Zitat von
talvisota
Hauptschuld trägt natürlich Anton Schlecker selbst. Sein Unternehmenskonzept mit sehr vielen, sehr kleinen Filialen war hoch riskant. Nur, er selbst war offensichtlich überzeugt, dass es funktionieren kann. Denn er führte sein Unternehmen nicht wie sonst in dieser Größenordnung üblich als haftungsbeschränkte Kapitalgesellschaft sondern als Einzelunternehmen mit voller persönlicher Haftung - und hat durch diese Insolvenz an die 2 Milliarden Euro verloren.
Es hätte der Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft im Interesse ihrer eigenen Arbeitsplätzen gut angestanden, wenn sie zumindest erkennbar bemüht gewesen wären, konstruktiv an einer Minimierung des Risikos mitzuwirken. Getan haben sie allerdings das genaue Gegenteil: Sie betätigten sich als zusätzlicher Sargnagel. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass die gutgläubige Belegschaft den unlauteren Heilsversprechen skrupelloser Gewerkschaftler erlegen ist, sie haben mit ihren eigenen Arbeitsplätzen gezockt - und verloren.
Warum behauptet ein Herr Bsirske heute, Verdi hätte nie zum Boykott aufgerufen – wo doch Verdis „kauft nicht beim Schlecker“ aus allen Rohren im „Namen der Belegschaft“ noch wirklich jedem geläufig sein dürfte? Wenn diese Aktion richtig war, dann könnte man auch weiter dazu stehen können. Wenn sie falsch war, dann wäre eigentlich eine andere Erklärung fällig. Nein, Verdi versucht sich zur Schadensbegrenzung „irgendwie“ durchzumogeln. Sie haben nicht nur den „bösen Kapitalisten“ Schlecker sondern auch der Belegschaft schweren Schaden zugefügt und denken gar nicht dran, ihr Verhalten künftig zu ändern. Wer solche „Freunde“ hat, braucht keine Feinde mehr. Auch – oder besser gerade als Arbeitnehmer.