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Umstrittene Imagekampagne: Die Angst vor den Neugeborenen

rosskamp designGebühren stagnieren, Versicherungsprämien steigen: Ein Hebammenverein will auf die prekäre Situation der Geburtshelferinnen hinweisen - mit einem Plakat. Es zeigt ein Neugeborenes, nackt, verschmiert. Doch die Kampagne sorgt schon vor Erscheinen für Debatten: Ist das Bild des Babys anstößig?

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,829896,00.html
  1. #90

    Es ist schockieren, wie einer der ältesten und achtbarsten Berufe der Welt so wenig Beachtung in Zeiten wie diesen Bekommt.
    Dass sich viele der männlichen Mitmenschen hier negativ äußern, sei ja dahingestellt, aber dass durch die öffentlichen Medien so wenig politische Aufklärung stattfindet, ist einer unterste Schublade.
    Sehr geehrte Damen und HErren, ich werde hier nicht beginnen Ihnen Ihren Job und Ihre Pflicht gegenüber uns Bevölkerung zu erklären. Allerdings sollten Sie sich einmal überlegen, wer Ihre Mütter, Ihre Frauen, Ihre Kinder in Zeiten der Geburt gepflegt, beruhigt, vorbereitet und behütet hat.
    Ebenfalls besteht der Job einer Hebamme auch nicht daraus die Kinder zu säubern. Hebammen haben die Aufgabe die Sicherheit und Gesundheit von Mutter und Kind zu sichern und zu fördern.
    Und wenn ein Vater auch eingebunden werden soll, und sei es durch so etwas "lapidares", wie die "erste Waschung" des Kindes, kann er sich doch glücklich schätzen. Immerhin hatte er doch so auch direkt nach der Geburt Zeit allein mit seinem Kind.
    Dies nennt man EInbeziehung aller Elternteile.
  2. #91

    Das mag alles sein

    Zitat von Maia 87 Beitrag anzeigen
    Es ist schockieren, wie einer der ältesten und achtbarsten Berufe der Welt so wenig Beachtung in Zeiten wie diesen Bekommt.
    Dass sich viele der männlichen Mitmenschen hier negativ äußern, sei ja dahingestellt, aber dass durch die öffentlichen Medien so wenig politische Aufklärung stattfindet, ist einer unterste Schublade..
    Worüber fehlt es denn an Aufklärung? Ich meine, die Menschen haben heute weit besser und umfassender denn je Zugang zum Wissensschatz der Menschheit und können damit auch in hervorragender Weise umgehen.

    Ich persönlich halte das Berufsbild der Hebamme für überholt, der Berufsstand schmort im eigenen Saft, wir brauchen keine Hebammen mehr.

    Die Aufgaben sind in Händen der anderen Berufen des Medizinbetriebs in besten Händen, dann kommt auch der interdisziplinäre Austausch wieder in Gang.

    Früher gab es mehr Geburten in abgelegeneren Gebieten bei weniger Mobilität.

    Das ist heute obsolet.

    Für eine reguläre Geburt benötigt niemand eine Hebamme, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Empathie ist das Wichtigste sowie für den Notfall ein erstklassiges Chirurgenteam im Hintergrund zu haben.
  3. #92

    Abschätziger Ton, rauhbeiniges Gehabe

    Zitat von Maia 87 Beitrag anzeigen
    Es ist schockieren, wie einer der ältesten und achtbarsten Berufe der Welt so wenig Beachtung in Zeiten wie diesen Bekommt. .
    Ich habe Hebammen im Zusammenhang mit den 3 Geburten meiner Frau in der real existierenden Gegenwart leider vollständig negativ erlebt.

    Rauhbeinig, achselzuckend, maulend und fatal inkompetent sowie gelangweilt, in einer Zuspitzung, wie ich es bei anderen Angehörigen von Berufsgruppen rund um das Medizinwesen im Leben weder vorher noch nachher jemals erlebt habe.

    Von Einzelfällen kann nicht gesprochen werden, denn der ausnehmend schlechte Eindruck bestätigte sich in weiteren Erfahrungen und im Austausch mit anderen Eltern sowie Geburtshelfern bzw. modern ausgebildeten Krankenpflegefachkräften.

    Zweifellos gibt es - wie immer - auch positive Ausnahmeerscheinungen, allerdings steckt der Wurm ganz tief im System des Berufes "Hebamme in Deutschland der Gegenwart".

    Ich halte das Berufsbild deswegen für einen 1A - Kandidaten für eine ersatzlose Streichung, selbstverständlich inklusive vernpnftiger Nachschulungen und Übergangslösungen.

    Ziel wäre, daß andere Angehörige moderner Krankenpflegeberufe eine Zusatzqualifikation "Geburtshilfe" erwerben können, um die Aufgaben besser, moderner und flexibler als bisher in das Gesamtsystem zu integrieren.
  4. #93

    Hebammenfeminismus

    Zitat von emma1810 Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon bin ich der Meinung das nur eine "Frau" die schwanger ist oder ein Kind bekommen hat zu entscheiden hat wo sie ein Kind bekommen möchte, auf welche Art sie es bekommen möchte und wer (Vater des Kindes, Hebamme, Arzt oder wer auch immer) dabei sein soll. Wer mehr über meine perönlich Meinung dazu wissen will: https://www.facebook.com/pages/HEBAM...11496202215223
    PS: bin keine Hebamme
    Ich bin Ihnen dankbar, daß diesen merkwürdigen ideologischen Kern des Hebammenwesens beleuchten. Es scheint Ihnen wichtig zu sein, daß die Vorgänge rund um Schwangerschaft, Geburt, Stillen in den exklusiven ideologischen Einflußbereich der feministischen Gefühligkeit geraten.

    Erklären Sie mehr dazu.
  5. #94

    Oh, oh!

    Zitat von TomRohwer Beitrag anzeigen
    ...
    Im Fernsehen und im Kino sind die gerade frisch Neugeborenen immer ganz sauber und rosig und poliert und strahlen in die Welt hinein.

    Ist das in Wirklichkeit etwa nicht so????

    Ich bin schockiert.
    Oh, ich habe meine Tochter auch sauber, abgenabelt und eher rot in Erinnerung.
    Da haben die Neonatologin und der Gyn/Obs ganze Arbeit geleistet - zum Sound von Jean Michel Jarre.

    Und das ganz ohne Hebamme!
  6. #95

    Ich zitiere "Umbriel" : "eine reguläre Geburt benötigt niemand eine Hebamme, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen."

    War wohl eine Bauchhöhlenschwangerschaft. Respekt. Wenn ich aber auch sehr bezweifle, dass Sie dass aus eigener Erfahrung wissen. Denn eben diese (Bauchhöhlenschwangerschaft) ist seltener als man glaubt. und als Mann haben Sie dann sicherlich keine Erfahrung mit einer Geburt. Sie waren dabei, aber Sie haben keine Erfahrung (ich übrigens auch nicht, obwohl ich dabei (bei der meines Kindes) war und auch schon mehr erfahrung im Kreisssaal habe als mir lieb ist). Nun, die Hebamme muss einfach resolut sein (auch wenn Sie dass schockiert), denn dass Kind muss gut aus, die Frau "wohlauf" sein und ausserdem was am wichtigsten ist, der neue Erdenbürger soll direkt die Sicherheit spüren, dass da draussen Leute sind, die wissen was man tut und dann bei den Eltern das existentielle Bonding direkt bekommt.
    Wichtig ist, dass es immer eine Ausnahmesituation ist und man da nur mit einer gewissen Resolutheit durchkommt und teils auch braucht.
    Bevor sie als Mann grossspurig über die Berechtigung des Hebammenstatus in der Gesellschaft schwadronieren, denken sie daren. Hebammen sind auch primär nicht für Männer da.
  7. #96

    ......

    Meine Töchter sind 12, 14 und 20. Mir fällt auf, daß werdende Eltern die Geburt anscheinend mehr "planen", vorgefasstere Vorstellungen haben, als ich - und mein Mann!- sie hatten. Obwohl- also, eher ich. Mein Mann war und ist ein wirklich toller Vater, vor und nach der Geburt, aber für Entbindungen ist er nicht geeignet. Er ist einfach..na, zu ängstlich. Als Frau benimmt man sich unter der Geburt manchmal merkwürdig, frau gibt komische Geräusche von sich- da ist es eher nicht hilfreich, einen Ehemann zur Seite zu haben, der, kaum daß ich einmal hörbar Luft holte und ein wenig verkrampft wirkte, nach Vollnarkose und Kaiserschnitt rief. Weshalb ich ihn bei der Geburt von Tochter Nr. 1 nach 30 Minuten energisch bat, den Kreißsaal zu verlassen- mit so einem Nervenbündel im Schlepptau kann man wirklich kein Kind bekommen! Zu der Geburt von Nr. 2 reiste ich dann alleine an.
    Die beiden ersten Entbindungen verliefen schnell, 3,5 und 2 Stunden, und ich hatte eine tolle Hebamme. Welcher Arzt hätte die Zeit, die ganze Zeit nur da zu sitzen und die Frau im Auge zu behalten? Im hiesigen Krankenhaus sicher keiner. In der Notaufnahme wissen die diensthabenden Ärzte oft nicht, wohin sie zuerst rennen sollen. Dann hätten sie vermutlich einen eher beschaulichen Kreißsaaldienst gerne gemacht....sie hätten sich ein wenig ausruhen können. Mal eine Weile sitzen und so.
    Übrigens- als der Arzt erschien, waren beide Töchter schon geboren. Ohne irgendeine Komplikation.
    Bei der Geburt von Nr. 3 war es anders. Da bekam ich 4 Wochen vor dem Termin heftige Blutungen, die Plazenta hatte sich gelöst. Da konnte keine Hebamme helfen, da half nur ein Notkaiserschnitt. Der Oberarzt der Gynäkologie war super- er beruhigte mich, so gut er konnte, erklärte, er habe jetzt keine Zeit für Erklärungen, er würde nach Feierabend zu mir kommen, dann könnte ich ihn alles fragen ( was er auch tat. Zwei Stunden lang! Rechne ich ihm hoch an!).
    Unsere Jüngste ist gesund und fix, und - da das Krankenhaus hier sehr klein ist, läuft man sich schon mal über den Weg, wenn man mit irgendeinem Nachwuchs die Notaufnahme anlaufen muß. Auch heute, nach 12 Jahren, erkennt er mich noch, fragte mich neulich, mit Blick auf meine neben mir her humpelnde Tochter: "Ist sie das? " Als ich bejahte, sagte er zu ihr: " Junge Dame, ich hab mir nicht so viel Mühe gegeben mit Dir, damit Du Dir die Knochen mutwillig ruinierst! Aber - Du hast immer noch so schöne Haare wie als Neugeborenes. Da hattest Du auch so eine Matte!"
    Ich denke daher- wir brauchen beides. Hebammen und Ärzte, damit in Notfällen schnell eingegriffen werden kann.

    Aber- eine Geburt ist keine Krankheit, also möchte ich auch nicht wie eine Kranke behandelt werden. Außerdem- meine Hebamme kam jeweils zur Nachsorge ins Haus. Das fand ich anfangs sehr angenehm- man weiß, es kommt jemand, da kannst Du nachfragen. Bei meinem Gynäkologen oder meinem Kinderarzt könnte ich das auch, allerdings erst nach vorherigen Terminvergabe.
  8. #97

    Den größten Schock können doch Kinder bekommen, wenn sie an einem Zeitungsstand vorbeigehen : nackter Busen ist noch harmlos, aufgerüstete Soldaten in Einsatzgebieten, blutverschmierte Reste eines Attentats usw.......usw......usw... Das schockt offensichtlich niemand im Namen der Kinder. Der Beginn des Lebens sieht nun mal nicht stylisch aus. Aber es gehört in dieser Form noch zu unserem Leben. Aber vielleicht sind die Saubermänner der Nation auch schon dabei, das Kind aus dem Retortenglas zu zaubern, ganz sauber, ohne menschliches Dabeisein. Die Eltern können dann in geschniegelter Pose ihr Kind in Empfangnehmen am Ausgabe automaten.....Horrorszenario ????? Wer weiß ???
  9. #98

    O je

    Zitat von windhueter Beitrag anzeigen
    Ich zitiere "Umbriel" : "eine reguläre Geburt benötigt niemand eine Hebamme, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen."

    War wohl eine Bauchhöhlenschwangerschaft. Respekt. Wenn ich aber auch sehr bezweifle, dass Sie dass aus eigener Erfahrung wissen. Denn eben diese (Bauchhöhlenschwangerschaft) ist seltener als man glaubt. und als Mann haben Sie dann sicherlich keine Erfahrung mit einer Geburt..
    Mit aus der Luft gegriffenenen Unterstellungen, gegen die dann gewettert wird, kann ich nichts anfangen.

    Erstens habe ich bei den 3 Geburten meiner Frau eine eigene Rolle gespielt.

    Zweitens habe ich die Erfahrung, daß bei all diesen Geburten zwar viele Seiten hilfreich waren, aber die Hebammen eine probleminduzierende und keine problemvermeidende Rolle hatten.

    Sehr wichtig war der Umstand, daß ich in einem bestimmten Moment einen Chirurgen herbeigerufen habe.

    Die Hebamme hat dies nicht gemacht. U.a. deswegen halte ich Hebammen für überflüssig und gefährlich. Es gibt weitere Gründe.

    Das heißt nicht, daß wir keine professionelle Beratung und Begleitung von Schwangerschaft und Geburt und Stillzeit brauchen.

    Ich setze mich dafür ein, genau das auf einen aktuellen Stand zu heben.

    Mein Vorschlag ist, den Berufsstand der Hebamme abzuschaffen, da dieser in einem unguten eigenen Saft schmort.

    Vielmehr befürworte ich, für andere gut qualifizierte Mitarbeiter der Pflegeberufe eine Zusatzqualifikation "Geburtshilfe" ins Leben zu rufen. Dies fördert die Transparenz erheblich und beendet die unsinnige Sonderrolle der Hebammen, die heutzutage erstens nicht gerechtfertigt und zweitens nicht notwendig ist.
  10. #99

    zur Imagekampagne

    Das Foto ist offenkundig nicht geeignet, Sympathie und Transparenz und Neugier im Zusammenhang mit dem Geburtsvorgang zu wecken, sondern impliziert die Assotiation der Hilflosigkeit einerseits des Neugeborenen, andererseits des Betrachtes.

    Der Betrachter stellt sich natürlich die Frage, warum sich niemand kümmert und soll auf die Idee kommen, daß hier nur eine Hebamme infrage kommt.

    Was natürlich falsch ist, denn jeder Mensch würde und könnte hier unmittelbar aktiv werden, wenn denn nicht diese Aufgabe unnötiger Weise von einem Berufsstand okkupiert würde, der dazu offenkundig nicht mehr gebraucht wird.


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