Umstrittene Doktorarbeit: Mutmaßliche Plagiatsopfer entlasten Schavan

REUTERS"Viel zu unwichtig" und "verzeihbar": Annette Schavan soll sich in ihrer Doktorarbeit bei anderen Autoren bedient haben, ohne es kenntlich zu machen. Doch die mutmaßlichen Plagiatsopfer zeigen sich gelassen. Sie wollen einem Bericht zufolge nicht gegen die Bildungsministerin vorgehen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-863079.html
  1. #1

    Entlasten?

    Was heißt hier, die "Plagiatsopfer" "entlasten" Schavan? Dass sie keine rechtlichen Schritte einleiten wollen, ist verständlich -- das wäre ja auch reichlich albern. Das eigentliche Opfer in dieser Affäre ist die gute wissenschaftliche Praxis. Für die Frage, ob Schavan dagegen verstoßen hat, sind privatrechtliche Klagen völlig irrelevant. Dass sie dagegen verstoßen hat, sagt ja auch Oser ("unsauber gemacht") -- ob der Verstoß so gravierend ist, dass deswegen der Titel entzogen werden muss, hat der betroffene Promotionsausschuss zu entscheiden.
  2. #2

    Irre !

    Stecken die Plagitasopfer mit der Betrügerin unter einer Decke ?? Selbst wenn der Fall nicht so schlimm wie die anderen von Koch-Mehrin, Guttenberg und Co. ist, ist er dennoch so wichtig, da auch dadurch alle hart arbeitenden ehrlichen Doktoranden beschädigt werden ! Und dann bei einer Ministerin ! Hier sind besondere Maßstäbe anzulegen ! Daher ist ! der Frau der Titel mit allen Konsequenzen auch beruflich abzuerkennen !!
  3. #3

    Entlasten??????

    ...was hat das mit Entlastung zu tun. Wenn ich jemanden etwas wegnehme und er mich nicht verklagt ist es immer noch Diebstahl...oder was ist das für ein neues Rechtsempfinden bei SPON?
  4. #4

    Entscheidend ist doch, das sie getäuscht hat....

    Es ging doch nie um Urheberrechte. Ein Doktorand muss, jedenfalls an einer anständigen Hochschule, eine Ehrenerklärung abgeben. Deren Kern ist, dass keine anderen als die kenntlich gemachten Hilfsmittel und Quellen zur Erstellung der Arbeit verwendet wurden. Auf diesen Füßen steht die Arbeit und damit der Titel.

    Aber vielleicht war es bei Schavan anders. Sie wurde ja offensichtlich zur Promotion zugelassen, obwohl sie keine regulären Abschluß erzielt hatte. Vielleicht brauchte Sie auch keine Ehrenerklärung abzugeben.

    Warum jetzt plötzlich über Urheberrechte diskutiert wird, verstehe ich nicht.
  5. #5

    so

    Zitat von snark Beitrag anzeigen
    Was heißt hier, die "Plagiatsopfer" "entlasten" Schavan? Dass sie keine rechtlichen Schritte einleiten wollen, ist verständlich -- das wäre ja auch reichlich albern. Das eigentliche Opfer in dieser Affäre ist die gute wissenschaftliche Praxis. Für die Frage, ob Schavan dagegen verstoßen hat, sind privatrechtliche Klagen völlig irrelevant. Dass sie dagegen verstoßen hat, sagt ja auch Oser ("unsauber gemacht") -- ob der Verstoß so gravierend ist, dass deswegen der Titel entzogen werden muss, hat der betroffene Promotionsausschuss zu entscheiden.
    sehe ich das auch. wäre ja auch noch schöner, wenn sie deshalb aus dem schneider wäre. die frau hat auf ihrem posten nichts zu suchen. egal ob sie ihren titel verliert oder nicht. sie hat unsauber gearbeitet und betrogen also kann sie nicht ausgerechnet bildunsministerin sein.
  6. #6

    Warum steht denn so etwas nicht auf der ersten Seite?

    Weil es nicht rufschädigend ist, sondern eher entlastend. War wohl eine Pflichtmitteilung, die man ungern veröffentlicht hat. Viel schlimmer, ist, dass die Schnüffler auch die Urheber ermittelt haben.
  7. #7

    wiederholte irreführung

    Die SPON-Titel zum Thema sind wiederholt, und inzwischen auffallend, irreführend. Das war unlängst bei dem als "zweite Wahl" bezeichneten Gutachter so, und betrifft hier die vorgebliche Entlastung. Die können die Plagiatsopfer ja gar nicht erteilen, sondern nur die Uni Düsseldorf. Die weitgehende strafrechtliche Irrelevanz der Sache im Hinblick auf Urheberrechtsverletzungen hat zudem nicht das Geringste mit der Täuschungsabsicht in wissenschaftlicher Hinsicht zu schaffen. Es fällt mir zusehends schwer, diese Art von Journalismus hier noch ernst zu nehmen.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    <font>"Viel zu unwichtig" und "verzeihbar": Annette Schavan soll sich in ihrer Doktorarbeit bei anderen Autoren bedient haben, ohne es kenntlich zu machen. Doch die mutmaßlichen Plagiatsopfer zeigen sich gelassen. Sie wollen einem Bericht zufolge nicht gegen die Bildungsministerin vorgehen.</font>

    Schavans Plagiatsopfer geben sich versöhnlich - SPIEGEL ONLINE
    Entlastung? Die mediale Reinwaschung der Frau Schavan läuft also weiter auf vollen Touren.
    Von einer Entlastung kann doch auch in diesem Zusammenhang keinesfalls die Rede sein.
    Ob jetzt die Urheberrechtsinhaber klagen oder nicht ändert am wissenschaftlichen Komplettversagen oder schlimmstenfalls sogar absichtlichem Betrügen überhaupt nichts.
    Der Titel muss trotzdem weg sein.
  9. #9

    Zitat von martin-z. Beitrag anzeigen
    sehe ich das auch. wäre ja auch noch schöner, wenn sie deshalb aus dem schneider wäre. die frau hat auf ihrem posten nichts zu suchen. egal ob sie ihren titel verliert oder nicht. sie hat unsauber gearbeitet und betrogen also kann sie nicht ausgerechnet bildunsministerin sein.
    Ausserdem ist die gesamte Gesellschaft 'Plagiatsopfer' und nicht nur die Urheber.
    Denn ein Titel öffnet Türen und verschafft dem Titelträger einen klaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteil gegenüber einem gleich kompetenten Nichttitelträger.