Umfrage: Deutsche misstrauen dem Euro massiv

Es ist ein eindeutiges Stimmungsbild: Mehr als zwei Drittel der Deutschen zweifeln*am Euro. Nur jeder Fünfte hat demnach noch Vertrauen in die Gemeinschaftswährung - und noch weniger glauben an einen Erfolg der*Rettungsversuche.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...770587,00.html
  1. #100

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    Zitat von Nr82136 Beitrag anzeigen
    Humbug. Wir Deutschen sind Reiseweltmeister, nach wie vor.
    Richtig ist aber, dass der Euro den Urlaub im Ausland verteuert hat, so wie auch die Importpreise durch den Euro höher ausfallen.
    Der aus Sicht der deutschen Volkswirtschaft zu schwache Euro hat nicht nur Vorteile beim Export, sondern auch Nachteile beim Import bzw. Auslansreisen

    Zitat von Nr82136 Beitrag anzeigen
    Die Inflationsraten sind mit etwa 2 % genauso niedrig wie zu den 12,5 DM-Jahren vor Einführung des Euros.
    Sie wäre ohne Euro aber niedriger, das kann niemand bestreiten.
    Die niedrige gegenwärtige Inflationsrate ist darauf zurückzuführen, dass einfach nicht genug Geld für steigende Nachfrage vorhanden ist. Daraus eine Erfolgsgeschichte zu machen ist schon ziemlich heftig.

    Zitat von Nr82136 Beitrag anzeigen
    Auch die 1000. Wiederholung dieses Mantras der umlackierten SED macht es nicht wahr. Tatsache ist, dass die deutsche Volkswirtschaft als ganzes enormen vom freien Handel und von der gemeinsamen Währung profitiert.
    Niemand bezweifelt, dass das Kapital enorm vom Euro profitiert. Aber jeder kann auch in der offiziellen Statistik knallhart lesen, dass die Arbeitnehmer in Deutschland in keiner Weise davon etwas abbekommen haben, sie sind gemessen an der Reallohnentwicklung die ganz großen Verlierer des Euro, und zwar unter allen 27 EU-Ländern

    Und jetzt müssen sie als Steuerzahler dafür bluten, dass der Euro in seiner jetzigen Form eine völlige Fehlkonstruktion ist, die zu deutlichen Fehlentwicklungen der Volkswirtschaften geführt haben. Die Rechnung bezahlen vor allem die normalen Steuerzahler.
  2. #101

    Nein, nein...

    Zitat von Paul-Merlin Beitrag anzeigen
    macht wenig Sinn. So ist es auch mit dem Euro. Den Deutschen wurde die Einführung mit angeblich steigendem Wohlstand schmackhaft gemacht, um die von Anfang an bestehenden Vorbehalte beiseite zu räumen. Nun ein Jahrzehnt später stellt sich die Frage: Wem geht es besser als zu DM-Zeiten? Dem deutschen Arbeitnehmer mehrheitlich nicht. Sein Einkommen wurde mit der Euro-Einführung zahlenmäßig halbiert und hat sich faktisch seit damals nicht erhöht. Noch übler sieht es bei den inzwischen zahlreichen Niedrigverdienern und Hartz IV-Beziehern aus. Ganz anders die Preise. Die sind heute zahlenmäßig so hoch wie zu DM-Zeiten, nur dass jetzt das EURO-Zeichen dahinter steht. Fazit: Die Arbeitnehmer wurden beschissen. Die realen Einkommensdifferenzen plus die Produktionszuwächse der vergangenen Jahre haben sich andere "unter den Nagel gerissen". Die Frage ist, wie lange lässt sich der deutsche Michel von seiner politischen und wirtschaftlichen Führungselite noch veräppeln?
    Nein, nein, die Frage ist: welche Alternative gibt es? Ein "zurück zur Mark" hätte wesentlich mehr Nachteile und Unsicherheiten zu bieten. Und würde die Position der Habenichtse keineswegs verbessern, denn die hat mit der Währung nichts zu tun. Und die Preise? Da übertreiben Sie gewaltig, auch in 10 Jahre weiter mit der DM wären die Preise nicht auf derselben Höhe geblieben. Die Kugel Eis zu 70 Pfennig statt zu 70 Cent gabs es tatsächlich. Aber das war in 1995...
  3. #102

    Upside down, round and round

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Die Gemeinschaftswährung mit den politisch gesteuerten und gestützten Kursen und ist inzwischen über 30 Jahre alt. In dieser Zeit hatte sie härtere Krisen zu bestehen. Die härtesten vor der Einführung der Bargeld-Variante und dem EZB-Vorläufer EWI. Die härteste Krise war im Entstehungsjahr, als die Deutsche Mark innerhalb eines Jahrzehnts 100% Inflation zu verzeichnen hatte, die deutschen Staatsanleihen damit die Hälfte ihres Werts verloren hatten und das Bretton-Woods-System der Dollar-Koppelung nicht mehr existierte. Helmut Schmidt konnte damals den Offenbarungseid vermeiden indem er mit seinem französischen Kollegen Giscard d'Estaing die europäische Gemeinschaftswährung ins Leben rief. Für die Bonner Bundesrepublik bedeutete dies erneut die Möglichkeit sich über Staatsanleihen zu finanzieren, drastischen Rückgang der Inflation und anhaltende Preisstabilität bis heute. In diesen 33 Jahren war die Inflation zusammengenommen niedriger als in den zehn Jahren zuvor.

    Das von den USA initiierte und geführte Bretton-Woods-System hatte nicht einmal drei Jahrzehnte überdauert und in eine prekäre Situation von Massenarbeitslosigkeit, hoher Inflation und extremer Rezession geführt. Zur Aufrechterhaltung der Versorgung musste in Deutschland der Kraftstoff rationiert werden und Sonntagsfahrverbote eingeführt werden, die den gewerblichen Lieferverkehr nicht berührten. Finanzminister Schiller war wegen der Staatsverschuldung bereits zurückgetreten. Die Zahl der Arbeitsplätze hatte einen historischen Tiefststand, die Preise schossen durch die Decke. In dieser Stunde der Not wurde das europäische Währungssystem geschaffen und führte insbesondere Deutschland zu nie gekanntem wirtschaftlichen Erfolg und Bedeutung.
    Äußerst geschickt, wie hier Ursachen und Wirkungen vertauscht werden, ein sehr suggestiver beitrag, Chapeau!

    Führte nicht eine Dollarschwemme zum Ende von Bretton Woods und zu weltweiter Inflation? Waren die als Folgen der Ölkrise verkauften Folgen nicht die Folgen dieser enormen Geldmengenausweitung in Dollar im Zuge des Vietnamkrieges? Und war es nicht das Ende dieses Krieges und die folgende Hochzinspolitik der USA unter Paul Volckers, die die Situation dann stabilisierte?!

    Bretton Woods soll also in eine prekäre Situation von Massenarbeitslosigkeit, hoher Inflation und extremer Rezession geführt haben? Wie das? Schließlich hat Bretton Woods die USA keineswegs davon abgehalten, mehr US-Dollar zu schaffen als im Gegenzug Goldreserven vorhanden waren.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43231069.html
  4. #103

    .

    Zitat von robr Beitrag anzeigen
    Nein, nein, die Frage ist: welche Alternative gibt es? Ein "zurück zur Mark" hätte wesentlich mehr Nachteile und Unsicherheiten zu bieten.
    Muss auch nicht die Alternative sein. Ein Weiter mit dem Euro geht aber auch nicht, weil er wirtschaftliche Fehlentwicklungen produziert, deren finanzielle Folgen nicht mehr tragbar sind. Es gibt auch kein Rezept, wie man diese Fehlentwicklungen in den Griff bekommen kann. Die Regierungen fahren mit ihren Rettungspaketen auf Sicht, planen immer nur für die nächsten Wochen oder Tage.

    Also wird man den Euro reformieren müssen, indem dort zusammen wächst, was zusammen gehört.
  5. #104

    Peanuts

    Zitat von Hardliner 1 Beitrag anzeigen
    In Europa muss sich vieles ändern. Eines brauchen wir aber auf keinen Fall: ein einheitliches sozialistisches Europa. Seit 21 Jahren Jahren zahlen wir gigantische Summen für ein sozialistisches Experiment in Ostdeutschland. Da reicht für immer und ewig.
    Ach gottchen, das "sozialistische Experiment" (wie Sie wohl die Misswirtschaft der stalinistischen Bande zwecks Diskretierung von Sozialismus nennen) hat im Vergleich mit der Misswirtschaft des kapitalistischen Finanzsystems doch nur "Peanuts" gekostet...
  6. #105

    ...

    Zitat von Kaworu Beitrag anzeigen
    Wo soll das Vertrauen zum Euro auch herkommen? Es ging ja schon damit los, das auf den Preisschildchen zur Euro-Einführung in den Geschäften einfach nur DM durch Euro ersetzt wurde.
    Hören Sie doch auf, diese Unwahrheit zu verbreiten.
    Direkt am Umstellungstag waren Preiserhöhungen verboten.
    Vertraglich festgelegte Preise mussten exakt mit 1,95583 umgerechnet werden.
    Ja, es gab es paar Mitnahmeeffekte. Z.b. in der Gastronomie. Das lag aber daran, dass dort schon lange keine kostendeckenden Preise mehr zu erzielen und Preiserhöhungen nicht durchsetzbar waren.
    Preise bei uns sind immer Marktpreise. Wenn Ihnen etwas zu teuer ist, kaufen Sie es einfach nicht. Anderen Leuten ist es offensichtlich so viel wert und sie kaufen es.

    Zitat von Kaworu Beitrag anzeigen
    Dann Krise hier, Krise da und es wird einfach in die EU reingelassen was kommt - statt das erstmal ein Kern stabil ist, nein, einfach mal nach Osten erweitern. Immer weiter, koste was wolle.
    Nach langen und gründlichen Verhandlungen wurden 2004 acht mittel- und osteuropäische Länder aufgenommen. Es gabe fest Kriterien dafür, die 1993 festgelegt worden waren.
    Keines dieser Länder ist heute im Zusammenhang mit der Eurokrise ein Problem. Die Krisenländer:
    Griechenland: Beitritt zur EG 1981
    Portugal: Beitritt zur EG 1986
    Irland: Beitritt zur EG 1973
    Gehörten sozusagen zum stabilsten Kern.

    Zitat von Kaworu Beitrag anzeigen
    Daher: WO soll das Vertrauen zum Euro denn herkommen?
    Wo soll das Vertrauen zur Politik noch herkommen?
    Daher, dass Sie sich mehr mit den Fakten beschäftigen und nicht links- oder rechtspopulistische Phrasen nachplappern nach dem Motto "Freibier für alle - wieso haben wir noch kein Schlaraffenland?"
  7. #106

    wo ist der Euro Wertverlust?

    Zitat von genesys Beitrag anzeigen
    Während die DM in den 55 Jahren ihres Bestehens "nur" 80% ihres Wertes verloren hat beträgt der Werteverlust des Euros in den knapp 10 Jahren seit der Einführung schon mehr als 50%. Das ist Rekord.
    Was ist das denn: wo hat der Euro verloren? Ich erinnere mich, dass der Euro gegenüber dem Dollar mal auf 0.88$ je € stand und heute? Z.Zt. 1.4188$ je €.
    Wo bitte ist da der Verlust?
    Ich dachte, dass hier Moderatoren darauf achten, dass kein Unsinn in das Forum gesetzt wird.
  8. #107

    Warum...

    ... misstrauen die Deutschen dem Euro?

    Man kann in diesem Forum ja nach Faktenlage diskutieren, aber wichtig ist, dass der Euro noch nie das Geld der Deutschen war. Das hat viel mit Identifikation zu tun und ist ein psychologisches Problem. Die Probleme sind nicht mehr die Probleme der Deutschen - wir zahlen nur -, sodern die Probleme irgendeiner Institution in Brüssel, die keiner versteht!

    Das geht bis zur Resignation! "Man kann ja doch nichts ändern"!

    Das Revolutionspotential in Deutschland ist halt ziemlich gering!
  9. #108

    Nicht der Euro ist in Gefahr, sondern die ganze EU!

    Der Euro hätte ein Erfolg werden können, wenn man die Beitrittskriterien durchgesetzt und nicht aus politischen Gründen Südeuropa reingelassen hätte. Es war jedem rationalem Menschen klar, daß das nicht gut gehen kann, wenn man Länder mit so unterschiedlichen wirtschaftlichen Fundamentaldaten und vor allem Entwicklungsperspektiven in einen Topf wirft. Ja, auch Deutschland hatte die Beitrittskriterien damals nicht alle erfüllt, aber viel gravierender war doch die unterschiedlichen Entwicklungsperspektiven.

    Wer sagt, daß Deutschland vom Euro profitiert hat, mag HEUTE recht haben, aber die finale Abrechnung kommt erst.

    Für mich steht fest, daß der Euro scheitern wird, Die Frage ist, ob wir da noch halbwegs heil raus kommen. Ich habe jedenfalls Angst um meine Ersparnisse. Leider weiß ich nicht, wo meine paar Kröten sicher sind. Dollar - irgendwiw nicht überzeugend?! Schweizer Franken - werden die den Eurountergang überstehen?

    Es stellt sich zudem die Frage, ob die EU überleben wird. Der Volkszorn über die Folgen des Euroscheiterns wird in Nordeuropa ganz neue politische Parteien hervorbringen, die ganz alte Ideen haben. Wer glaubt denn den etablierten Politikern noch irgend was? Und das ist die noch viel größere Gefahr!
  10. #109

    Die EU

    ist nur ein einziger Geld-verteilungs-club.

    Jedes Neumitglied möchte an die EU-fördertöpfe ran.

    Wenn man dann drin ist und irgendwann bezahlen muß für die nächsten Mitglieder, wirds kritisch (es gibt rühmliche Ausnahmen), zumindest problematisch.

    Finger weg von der EU! Mal sehen wie es in Kroatien läuft.
    Das Land ist ja schon durch die Griechenlandkrise vorgewarnt.
    Meines Wissens müssen/(dürfen) die Kroaten in einer Volksabstimmung wählen ob Sie dafür sind, ein Luxus, den andere Demokratien nicht hatten.