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Umfrage unter Studenten: Behindert, ohne es zu wissen

DIW/Sandra Kühnapfel Tausende Studenten können nicht studieren wie sie wollen, denn sie sind chronisch krank oder behindert. Eine neue Studie zeigt, dass sie vor allem unter Zeitdruck und taktlosen Dozenten leiden. Viele holen sich trotzdem keine Hilfe - aus Scham oder mangels Information.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...836865,00.html
  1. #40

    Wir leben in Schweden, einem unglaublich behinderten-freundlichem Land. Behindert heisst hier uebrigens "handikapped" was absolut zutreffender die Lage einzelner Menschen beschreibt!! Solche Aussagen wie "sollen sich Behinderte doch anderweitig orientieren wenn es an einer Uni auf grund ihres Handikaps keine Möglichkeit gibt zu lernen" oder "es muss halt aussortiert" werden wuerden hier in Schweden in der Öffentlichkeit ein böses Nachspiel fuer die Verfasser haben! Und gut so! Denn da fängt die Diskreminierung an!
    Geistige Freiheit bedeutet auch der Tätigkeit nachgehen können zu duerfen, nach dem sich ein Handikappad berufen fuehlt! JEDEM sollte freistehen zu lernen! Lernen soll keinerlei Barrieren unterliegen! Sind Barrieren vorhanden ist ein Staat und die Gesellschaft verpflichtet diese zu entfernen! Und sitzen die Barrieren in den Köpfen umso mehr!
    Deutschland tut mir leid! Und noch viel mehr die Betroffenen, welche gegen die Barrieren in den Köpfen nicht ankommen können. Umdenken ist angesagt!
  2. #41

    Merken Sie was SIe da von sich geben?

    Zitat von MrStoneStupid Beitrag anzeigen
    Ich denke schon. Selbstverständlich müssen die Abschlüsse an Behinderten-Universitäten voll anerkannt werden, Noten dürfen nicht verschenkt werden. Es ist wünschenswert, wenn Behinderte mehr Unterstützung und Zeit bekommen aber das ist nun mal nicht an (oftmals überlasteten) normalen Universitäten machbar. (imho)
    Spezialunis für Menschen die nicht in die Gesllschaft passen. Unis an denen nur Menschen mit Einschränkungen studieren. Die Grenze welche Einschränkungen das sind wird einfach mal so festgelegt. Etwas Kurzsichtig ist in Ordnung, mehr als 4 Dioptrin und ab auf die Sonderuni. Schön Außerhalb. Mit spezial Wohnheim, spezial Kantine, spezial Kampus. Ein Kampus der nicht verlassen wird, wäre zu gefählich für die Spezialstudenten. Diejenigen hier die offensichtlich ein Problem damit haben andere trotz Schwächen zu akzeptieren müssten nicht mehr Gefahr laufen unangenehme Begegnungen zu erleben. Eine "G"anz "H"errliche "E"inrichtung für "T"eilbegabte und "T"eilzeit im "O"rginalstudium. Oder Kurz GHETTO.
  3. #42

    optional

    Hallo,
    ich selber bin depressiv. An der Uni hatte ich große Schwierigkeiten - in meiner täglichen Arbeit läuft alles bestens.

    Die Schwäche wird zur Stärke - wie ein guter Wein der lange braucht bis er reif ist. Menschliche Tiefe entsteht meist aus Schmerz.

    Mir jedenfalls wäre das Studium sehr viel leichter gefallen wenn mir meine Lehrer etwas entgegen gekommen wären.
  4. #43

    Handicaps

    Es gibt auch körperliche Behinderungen, die man den Betroffenen nicht ansehen kann, die jenseits von Lernschwächen, fehlender Disziplin, Fechtereien mit Dozenten,mangelnder Organisation oder Depression liegen. Angefangen beim simplen Tinnitus über chronische Schmerzen bis zu allerlei inneren Fehlfunktionen ist vieles möglich, was die Schule aber auch Studium zur Hölle macht und langfristig gesehen in Depression oder gar in der Aufgabe eines Studiums enden kann.

    Die Scham darüber ist eher ein Abwehrreflex, wer Schwäche zeigt verliert in vielen Fällen in unserer Gesellschaft. Zudem bringt das Sprechen darüber auch nicht viel, schließlich hören sich die wenigsten Mitmenschen gerne so etwas an, Dozenten schon gar nicht, die haben meist Besseres zu tun.
    Dass diejenigen Betroffenen es nicht wissen, wie der Titel des Artikels suggeriert, wage ich zu bezweifeln. Die wissen es sehr genau, wissen aber wahrlich nicht, wie sie damit umgehen sollen.
  5. #44

    Nochmal zum Verständnis

    Auslese heißt, jeder junge Mensch sollte nach seinen Möglichkeiten seine Lebensplanung machen. Handycaps schränken - bei allen guten Willen und gesellschaftlicher Förderung - auch Möglichkeiten ein. Wer leider im Rollstuhl sitzt, kann auch keine Fußballprofikarriere planen und dann Forderungen an den DFB stellen. Es war dann einfach der Plan falsch. Eine Reihe von Studenten haben sich anscheinend auch überschätzt oder ein Studium unterschätzt. Deutschland ist übrigens nicht übermäßig fordernd - in China ist das Leben schon wesentlich härter ( 15 jährige Erfahrung !)
  6. #45

    Zitat von konstantin007 Beitrag anzeigen
    Wir haben ein ausgezeichnetes System der Berufsausbildung. Da gibt es für jeden etwas und als Facharbeiter oder Kaufmann kann man recht gut verdienen und aufsteigen. Nicht jeder muss an die Uni (auch wenn verantwortungslose Politiker das Gegenteil behaupten) und das Leben gelingt auch ohne Uni-Abschluss (manchmal vielleicht sogar besser). Was bitte will dieser Bericht erreichen?
    Was macht diese Antwort für einen Sinn?

    Vor 10, 20 Jahren haben auch schon viele Menschen studiert.

    Es stellt sich doch eher die Frage: Wieso fühlen sich viele Leute heute beeinträchtigt? Wieso haben soviele Leute chronische Schmerzen?

    Und zum vortäuschen: Sagen sie das mal offen einem Dozenten. Da haben sie dann schnell einen Ruf weg und plötzlich ruft ihnen jemand auf dem Gang der Fakultät zu "hey, bist du nicht dieser Faule mit der angeblichen Depression?" ...typische deutsche 0-Empathie-Kultur.
  7. #46

    Erschütternd

    Als Student mit psychischer Einschränkung bin ich wirklich erschüttert von einigen Antworten hier. "Wer nicht leistungsfähig genug ist, ja der soll halt nicht studieren" sagt sich leicht, wenn man davon offensichtlich nicht betroffen ist.
    Ich selbst leide immer wieder unter schweren Depressionen und zu sagen, man würde dann ja auch im Job "abkacken" ist nun wirklich zu leicht gesagt. Wenn man sich anschaut, wie häufig Depressionen sind, sollte sich keiner davor sicher fühlen. Und wer möchte dann schon einfach aussortiert werden? Über die geistigen Kapazitäten sagt das nichts aus und trotz meiner Einschränkungen habe ich mein Abitur mit 1,0 abgeschlossen. In den "normalen" Phasen befinde ich mich immer im obersten Bereich der Notenskala. Zu dumm? Sicher nicht! Ich erwarte nicht, dass man mir Noten hinterher wirft. Kleine Fristverlängerungen helfen mir enorm, ebenso die Bereitstellung von Übungslösungen, wenn mir durch die Krankheit erst ein später Einstieg ins Semester möglich ist.
    Wer studierende mit Einschränkung wie körperlichen Behinderungen oder der hier schon abfällig erwähnten Legasthenie, auschließen will, übersieht, was in den Studiengängen eigentlich wichtig ist: Die Fähigkeit, Wissen zu abstrahieren, wissenschaftlich zu denken und kreativ zu sein. Warum sollte jemand, der nicht gut sieht, hört oder nicht gut schreiben kann das nicht können? Das sind alles nur Dinge, die das Studium erschweren, nicht aber die spätere "Kopfarbeit".
    Ich denke auch nicht, dass es zu viel verlangt ist, wenn man Studenten mit Blasen- oder Darmproblemen während der Klausuren einen häufigen Toilettenbesuch erlaubt und sie die dort verbrachte Zeit nachschreiben zu lassen. Und Folien nicht rot und grün zu gestalten ist meines Erachtens auch keine Einschränkung für die Lehrenden.
    Manch einer sollte vielleicht daran denken, dass dem hier gepredigte "wer nicht voll kann, der sollte gar nicht" auch der große Stephen Hawking zum Opfer gefallen wäre.

    Die ebenfalls schon erwähnte Rot-Grün-Blindheit ist
  8. #47

    Missgünstig und destruktiv

    Zitat von klaus64 Beitrag anzeigen
    Auslese heißt, jeder junge Mensch sollte nach seinen Möglichkeiten seine Lebensplanung machen. Handycaps schränken - bei allen guten Willen und gesellschaftlicher Förderung - auch Möglichkeiten ein. Wer leider im Rollstuhl sitzt, kann auch keine Fußballprofikarriere planen und dann Forderungen an den DFB stellen.
    Wer zum erreichen des Abschluss zusätzliche Hilfe benötigt kann durchaus nachher einen Job finden den er trotz Einschränkungen ohne weitere Hilfe ausüben kann. Sie wollen Menschen vom Arbeitsmarkt ausschließen weil im Studium schwierigkeiten bestehen. Menschen mit Einschränkungen wissen dass sie nicht vor jedem Problem kapitulieren dürfen. Ihre Einstellung, dass man aufgeben muss wenn es nicht ideal läuft kann sich nicht jeder leisten. Sie haben keinen Grund anderen Ihre negative Einstellung aufzudrücken.
  9. #48

    Zitat von HIOBr Beitrag anzeigen
    Hallo,
    ich selber bin depressiv. An der Uni hatte ich große Schwierigkeiten - in meiner täglichen Arbeit läuft alles bestens.
    Dem kann ich mich nur anschließen. Im Praxissemester hatte ich, trotz meiner Einschränkungen, überhaupt keine Probleme. Ich wurde für mein Engagement und mein Können sehr gelobt und habe ein hervorragendes Zeugnis erhalten. Würde ich nun statt dem Studium einen Beruf ausüben, für den man nicht so viel lernen müsste, dann würde ich wohl vollständig in meinen Depressionen versinken und infolge dessen der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Davon hat keiner was.
  10. #49

    Der Artikel ist falsch bzw. falschverständlich

    Laut Studie (Link im Artikel: http://www.studentenwerke.de/pdf/beeintraechtigt_studieren_datenerhebung_01062012.p df) wurden nur Studenten zur Online-Befragung aufgerufen, die von sich aus bekennen, eine Krankheit zu haben. Das wird meiner Meinung nach im Artikel nicht deutlich.


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