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Umstrittene Bonitätswächter: Wie die Politik zum Rating-Junkie wurde

Weltweit hängen*Regierungen an ihren Lippen, auch eine Rettung Griechenlands könnte nun*an ihrem Veto scheitern: Die drei amerikanischen Rating-Agenturen beeinflussen derzeit*die Geschicke ganzer Staaten. Dass ihre Macht noch immer so groß ist, liegt auch an der Politik. **

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...772579,00.html
  1. #90

    Umstrittene Bonitätswächter

    Nirgends finde ich eine Information darüber, wer die Auftraggeber der Rating-Agenturen sind. Zum Beispiel: Wer ist am Rating von Griechenland interessiert, und was muss er dafür bezahlen?
  2. #91

    Zitat von das_dunkle_Orakel Beitrag anzeigen
    Entschuldigung, aber sie erzählen Mist.
    RogerRabit1962 hat genau des Missstand beschrieben, welcher die Macht der Banken und Versicherungen zementiert. Das ganze funktioniert nur, weil inzwischen die Geldwirtschaft die Politik kontrolliert......
    Die Faktenlage ist in meinem Post hinreichend dargelegt, ohne politische Kommentierung.
    Ihre Systemkritik hilft nicht wirklich weiter.
    Sie behaupten, dass die Finanz- und Versicherungswirtschaft die Politik beherrscht.

    Wenn dem so ist, sei es mal unterstellt, dass Sie recht haben, dann hat die Politik jederzeit die Möglichkeit das zu ändern. Das ist es aber ja gar nicht, was Sie möchten.

    Dann hätten Sie meinen Post ernst nehmen müssen.

    Wenn Sie das System ändern wollen, nämlich von Kapitalismus auf Sozialismus dann müssen Sie vom kontrollieren Privatbanksystem zum Staatsbanksystem übergehen.

    Das wollen Sie ja scheinbar nicht. Aber Sie sollten ihren letzten Satz reflektieren.
    Sie behaupten Bankenrettungen und Griechenlandrettungen dienen nicht dem Volk. Cui bono?
    Bei der Griechenlandrettung bin ich aus anderen Erwägungen bei Ihnen.
    Aber bei der HRE und der Hypo?
    Setzen Sie sich mal mit der Geschichte der Darmstädter Bank und der Österreicher Kreditanstalt auseinander und dem Entstehen der Rentenpunkte.

    Die Banken spiegeln das gesamte Volk. Den Kleinsparer, den Autokredit, den Häuslebauer, den Fabrikanten, den Multimillionär und den Spekulanten.
    Banken sind schon immer politisch gewesen. Schauen Sie sich die Besetzungen der Sparkassenvorstände und der Aufsichtsräte der VR´s an.
    Wenn Sie die Banken retten, retten Sie nur sich selbst.

    Ein Zurückführen des Finanzsektors auf geringere Anteile am BIP kann die Politik bescrhliessen, wird sie aber spätestens nach dem Gespräch mit Ackemann über die BIP Wirkung des Leverages und der notwendigen Reduzierung auf die Zukunft nach der aktuellen Wahlperiode verschieben.
  3. #92

    Sozialismus?

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    ... Wenn dem so ist, sei es mal unterstellt, dass Sie recht haben, dann hat die Politik jederzeit die Möglichkeit das zu ändern. ...
    Tut sie aber nicht, weil sie Büttel ist.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    ... Wenn Sie das System ändern wollen, nämlich von Kapitalismus auf Sozialismus dann müssen Sie vom kontrollieren Privatbanksystem zum Staatsbanksystem übergehen. ...
    Das Privatbankensystem wird nicht kontrolliert. Umgekehrt schreiben die Banken der Politik vor, was sie tun soll und was nicht. Ein Staatsbankensystem allein macht keinen Sozialismus. Ich halte ein Staatsbankensystem für sinnvoll. Unabhängig davon ist die Frage, was an einem Sozialismus schlecht sein soll. Die Schwierigkeit, woran sozialistische Experimente letzlich scheitern, ist die selbe, woran auch parlamentarische Systeme z.Z. scheitern: Komplexität und Entfremdung der Entscheidungsträger von der Wirklichkeit. Für Letzteres ist Dr. Philipp Rösler ein aktuelles Beispiel.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    ... Die Banken spiegeln das gesamte Volk. Den Kleinsparer, den Autokredit, den Häuslebauer, den Fabrikanten, den Multimillionär und den Spekulanten. ...
    Nein. Keine von den Ihnen genannten Personegruppen verfügt über die Möglichkeit Geld aus dem Nichts zu schöpfen. Keine der von Ihnen genannten Personegruppen kann sich als Gläubiger bei der öffentlichen Hand schadlos halten, wenn der Schuldner insolvent ist.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    ... Ein Zurückführen des Finanzsektors auf geringere Anteile am BIP kann die Politik bescrhliessen, wird sie aber spätestens nach dem Gespräch mit Ackemann über die BIP Wirkung des Leverages und der notwendigen Reduzierung auf die Zukunft nach der aktuellen Wahlperiode verschieben.
    Genau das ist der Punkt: Herr Ackermann sollte erst gar nicht gefragt werden. Der Einwand, daß den politischen Akteuren der Sachverstand fehlt, gilt nicht. Die politischen Akteure müssen sich darum bemühen und es ggf. zu fragen, ob die notwendigen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Die Parlamente in der heutigen Form können allein das dafür notwendige Arbeitspensum nicht bewältigen.

    Abgesehen davon: Wie kommt es eigentlich, daß Volkswirtschaften mit großem Anteil der Finanzwirtschaft am BIP eine zu geringe industrielle Produktion haben und große soziale Ungleichgewichte haben, aus denen Angehörige der Finanzindustrie ihr Ego ableiten ( Josef Ackermann ist ein leuchtendes Beispiel genau dafür. )? Geld allein schafft keine Werte und keine Teilhabe sondern es konzentriert sich immer in Händen weniger. Der Staat muß hier entgegensteuern. Tut er das nicht, hat er keine Legitimation zu sein.

    Die Finanz- und Schuldenkrisen stellen also die Systemfrage.
  4. #93

    Zitat von Beteigeuze Beitrag anzeigen
    Tut sie aber nicht, weil sie Büttel ist.
    Das ist schon die Systemfrage. Inwieweit wollen Sie das Primat der Politik in der Gesellschaft einordnen, und, wenn es IHNEN so gefällt, auch Mehrheiten dafür organisieren?
    Oder streben Sie nach einer starken, ordnenden Hand?


    Zitat von Beteigeuze Beitrag anzeigen
    Das Privatbankensystem wird nicht kontrolliert. ....lichkeit. Für Letzteres ist Dr. Philipp Rösler ein aktuelles Beispiel.
    Das Privatbankensystem wird mehrfach kontrolliert, in letzter Instanz von der BIZ und dem IWF.
    Ein Staatsbanksystem könnte keine Ziehungsrechte bekommen, sie müsste wie im Yuan Kapitalverkehrskontrolle betreiben.
    Die Ostmark war auch nicht konvertibel.
    Was ist an Sozialismus Sinnvoll? Wobei erst mal eine begriffliche Klarstellung notwendig wäre.


    Zitat von Beteigeuze Beitrag anzeigen
    Nein. Keine von den Ihnen genannten Personegruppen verfügt über die Möglichkeit Geld aus dem Nichts zu schöpfen.....
    Das ist nicht richtig. Jeder hat die Möglichkeit der freien Geldschöpfung. Soweit es der Markt hergibt.
    Es bleibt Ihnen unbenommen zu handeln (Verkaufspreis grösser Einkaufspreis), anzubieten usw.


    Zitat von Beteigeuze Beitrag anzeigen
    Genau das ist der Punkt: Herr Ackermann sollte erst gar nicht gefragt werden. Der Einwand, daß den politischen Akteuren der Sachverstand fehlt, gilt nicht. Die politischen Akteure müssen sich darum bemühen und es ggf. zu fragen, ob die notwendigen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Die Parlamente in der heutigen Form können allein das dafür notwendige Arbeitspensum nicht bewältigen.
    Wenn Sie nicht die Experten fragen, wen dann? Wenn Sie Krebs haben, gehen sie höchstwahrscheinlich zu einem Onkologen, wahrscheinlich zu einem führenden. Wenn Sie in der Situation einen politischen Ausschuss bilden um einen Forschungsetat zu beschliessen, um den Krebs zu bekämpfen mag das der idealistisch richtige Ansatz sein. Ob er im Hier und Jetzt hilfreich ist wage ich zu bezweifeln.
    Wen ausser Ackermann wollen Sie denn fragen? Weber´s Antwort hat den Politikern doch auch nicht gefallen.
    Theoretiker aus den Ministerien?


    Zitat von Beteigeuze Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon: Wie kommt es eigentlich, daß Volkswirtschaften mit großem Anteil der Finanzwirtschaft am BIP eine zu geringe industrielle....... )? Geld allein schafft keine Werte und keine Teilhabe sondern es konzentriert sich immer in Händen weniger. Der Staat muß hier entgegensteuern. Tut er das nicht, hat er keine Legitimation zu sein.

    Bravo! Gut erkannt. Die Legitimation des Staates endet wenn sich das Geld in den Händen Weniger befindet?
    Das passt ihnen persönlich nicht, jedenfalls erscheint es in dem Kontext sich so herauslesen zu lassen.
    Scheinbar ist es aber doch so, dass die Mehrheit von dem System profitiert, wenn auch in unterschiedlichem Masse. Somit wird sich politisches Handeln immer daran ausrichten.
    Sie können von anderen Systemen und Idealen träumen, aber in der Praxis benötigen Sie Mehrheiten und Macht.

    Zitat von Beteigeuze Beitrag anzeigen
    Die Finanz- und Schuldenkrisen stellen also die Systemfrage.
    Dies ist wohl schon immer so gewesen.
  5. #94

    Die aller dümmsten Kälber suchen sich ihre Metzger selber.

    In durch EU-Recht festgeschriebenen Finanzrichtlinien wie Basel II oder Solvency II ist die Verwendung von Ratings ausdrücklich vorgeschrieben.
  6. #95

    Ratings

    Die Thematik ist doch falsch angegangen. Nicht die Ratings tragen die Schuld an irgendwas, sondern die Schöpfer einer nicht existenzfähigen Multinationalwährung mit dem Hang der EU-Politiker zum Grössenwahn, diese möchte auch noch Asien bis Novosibirsk in den Euro hineinnehmen. Diese jedoch aber husten denen etwas und bleiben lieber beim Rubel und beim US-Dollar. Genausowenig verstehen die EU-Kommissare offensichtlich vom Finanzmarkt. Die Agenturen raten über Staatsanleihen und andere Bonitäten, nicht über Währungen. Sicher bevorteilen S+P,Moodys und Fitch höchstwahrscheinlich die USA, das muss aber nicht unbedingt so sein. Der US-Dollar ist trotz der globalen Verbreitung eine nationale Währung. Der Euro ist eine multinationale Währung. Und genau das ist der Geburtsfehler und wird der Todesstoss dieser Währung sein. Und kein Rating. Die Macht dieser Agenturen ist nicht zu brechen. Auch nicht vom US-Goverment. Erst recht nicht von selbstüberschätzenden EU-Kommissaren. Ich habe selten so herzlich gelacht wie heute über die dümmlichen Nachrichten von machtbeflissenen EU-Beamten, die Sprüche sind nicht mehr zu überbieten.
  7. #96

    Ordnende Hand?

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Oder streben Sie nach einer starken, ordnenden Hand?
    Ich finde eine saubere Ordnungspolitik, die dem Wohl der Menschen verpflichtet ist, wichtig. Wichtiger als die Frage, ob Diktatur oder Demokratie. Aber: Diktaturen sind zugleich die korruptesten Systeme. Mich stört, daß in der Politik die Auffassung vorherrscht, daß das Wohl der Menschen sich automatisch aus dem Wohl von Instutitionen und Körperschaften ableitet.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Ein Staatsbanksystem könnte keine Ziehungsrechte bekommen, sie müsste wie im Yuan Kapitalverkehrskontrolle betreiben.
    Ja, ich halte eine Kapitalverkehrskontrolle für vernünftig!

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Was ist an Sozialismus Sinnvoll? Wobei erst mal eine begriffliche Klarstellung notwendig wäre.
    Das ist schon aus Platzgründen schwierig. Vom Sozialismus zu träumen ist ein Kalkül - ihn einzuführen eine Torheit.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Das ist nicht richtig. Jeder hat die Möglichkeit der freien Geldschöpfung. Soweit es der Markt hergibt. Es bleibt Ihnen unbenommen zu handeln (Verkaufspreis grösser Einkaufspreis), anzubieten usw.
    Wenn ich eine Immobilie vermiete, dann schöpfe ich mit dem Mietzins Geld. Banken brauchen nichts, um Geld zu schöpfen. Ich hingegen schon. Banken besitzen insoweit ein Monopol.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie nicht die Experten fragen, wen dann?
    Josef Ackermann z.B. ist kein Experte sondern ein Lobbyist. Ich meine: Menschen mit Expertenwissen, die rücksichtslos ihre Macht- und Gier-Intressen durchsetzen sind keine Experten. Diese sollten nicht gefragt werden.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Die Legitimation des Staates endet wenn sich das Geld in den Händen Weniger befindet?
    Ja.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Das passt ihnen persönlich nicht, jedenfalls erscheint es in dem Kontext sich so herauslesen zu lassen.
    Ich hasse es, von Kanaillen wie Josef Ackermann direkt oder inderekt als Nahrung wahrgenommen zu werden.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Scheinbar ist es aber doch so, dass die Mehrheit von dem System profitiert, ...
    M.E. nicht mehr lange.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    ... wenn auch in unterschiedlichem Masse.
    Damit ist die Universalität der Menschenrechte in Frage gestellt. Das können Akteure in Politik und Wirtschaft ja wollen. Im politischen Raum sollten diese das aber auch offen zugeben.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Somit wird sich politisches Handeln immer daran ausrichten. Sie können von anderen Systemen und Idealen träumen, aber in der Praxis benötigen Sie Mehrheiten und Macht.
    Nihelismus führt in einer geschlossenen Welt zum Untergang! Sie haben natürlich Recht, daß das Gegenteil vom Nihelismus, nämlich ein Ideal oder eine Utopie, in der Politik nicht beliebig lange durchgehalten werden kann - und m.E. wiederum schon gar nicht in einer geschlossenen Welt. Ich habe keine Antwort auf diese fundamentale Schwierigkeit.

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Dies ist wohl schon immer so gewesen.
    Und wird ungut enden.
  8. #97

    Erfolglos

    Zitat von Gerdtrader50 Beitrag anzeigen
    . . . Der US-Dollar ist trotz der globalen Verbreitung eine nationale Währung. Der Euro ist eine multinationale Währung. Und genau das ist der Geburtsfehler und wird der Todesstoss dieser Währung sein. Und kein Rating. . . .
    Genau das Gegenteil ist der Fall.

    Der Dollar ist Leitwährung.

    Es sind mehr Dollars im Ausland unterwegs als im Inland.

    Mit Hilfe ihrer Geopolitik bei militärischer Unterstützung verhilft der Dollar den USA zu imperialer Macht.

    Das haben sich die Chinesen zu nutze gemacht und sind nun dabei, den Dollar zu unterlaufen. Dagegen haben die Wallstreet-Oligarchen noch kein Gegenmittel gefunden. Mit Hilfe ihrer Rating-Agenturen versuchen sie es zwar, aber der Erfolg blieb bisher aus.


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