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Umfrage: Jeder zweite Deutsche will Sterbehilfe gegen Geld erlauben

DPANiemand soll den Todeswunsch eines Menschen zu Geld machen. Deshalb will das Justizministerium kommerzielle Sterbehilfe in Deutschland unter Strafe stellen. Das sieht nicht jeder so kritisch: Fast jeder zweite Bürger will einer Umfrage zufolge gewerbliche Sterbehilfe erlauben.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...848328,00.html
  1. #1

    Gewerbliche Sterbehilfe??!!

    Sterbehilfe als Gewerbe= ich kann meinen Tod kaufen!
    Na, dieser Artikel reizt mich extrem.
    Ich befuerworte Sterbehilfe, ich komme aus dem Gesundheitswesen, ich habe unheilbarkranke Menschen leiden sehen. Wir pumpen sie mit Morphium voll, damit sie die Schmerzen nicht mehr ertragen, damit sie nicht weiter leiden, wir machen das Sterben ertraeglich. Wir zoegern das Sterben medikamentoes oft in die Laenge!
    Fuer mich waere legalisierte Sterbehilfe ein Akt der Humanitaet!!!!!! Lasst den kranken Menschen bitte selbst entscheiden( sofern er seinen Wunsch noch aeussern kann).
    Es darf niemals als Gewerbe betrachtet werden, es soll als Wunsch eines Individium betrachtet werden, dem aus moderner medizinischer Sicht nicht weiter geholfen werden kann.
    Das Verbot der Sterbehilfe in Deutschland mag zu einem Sterbehilfegewerbe in den Nachbarstaaten fuehren, ich wuerde es so nicht betiteln.
  2. #2

    Moralapostel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Karl Jüsten, sagte: "Die Unterscheidung in kommerzielle und nicht kommerzielle Suizidhilfe im Gesetzesentwurf ist irreführend. Sie wird den in Deutschland existierenden Sterbehilfeorganisationen Aufwind geben und einen neuen Markt für die Dienstleistung Tod befördern."

    Umfrage: Viele Deutsche wollen Sterbehilfe gegen Geld erlauben - SPIEGEL ONLINE
    Es wäre wünschenswert, wenn die deutschen Kleriker mit derselben Inbrunst gegen eine weitaus größere und effektivere "Dienstleistung Tod" vorgehen würden, nämlich gegen Militär und Rüstungsindustrie, denn im Gegensatz zur Sterbehilfe haben deren "Klienten" ihren Tod nicht selbst freiwillig gewählt.
  3. #3

    aufgewacht

    CDU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn. "Niemand in Deutschland soll unter Schmerzen sterben müssen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Darum sollen und wollen sich Ärzte kümmern und nicht um die Hilfe zum Tod."
    Verstehe ich diese Aussage richtig?
    Schmerzstillende Medikamente fressen, bis der Tod eintritt - nicht aber das schmerzvolle Leben beenden durch ein Medikament?
  4. #4

    Bei der abartigen Richtung, in die sich Deutschland insgesamt bewegt, wird ein Sterbehelfer dann vermutlich das Vielfache einer Hebamme "verdienen". Aber dann sind wir endgültig am Punkt aller feuchten kommerziellen Träume, an dem "nichtmal der Tod umsonst ist"
  5. #5

    Win-win-Situation

    Zitat von amerzenich Beitrag anzeigen
    Verstehe ich diese Aussage richtig?
    Schmerzstillende Medikamente fressen, bis der Tod eintritt - nicht aber das schmerzvolle Leben beenden durch ein Medikament?
    Genau, und in der kommerziellen Verwertungslogik ist dies auch völlig stringent. Die Abrechnung von Medikamenten, Pflegeleistungen etc. ist nur zu Lebzeiten möglich ... danach verdient höchstens noch der Bestattungsunternehmer ... und dessen Spendenkapazitäten (für die CDU) reichen bei weitem nicht an die von Medizin- und Pharmalobby heran.

    Die menschlich-moralische Dimension ist anscheinend bei den politischen Gottesanbetern (die mit dem C im Namen) ähnlich irrelevant wie bei deren (in meinem letzten Beitrag bereits erwähnten) professionellen Kollegen ... sie dürfte locker unter der 5%-Hürde bleiben ist ist damit von der weiteren Meinungsbildung ausgeschlossen.
  6. #6

    Jeder Mensch soll das für sich selbst entscheiden !

    Bis zum Soylent Green muss es ja nicht kommen, aber der Film war für mich richtungsweisend. Wenn es soweit ist - und diesen Termin muss jeder für sich selbst entscheiden - dann wünsche ich mir eine Öffentliche Einrichtung, wo ich dann hingehen kann, mich auf eine Liege lege und dann ist Schluß. Und erst recht, wenn ich schon auf einer Liege liege und garnichts mehr kann, dann ist eben Schluß. Was soll die Quälerei, die ich seit Jahren bei den mir Liebgewordenen mitansehen muß und die keine Patientenverfügung gemacht haben - das ist menschenunwürdig und auch mit einem Alter von 20 oder 30 steht mir selbst das Recht zu, Schluß zu machen, wenn ich das für mich entschieden habe. Keine Religion kann mir das verbieten und schon garkein Rechtstaat!
  7. #7

    Nicht Fisch, nicht Fleisch

    Das Gesetz ist mal wieder nicht Fisch und nicht Fleisch.

    Wenn also Ärzte "nahe stehen", kommen sie straffrei davon. Wie will man das denn bitte objektivieren? Dass ein Arzt fünf oder mehr Jahre als Hausarzt geführt wurde, oder wie möchte man das definieren? Darf also ein Arzt, der den Leidenden grade mal drei Mal gesehen hat, dafür aber sehr intensiv, nicht tun, weil er ihm noch nicht "nahe genug" steht?

    Es wurde hier eine Chance vertan, ein Gesetz zu machen, das aktive Sterbehilfe dann ausnahmslos befürwortet, wenn es die Patientenverfügung so will. Gerne mit der Einschränkung, dass so eine Patientenverfügung nicht älter als 5 Jahre alt sein darf, aber das ist ja auch heute schon gängige Praxis, dass eine ältere nicht zwingend anerkannt wird.

    Man sollte dieses Gesetz nicht an der Gewerblichkeit, sondern am Grad des Leidens festmachen: Wenn der Leidende selbst oder, wenn dieser sich nicht mehr äußern kann, die Angehörigen klar und eindeutig sagen dass der Zeitpunkt für Sterbehilfe laut Patientenverfügung nun gekommen wäre, dann könnte auch jemand, der sich darauf spezialisiert hat, die Leidenden möglichst sanft in den Tod hinüberzuführen, durchaus etwas daran verdienen. Besser als irgend so ein Wald-und-Wiesen-Arzt, bei dem möglicherweise der Leidende überlebt und noch mehr leidet oder sehr, sehr lange leiden muss bis er verstirbt, ist es allemal.

    Wenn Patientenverfügungen dies legal verfügen können, löst sich das Problem dann ganz von selbst. Denn wir hier in Deutschland sind ja sehr ängstliche Wesen, wieviele davon werden dann diesen Passus mit aufnehmen: Vermutlich nicht viele.
    Ob sich dann gewerbsmäßige Sterbehilfe lohnt, wage ich dann doch mal zu bezweifeln.
  8. #8

    Vorboten?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Niemand soll den Todeswunsch eines Menschen zu Geld machen. Deshalb will das Justizministerium kommerzielle Sterbehilfe in Deutschland unter Strafe stellen. Das sieht nicht jeder so kritisch: Fast jeder zweite Bürger will einer Umfrage zufolge gewerbliche Sterbehilfe erlauben.

    Umfrage: Viele Deutsche wollen Sterbehilfe gegen Geld erlauben - SPIEGEL ONLINE
    Jeder zweite Deutsche will Hilfe beim Sterben gegen Geld erlauben.Sind das schon Vorboten auf die Zeit,wenn Deutschland überaltert sein wird und es vermutlich große Generationskonflikte geben wird,nach dem Motto "Verdammt,für diese vielen Alten müssen wir zahlen"?
    Wenn es dann statt einer Gesundheitsindustrie eine Sterbeindustrie geben wird - na dann,gute Nacht!
    Dann werden Alte,Kranke und Behinderte,ähnlich wie heute schon in den Niederlanden,mehr oder weniger dazu genötigt,sich "der Gesellschaft" gegenüber zu rechtfertigen,dass sie weiterleben möchten.Ein schreckliches Szenario.Auch wenn ich sonst vielleicht nicht so christlich bin - hier bin ich es.Wehret den Anfängen!
    Es darf hier kein Dammbruch erfolgen.
  9. #9

    Komerzielle Sterbehilfe hört sich pervers an. Kommt dann demnächst direkt nach den Nachrichten Werbung für "Ihre Sterbeargentur - persönlich, preiswert, nah"?


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