Umstrittene Herdprämie: OECD kritisiert Betreuungsgeld scharf

dapdBisher stritt Schwarz-Gelb vor allem intern, nun kommt auch aus dem Ausland Kritik am Betreuungsgeld: Laut einer Studie der OECD verleitet die sogenannte Herdprämie Frauen dazu, sich keine Arbeit zu suchen. Dies gelte vor allem für Migrantinnen. Kanzlerin Merkel macht das Thema jetzt zur Chefsache.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...838057,00.html
  1. #140

    Die OECD soll sich einfach um ihre Arbeit kümmern

    Zitat von fh2311 Beitrag anzeigen
    Mal abgesehen davon, wie hier schon festgestellt wurde, dass die frühkindliche Bildung, die von der OECD angesprochen wird, ..
    Die OECD hat Griechenland seit Jahrzehnten jedes Jahr geraten, mehr gepumptes Geld im Staat zu verteilen.

    Die OECD ist toll darin, Wünschel-Vorschläge zu machen und später nie dafür geradestehen zu müssen.

    OECD Gerede ist uninteressant.

    Wenn wir hierzulande die Frage haben was wir brauchen, dann fragen wir doch einfach die Kindergärten, Schulen und Unis.

    Dort gibt es in der Tat Leute die wissen wirklich wo was gebracht wird und dann auch nützlich ist.
  2. #141

    Genau auch dort ...

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Hat die OECD schon Finnland für sein Betreuungsgeld scharf kritisiert. Das gibt es dort seit über 20 Jahren und die Herdprämie dort hat bislang Finnland nicht geschadet. Im Gegenteil - laut Pisa ist Finnland in Sachen Bildung geradezu ein Vorbild!
    .... wird das Betreuungsgeld von bildungsfernen Familien angenommen. Eine Finnin die eine Ausbildung besitzt, die es ihr ermöglich Geld zu verdienen geht arbeiten. Daher ist es in Finnland vollkommen normal als gut ausgebildete Frau Beruf und Kinder zu vereinbaren.
  3. #142

    Genau so ist es

    Zitat von peb777 Beitrag anzeigen
    [...]
    Persönlich denke ich, man sollte die Wirtschaft viel mehr in die Pflicht nehmen, was Kinderbetreuung und -kosten betrifft. Einer Mutter wird die Entscheidung wesentlich erleichtert, wenn sie ihre Kinder vor Ort gut betreut weiß. Ich glaube, da würden auch mehr Mütter noch innerhalb des ersten Lebensjahres des Kindes wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
    Das findet auch in div. Unternehmen sowie Behörden bereits statt:

    Z.B. u.a. mittels sog. Kontakthalteprogramme, die (meist) Mütter in Elternzeit weiterhin regelmäßig über Betriebsgeschehen informieren, die Verbindung mit ihrem angestammten Bereich aufrecht erhalten (bsph. u.a. Einladung zu Betriebsfesten), sie auch informieren über Fortbildungskurse, während derer eine Kinderbetreuung organisiert wird.
    In diesem Rahmen wird auch über interne Stellenausschreibungen informiert, die für berufliches Fortkommen wie Veränderungen interessant sein könnten.
    Dieses Programm erleichtern auch den Wiedereinstieg der Rückkehrerinnen - wovon beide Seiten profitieren.

    Die Erfahrung lehrt, dass solche Programme sehr erfolgreich sind. Manche Mutter kehrte - nachdem sie einen generellen adäquaten Betreuungsplatz für den Nachwuchs organisieren konnte, gerne früher aus der Elternzeit zurück, zumal auch betrieblicher- oder behördenseits häufig Unterstützung bei der Betreuungssuche geleistet wird.

    Darüber hinaus wurden/werden Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet, die ermöglichen, dass Beschäftigte bei kurzzeitigem Betreuungsausfall für einige Tage ein Kind im Alter ab 6 Monaten bis 12 Jahren zu speziell kindgerecht eingerichteten Räumen mit PC-Arbeitsplätzen mitbringen können.
    Auch die Flexibilisierung der Arbeitszeit, von gleitend (z.B. zw. 06:00 und 20:00 h) bis zu div. familienfreundlichen Teilzeitmodellen und Arbeitsformen wie alterniernder Telearbeit, trägt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit bei.

    Und Institution, die eine eigene Kinderbetreuungseinrichtung geschaffen haben, werben in ihrer Personalgewinnung für Fachkräfte damit.

    Allerdings lehrt auch die Erfahrung, dass es Frauen gibt, die sich (auch als Alleinstehende) gezielt für eine Mutterschaft entscheiden, um sich bewusst aus einem für sie unbefriedigenden Erwerbsleben auszuklinken oder weil sie noch gar nicht am Erwerbsleben teilnahmen und auf diese Art die Umarmung des "versorgenden Staates" erstreben.

    Keine dieser Lebenswirklichkeiten würde durch das Betreuungsgeld unterstützt.
  4. #143

    Ohhohoh!

    Zitat von spon-facebook-10000031172 Beitrag anzeigen
    Gehen Sie in das Deutschland der 50er und 60er Jahre zurück, vielleicht auch noch in die 70er Jahre. Es gab noch intakte Familien, keine allein erziehenden Mütter, die sozial und emotional verwahrloste Kinder in die Welt setzen, sich dafür auch noch teuer mit Unterhaltszahlungen und obendrein der Meinung sagen, sie brauchen keine Männer für ihre Erziehung, ebenso wie die Kinder natürlich keine Väter brauchen und in der Bildung stand Deutschland auch noch besser da.
    Was war denn mit den vielen Kindern, deren Väter in den Fünfzigern noch in Kriegsgefangenschaft waren?
    Und auch damals haben Mütter gearbeitet, nur eben nur 3 Monate Mutterschaftsurlaub gehabt und dann die Kinder der Oma oder dem Kindermädchen gegeben.
  5. #144

    Uiiii!

    Zitat von marinipini Beitrag anzeigen
    Anstatt arbeitende Muetter aus der akademischen Schicht zu unterstuetzen, die jahr fuer jahr wneiger Kinder kriegen wird eine laecherliche unterstuetzung von 100 bis 150 euro ausgezahlt an diejeniegen, die ihre kinder auch so nicht in den kindergarten schicken. Das unwort des jahres wird wohl demographischer wandel werden, worueber sich alle echauffieren aber niemand etwas dagegen tun wird. Wer soll denn die rente fuer die babzboomer bezahlen? Immigrantenkinder mit schlechter ausbildung und schlecht bezahlten jobs? warum wird man als akademiker bestraft wenn man kinder in die welt setzen will und als nicht berufstaetige mutter EGAL welcher herkunft unterstuetzt?!
    Dass Sie es wagen, Eltern verschieden zu gewichten...!

    Mal im Ernst, jemand, der gutes Geld verdient, wird von dem Taschengeld nicht angesprochen. Wenn man mindestens (ähnlich wie bei der Rente) 60% des Gehaltes während der Zeit bekommen könnte und noch dazu eine Arbeitsplatzrückkehrgarantie, dann würden es auch viele Frauen machen, die es sich bisher anders überlegt haben.
    Und das kommt bestimmt billiger als dieser Betreuungsgeldschmarrn.
  6. #145

    ...

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Dieser Stress lässt sich aber bei Kindern, die älter als 1 jahr alt sind eben nicht mehr belegen.
    Ihre Aussage gilt nur für eine kurzzeitige Trennung (30 Min. Maximum und unter Laborbedingungen) von der Mutter und wiederspiegelt auch nicht die Effekte der Gruppenbetreuung.

    Dazu aus dem von Ihnen verlinkten Text:

    By the second year of life, most infants appear to be able to tolerate a few minutes of separation without producing increases in cortisol. However, this does not mean that they can do so during longer separations. Indeed, Ahnert et al. (2004) noted elevations in cortisol for both securely and insecurely attached toddlers following entry into child care. As reviewed by Vermeer and van IJzendoorn (2006), there are now a number of reports that, on average, cortisol levels rise over the day at child care for children under four years of age.

    Das langfristig wirksame Problem ist gerade der regelmäßig veränderte Tagesrhythmus der Cortisol-Konzentration. Nachmittags ist sie deutlich höher als bei zu Hause allein oder in Kleinstgruppen betreuten Kindern.
  7. #146

    Na klar!

    Zitat von turo Beitrag anzeigen
    ...
    Die Thematik ist jedoch das Betreuungsgeld für die Eltern, die bis zum 36.Lebensmonat ihr Kind zu Hause betreuen wollen.
    Und bis zum 36. Lebensmonat haben diese Kinder nicht sprechen gelernt? Na, jedenfalls nicht Deutsch!
  8. #147

    Zitat von Christoph Beitrag anzeigen
    Mal ganz abgesehen davon, dass die skandinavischen Länder einen Großteil ihres Wohlstands aus ihren Rohstoffen, insbesondere Öl, beziehen.
    NORWEGEN ganz alleine. Die anderen skandinavischen Länder nicht.

    Auch der Grund, warum das schlaue Norwegen wohl so bald nicht der EU beitreten wird.
  9. #148

    Aufpassen!

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Dann liefern Sie doch mal belastbare Daten dazu!
    Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung:

    Als (...) Psychoanalytiker erfahren wir in unserer täglichen Praxis die Tiefenwirkungen und Langzeitfolgen von kindlichen Entwicklungsbedingungen. In den ersten drei Lebensjahren wird die Grundlage für die seelische Gesundheit eines Menschen gelegt. In dieser sensiblen Entwicklungszeit bedeuten regelmäßige ganztägige Trennungen von den Eltern eine besondere psychische Belastung für die Kinder.

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Bitte geben Sie die Quelle der entsprechenden Studie an.
    Um Ihnen mal eine Quelle zu nennen, die einen solchen Schluss eben nicht zulässt:
    Stressor paradigms in developmental studies: What does and does not work to produce mean increases in salivary cortisol
    Demnach nimmt bei Kleinkindern über 6 Monaten die erhöhte Ausschüttung von Cortisol bei der Trennung von der Bezugsperson ab und bei Kinder, die älter als ein Jahr sind, ist keine Zunahme mehr messbar, (...). Nur in 2 von 8 Studien wurde auch bei Kindern über 12 Monaten ein erhöhter Cortisol Spiegel nachgewiesen, bei einer der 8 Studien sogar eine Abnahme des Cortisolspiegels: PubMed Central, Table 4: Psychoneuroendocrinology. 2009 August; 34(7): 953
    Die Quellen ermöglichen keinen Schluss auf erhöhte Stressvulnerabilität durch Krippenbetreuung, weil:

    By the second year of life, most infants appear to be able to tolerate a few minutes of separation without producing increases in cortisol. However, this does not mean that they can do so during longer separations. Indeed, Ahnert et al. (2004) noted elevations in cortisol for both securely and insecurely attached toddlers following entry into child care. As reviewed by Vermeer and van IJzendoorn (2006), there are now a number of reports that, on average, cortisol levels rise over the day at child care for children under four years of age.

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Der Link zum Volltext:
    http://www.nature.com/nrn/journal/v1...l/nrn2639.html

    Auch dieser review widerspricht übrigens Ihrer These:

    So far, there is no evidence that the elevated glucocorticoid levels associated with being in day care affect development; however, children who are exposed to poor care for long hours early in development have an increased risk of behaviour problems later in development
    Der Umstand, dass - im Gegensatz zu anderen Primaten - bis jetzt noch (so far) keine (biomedizinischen) Nachweise (there is no evidence) erbracht wurden, dass Krippenbetreuung die Gehirnentwicklung des Menschen durch die schädigende Wirkung von Stresshormonen beeinflußt, liegt daran, dass Untersuchungen am Menschen aus ethischen Gründen erschwert sind - steht so auch in der Studie.

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Im Übrigen sollten Sie doch wenigstens die Zusammenfassung Ihres verlinkten Nature Reviews gelesen haben.
    Da werden nämlich als Kernfaktoren für die Auswirkungen con akutem und chronischen Stress auf die Hirnentwicklung folgende Punkte genannt:
    1. Geschlecht und Geschlechterrolle
    2. Umwelttoxine
    3. Tagesrhythmus
    Das sind nicht die Kernfaktoren für die Hirnentwicklung sondern die Gebiete, die noch weitgehend unerforscht sind und näherer Beleuchtung bedürfen.
  10. #149

    bis bis heute nachmittag hatte ich nur das poem über

    den zugehörigen, aktuellen text (*) schrieb danach, also nach dem bericht über die oecd.


    Das ist ein Problem 12.06.2012

    Der Siegeszug eines Wortes
    in den letzten 3 Jahrzehnten
    ist nicht zu übersehen:
    "das Problem".... z. b. als
    das ist jetzt ein Problem*,
    da habe ich ein Problem, usw.

    Deutsche Ureinwohner sind
    oft nicht nur problembewußt,
    sondern problemüberbewußt,
    sensibilisiert durch Pädagogen,
    Therapeuten und Politik*

    Probleme sind Teil der täglichen
    Lebenserwartung hierzulande.
    "Das Problem" als Erbsünde
    des deutschen Gegenwartsmenschen*

    Unter dem Motto:
    "Wenn ich kein Problem habe,
    habe ich ein Problem!"
    ist hier sogar ein paradoxes
    Perpetuum mobile entstanden.
    Eine, sich selbst befeuernde
    Problemerfindungsmaschine*

    Paßt super zur Beklagerei allerorten
    zum ewigdeutschen Schuldkomplex*
    und zur Zahlungs- und Duldungs-
    bereitschaft für nahezu alles.
    Hören wir weiter Poblemlösungs-
    musik*, statt Salsa zu tanzen!

    (bis hierhin ging mein gedicht... dann kam die aktuelle nachrichtenlage... )

    *aktuelles Beispiel: das sog. Betreuungsgeld.
    Also die so umbenannte Herdprämie.
    Jetzt stellt die EU fest, das diese gegen
    die Integration unserer Migranten geht.
    Da viele Migrantinnen gerne zu Hause bleiben
    und Kinder betreuen, wird somit nun offiziell
    die Nichtintegration finanziell gefördert.
    Na, wenn das nichts ist! Problem erkannt!


    voller fehlschuß gesetzgebungsseits - meines erachtens.