Umfrage: Mecker-Deutsche zweifeln an sozialer Marktwirtschaft

Die Schuldenkrise spüren die Deutschen bisher kaum. Dennoch sind sie unzufrieden. Laut einer ARD-Umfrage sagen fast drei Viertel der Bundesbürger, die soziale Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr so wie früher. Zugleich sehen sie die bestehende Wirtschaftsordnung*aber als Stabilitätsfaktor.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...813056,00.html
  1. #10

    V

    "Mecker-Deutsche zweifeln ..." ?!?

    Das Gespür des Authors für berechtigte Kritik denkender Bürger in einer demokratischen Gesellschaft lässt echt zu wünschen übrig!
    Die allein in der Überschrift vertretene Meinung heisst doch wohl "euch geht's gut, also habt ihr kein Recht auf ne eigene Meinung" oder wie?!

    Die Schlussfolgerung verpasst der Author völlig. Hier wird nicht die soziale Marktwirtschaft angezweifelt, sondern ob sie in ihrer jetzigen Form für alle gerecht ist ! Boni und nach unten treten, Schulden übernimmt die Allgemeinheit, während Eliten sich bedienen - das sind doch völlig berechtigte Punkte, sch...egal wie es einem persönlich geht! Es ist nicht nur das Recht jedes Bürgers, daran zu meckern und zu zweifeln! Es sollte auch journalistische Pflicht sein, diesem Thema gerecht zu werden anstatt die Allgemeinheit für ihre Meinung zu diffamieren.
    Ein bisschen mehr Reflexionsvermögen bitte beim nächsten Artikel.
  2. #11

    Kein Wunder!

    Die soziale Marktwirtschaft gibt es flächendeckend doch gar nicht, wie die jüngsten Razzien bei "Kaufland" oder "Netto" gezeigt haben. Das Jobwunder besteht zu einem großen Teil aus der Beschäftigungszunahme im Niedriglohnsektor. Leiharbeit ist auf dem Vormarsch auch bei solchen Vorzeigeunternehmen wie Siemens ("Panorama" vom gestrigen Abend). Aber Frau v. d. L. lügt sich weiter durch die Medien und frisiert Statistiken (z. B. Rückgang der Jugendlichen in Hartz IV, Geburtenzunahme in D.). Es herrscht die freie Marktwirtschaft und Niedrigstlöhne wie für Frisörinnen in Brandenburg mit unter 3 € werden von solchen Journalisten wie von Herrn Hank von der FAZ auch noch befürwortet, weil mit Einführung von Lohnuntergrenzen oder - schlimmer noch Mindestlöhne - die Marktwirtschaft gefährdet wird. Frauenarbeit widerspricht auch dem Frauenbild in großen Teilen der CDU/CSU, siehe "Herdprämie". Ein Frauenbild, das letztes Jahr das 50.000-jährige Jubiläum feiern durfte.
  3. #12

    Klar, sind wir unzufrieden ...

    ...
    Wir haben gerade die soziale Marktwirtschaft zugunsten einer unsozialen Markwirtschaft aufgegeben. Erstaunlich ist aber, dass die Deutschen diejenige, die das vorantreibt, nämlich Frau Merkel, so toll finden. Die Kanzlerin, die natürlich ein soziales Gewissen fordert in der Sicherheit, dass die FDP ohnehin alles blockiert, ist so beliebt wie nie zuvor ...

    Dabei hat sie bereits das gleiche Sitzfleisch ihres Ziehvaters "Kohl", d.h. Sie agiert nicht mehr, sondern reagiert nur noch ... und das zu Lasten Europas. Statt endlich höhere Löhne in Deutschland zu fordern, finden wir Vollbeschäftigung in prekären Arbeitsverhältnissen gut und merken offenbar überhaupt nicht mehr, dass nicht nur die Griechen und Spanier Verlierer von Frau Merkels Politik sind, sondern auch ein Großteil unserer eigenen Bevölkerung.

    Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse im öD und immer weiter sinkende Reallöhne, das kann und wird auf Dauer nicht gut gehen. Denn die heute "prekären" Arbeitnehmer werden im Alter die "Bettler" von morgen sein, weil die Marktwirtschaft die soziale Gerechtigkeit abgeschafft hat. Freuen wir uns also auf ein arbeitsreiches Leben und Armut im Alter !
  4. #13

    Mecker-Deutsche

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schuldenkrise spüren die Deutschen bisher kaum. Dennoch sind sie unzufrieden. Laut einer ARD-Umfrage sagen fast drei Viertel der Bundesbürger, die soziale Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr so wie früher. Zugleich sehen sie die bestehende Wirtschaftsordnung*aber als Stabilitätsfaktor.

    Umfrage: Mecker-Deutsche zweifeln an sozialer Marktwirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    SPON ist wohl entgültig auf dem Niveau der BILD-Zeitung angekommen. Menschen, die Zweifel an dem was von der sozialen Marktwirtschaft übrig geblieben ist, als „Mecker-Deutsche“ zu bezeichnen ist schon mehr als dreist. Schreibt jetzt schon Franz Josef Wagner für den Spiegel?
  5. #14

    "Soziale Marktwirtschaft" ??

    " Laut einer ARD-Umfrage sagen fast drei Viertel der Bundesbürger, die soziale Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr so wie früher"

    Den "Blinden" unter den marktwirtschaftlichen Jubelpersern seien folgende Fakten entgegengehalten, weil sei stets gern das verpflichtende Adjektiv "soziale Marktwirtschaft" ausblenden möchten:
    Massive Ausweitung der Leiharbeit im Niedriglohnsektor, 13malige Kettenverträge ohne Festanstellung, Abbau der sozialen Sicherungs- system auf allen Ebenen (z.B. gegen Berufsunfähigkeit muss sich jetzt jeder selbst versichern, früher im SGB mitversichert), Deckelung der AG-Beiträge zu den Krankenkosten, "Generation Praktikum" bei unseren Hochschulabsolventen, unwürdige "Call-Center-Arbeitsplätze" statt regulärer betriebsinterner Serviceleistungen und, und

    Ich hoffe, Ihre Blicke geschärft zu haben !
  6. #15

    Richtig !

    Zitat von berns Beitrag anzeigen
    Schon die Überschrift dieses Artikels ist eine bodenlose Frechheit.
    Menschen, welche die schlimmen unsozialen Verhältnisse kritisieren, werden abfällig als "Meckerdeutsche" bezeichnet.
    Das ist nicht nur journalistisch unwürdig, sondern eine schlimme Entgleisung. Ich fordere den Journalisten auf, sich für seine abartige Bemerkung zu entschuldigen!
    Das ist nämlich keine neutrale Berichterstattung, das ist Meinung. Und ein Kommentar sollte als solcher gekennzeichnet sein.
    Aber Journalisten geht's ja noch immer gut in dieser unsozialen Marktwirtschaft ...

    Im übrigen: der Begriff "SOZIALE Marktwirtschaft" stimmt nicht mehr. Die heutigen Verhältnisse sind asozial, ungerecht und von den wenigen Reichen bestimmt und gestaltet.
    Ein Heer von Leiharbeitern (Arbeitssklaven) fristet ein Dasein ohne Zukunft und Hoffnung (versuchen Sie mal, einen Kredit zu bekommen oder eine Familie zu gründen, wenn sie in finanziell prekären Verhältnissen leben).
    Wir sind längst in der von der Kanzlerin gewünschten (Zitat) "marktkonformen Demokratie", quasi in einer Diktatur des Geldes.
  7. #16

    Zitat von PRhodan Beitrag anzeigen
    Die soziale Marktwirtschaft gibt es flächendeckend doch gar nicht, wie die jüngsten Razzien bei "Kaufland" oder "Netto" gezeigt haben. Das Jobwunder besteht zu einem großen Teil aus der Beschäftigungszunahme im Niedriglohnsektor. Leiharbeit ist auf dem Vormarsch ...
    Mal die Kirche im Dorf lassen und die Schnappatmung beenden bitte. Gerade mal 2 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind in Leiharbeit beschäftigt. Und wenn die endlich gleiche Löhne bekommen wie die Festangestellten, ist gegen Leiharbeit nichts mehr einzuwenden.
  8. #17

    Zitat von kettensprenger Beitrag anzeigen
    Die Überschrift will Kritik an einem gescheiterten System verächtlich machen. +++billigepropagandaseitenlinkgelöscht+++ zeigt, wie und warum unser System scheitert - langfristig auch für die Marie-Antoinette-Oberschicht. Und +++billigepropagandaseitenlinkgelöscht+++ zeigt den Ausweg, der ganz einfach umsetzbar ist.
    Das System ist alles andere als gescheitert. Es hat uns bisher sogar vor schlimmeren Auswirkungen durch die Globalisierung geschützt (und nein, nicht nur die sogenannten Reichen, sondern alle Bevölkerungsschichten). Aber linke Träumer scheinen nicht zu kapieren, dass man das Rad eben nicht 50 Jahre zurückdrehen kann. Europa und auch Deutschland verlieren zunehmend an Bedeutung in der weltweiten Wirtschaftsordnung. Wenn wir einen gewissen Wohlstand halten wollen (und dazu gehört auch unser aufgeblähtes Sozialsystem), dann müssen wir als aller erstes wieder lernen, dass die Frage nicht lautet "Was tut der Staat/die Gesellschaft für mich und mein Wohlergehen", sondern "Was kann ich tun, damit ich gut leben kann und es mir gut geht". Der Wohlstandsüberfluss (es ist nachwievor lustig, dass wir zu den Ländern gehören, in denen der Anteil am monatlichen Einkommen der für Ernährung und andere lebensnotwendige Dinge ausgegeben wird) hat lustigerweise wieder linke Phantasien beflügelt, anstatt Eigenverantwortung.
  9. #18

    ...

    Zitat von beraterit Beitrag anzeigen
    gerne in Arme und Reiche teilen,, allein weil es ihnen ihr politischer Dogmatismus gebietet.
    Ihr schafft es nie - man muß schon etwas leisten im Leben und das ist gut so.
    ...na, dann gehören Sie wohl zu der Mecker-Fraktion, die blind durch die Weltgeschichte laufen und nur unmittelbar das wahrnehmen, was in ihrem eigenen, enggefassten Biotop geschieht. Machen Sie mal die Augen auf....da gibt es genug Leute, die etwas leisten wollen, denen es aber nicht mehr möglich ist, weil es die Jobs einfach nicht gibt, oder weil sie aufgrund ihres Alters nicht eingestellt werden. Die landen dann bei "HartzIV" und müssen sich dann noch anhören, sie würden nicht leisten wollen.

    Das Schwarz-Weiß-Denken, dass sie "Anderen vorwerfen, tragen Sie hier selbst vor - auch ein Dogma, nur anderer Couleur...
  10. #19

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schuldenkrise spüren die Deutschen bisher kaum. Dennoch sind sie unzufrieden. Laut einer ARD-Umfrage sagen fast drei Viertel der Bundesbürger, die soziale Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr so wie früher. Zugleich sehen sie die bestehende Wirtschaftsordnung*aber als Stabilitätsfaktor.

    Umfrage: Mecker-Deutsche zweifeln an sozialer Marktwirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Inzwischen wird in Deutschland das Wort sozial ganz klein und das Wort Marktwirtschaft ganz groß geschrieben. Seit 1990 sehen wir nahezu tatenlos zu, wie die soziale Marktwirtschaft Stück für Stück abgebaut wird. Außer dem üblichen Meckern haben wir nichts, aber auch gar nichts unternommen um dem entgegenzuwirken. Wir sind also an der jetzigen Lage selbst schuld.