Umfrage: Junge Deutsche sind für die Herdprämie

DPAExperten sind gegen das Betreuungsgeld, die Koalition streitet täglich über das Thema - doch in der Bevölkerung ist die Herdprämie recht beliebt. Zumindest die unter 30-Jährigen befürworten den Zuschuss laut einer Umfrage. Ältere hingegen sind gegen das Lieblingsprojekt der CSU.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829693,00.html
  1. #50

    Zitat von gogundmagog Beitrag anzeigen
    ... Mein Kind ist 8 Stunden am Tag im Kindergarten, vorher und nachher beschäftige ich mich jeden Tag bis zu 9 Stunden INTENSIV mit ihm...
    Das arme Kind. Lassen Sie es doch einfach mal in Ruhe. Und lassen Sie es auch mal schlafen... Geschrieben wird hier merkwürdiges Zeugs.
  2. #51

    Zitat von unsichtbarergeist Beitrag anzeigen
    Von daher ist jeder Versuch, Leistungsträger zum Kinderkriegen zu motivieren mehr als überfällig.
    Mit 150 Euro/Monat motivieren Sie "Leistungstraeger" zu irgendwas?
    Gar zum Kinderkriegen?
    Halte ich fuer sehr weit hergeholt.
  3. #52

    Zitat von systembolaget Beitrag anzeigen
    ...daß man das Geld gerne "mitnimmt" - und dann aber die Betreuung zuhause von der Oma, Tante o.Ä. erledigen läßt. Das ist ähnlich gelagert wie beim Elterngeld, das oft zum Auffüllen der Urlaubskasse gutverdienender Mittdreißiger diente.
    Keine Sorge, aufgefüllt wird mit dem Elterngeld gar nichts - da können Sie sich sicher sein. Immerhin reden wir noch von einem WENIGER von mindestens 35%...

    MfG
    Urban
  4. #53

    Zitat von Emmi Beitrag anzeigen
    "Unter den 18- bis 29-Jährigen, also jenen, die am ehesten von der Förderung profitieren würden..."

    Falsch! In dem Alter haben die alles mögliche im Sinn, aber nicht das Kinderkriegen. Das findet ab 30 statt.
    Da die meisten in der Altersgruppe zudem noch ohne eigenes (richtiges) Einkommen sind (Ausbildung, Studium, Bund, Bufdi oder erst mal gar nix machen...) sind die zudem froh über jeden Euro, den sie (theoretisch) dafüf bekommen könnten, dass sie etwas NICHT machen (müssen)...
    Sie meinen also. es gibt Betreuungsgeld, wenn man keine Kinder hat oder Sie glauben, alle unter 30 sind so doof, das zu glauben?
  5. #54

    Uralte Weisheit

    Zitat von bammy Beitrag anzeigen
    Ich lese Ihren Beitrag mit ungläubigen Staunen. Bis jetzt hat man im erwachsenen Alter eher gesehen, wer ein Einzelkind war und nie eine Kita besucht hat.
    Mir ist unklar, wie es zu seelischen Schäden kommen soll, weil Kinder während der ersten drei Lebensjahre in Gruppen betreut wurden.
    Wer Kinder frühestmöglich in Staatliche Prägung bringt erhält die besten Soldaten.
    Das Land wird militärisch stark und kann Imperialistische Tendenzen ausleben.
    Wer Kinder in der Familie erziehen beläßt ,so das diese Gemeinschaftsgefühl und Grundvertrauen entwickeln können, bekommt eine ökonomisch prosperierende und friedliebende Gemeinschaft.
    Das ist jetzt sehr holzschnittartig umrissen.Aber 97% kapieren sowieso nicht was gemeint ist .Aber dem Rest sei es zur Vergegenwärtigung in Erinnerung gerufen.
  6. #55

    ...

    Zitat von munkelt Beitrag anzeigen
    Eine sehr konservative Einschätzung. Die Meinung geht heute dahin, dass Kinder ab ca. 1,5 bis 2 Jahren in einer guten Tagesstätte gut aufgehoben sind.
    Die Meinung der Wirtschaftsforschungsinstitute?

    Zitat von munkelt Beitrag anzeigen
    Es ist nicht das Allertollste auf der Welt, in den heutigen kleinen Wohnungen mit einem oder max. zwei Kindern allein den Tag zu verbringen.
    Im Park, auf dem Spielplatz, in Krabbelgruppen...Mütter werden selbst in Bayern nicht eingesperrt. Und den Kindern ist die Größe der Wohnung in diesem Alter egal. Je näher an der Mama, umso besser!

    Zitat von munkelt Beitrag anzeigen
    Zufriedene Mütter und Väter haben auch die zufriedensten Kinder.
    Welche arbeitende Mutter mit Kind ist schon zufrieden?
  7. #56

    Wenn der Staat die Herdprämie an die Leute mit Kindern zahlt, die keine Hartz-IV Empfänger sind, gibt er das Geld an die Leute, die das Geld nicht nötig haben und selber finanziell recht gut dastehen.
    Bei 150€ Herdprämie monatlich ist fraglich, ob deshalb ein Elternteil der Mittelschicht extra die Arbeit aufgibt um sich um das Kind zu kümmern.
    Vielmehr entscheiden die Eltern sich unabhängig vom Staat, ob sie das Kind lieber selber erziehen oder in eine Einrichtung schicken.

    Würde man das Geld an Hartz-IV Empfänger auszahlen, würden diese ihre Kinder zwar zuhause lassen, sich aber nicht um sie kümmern.
    Kinder mit Migrationshintergrund wären viel schlechter integriert, und würden die Sprache schlechter beherrschen.

    Außerdem ist das Betreuungsgeld sehr bürokratisch. Man bräuchte Beamte dafür und müsste überprüfen, ob die Kinder wirklich nicht in die Einrichtung geschickt werden, während die Eltern noch mehr Papiere ausfüllen müssten um ihr Betreuungeld zu erhalten.

    Das Geld, das an die Betreuungsgeldempfänger ausgezahlt würde, wäre 1.nicht für sinnvolle Investitionen einsetzbar und 2. würde es durch Steuern von den Menschen, die noch keine Kinder haben abgezogen.
    Sie wären also verpflichtet einen Teil des Geld, das sie später mehr bekommen, vorher weniger zu bekommen.
    Gerade im jungen Alter beim Studium und Autokauf wird aber dringend Geld benötigt.
    Außerdem müssten auch die Kinderlosen und älteren Leute die Prämie mitfinanzieren. Ist das gerecht?

    Wenn man ständig neue Prämien einführt, nimmt man dem Menschen die Möglichkeit selber zu entscheiden und verlagert die Entscheidung zu oder gegen etwas auf das Geld. Wenn man den Wert des Geldes immer aufwertet, wertet man den Menschen ab.
  8. #57

    Zitat von Scheidungskind Beitrag anzeigen
    Die Gruppenbetreuung von Kindern unter 3 Jahren birgt ein hohes Schadenspotenzial für die seelischen Entwicklung, wodurch die Betroffenen häufig auch im Erwachsenen-Alter noch eingeschränkt sind oder leiden. Was die Psychologie bereits lange vermutete, bestätigen jetzt die Neurowissenschaften anhand von Studien aus Ländern, in denen die Krippenbetreuung bereits früher flächendeckend eingeführt wurde.

    Die Effekte auf die cerebralen Zentren für Stressverarbeitung und Soziale Emotionalität ähneln jenen, die bei sexuellem Missbrauch von Kindern festgestellt wurden. Sie treten unabhängig von der Qualität der Krippe auf.

    Wenn der Aufbau der Betreuungskapazitäten und der Rechtsanspruch nicht mehr rückgängig gemacht werden können, weil Krippenbetreuung mittlerweile in breiten Bevölkerungsschichten als Idealfall frühkindlicher Erziehung und Förderung gilt, bleibt nur das Betreuungsgeld, um Schlimmeres zu verhindern.

    http://www.familie-ist-zukunft.de/se...faz-040412.pdf
    Ich bin in meinen ersten 3 Lebensjahren ganz einfach von meiner Mutter aufgezogen worden. Dann war ich 2 Jahre im Kindergarten und danach in der Schule. Ich war nie in der Ergo, hatte keinen Logopäden, keinen privaten Musikunterricht und kein Mandarin Chinesisch ab 2 Jahre gelernt. Ich habe auf der Straße mit anderen Kindern gespielt, musste zu Hause sein, wenn die Laternen angingen und bin bei Wind und Wetter, sommers wie winters mit dem Fahrrad zur Schule und wieder zurück gefahren. Meine celebralen Zentren für Stresserzeugung sind vollkommen in Ordnung, was ich von den überbehüteten Kita - Kindern nicht immer behaupten kann. Man sollte nicht jeden Psycho - Kram glauben, sondern sich lieber eine eigene Meinung bilden.
  9. #58

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Experten sind gegen das Betreuungsgeld, die Koalition streitet täglich über das Thema - doch in der Bevölkerung ist die Herdprämie recht beliebt. Zumindest die unter 30-Jährigen befürworten den Zuschuss laut einer Umfrage. Ältere hingegen sind gegen das Lieblingsprojekt der CSU.

    Umfrage: Junge Deutsche sind für die Herdprämie - SPIEGEL ONLINE
    Die Bezeichnung "Herdprämie" ist schon eine Diskriminierung. Mütter, die Kinder nach der Abnagelung in die Kita geben, sind dann ja wohl als "Rabenmütter" zu bezeichnen, die Ihre Aufsichts- und Erziehungspflicht an den Staat deligieren. Na, wie hört sich das an?
  10. #59

    Das Betreuungsgeld mit gleichzeitigem Krippenausbau ist der richtige Weg.

    Zitat von derdriu Beitrag anzeigen
    Jeder kann machen, was er will. Aber das Betreuungsgeld ist doch keine Gerechtigkeit! Es bietet keine Wahlmöglichkeit, es fördert nichts (im Gegensatz zu Kitas, die ja freiwillig sind!)... es ist einfach nur rausgeworfenes Geld. Ich gehe nicht schwimmen. Bekomme ich dafür einen Ausgleich vom Staat, dass ich kein Schwimmbäder nutze? Nein. Ist das unfair? Ich finde nicht...

    Aber Eltern, die arbeiten möchten haben die Wahl zwischen Kita und zu Hause bleiben. Ob mit oder ohne Betreuungsgeld. Was würde es ändern? Es entstehen keine Nachteile (die sie sich nicht selber ausgesucht haben), wenn sie zu Hause bleiben.
    Das ist so nicht richtig.

    Ich erkläre es ihnen an einer komplementären Sozialleistung, nämlich der Leistungen aus der Pflegeversicherung:

    Ich habe letztes Jahr meine schwer pflegebedürftige Mutter zu Hause gepflegt, bis zu letzt, bis sie starb.

    Dafür bekam ich sogenanntes Pflegegeld von der Pflegeversicherungen:
    685 € / mtl. bei Pflegestufe 3.

    Hätte ich meine Mutter in eine stationäre Pflegeeinrichtung (Altenpflegeheim) gegeben, hätte die Pflegeversicherung monatlich 2265 Euro zahlen müssen. Dies hätte die Allgemeinheit also ca. das drei- bis vierfache gekostet.

    Ich wollte (und konnte) meine Mutter selbst pflegen, was sehr hart war, das können Sie mir glauben. Ich wollte es, meine Mutter wollte es. Es entstanden sehr viele Kosten, die ich bereit und in der Lage war, zu tragen, weil es für meine Mutter war, die es mir "wert" war.

    Es ist völlig in Ordnung, dass die Allgemeinheit diese meine Leistung mit 685 Euro im Monat förderte, und dafür bin ich sehr dankbar. Dass pflegende Angehörige diese Leistung von Seiten des Staates erhalten, ist einfach nur genial.

    Jetzt zurück zur Kinder-"Betreuung". "Pflege" wäre hier übrigens ebenfalls ein passenderer Begriff, ich weiß das, denn ich bin auch selbst Mutter. Aber egal, lassen wir den Streit um Begriffe.

    Auch hier haben diejenigen Eltern, die die "Betreuung" SELBST leisten, eine Anerkennung bitter verdient.

    Auch hier ist die "Eigenleistung", genau wie im Fall der selbstgeleisteten Pflege älterer Angehöriger, für die Allgemeinheit um ein vielfaches Günstiger als die "stationäre" Betreuung oder Pflege.

    Denn den 150 Euro Betreuungsgeld stehen ca. 1200 Euro Kosten für die "Unterbringung" eines zweijährigen Kleinkindes in einer Krippe gegenüber.

    Es ist sozusagen eine Win-Win-Situtation, wenn die "Eigen-Leistungen" der Menschen gefördert werden. Die Menschen haben etwas davon - Und die Allgemeinheit hat etwas davon. Und nicht zuletzt die Kinder. Niemand kann besser entscheiden als die Eltern, ob sie ihre Kinder in diesem frühen Alter in eine Kollektiv-"Betreuung" geben wollen und können oder nicht. Das eine Kind mag dafür geeignet sein, das andere nicht. Wer soll das entscheiden als die Eltern?

    Langer Rede, kurzer Sinn:

    Das Betreuungsgeld ist sozialpolitisch gerecht und alle haben einen Gewinn davon. Das Betreuungsgeld mit gleichzeitigem Krippenausbau ist der richtige Weg.