hebammenschülerin hat weniger Ahnung von irgendwas als eine durchschnittliche 16jährige mit Hauptschulabschluss.
    Betreuung der Frau ausschließlich durch Angehörige, ein PJler, 1 AIPlerin, eine Anästhesistin.
    Geburtsvorgang:

    Hebamme immer nur minutenweise anwesend, dann ständig draußen.

    Austreibung funktioniert nicht, ich persönlich rufe den Chefarzt der Gyn er möge bitte sofort kommen.

    Der kommt und holt den Knaben mit der Glocke.

    Fazit nach Geburt 1:

    Hebammen braucht kein Mensch. Am besten komplett durch Fachleute ersetzen wie sonst überall auch.
  4. #63

    sorry

    Zitat von bi0scan Beitrag anzeigen
    Ihren Verallgemeinerungen Ihrer leider sehr traurigen Erfahrungen möchte ich ein paar Fakten entegensetzen:

    Es gibt in Deutschland 58 Hebammenschulen, die jeweils an eine Klinik angeschlossen sind. Die Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus einem 1.600-stündigem Theorie- und einem 3.000-stündigen Praxisteil.
    Sorry, aber das interessiert mich nicht mehr, mein Urteil steht fest. Es bedarf keines isolierten Hebammenwesens. vielmehr gehört die Geburtshilfe in die anderen Fachgebiete der Medizin und der angegliederten Berufe flexibel integriert.
    Wer eine medizinische Grundausbildung hat, benötigt nur die erforderlichen Zusatzkenntnisse zur perfekten Begleitung der Geburtsvorgänge jenseits der rein ärztlichen Handlungsoptionen.
    Keinesfalls benötigt eine vernünftig ausgebildete medizinische Fachkraft irgendeinen höchst umfangreichen druidenhaften Erfahrungsschatz, so etwas ist unstrukturiert und völlig überholt.
  5. #64

    Zitat von Umbriel Beitrag anzeigen
    Das ist Theorie.
    Praxis ist was anderes:
    blablabla
    Und? Das ist ein EINZELFALL bei dem es halt nicht so lief.
    Für die betroffenen Individuen ganz klar bedauerlich, aber doch noch lange kein Grund für Schwarzweißmalerei?
  6. #65

    Zitat von Umbriel Beitrag anzeigen
    Das Lustige daran: Das Getue rund um eine unkomplizierte Geburt, das könnten Sie und ich genauso gut wenn nicht besser als die meisten Hebammen managen.
    Vielleicht können Sie das ja. Eine unkomplizierte Geburt bleibt aber nach wie vor eine Geburt, ich kann und will da gar nichts managen.
    Zitat von Umbriel Beitrag anzeigen
    Wenns dann aber steckt, ist guter Rat teuer. Hebammen wurschteln dann panisch rum
    Schon wieder eine Verallgemeinerung, die laus Ihren eigenen, wie ich zugeben muss, leider sehr sehr negativen Erfahrungen resultiert und die ich aus Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis (wo's auch gesteckt hat) widerlegen kann.
    Zitat von Umbriel Beitrag anzeigen
    Das Einzige Empfehlenswerte kann daher sein, eine Geburt möglichst stressfrei zu versuchen und Gewissheit zu haben daß sowohl ein perfektes Anesthesieteam als auch ein perfekter Gynäkologe stets in ein paar Minuten vor Ort sein können.
    Eine andere Empfehlung kann man angesichts der Risiken seriöserweise weder der Mutter noch dem Kind geben. Alles andere ist Pfusch.
    Was streßfrei ist, muss jeder für sich selbst entscheiden (insbesondere die Frau) und diese Entscheidung ist zu respektieren, da Streß Hauptauslöser für Komplikationen während der Geburt ist. Für Sie und das Gros der Schwangeren ist es das Krankenhaus mit Verfügbarkeit von Technologie und hohem Aufgebot an medizinischem Fachpersonal, für uns war es das vertraute Umfeld zuhause.
    Die meisten Risiken können Sie im Übrigen schon vor der Geburt feststellen. In einem solchen Fall wird keine Hebamme einer Hausgeburt/Geburtshaus-Geburt zustimmen.
  7. #66

    Zitat von Umbriel Beitrag anzeigen
    Sorry, aber das interessiert mich nicht mehr, mein Urteil steht fest. Es bedarf keines isolierten Hebammenwesens. vielmehr gehört die Geburtshilfe in die anderen Fachgebiete der Medizin und der angegliederten Berufe flexibel integriert.
    Wer eine medizinische Grundausbildung hat, benötigt nur die erforderlichen Zusatzkenntnisse zur perfekten Begleitung der Geburtsvorgänge jenseits der rein ärztlichen Handlungsoptionen.
    Keinesfalls benötigt eine vernünftig ausgebildete medizinische Fachkraft irgendeinen höchst umfangreichen druidenhaften Erfahrungsschatz, so etwas ist unstrukturiert und völlig überholt.
    Wenn Sie sich durch Fakten nicht überzeugen lassen und stattdessen mit fragwürdigen Thesen aufwarten (wo kommt nur ihr Druide her?), demontieren Sie sich selbst.
    Ich wünsche Ihnen trotzdem, dass es beim nächsten Kind (sofern Sie noch eins planen) besser klappt.
  8. #67

    Zitat von neutraler_werter Beitrag anzeigen
    Und? Das ist ein EINZELFALL bei dem es halt nicht so lief.
    Für die betroffenen Individuen ganz klar bedauerlich, aber doch noch lange kein Grund für Schwarzweißmalerei?
    Also ich habe es ähnlich erlebt, bei der Geburt meines ersten Kindes. Meine Frau wäre nach der Geburt fast verblutet, weil die Hebamme zu stark an der Nabelschnur zog. Sie hatte Schichtende, wollte nach Hause und die Plazenta wollte sich nicht schnell genug lösen.

    Also einfach stärker ziehen und auf einmal war alles voller Blut. Überlebt hat meine Frau, weil sie eben in einem Krankenhaus war und nicht zuhause. So kam sie sofort in den OP.
  9. #68

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Also ich habe es ähnlich erlebt, bei der Geburt meines ersten Kindes. Meine Frau wäre nach der Geburt fast verblutet, weil die Hebamme zu stark an der Nabelschnur zog. Sie hatte Schichtende, wollte nach Hause und die Plazenta wollte sich nicht schnell genug lösen.

    Also einfach stärker ziehen und auf einmal war alles voller Blut. Überlebt hat meine Frau, weil sie eben in einem Krankenhaus war und nicht zuhause. So kam sie sofort in den OP.
    Nun ja, das ist jetzt so, wie wenn Sie sich den Eimer über den Kopf ziehen, dann die Treppe runterfallen, weil Sie nichts sehen und dann sagen "Wie gut, dass ich den Eimer aufhatte, sonst hätte ich mir richtig am Kopf wehgetan".

    Der Schichtwechsel im Krankenhaus war auch so ein Thema, der uns dazu bewegt hat, das Kind zuhause zu kriegen. Da gibt's dann kein Schicht-Raster und die Hebammen bleiben von Anfang bis Ende.
  10. #69

    Zitat von bi0scan Beitrag anzeigen
    Nun ja, das ist jetzt so, wie wenn Sie sich den Eimer über den Kopf ziehen, dann die Treppe runterfallen, weil Sie nichts sehen und dann sagen "Wie gut, dass ich den Eimer aufhatte, sonst hätte ich mir richtig am Kopf wehgetan".

    Der Schichtwechsel im Krankenhaus war auch so ein Thema, der uns dazu bewegt hat, das Kind zuhause zu kriegen. Da gibt's dann kein Schicht-Raster und die Hebammen bleiben von Anfang bis Ende.
    Unsere Hebamme ist auch bis zum Ende geblieben, das war ja ihr Problem, das es keinen Schichtwechsel gab.

    Lustiger Vergleich übrigens, darf ich auch so einen machen, wenn Ihre Frau fast ums Leben kommt bei der Hausgeburt?