Dank an die SPON-Autorin, die differenziert das Für und Wider des offenen Umgangs mit einer Depression dargestellt hat.
Aus eigener Lebenserfahrung mit einzelnen solcher das Leben arg einschnürenden Episoden kann ich nur ergänzend raten:
Vorsicht vor zu viel Offenheit gegenüber falschen Personen, Mut zur Offenheit gegenüber denjenigen, von denen frau/man Unterstützung erwarten kann ... und auch erhält.
In meinem beruflichen Umfeld s- die Förderung von Menschen ist Profession - sollte eigentlich Verständnis von jedem erwartet werden können. Mitnichten war das bei einem vordergründlich "verständnisvollen" Vorgesetzten der Fall, selbst eine Krebserkrankung in der Familie evozierte nur hinterhältiges Abschieben aus "seinem" Refugium, bei einem damaligen Zeitvertrag fast mit bitteren Konsequenzen. Allerdings benahm er sich so, dass mein "Kampfeswille" zur Selbstverteidigung wieder erstarkte - ein wichtiger Schritt aus der Krise.
Umgekehrt haben eine Vorgesetzte und nahezu alle KollegInnen in einem recht solidarischen Umfeld alles erleichtert, mich wieder zu erden und gestärkt aus einer Krise herauszukommen.
Gesteuert habe ich alle Gespräche und Prozesse letztlich doch selbst, dabei ist die Öffnung gegenüber anderen enorm wichtig. Authentisch bleiben, auch in "schwachen" Lebensphasen! Inzwischen stehe ich zu meiner Überzeugung, dass die immer noch anzutreffende latente Tabuisierung - die freilich nachlässt - diejenigen als schwach entlarvt, die sich (aktiv) an Ausgrenzungen beteiligen. Heute sagen ich solchen - manchmal sogar intrigantisch Talentierten - Menschen offen ins Gesicht, dass sie sich schämen müssten! Im wirklich depressiven Stadium kann man aber gerade nicht so gesund reagieren, deshalb sind Freunde und Mitstreiter unbedingt nötig.
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