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Umfrage zum Bundestag: Bürger haben desaströses Bild von Abgeordneten

DPADas Image der wichtigsten Volksvertreter ist miserabel: Nur jeder vierte Bürger vertraut der Arbeit des Bundestags. Noch schlechter sind laut einer Umfrage des "Stern" sogar noch die Ansichten über die Kompetenz der Politiker.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...845016,00.html
  1. #80

    Als ob die Bürger selbst unschuldig seien...

    Merkwürdig, vor einer Stunde habe ich hier einen Kommentar verfasst, der ausnahmsweise nicht die im Forum vorherrschenden Vorurteile befeuert, und der wurde nie freigeschaltet. Wie kommt's, Moderation? Zu konstruktiv? Nun gut, hier noch mal:

    Wenn die Mehrheit der Leute glaubt, leere Reihen im Parlament seien etwas grundsätzlich Schlechtes, heißt das nur, daß die Mehrheit der Leute keine Ahnung hat, wie der Bundestag aufgebaut ist und wie er arbeitet - und zwar schon immer. Seit 1949.

    Nur, daß wir mittlerweile Internet usw haben, und die Unwissenheit über solche banalen, leicht verständlichen Zusammenhänge und Tatsachen eigentlich nicht zu entschuldigen ist.
  2. #81

    Hintenrum

    Zitat von karlgutknecht Beitrag anzeigen
    Dies liegt nicht an dem Vorsatz der Abgeordneten willentlich etwas falsch zu machen, bzw. an der Korruption, nein hier fließt in den überwiegenden Fällen kein Geld,
    Natürlich fließt da Geld. Immens viel Geld. Nur nicht so offensichtlich "vorne" rum und sofort. Sondern "hinten" rum und Jahre später. Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass fast alle Leute (egal welcher Partei sie angehören) die für irgendwas mal verantwortlich waren nach Ausscheiden aus dem Bundestag quasi über Nacht bei den Hauptprofiteuren der Entscheidungen angestellt und noch fürstlicher entlohnt werden als sie schon als Abgeordnete wurden? Selbst ein Bundeskanzler ist unter diesen Leuten zu finden...
  3. #82

    Parlamentsreform

    Wem nützt was ? Wer hat Interesse, dass unsere Volksvertreter als Inkomepentent gelten ? Es wird Zeit, dass unsere Abgeordneten das Heft in die Hand nehmen und über eine glaubwürdige und wirkungsvolle Parlamentsreform den Bedürfnissen der Wähler nachkommen. Ich betone - den Bedürfnissen der Wähler nachkommen und nicht ihren zahlreichen Zusatzverpflichtungen (Nebenjobs, Aufsichtsratsmandate, ständiger Wahlkampf etc.) Nur so können wir vor postdemokratischen Tendenzen geschützt werden.
  4. #83

    Wen soll das wundern . . .

    Man muss nur mal auf die Zahl der abgebrochenen Juristen ohne "drittes" schauen, Lehrer mit Schüler-Allergie, selbst Geographie-Studenten, die ihr Examen nicht geschafft haben - das ist eine extrem negative Auslese. Wenn man den Rest mit kompletten Profil-Neurotikern auffüllt dann hat man's. Aber im Ernst - wer macht das auch? Man sitzt sich den Hintern platt und muss sich dann von Schmalspur-Philosophen (Gerechtigkeit ist, wenn es gerecht ist, weil Gerechtikeit gerecht ist - Glück auf) in Fraktionsdisziplin verhaften lassen. In den leeren Bundestagsdebatten hören sich Angeordnete meist an, als würden sie ihr Manuskript zum ersten mal sehen - und so wird es dann auch sein . . . .
  5. #84

    Das katastrophale Ergebnis der Umfrage . . .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Image der wichtigsten Volksvertreter ist miserabel: Nur jeder vierte Bürger vertraut der Arbeit des Bundestags. Noch schlechter sind laut einer Umfrage des "Stern" sogar noch die Ansichten über die Kompetenz der Politiker.

    Umfrage: Deutsche massiv unzufrieden mit Arbeit des Bundestags - SPIEGEL ONLINE
    . . . kann eigentlich nur daran liegen, dass die "Volksvertreter" das falsche Volk haben!

    Das passende Volk wäre von der Intelligenz, Unabhängigkeit und Integrität wie auch vom Verantwortungsbewußtsein und Arbeitseifer der Abgeordneten alternativlos überzeugt!

    (Ironie "AUS")
  6. #85

    Entlohnung

    Das geringe Vertrauen resultiert auch aus der undurchsichtigen Einkommenslage unserer Volksvertreter. "Leider" sind diese häufig nicht so schlecht bezahlt wie man uns glauben machen, neben dem Hungerlohn der Diäten dürften viele über Beraterverträge mit den entsprechenden Lobbyisten verfügen.

    Eine Entsprechende Offenlegungspflicht wird aber immer mit Nachdruck und parteiübergreifend abgelehnt.
    Wie sagte ein deutscher Politiker immer so schön: "Wer nicht zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten."

    Da unser Vertreter es vehement ablehnen hier Auskunft geben zu müssen, darf sich jeder selbst ein Bild machen ob hier Aufklärungsbedarf besteht.

    Aber was jammer ich, der entsprechende Paragraf zur Abgeordnetenbestechung ist ohnehin (mit Vorsatz?!?) so formuliert, dass nur komplette Idioten sich hier verfangen können. Eine Spende nach einer Abstimmung im Sinne des Spenders muss doch wohl erlaubt sein....
  7. #86

    Zitat von Sequester Beitrag anzeigen
    Diejenigen, die sich zu Recht ueber die fehlende Kompetenz unserer Politiker beklagen sollten aber eines bedenken:

    Jeder Teamleiter in der freien Wirtschaft verdient mehr als ein Bundestagsabgeordneter, jeder Geschaeftsfuehrer eines Mittelstandsunternehmens mehr als die Bundeskanzlerin. Meine These seit langem ist, dass unsere Politiker nicht zu viel, sondern zu wenig verdienen. Wir bekommen genau das Personal, fuer das wir bereit sind zu zahlen.

    Wenn wir nun geballte Inkompetenz in der Regierung (und noch in viel staerkerem Masse in der Opposition) beklagen muessen sollten wir uns eigentlich nicht wundern.

    Gerade in wirtschaftlichen Themen ist die Unkenntnis erschreckend. Durch Parteiarbeit/Hochbuckeln/Eroeffnung eines Altenheimes kann man aber hier keine Kompetenzen aufbauen.
    Als hätte Kompetenz irgend etwas mit der Bezahlung zu tun.Haben Bankenmanager etwa zu wenig verdient? Wie kann ich z.B. das Beispiel Peer Steinbrück verstehen, der statt im Parlament zu sitzen, hochbezahlte Vorträge z.B. für die Commerzbank hält.
  8. #87

    entzauberung der sogenannten elite - durchwursteln im complexity overload

    Zitat von G2c Beitrag anzeigen
    Erschreckend ist doch nicht die Tatsache, dass die Abgeordneten so schlecht bewertet wurden, sondern dass diese die schlechte Bewertung durch ihr Verhalten erst ermöglicht haben.

    Wir, der deutsche Souverän, werden inzwischen von Personen vertreten, deren fachliche und charakterliche "Qualitäten" am allerwenigsten dafür geeignet sind.
    ja, es wird offensichtlich, dass die meisten abgeortneten über genauso begrenzte aufnahme- und verarbeitungskapazitäten verfügen wie wir "normalos", besser wähler (souverän!?), auch.

    es ist eine illusion anzunehmen, dass ein mensch qua wahl automatisch zum absoluten durchblicker wird.
    zumal die modelle der sogenannten wirtschaftsWISSENSCHAFTEN die wirklichkeit nur unzureichend abbilden, geschweige denn korrekt voraussagen können.
    und das, obwohl sich schon generationen von ökonomen ihr ganzes berufsleben lang nur diesem einen thema gewidmet haben.

    wie können wir da von einer gelernten krankenschwester, dem ubiquitären rechtsverdreher, äh pardon, juristen, dem englischlehrer oder der physikerin im deutschen bundestag erwarten, dass sie auf allen gebieten zu "richtigen" entscheidungen gelangen?
    auch sie müssen mehr glauben als sie je wissen können, denken delegieren - der tag hat eben nur 36 stunden... .

    die theorie sagt, dass das allgemeine gezerre der menschen untereinnander, der relevanten gesellschaftlichen gruppen, der parteien, auch die arbeit sich bekämpfender lobbygruppen, nebst institutionalisierter strukturen in unserer demokratie wie parlamente oder gerichte, das berühmte checks and balances, den allgemeinen friedlichen interessenausgleich ermöglicht und zu "vernünftigen" ergebnissen führt.
    das kann man glauben oder auch nicht - und immer tiefer ausatmen als einatmen, om. ;-)
  9. #88

    Huch?

    Zitat von Sequester Beitrag anzeigen
    Jeder Teamleiter in der freien Wirtschaft verdient mehr als ein Bundestagsabgeordneter,
    Bitte nennen Sie uns hier die Firma, bei der man auf Teamleiterebene
    bereits 8000 Euro pro Monat bekommt plus 4000 Euro pro Monat Aufwandsentschädigung steuerfrei (!) und ohnejeden Nachweis der Erforderlichkeit oder Verwendung der Mittel, und das ganze auch noch ohne eine Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz. Ich bin gespannt...
  10. #89

    Direktmandate

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Meines Wissens treten die allermeisten der bekannten, in den Medien präsenten Politiker als Direktkandidaten bei den Wahlen an. Angela Merkel z.B. im Wahlkreis Vorpommern-Stralsund-Rügen, Ströbele in Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg. Also stimmt Ihre Aussage schonmal nicht. Oder wollen Sie ernsthaft beklagen, dass die nur in einem Wahlkreis antreten?
    Hallo Robert_Rostock,

    schön, daß Sie Herrn Ströbele erwähnen. Er war nämlich der einzig
    direkt gewählte Grüne-Abgeordnete.

    Das Ergebnis bei der BT-Wahl 2009 sah bei den Direktmandaten wie
    folgt aus:

    218 CDU/CSU
    64 SPD
    16 Linke
    1 Grüne
    0 FDP

    LUNY


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