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Umfrage unter Studenten: Behindert, ohne es zu wissen

DIW/Sandra Kühnapfel Tausende Studenten können nicht studieren wie sie wollen, denn sie sind chronisch krank oder behindert. Eine neue Studie zeigt, dass sie vor allem unter Zeitdruck und taktlosen Dozenten leiden. Viele holen sich trotzdem keine Hilfe - aus Scham oder mangels Information.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...836865,00.html
  1. #1

    klaus64 Fehlende Auslese

    Jedes Kind zum Gymnasium, jeden Gymnasiasten zur Universität - da braucht man sich nicht wudern, dass es immer mehr Studenten gibt, die das Pensum nicht schaffen. Es fehlt die natürlich notwendige Auslese. Versuche das Ausbildungsniveau dem gesunkenem Niveau der Studenten anzupassen sind der falsche Weg. Es müssten ja dann auch die deutschen Firmen die Anforderungen an ihre zukünftigen Mitarbeiter senken. Deutsche Absolventen und die deutsche Industrie befinden sich im globalen Wettbewerb mit steigenden Anforderungen und nicht auf dem Weg einer möglichen Reduzierung. Ich halte diese Diskussion für völlig falsch. Mein eigener Lebenslauf 12 Jahre bis zum Abitur, 5 Jahre Chemiestudium, mit 26 Jahren promoviert, dazwischen wurde noch unser Sohn geboren und meine Frau hat ihr Chemiestudium auch nach 5 Jahren abgeschlossen - war das aus heutiger Sicht "unmenschlich"? Unsere Familie fühlt sich noch immer recht wohl.
  2. #2

    Herr Turtur macht es wie Pipilotta Pefferminza

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Studenten können nicht studieren wie sie wollen, denn sie sind chronisch krank oder behindert. Eine neue Studie zeigt, dass sie vor allem unter Zeitdruck und taktlosen Dozenten leiden. Viele holen sich trotzdem keine Hilfe - aus Scham oder mangels Information.

    Deutsches Studentenwerk: Umfrage unter behinderten Studenten - SPIEGEL ONLINE
    Viele Studenten leben in einer Welt von Larmoyanz und Scheinheiligkeit. Hart im Austeilen, weich im Nehmen. In Vorlesungen essen, trinken, telephonieren - wenn man überhaupt kommt. In einer Welt von Edutainment groß geworden, hat der Unterhaltungswert einer Vorlesung den höchsten Stellenwert. Gut werden die Dozenten beurteilt, die solche Reflexe bedienen und damit oft genug aus einer Hochschule eine Volkshochschule machen.
    Ein Lehrbuch? - zu dick: "bitte ein Script". Ein Script? "Haben wir nicht gelesen, war nur schwarz-weiß, ohne Bilder".

    Viele Studenten täuschen sich selber als emotionale und intellektuelle Scheinriesen (Herr Turtur) - ein wissenschaftliches Studium erscheint dann als unverschämte Zumutung. Insofern hat der Artikel Recht, diese Menschen sind behindert ohne es zu wissen. Ihnen fehlt eine psychio-soziale Reife, sie sind in ihrer persönlichen Entwicklung stehengeblieben auf kindlichem Niveau. Jedes Scheitern, - und sei es nur vorläufig- erscheint damit als schwere narzistische Kränkung.

    Taktlose Dozenten mag es auch geben, sie als Kern des Problems darzustellen stellt psychologisch gesehen nichts weiter als eine Verschiebung dar. Das Grundproblem ist so angstbesetzt, dass man sich ihm nicht nähern möchte - bitte gar nicht erst ansprechen. Das ist politisch nicht korrekt. Es lebe das Pipilotta-Prinzip!
  3. #3

    optional

    Also mal ehrlich, es kann ja nicht sein, dass man wegen Depressionen dauernd Aufschübe bekommt. Da kann ja jeder kommen.
    Zitat: "Das Ergebnis: 60 Prozent der Befragten, die im Studium Schwierigkeiten haben, fühlen sich stark oder sehr stark beeinträchtigt. 70 Prozent haben Probleme mit den zeitlichen Vorgaben und 61 Prozent mit organisatorischen, also beispielsweise bei den Seminaren immer anwesend zu sein. 63 Prozent haben Schwierigkeiten mit der Lehre oder mit Prüfungen, sie empfinden etwa die Seminare als zu lang oder sie können mit den bereitgestellten Materialien nichts anfangen."
    Sorry ,aber muss man darauf Rüclsicht nehmen. Wenn man das Studium schon kaum bewältigt, wie soll man dann bitte einen Beruf schaffen können?
  4. #4

    Behindert ohne es zu wissen

    Die bisherigen Kommentare sind einfach nur erschreckend. Man kann nur hoffen, dass die Verfasser nie personelle Verantwortung in einem Unternehmen haben. Es geht auch nicht "nur" um psychische Defizite. Aber keine Empathie zu empfinden gehört auch dazu.
  5. #5

    Schwierig

    Hier kommen verschiedene Schwierigkeiten zusammen:

    Erstens: Deutschland hat eine eher rücksichtslose Kultur, die auf individuelle Befindlichkeiten nicht so viel Rücksicht nimmt: Anpassen oder rausfliegen, heißt es hier nicht nur an den Universitäten.
    Zweitens: das Missbrauchspotential. Wie kann man verhindern, dass Einige durch das Vortäuschen einer Behinderung (welches bei psychischen Störungen sicherlich möglich ist) Vorteile gegenüber ihren Mitstudenten haben?
    Drittens: Wo soll man anfangen? Psychische Störungen sind im Schweregrad meistens fließend. Wann ist eine Depression "leicht", wann "schwer", und was folgt daraus? Zählt Liebeskummer, der Tod eines Angehörigen?
    Viertens: Wer bezahlt es? In welchem Maße kann man verlangen, dass jemand selbst die finanziellen Folgen seiner Probleme trägt, oder muss es die Gemeinschaft tun?
    Fünftens: Wie weit soll man Behinderungen überhaupt berücksichtigen, oder ist es einfach ein Teil der Eignung/Nichteignung fürs Studium? Auch ein Sportler kriegt kein Handicap beim Marathon, weil er wegen Depression letztes Jahr nicht trainieren konnte.

    Individuelle Dozenten sind mit solchen Problemen vermutlich völlig überfordert.
  6. #6

    Vorurteile hoch 3

    Die drei Beiträge bestätigen hochprozentig die ganze Bandbreite von Vorurteilen gegenüber beeinträchtigten Menschen an der Universität - die Untersuchung sollte Pflichtlektüre für Dozenten werden.
  7. #7

    klaus64

    Sie haben den Artikel aber gelesen? Es geht nicht um Studenten, die den Anforderungen intellektuell nicht gewachsen sind, sondern um Studenten mit Behinderungen. Und die wollen Sie doch nicht im Ernst negativ auslesen, oder doch?
  8. #8

    optional

    immer der gleiche Reflex: Ah, ein Artikel in dem gleichzeitig die Wörter "Studenten" und "belastet" vorkommen -->Hurra, ich kann über die faulen Studenten herziehen. Es geht hier um geistig oder körperlich kranke Menschen und darum, dass das System der Universität ihnen oft nicht ermöglicht ihr Studium richtig durchzuführen. NICHT darum dass sich alle Studenten belastet führen. Und da Behinderte laut Gesetz durch dden Staat so gut wie möglich unterstützt werden sollen (Antidiskriminierungsgesetz etc.) hat sich daran auch die Universität zu halten. Punkt.
  9. #9

    Warum keine Ausbildung?

    Wir haben ein ausgezeichnetes System der Berufsausbildung. Da gibt es für jeden etwas und als Facharbeiter oder Kaufmann kann man recht gut verdienen und aufsteigen. Nicht jeder muss an die Uni (auch wenn verantwortungslose Politiker das Gegenteil behaupten) und das Leben gelingt auch ohne Uni-Abschluss (manchmal vielleicht sogar besser). Was bitte will dieser Bericht erreichen?








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