Umstrittene Herdprämie: OECD kritisiert Betreuungsgeld scharf

dapdBisher stritt Schwarz-Gelb vor allem intern, nun kommt auch aus dem Ausland Kritik am Betreuungsgeld: Laut einer Studie der OECD verleitet die sogenannte Herdprämie Frauen dazu, sich keine Arbeit zu suchen. Dies gelte vor allem für Migrantinnen. Kanzlerin Merkel macht das Thema jetzt zur Chefsache.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...838057,00.html
  1. #40

    100 Euro reichen nicht

    Zitat von dadanchali Beitrag anzeigen
    Man braucht eigentlich keine große Studie um zu wissen, dass Geld für die Nichtnutzung von Leistungen zu zahlen blödsinn ist.
    Wer sein Kleinkind zu Hause betreut, schön und gut, aber Geld für Nichtnutzung...s.o.
    Da hat mal jemand was verstanden. Erst schafft man einen Rechtsanspruch; dann erschrickt man, was das kostet.
    Und dann zahlt man dafür, dass die Leute das Recht nicht in Anspruch nehmen. Klappt in Skandinavien doch auch.
    So seltsam ist das gar nicht. Man zahlt Bauern Flächenstillegungsprämien, wenn sie Äcker nicht nutzen. Fischer bekommen Geld, wenn sie ihre Schiffe stillegen.
    Konkret: Jeder Kitaplatz für unter 3-jährige wird mit ca. 1000 Euro bezuschusst. Da könnte man auch 300 Euro Prämie zahlen und das würde sich immer noch rechnen. Der Wahnsinn hat also Methode.
  2. #41

    ...

    Zitat von turo Beitrag anzeigen
    In unserer Gesellschaft wird das Wort Kindeswohl täglich mißbraucht.
    Zum Wohl des Kindes muss es bis zum Alter von 36 Monaten zu Hause
    bleiben um eine enge Verbindung zu seinen Eltern aufbauen zu können.
    Ab dem Alter von 3 Jahren muss es dann den Kindergarten besuchen.
    Na Klasse, super Aussage..............
    Wir hätten mit den 307 Euro, die es für mein erstes Kind im Monat (2 Jahre lang) gab, nicht leben können. Soviel dazu. Hätten wir deshalb keine Kinder bekommen sollen? Also blieb ich nur ein paar Monate komplett zu Hause, wir lebten von einem sehr geringen Gehalt und vom Ersparten und dann ging ich wieder arbeiten! So geht es unheimlich vielen Familien, aber das haben Sie sicher nicht gewusst..........
  3. #42

    ohne Titel

    Zitat von blaudistel Beitrag anzeigen
    ein Kind ab drei Jahre hat das RECHT mit anderen Kindern in seinem Alter zusammen zu sein. Sich in der Gruppe zu entwickeln, seinen Platz zu finden und indirekt zu wissen wo es steht. Es ist mir egal was Übermütter sagen, ein Kind ab 3 Jahren gwgehört einige Stunden am Tag in einen Kindergarten zu anderen Kindern. Hier lernt es die Sprache, das Verhalten und die Anpassung. Es wird auf die Schule vorbereitet und lernt dass es noch eine andere Welt außer der Welt der Mutter/und des Vaters (wenn vorhanden) gibt. Es ist mir egal ob die Kinder aus Zuwandererfamilien sind oder deutsche Hartz IV Familien. Die grundlegenden Probleme sind die gleichen. Gerade solche Kinder MÜSSEN besonders gefördert werden. Und das geht besonders gut in einem Kindergarten.
    Veehrter Forist
    Es bestreitet niemanden das Recht, sein Kind ab 3 Jahren in den Kindergarten zu schicken.
    Das ist sehr, sehr wichtig.
    Die Thematik ist jedoch das Betreuungsgeld für die Eltern, die bis zum 36.Lebensmonat ihr Kind zu Hause betreuen wollen.
  4. #43

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bisher stritt Schwarz-Gelb vor allem intern, nun kommt auch aus dem Ausland Kritik am Betreuungsgeld: Laut einer Studie der OECD verleitet die sogenannte Herdprämie Frauen dazu, sich keine Arbeit zu suchen. Dies gelte vor allem für Migrantinnen. Kanzlerin Merkel macht das Thema jetzt zur Chefsache.

    Betreuungsgeld hält laut OECD Frauen vom Arbeiten ab - SPIEGEL ONLINE
    Die Herdprämie, die Frauen zu Gebärmaschinen degradiert, entstammt nationalsozialistischem Gedankengut.
    Sie verhindert, wie seriöse Studien feststellen, dass die Kinder aus prekären Verhältnissen frühzeitig Zugang zu Bildung erhalten und darüber hinaus verhindert sie die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, was wiederum Angriffsfläche für neonazistische Kreise bildet.
    Herr Seehofer spielt also in doppeltem Sinne den Neonazis in die Hände.
  5. #44

    Es lebe die mittelalterliche Bildungspolitik ;-)

    Zitat von markolito1 Beitrag anzeigen
    Das war doch zu erwarten. Obwohl Merkel interessiert dies doch eh nicht. Ob die OECD nun Pisa oder die Väterrechte kritisiert, es wird weitergemacht wie immer.

    In Sachen Familien und Bildungspolitik ist und bleibt Deutschland im Mittelalter.

    PS: Ob SPD und Grüne dies allerdings anders handhaben wage ich ebenso zu bezweifeln...... ( Rot/Gruen kennzeichnet sich ebenso durch Jahrelanges nichtstun aus )

    Das ist Deutschland im Jahre 2012.
    Es ist schon interessant, dass wir trotz unserer angeblich mittelalterlichen Bildungspolitik die wirtschaftlich stärkste Nation in der EU sind.
    Und dass speziell die südlichen Bundesländer BW und BY, die auch noch das dreigliedrige Schulsystem haben, die Spitzenreiter in Deutschland sind.

    Merkt da eigentlich keiner etwas?

    Lieber mittelalterlich und stark als modern und schwach.
  6. #45

    !

    Wie lange muss noch geredet werden über die Auswirkungen einer "Entschädigung" für zuhause Betreuung? Es ist doch für jeden geradeaus denkenden Menschen klar, dass v.a. in Familien mit mehreren Kindern die Tendenz dahin gehen wird, dass die Mutter eher zuhause bleibt, wenn sie Betreuungsgeldanspruch hat.
    Wer das nicht sagt, hat entweder ein Problem, die Realität zu erkennen, oder will einfach verschleiern, dass es billiger für den Staat ist, als Krippenplätze anzubieten.
    So einfach ist das.
  7. #46

    Alles richtig, aber!!!

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Wenn Sie (zurecht) kritisieren, dass schlecht qualifizierte in Deutschland zu schlecht bezahlt werden, dann müssen Sie für höhere Löhne sorgen und nicht für eine Alimentierung durch die Herdprämie.
    Genau, und daher macht mich das Poltern gegen das Betreungsgeld aus einer gewissen Ecke stutzig.Sicher sind die Argumente der meisten Betreungsgeld Gegner stichhaltig. Ja Frauen brauchen eine Unabhängigkeit aber wieviel sind es, die nur von einer Unabhängigkeit in eine andere stolpern. Ja wir brauchen mehr Kindertgartenplätze, aber das Betreungsgeld deckt die Krippenzeit ab! Schon mit dem Ausbau dieser Betreungsangebote sind die Kommunen, zum Teil hoch verschuldet, überfordert. Ja wenn Kinder gemeinsam aufwachsen werden sie besser integriert, nur sind Migrannten auch in gewissen Wohnbezirken konzentriert, daher wird das Konzept nicht aufgehen, es ist genauso aberwitzig, wie das der Deutsch als Zweitsprache Klassen Konzept. Dort sind dann 24 Kinder aus 10 Nationalitäten konzentriert. Die Vielfalt der Probleme können nicht mit allgemeinen Konzepten gelöst werden. Daher finde ich es äußert bedenklich, jetzt mit Kindern von Migrantinnen zu argumentieren, worin im Übrigen auch eine gehörige Portion Rassismus versteckt ist, nach dem Motto, die können Kindererziehung ja nun am Allerwenigsten. Hier geht ein gewaltiger Riss durch die Gesellschaft obwohl es doch ganz einfach ist, sowohl als auch denn zwei Lösungsmöglichketen vielfältiger Probleme sind besser als eine unversale und wird Menschen mehr gerecht, wenn auch nicht allen! Kollektivismus geht nicht gut, diese Erfahrung sollten wir Deutschen doch nun endlich gelernt haben! Und wie bei einem Arbeitskräfteüberhang höhere Löhne gefordert werden können, bleibt unbeantwortet!
  8. #47

    Produktion

    Zitat von lostios Beitrag anzeigen
    "Es gibt zunehmend klare Belege dafür, dass die Teilnahme an kindlicher Bildung für ab Dreijährige einen starken Einfluss auf den Bildungswerdegang von Kindern aus sozial schwachen Zuwandererfamilien hat"

    Noch niemandem aufgefallen, daß die Studie am Thema vorbei geht? Das Betreuungsgeld ist gedacht für die unter dreijährigen Kinder. Die Studie kritisiert die kindliche Bildung ab drei Jahren.
    Nu lassen Sie doch mal Ihre Stänkereien und Erbsenzählereien, Ihre Details interessieren überhaupt niemanden.
    Mütter in die Produktion! Babys in die Krippe!
    Das funktionierte in allen sozialistischen Experimentalsaaten so und der Kapitalismus (Sprachrohre: Arbeitgeberverbände, OECD, FDP, Wirtschaftssachverständige,...) wollen das auch!
  9. #48

    Zitat von blaudistel Beitrag anzeigen
    ein Kind ab drei Jahre hat das RECHT mit anderen Kindern in seinem Alter zusammen zu sein. Sich in der Gruppe zu entwickeln, seinen Platz zu finden und indirekt zu wissen wo es steht. Es ist mir egal was Übermütter sagen, ein Kind ab 3 Jahren gwgehört einige Stunden am Tag in einen Kindergarten zu anderen Kindern. Hier lernt es die Sprache, das Verhalten und die Anpassung.
    Dummerweise geht es beim Betreuungsgeld um Kinder unter 3 Jahren.
    Mit 3 sollte ein Kind allerdings bereits sprechen können ;)
  10. #49

    Wer denkt eigentlich an das Wohl der Kinder?

    Interessanterweise werden bei der ganzen Diskussion die Kinder meist vergessen. Also, nichts gegen Kindergärten, aber bitte erst dann, wenn die Kinder in der Lage sind sich ordentlich zu verständigen, am besten erst ab drei.
    Wenn ich mir die 1-2-Jährigen bei uns im Kindergarten ansehe (und die Erzieher geben sich wirklich Mühe), da kann man vor allem bei den sensibleren Kindern nur Mitleid empfinden. Psychische Schäden sind da vorprogrammiert. Obwohl das für die Wirtschaft sicher auch nicht schlecht ist - solche Menschen werden sich später sicher einmal mit Konsumgütern betäuben, um die innere Leere zu verdrängen. Auch der Psychopharmakaabsatz wird nicht darunter leiden.
    Also, an alle Betreuungsgeldkritiker - beschäftigt euch zur Abwechslung mal mit den Kindern und lasst euch nicht nur von der Angst treiben, jemand könnte unverdient etwas zuviel Geld bekommen.
    Am Rande - da immer nur von den am Herd stehenden Frauen gesprochen wird: auch Männer können Kinder betreuen, und ich habe das auch gemacht.