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Umgang mit Rassismus: Nazis müssen in den Streichelzoo

Wie diskutiert man mit Ausländerfeinden? Wie widerspricht man einem Nazi auf politisch korrekte Weise? Man wählt die Worte mit Bedacht. Und man versucht es mit viel Verständnis - denn in Wahrheit haben diesen Menschen ja nur Angst.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...829656,00.html
  1. #50

    Zitat von Otoshi Beitrag anzeigen
    Also Frau Berg sagt also: seid nett zu Nazis? Sind ja nur alles kleine Kinder... Oh, bloss keine Angst vorm Skinhead.. "der will doch bloss spielen..." Gutmenschentum 2.0 oder bloss wieder mal eine sinnlose Kolumne um wieder eine Woche lang auswaerts essen gehen zu koennen?
    Was soll eigentlich immer wieder dieser Schwachsinn, sich über immer wiederkehrende Kolumnen aufzuregen, die die/derjenige jedesmal liest, um dann zu behaupten, sie seien nicht lesenswert und man habe das schon immer so gesehen.

    Ich lese beispielsweise keine Kolumnen mehr von Dietz, oder Postings zu Berichten über Wilders, weil ich beide, den Dietz und die Wilders zustimmenden Foristen, für bescheuert halte.

    Ich muss zugeben, dass ich mich manchmal nicht an meine eigenen Maximen halte, beispielsweise bei der Grass-Diskussion, als ich sämtliche sich dazu äußernden Spiegel-"Journalisten" für bescheuert hielt (obwohl sie ja gar nichts dafür konnten, denn wären sie von der vorgeschriebenen Verlags-Meinung abgewichen, wären sie wahrscheinlich ihren Job los gewesen - ähnlich der unangenehmen Situation der Bundestagsabgeordneten der CDUCSUSPDFDPGrünen, denen, würden sie sich nicht an den Fraktionszwang halten, das gleiche drohen würde) und die Mehrzahl der Foristen für vernünftig, mich aber trotzdem über die missbrauchten armen Redakteure aufregte (diese sind eben ähnlich zu sehen wie Frau Berg die armen Nazis sieht).

    Ähnlich sieht es zu meiner Schande gesagt mit mir auch bei der Timotschenko-Diskussion aus: Nachdem die Redaktion zunächst eine gemäßigte Anti-Timotschenko und Pro-Janukowitsch-Linie (und EM sowieso, versteht sich ja von selber) gefahren ist, die von Anti-Timotschenko-Foristen unterstützt werden sollte, ist das dummerweise außer Kontrolle geraten, weil diese Foristen zusammen mit Ihnen gewogenen sogenannten Mediatoren die Kontrolle über Teile von SPON und dessen Foren übernommen haben (die redaktioninternen Kämpfe sind daran zu erkennen, dass es zu strittigen Themen aufgrund von Lagerkämpfen derzeit gar keine Foren mehr gibt). Ich habe mich unprofessioneller Weise darüber aufgeregt, wo ich doch genau hätte wissen müssen, dass meine Postings eh nie ankommen werden, ich Dummerle.

    Also, werter Forist (auch wenn Sie höchstwahrscheinlich im Allgemeinen eine meiner Meinung diametral entgegenstehende Meinung vertreten), keep it cool - das hat Leonhard Bernstein in der Westside-Story schon vor über 50 Jahren von ziemlich einfach gestrickten New Yorker Prekariats-Angehörigen singen lassen. Recht hatte er!

    Das einzige Problem, was mich in der Zwischenzeit erreicht hat, ist, dass ich nicht mehr weiß, was ich außer Augsteins Kolumne bei SPON noch lesen soll, nachdem nach Kultur und Politik nun auch der Sport in die Hände der Rechten gefallen ist. Netzwelt verbietet sich, weil es fachlich gesehen schlechter als Computer-Bild ist (was für sich gesehen natürlich schon eine Leistung ist), für Schule / Uni und Karriere bin ich zu alt, eines Tages habe ich aufgrund dessen selber großteils miterlebt, an Stelle von SPAM empfielt sich die Seite von Titanic, und auch der Rest ist Firlefanz, bei dem man nicht einmal an der frischen Luft ist, den man aber überall wo anders besser lesen könnte.

    So bleibt denn die Macht der Gewohnheit, wenn man gerade mal nichts zu tun hat.

    Fleurs
  2. #51

    Zitat von Seppedoni Beitrag anzeigen
    Falls Ihnen nun im Alltag tatsächlich überdurchschnittlich viele kriminelle Ausländer begegnen, liegt es in der Regel daran, dass diese von obigen Risikofaktoren überdurchschnittlich häufig betroffen sind und nicht an ihrer Nationalität oder Abstammung. Zugespitzt: Ich möchte nachts auf der Straße lieber einer afghanischen Ärztin begegnen als einem deutschen Neonazi..
    Sie wissen aber schon dass Mohammed Ata und seine Freunde in Hamburg ein Studium abolviert haben..... Vom Flug ins World-Trade Center hat sie das aber nicht abgehalten....
    Könnte es sein, dass Sie bei Ihrer Aufzählung noch wichtige Punkte vergessen haben ?
  3. #52

    Frau Berg spricht hier ein nettes (Schein-)Dilemma an.
    Wenn ich nicht mit dem Nazi rede, verstoße ich gegen mein eigenes Gebot der Meinungsfreiheit und Toleranz.
    Rede ich mit ihm, biete ich eine Bühne für seine verachtende und überholte Gesinnung.

    Nur: Toleranz schließt die Achtung des Toleranzgebotes selber ein. Wer dieses zurückweist, hat keine Recht auf den Schutz, den es bietet.

    Und: Wenn acht vermummte Schläger an einem S-Bahnhof auf mich warten, wenn ich fotografiert werde und als Linker auf einschlägigen Webseiten zur Schau gestellt werde, wenn eine friedliche Demonstration mit Familien, Senioren und interkulturellem Rahmenprogramm von vierhundert fanatisierten Idioten überfallen wird, dann endet der Anspruch auf Toleranz und Rücksichtnahme im aktiven Sinn.
    Dann hilft nur noch das StGB. Mit allen Konsequenzen.
  4. #53

    .......

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie diskutiert man mit Ausländerfeinden? Wie widerspricht man einem Nazi auf politisch korrekte Weise? Man wählt die Worte mit Bedacht. Und man versucht es mit viel Verständnis - denn in Wahrheit haben diesen Menschen ja nur Angst.

    Umgang mit Rassismus: Nazis müssen in den Streichelzoo - SPIEGEL ONLINE
    Kein Fußbreit den Faschisten!
  5. #54

    Natürlich ist es immer anstrengender auf den anderen Menschen mit Verständnis, Offenheit und Toleranz zuzugehen und dem Gegenüber die Herkunft seines Standpunktes und die darin enthaltenen Reflexe klar zu machen, als ihn einfach verbal nieder zu keulen. Ist natürlich nicht so spannend anzusehen. Vor allem würden die Talkrunden dann eher wie Gruppentherapien ausfallen und weniger wie Glatiatorenkämpfe wirken.
  6. #55

    verträglich?

    Zitat von Seppedoni Beitrag anzeigen
    Man kann nun wie ein trotziges Kind mit dem Fuß aufstampfen oder aber erwachsen werden und Wege suchen, um das Zusammenleben der Kulturen im In- und Ausland verträglich organisieren.
    Sie können ja nicht mal das Zusammenleben der "Urdeutschen" verträglich organisieren. Jeder, der nicht Ihrer Meinung ist, ist dumm, trotzig und wird gar nicht erst ernst genommen. Das nennen Sie verträglich?!

    Nein, Sie tun genau das, was Sarrazin, Broder & Co. auch machen. Nur machen Sie es eben mit einer anderen Bevölkerungsgruppe.

    Globalisierung & Co. sind kein Naturgesetz und es ist genau diese propagandistische Umdeutung, die zu Hilflosigkeit und bei vielen eben auch zu Aggression, Rassismus und Hass führt.

    Sie wollen etwas verträglich organisieren und geben stattdessen -hehre Absichten oder nicht - den ideologischen Führern noch Argumente in die Hand: "Seht her, die nehmen uns gar nicht erst ernst."
  7. #56

    Kein psychologischer Trick

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Und so sind jene Islam-, Juden-, Türken-, Russen- und XY-Hasser in ihrer eigenen Darstellung natürlich zuallererst einmal Opfer. Opfer der Islamisierung, der zionistischen Weltverschwörung, der Überfremdung, der Globalisierung, der Bilderberger oder der Hochfinanz. Der Hinweis auf die Nazikeule und ihre Verwandten dient daher auch der eigenen Legitimierung: Seht, schon wieder werde ich gekeult. Helft mir doch, dem armen Opfer, das sich nicht selbst wehren kann außer Hasstiraden in Richtung der "Verbrecher" abzusondern.

    Was also gegen diesen psychologischen Trick tun?
    Das stimmt schon, aber es ist kein psychologischer Trick, es ist ein psychologischer Mechanismus der Selbstbehauptung, der sich unbewusst vollzieht – es gibt nicht wenige Menschen, die darauf angewiesen sind, ihren eigenen Persönlichkeitswert aus der Abwertung anderer zu beziehen. Diesen manifesten Defekt muss man aber von einer natürlichen Reserviertheit gegenüber Fremdem und Fremden unterscheiden, der bei fast allen Menschen anzutreffen ist und den man als Revierverhalten bezeichnen könnte. Ähnlich wie die Familie, das Auto, die Wohnung, oder das eigene Grundstück werden auch die Umgebung und das Land, in dem man lebt, als Revier empfunden, das es zu verteidigen gilt. Dieses Verhalten ist sogar in der Regel positiv besetzt, kaum jemand nimmt daran Anstoß, solange es nicht rassistische Züge annimmt. Ein Problem erwächst unter anderem daraus, dass die Öffentlichkeit zu leichtfertig Rassismus im Denken unterstellt.

    Dieses Revierverhalten könnte aber automatisch rassistische Motive einschließen - demnach müsste sich der Mensch in gewisser Weise gegen eine Grundveranlagung zur Wehr setzen in Form eines Aktes der Selbsterziehung, den viele nicht erfolgreich bewältigen oder ablehnen. Damit soll nichts relativiert werden, doch Zugehörigkeitsgefühle dürfen nicht pauschal unter einen bösen Verdacht gestellt werden. Die Übergänge sind fließend, das macht es so schwierig.
  8. #57

    Zitat von Seppedoni Beitrag anzeigen
    Natürlich hat jeder "aufrechte" Bürger das Recht, die multikulturelle Gesellschaft abzulehnen, wenn er dumm genug dazu ist.
    Oh man, wer so etwas raushaut ist selber alles andere als klug.
    Merken Sie nicht die extreme Arroganz und Überheblichkeit in Ihrem Beitrag?? Wer sind Sie, das Sie andere Menschen als dumm ansehen, nur weil sie anders denken? Die Geschichte ist voller Menschen, die sich einbildeten 100% Recht zu haben - fast alle waren im Unrecht.
    Wahre Intelligenz zeigt man, wenn man begriffen hat, das jeder Mensch auf seine Art und Weise Recht hat und akzeptiert dessen Meinung. Akzeptieren hießt ja nicht das man es gutfindet !


    Zitat von Seppedoni Beitrag anzeigen
    Wer allerdings ernst genommen werden will, akzeptiert die Tatsache, dass die Nationalstaaten immer bedeutungsloser werden.
    Ich kann Sie nicht für ernst nehmen, weil Sie Dinge behaupten, die sich mit der Realität nicht in Einklang bringen lassen. Sicher, die Welt wird immer globaler. Aber das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Nation wird davon nicht berüht. Jeder Mensch möchte gerne eine Heimat haben, und die Welt ist dazu zu pauschal. Was die Nationalsozialisten in das eine Extrem gefallen sind, fallen Sie in das andere Extem. Sie leugen Nationsbewußtsein und bezeichnen Andersdenkende als dumm. Glauben Sie ernsthaft, das dies KLugheit ist??




    Zitat von Seppedoni Beitrag anzeigen
    Man kann nun wie ein trotziges Kind mit dem Fuß aufstampfen oder aber erwachsen werden und Wege suchen, um das Zusammenleben der Kulturen im In- und Ausland verträglich organisieren.
    Das trotzige Kind sind Sie, weil Sie nur Ihre Sicht der Dinge als wahr anerkennen. Ziehn Sie doch mal als Münchner in ein bayrisches Bergdorf, schon da werden Sie Probleme haben akzeptiert zu werden. Willkommen in der Realität.
  9. #58

    Zitat von les.fleur.du.mal Beitrag anzeigen
    Was soll eigentlich immer wieder dieser Schwachsinn, sich über immer wiederkehrende Kolumnen aufzuregen, die die/derjenige jedesmal liest, um dann zu behaupten, sie seien nicht lesenswert und man habe das schon immer so gesehen.

    Das einzige Problem, was mich in der Zwischenzeit erreicht hat, ist, dass ich nicht mehr weiß, was ich außer Augsteins Kolumne bei SPON noch lesen soll, nachdem nach Kultur und Politik nun auch der Sport in die Hände der Rechten gefallen ist.

    So bleibt denn die Macht der Gewohnheit, wenn man gerade mal nichts zu tun hat.

    Fleurs
    Ich stimme zu, habe aber einen Einwand:
    Das Thema Politik wird nicht von den Rechten besetzt, sondern schwerpunktmäßig von Volontären/innen, Experten aus den Ressorts "Uni Spiegel/ Schulspiegel" oder Wissenschaft.

    Was sie vereint: Kampf dem "Schlächter Assad"

    "Man wählt die Worte mit Bedacht. Und man versucht es mit viel Verständnis - denn in Wahrheit haben diesen Menschen ja nur Angst."
  10. #59

    Terrorismus

    Zitat von gvcom Beitrag anzeigen
    Sie wissen aber schon dass Mohammed Ata und seine Freunde in Hamburg ein Studium abolviert haben..... Vom Flug ins World-Trade Center hat sie das aber nicht abgehalten....
    Könnte es sein, dass Sie bei Ihrer Aufzählung noch wichtige Punkte vergessen haben ?
    Dass Fanatiker oft hochgebildet sind, sehen Sie beispielsweise auch an den deutschen Terroristen der Rote Armee Fraktion. Das geschlossene Weltbild eines Fanatikers ist ja nur möglich, wenn er sich viele theoretische Modelle angeeignet und zurechtgebogen hat. Dazu gehört ohne Frage ein hohes intellektuelles Niveau.

    Die üblichen sozialen Spannungen in einer Gesellschaft entstehen aber nicht wegen der vielen Terroristen in der Nachbarschaft, sondern aufgrund der von mir genannten Risikofaktoren.


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