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Umfrage: 80 Prozent der Japaner lehnen Atomenergie ab

REUTERSEin Jahr nach der Katastrophe von Fukushima kippt die Haltung der Japaner zur Nutzung der Kernenergie. Laut einer aktuellen Umfrage ist inzwischen die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für einen Ausstieg aus der Atomkraft.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...822093,00.html
  1. #30

    Unsere und ihre Industrie ist parasitär

    Zitat von Markus Landgraf Beitrag anzeigen
    Da ist Japan in einer schwierigen Situation, denn es hat selbst keine eigenen Rohstoffe und Wasserkraft ist wegen der dichten Bevölkerung zu riskant. Solarstrom liefert für die Schwerindustrie nicht konstant genug den Strom. Die pragmatische (aber nicht sehr umweltverträgliche) Lösung zur Zeit ist, Massenhaft Erdgas zu importieren und in Kraftwerken zu verbrennen. Als ich im Sommer letztes Jahr dort war, konnte man die Gastanker im Toyoter Hafen sich die Klinke in die Hand geben sehen. Nachhaltig ist das nicht. Meine Kollegen dort sagten mir, dass sie mittelfristig entweder auf Schwerindustrie verzichten oder auf Kernspaltung zurück gehen müssen. Ein möglicher Energielieferant wäre zwar Russland, wegen des Territorialkonflikts im Norden verzichtet man aber darauf, sich von Russland abhängig zu machen. Also: schwierig, schwierig ....
    Schwierig ja, aber nicht unmöglich. Die Industrie hat nur in modernen Staaten eine Vollversorgungsmentalität auf Kosten der Gesellschaft entwickelt. Geht nicht, gib´s nicht. Wind, Sonne, Erdwärme, Gezeiten und konventionelle Wasserkraft sind alle längst bekannt und müssen nur zu einem intelligenten, sich gegenseitig ergänzenden System ausgebaut werden. Allerdings sind die paradisischen Zeiten der maßlosen Überproduktion auf Kosten von Gesellschaft, Umwelt und Volkswirtschaft dann vorbei.

    Per Saldo werden die volkswirtschaftlichen Kosten zukünftig sehr viel geringer werden als zu heutigen Verschwendungszeiten, aber es wird eine nationale Anstrengung über drei Generationen sein, die sich lohnt und sowieso zukünftig überall auf der Welt alternativlos ist.
  2. #31

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Umfrage sind knapp 44 Prozent der Japaner dafür, die Abhängigkeit von der Atomkraft allmählich zu reduzieren und dann ganz darauf zu verzichten. Weitere 36 Prozent stimmen dieser Haltung mehr zu, als dass sie sie ablehnen.

    Umfrage: 80 Prozent der Japaner lehnen Atomenergie ab - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Der Titel ist irreführend, wenn nicht sogar falsch. Wenn jemand einen Atomausstieg erst möchte, wenn der gesamte Energiebedarf durch "erneuerbare" gedeckt ist, könnte man auch argumentieren, daß diese Person dieser Haltung mehr zustimmt, als ablehnt.
  3. #32

    Zitat von ingenieur Beitrag anzeigen
    wie hier den Japanern erklärt wird, was sie zu tun haben, um ihren Energiebedarf zu decken. Das haben die sicher nötig, dass wir in Deutschland ihnen Lösungen vorschlagen, die bei uns schon so gut wie gescheitert sind.

    Jede Wette, dass Japan bei der Kernenergie bleibt. Und das nicht etwa, weil die böse-böse "Atomlobby" so stark ist, sondern weil es ganz einfach vernünftig ist.
    Man kann es nicht oft genug sagen: 20.000 Tote durch Erdbeben und Tsunami, kein einziger durch die havarierten Reaktoren. Und auch die Gegend um das Kraftwerk wird schneller wieder besiedelt werden als es unseren Kernkraftkatastrophenheinis lieb ist.
    Was ist vernünftig daran in einem stark durch Erdbeben und Tsunamis bedrohten Land Kernkraftwerke zu betreiben? Die Japaner haben sich für diese Art der Energieerzeugung entschieden, weil Sie trotz des schon damals bekannten Risikos, keine wirklichen Alternativen hatten.
    Heute ist das anders.

    Japan ist nur ganz knapp an einer noch viel größeren Katastrophe vorbeigeschrammt. Hätte der Wind nämlich in den Tagen des Reaktorunfälle nicht hauptsächlich auf das offene Meer geweht,
    sondern Richtung Tokio, dann möchte man sich die Folgen nicht ausmalen.

    Die Japaner werden begriffen haben dass die AKWs ein Risiko für die Existenz ihres Landes darstellen - zumindest hat das der ehemalige Ministerpräsident Kan so ausgedrückt.
  4. #33

    Ok

    Zitat von vostei Beitrag anzeigen
    Nichts ist schwierig - es sind Herausforderungen
    OK, einigen wir uns auf schwierige Herausforderungen.
  5. #34

    Restrisiko

    Zitat von stefanth Beitrag anzeigen
    In Japan braucht man doch blos mit einem Stöckchen in die Erde bohren, und schon kommt heißes Wasser raus!
    Hmm, haben Sie mal das Restrisiko der Geothermie angeschaut? Wenn nicht, machen Sie die selben Fehler, wie die Kerntechniker in den 1960er Jahren.
  6. #35

    Zitat von wohe1 Beitrag anzeigen
    Eigentlich hört sich das auf den ersten Blick gar nicht soo anders an als in Deutschland. .
    Naja, da gibt es schon einen wichtigen Unterschied. In D gibt es Kohle, mit der seit der "Energiewende" auch die Schwerindustrie versorgt wird.Ausserdem haben wir in Zentraleuropa keinen Territorialstreit mit Russland, das fleissig Gas für Gaskraftwerke liefert. Die neue Pipeline ist glücklicher Weise gerade vor der "Energiewende" fertig geworden. Japan hat all das nicht. Die Schwerindustrie kurzfristig mit Solarstrom zu versorgen halte ich für unrealistisch.

    just my 2 cents
  7. #36

    Zustimmung

    Zitat von ingenieur Beitrag anzeigen
    Man kann es nicht oft genug sagen: 20.000 Tote durch Erdbeben und Tsunami, kein einziger durch die havarierten Reaktoren. Und auch die Gegend um das Kraftwerk wird schneller wieder besiedelt werden als es unseren Kernkraftkatastrophenheinis lieb ist.
    Da ernten Sie (zumindest von mir) Zustimmung. Wir wollen auch die vier Toten nicht vergessen, die beim Bruch des Wasserkraftwerks in Fujinuma als Folge des Erdbebens zu beklagen waren.

    just my 2 cents
  8. #37

    Optionen

    Zitat von sachgerecht Beitrag anzeigen

    Nach ihrer unmaßgeblichen Meinung geht allerdings ohne Atomenergie mal wieder die Welt unter (anhaltendes Gähnen im Saal).
    .
    Habe ich nie behauptet. Die Schwerindustrie (Eisen- und Aluminiumhütten) brauchen jedoch konstant hohe elektrische Leistung. Deswegen wir ja auch bei der "Energiewende" in D darauf hingearbeitet, die Lagerkapazität im Smart-Grids zu erhöhen. Die Welt geht von der Abschaltung von Kernreaktoren nicht unter, nur hat die Welt dann eine Option (mit allen ihren Vor- und Nachteilen) weniger.

    just my 2 cents
  9. #38

    Konservativ

    Zitat von AuchNurEinNick Beitrag anzeigen
    Diese 80% in Japan, das sind bestimmt alles Kommunisten und bald sieht's dort aus wie in Nord-Korea. :-)
    Also mal ehrlich, bei der Kernenergiediskussion sind rechts und links echt vertauscht.

    Hier versteht sich als "links", wer:
    1. Technologie ablehnt
    2. Wieder zur guten Alten Zeit zurück will
    3. Verzicht predikt

    Also ich sehe gar keinen Konflikt darin, progressiv im gesellschaftlichen Sinne zu denken, wie zum Beispiel Sozialdemokraten oder Piraten und gleichzeitig technologischen Fortschritt als Problemlösungsstrategie zu akzeptieren.

    Per Definitionen und im Sinne des Wortes sind Kernenergiegegner "konservativ".

    just my 2 cents
  10. #39

    Zitat von Markus Landgraf Beitrag anzeigen
    Also mal ehrlich, bei der Kernenergiediskussion sind rechts und links echt vertauscht.

    Hier versteht sich als "links", wer:
    1. Technologie ablehnt
    2. Wieder zur guten Alten Zeit zurück will
    3. Verzicht predikt

    Also ich sehe gar keinen Konflikt darin, progressiv im gesellschaftlichen Sinne zu denken, wie zum Beispiel Sozialdemokraten oder Piraten und gleichzeitig technologischen Fortschritt als Problemlösungsstrategie zu akzeptieren.

    Per Definitionen und im Sinne des Wortes sind Kernenergiegegner "konservativ".

    just my 2 cents
    Nur schafft Atomenergie eben mehr Probleme als sie löst.
    Die Nutzung der Kernspaltung zur Stromerzeugung ist also keine Problemlösungsstratgie, sondern eine Problemschaffungsstrategie.

    Seltsamerweise wollen die Leute, die Kernenergie lobpreisen aber nichts vom technischen Fortschritt bei anderen Energietechnologien wissen. Besonders progressiv finde ich das auch nicht...








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