Umschulungen: Schlecker-Frauen sollen sich um Kinder und Alte kümmern

dapdNach der Schlecker-Pleite sind Tausende Beschäftigte auf der Suche nach einem neuen Job. Den könnten sie laut Arbeitsministerin von der Leyen in Kitas und Altenheimen finden. Die Zahlen zu bereits entlassenen Mitarbeitern sind laut Arbeitsagentur wenig beruhigend.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...837625,00.html
  1. #10

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    Zitat von weidchen Beitrag anzeigen
    Da haben manche Frauen fast ihr ganzes Leben bei Schlecker gearbeitet, um sich selbst was zu erarbeiten, und dann kommt unsere werte Ministerin mit ihren Vorschlägen, die wieder Jenseits aller Realität sind. WISO sollen jetzt, nach vereinzelt 20-jähriger Betriebszugehörigkeit die Frauen sich noch umschulen lassen, um die Jobs ausführen zu können, die andere nicht machen wollen. Diese Frauen sind meist über 40 und dann noch mal eine Umschulung. Es kommt ja sehr gelegen das diese Frauen arbeitslos werden.
    Was spricht dagegen mit über 40 nochmal umzuschulen?
  2. #11

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    Zitat von flieder2 Beitrag anzeigen
    Der Bericht erinnert mich an eine Geschichte die mir 1997 passierte: Ich wurde krank. Dann habe ich einige Krankenhausaufenthalte und diverse Fachaerzte ueber mich ergehen lassen muessen, bis irgend ein Arzt mir einen Kuraufenthalt verordnete. Kur wurde bewilligt und ich landete in Bad Schmiedeberg,irgendwo bei Dresden. Dort sollte ich also aufgepaeppelt werden. Fand meine Masseuse ganz nett und plauderte und plauderte mit ihr. Bis sie mir ihren Werdegang berichtete: Sie arbeitete zu DDR Zeiten als Verkaeuferin, nach Fall der Mauer wurde die BFA mit Kurklinik dort angesiedelt. Der halbe Ort wurde ploetzlich umgeschult. Meine Therapeutin und ihre Kollegen bekamen einen 6 monatigen Intensivkurs verpasst, jeder durfte sich anschliessend Masseur oder Physiotherapeut nennen und wurde auf die Menschheit los gelassen. Hauptsache in Lohn und Brot! Gut, sooo krank war ich auch nicht, bei mir konnte kein Therapeut mit Kneten etwas falsch machen.
    Mal sehen, wie die Schleckerfrauen sich in der Altenpflege so machen! Die werden dann sicherlich in 3 Monaten umgeschult.
    Ich habe meinen Zivildienst in der Altenpflege ohne jede Vorbereitung oder Schulung gemacht. So schwer ist das nun wirklich nicht dass man als Hilfskraft eine mehrjährige Ausbildung benötigen würde.
  3. #12

    Zitat von Edelweiß Beitrag anzeigen
    Nach zweijähriger Umschulung.
    Das stört mich auch.
    Eine vom Staat finanzierte Ausbildung ALG1 ist ok, allerdings beträgt die Ausbildungszeit zB zum Erzieher/in 3 Jahre, in manchen Bundesländern 4 Jahre. Diese Zeit sollte dann doch möglich sein. Schließlich sollen keine "Hilfskräfte" ausgebildet werden, sondern dringend benötigtes Fachpersonal, welches u.a. ordentlich vergütet wird.
    Außerdem sollte das Angebot für Interessierte freiwillig sein, gebunden an entsprechende Voraussetzungen.
  4. #13

    Manche begreifen es immer noch nicht !

    Zitat von talvisota Beitrag anzeigen
    Wer zum Boykott seiner eigenen Firma aufruft, hat es einfach nicht besser verdient. Es hätte ihnen schon klar sein müssen, dass sie da mit ihren eigenen Arbeitsplätzen spielen. Nun haben sie sie verspielt. Und was stellt sich hinterher raus? Plötzlich sind sie zum bisherigen Lohn kaum noch vermittelbar, der scheint also für diese Branche gar nicht so schlecht gewesen zu sein.
    Was das Elend der Zeitarbeiter betrifft, so ist das fraglos ein Skandal. Nur eben einer, der von Verdi und den anderen DGB-Gewerkschaften vorsätzlich angerichtet wurde. Denn diese Dumpinglöhne werden nach dem von allen DGB-Gewerkschaftsbossen unterschrieben Zeitarbeitstarif bezahlt. Wenn die sich nun hinstellen und diese „skandalösen Bedingungen“ anprangern, verraten sie selbstverständlich nicht, dass sie selbst es waren, die diese Bedingungen ausgehandelt haben. Sie verraten auch nicht, dass alle Zeitarbeiter schlagartig Anspruch auf gleiche Bezahlung hätten, wenn die DGB-Gewerkschaften einfach den Tarif kündigen und keinen neuen abschließen. Weil: Ohne Tarif greift das Gesetz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Verlass dich auf den DGB und du bist verlassen!

    Zum Vergleich: In der Schweiz und etlichen anderen Nachbarländern ist gleiche Bezahlung gesetzlich vorgeschrieben. Folge: Bei den höheren Belastungen durch Zeitarbeit müssen diese Firmen schon was drauf legen. So bezahlen die multinationalen Branchenriesen in der Schweiz Spitzenlöhne und in Deutschland Hungerlöhne. Sie passen sich einfach den örtlichen Gegebenheiten an.
    Die Schlecker-Frauen haben ihren Arbeitsplatz verloren, weil die Firma Schlecker Insolvenz anmelden musste ! Diese Insolvenz haben nicht die Schlecker-Frauen verursacht, sondern die Unternehmensstrategie und die Unternehmensführung von Anton Schlecker, denn er war alleinverantwortlich. Das ist einzig und allein der Grund für die jetzige Situation !

    Was die Umschulungen für die Schlecker-Frauen angeht, so fühle ich mich, wieder einmal, in meiner Ansicht bestätigt, dass unsere Politikerinnen und Politiker jeglichen Bezug zur Realität verloren haben.
  5. #14

    Zitat von markus_wienken Beitrag anzeigen
    Was spricht dagegen mit über 40 nochmal umzuschulen?
    Wenn es einem in seinen Beruf nicht gefällt bzw. wenn man es sich für sich selber entscheidet, eine Umschulung durchzuführen, finde ich es klasse, wenn ältere den Mut dazu aufbringen. Aber wenn es von der Politik vorgegeben wird, ist es für mich nicht in ordnung. Es kann nicht sein, dass man dann beim arbeitsamt gesagt bekommt, Sorry,für sie ist im Einzelhandel nichts mehr frei, Sie müssen eine Umschulung machen. Nach 20 Jahren Einzelhandel ist es bestimmt nicht leicht, sich dann um ältere und Kinder zu kümmern, wenn man sich selber nicht dafür entschieden hat.
  6. #15

    ohne

    Zitat von Katzenliebhaber Beitrag anzeigen
    Das stört mich auch.
    Eine vom Staat finanzierte Ausbildung ALG1 ist ok, allerdings beträgt die Ausbildungszeit zB zum Erzieher/in 3 Jahre, in manchen Bundesländern 4 Jahre. Diese Zeit sollte dann doch möglich sein. Schließlich sollen keine "Hilfskräfte" ausgebildet werden, sondern dringend benötigtes Fachpersonal, welches u.a. ordentlich vergütet wird.
    Außerdem sollte das Angebot für Interessierte freiwillig sein, gebunden an entsprechende Voraussetzungen.
    Ich stimme Ihnen zu. Die Ausbildung einer examinierten Altenpflegerin beispielsweise ist heutzutage allerdings recht anspruchsvoll. Wer sich dazu qualifiziert fühlt und darüber hinaus gern mit Kindern oder alten Menschen umgeht, die ja einer besonderen Zuwendung bedürfen, für den ist das eine echte Chance, denn normalerweise wird das ALG1 nicht weitergezahlt, weil man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht. Es ist an eine Altersgrenze (ich glaube 25 Jahre) gebunden. Meine Tochter ist da gerade noch so eben mit reingerutscht.

    Wenn Frau von der Leyen allerdings nur an eine kurze Ausbildung für schlecht bezahlte Hilfskräfte denkt für Frauen, die bisher qualifiziert und selbstständig gearbeitet haben, dann fände ich das blamabel.
  7. #16

    Willkommen im Leben

    Da kommt die Ministerin den Frauen schon gut entgegen. Weiß garnicht warum da manche anfangen zu jammern von wegen "20 Jahre gedient und können jetzt nix mehr lernen bzw umschulen". Dann können sie sich ja gleich zum RTL gucken aufs Sofa mit ALG2 setzen, denn ein Mitarbeiter der nichts mehr lernen kann, den will zurecht keiner in seiner Firma haben.
  8. #17

    Yoooh

    Zitat von ediart Beitrag anzeigen
    Frau von der Leyens Vorstoß die Schlecker-Arbeiterinnen in die soziale Arbeit zu intregieren scheint genial ist aber richtig Blöd.
    Kitaplätze, wenn es diese überhaupt ausreichend gibt, mit solch einer Idee Personell zu versorgen und Altenheime deren Pflegepersonal immer am Limit arbeitet und schlecht bezahlt mit Drogerieverkäuferinnen zu verstärken zeigt, dass Frau von der Leyen der Wirklichkeit unserer Gesellschaft sehr entrückt ist.
    Man höre und staune, haben die Vordenke diese grandiose Idee immer uns verheimlicht als wir noch 4 Mio. Arbeitslose hatten, oder warum kam man denn nicht schon viel früher darauf? Aber natürlich ist die Idee etwas, damit die Kasse der Arbeitslosenverwaltung nicht belastet wird. 20 Jahre eingezahlt, einzahlen müssen, und dann sofort einen unterbezahlten Job annehmen, damit man keine Leistungen berappen muß.
  9. #18

    Toller Vorschlag!!

    was für einen Unfug hat sich unsere Politische Führung denn da wieder einfallen lassen?Was ist denn bisher mit den im März entlassenen passiert?fragt die mal...alle aus AC bekamen den gleichen Vermittlungsvorschlag ,für nen Appel und ein Ei bei Porta für 6,50€ arbeiten zu gehen...frei nach dem Motto ein Doofer macht das ja vielleicht ...meine Frau wird 58 hat schon 3 Fillialen aus der Scheiße geholt und wird so belohnt...Danke ...vor allem an die Herren der FDPso ich begleite Sie nun damit sie nicht von den 30%-Aktionhaschern erschlagen wird
  10. #19

    Bonsai Pädagogik

    Zitat von markus_wienken Beitrag anzeigen

    Ich habe meinen Zivildienst in der Altenpflege ohne jede Vorbereitung oder Schulung gemacht. So schwer ist das nun wirklich nicht dass man als Hilfskraft eine mehrjährige Ausbildung benötigen würde.
    Da hat die Gewerksschaft jahrzehntelang gekämpft um den ehemaligen "Kindergärtnerinen" das hochtrabende Etikett der "pädagogischen" Fachkraft anzuheften, dass muss schliesslich hochgehalten werden.