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Ukrainische Studentinnen: Mit Krawall gegen Sextourismus

Wo sie auftauchen, wird's turbulent. Mit rabiaten Mitteln kämpft die Gruppe Femen gegen Sextourismus und Prostitution in Kiew. Die Studentinnen und Schülerinnen ziehen sich aus, warnen Ausländer, werfen mit Schlamm oder Torten. Ihr Schlachtruf: "Die Ukraine ist kein Bordell!"

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...639108,00.html
  1. #160

    x

    Zitat von tetaro Beitrag anzeigen
    Ich will's mal krass sagen: Das Machtspiel ist einfach, dass Sexualität in der Ehe die Ausbeutung des Mannes ermöglicht, indem sein natürliches Bedürfnis, das offensichtlich stärker ist, als das der meisten Frauen - und damit von diesen manipulierbar -, genutzt wird, um lebenslange Verpflichtungen von ihm abzupressen. Prostitution bringt dieses Kartell ins Wanken und ist daher bei sogenannten "anständigen" Frauen und deren männlichen Anhängseln so sehr verpönt. Obwohl ich natürlich auch gegen Ausbeutung von Prostututierten bin, halte ich die Institution Prostitution als geregelten Beruf für einen unverzichtbaren Ausdruck eines freien Landes.
    Im Grossen und Ganzen haben Sie die Situation ganz klar geschildert, wie sie wirklich ist.
    Zwei Sachen wuerde ich anders sehen:

    1. lebenslange Verpflichtungen kann man in der heutigen Zeit nicht mehr "erpressen". Dem koennte sich Mann schon entziehen, wenn er denn wollte. Der Grund, warum er es nicht tut, ist Punkt 2.

    2. Der Mann, der seine - zuhause unerfuellten - sexuellen Beduerfnisse bei einer Prostitutierten befriedigt, findet ja die altgediente Ehefrau dadurch nicht gleich ueberfluessig.

    Es gibt ja daheim noch soviele andere Dienstleistungen - wie der leidige Haushalt mit allem drum und dran - die die Gattin weiterhin uebernimmt.
  2. #161

    Gute Werbung ist alles!

    "Femen sei keine feministische Organisation, betont Abiturientin Nastia: "Ich mag es, wenn mir ein Mann die Tür aufhält oder mich zum Essen einlädt." "

    Genau diese Einstellung ist typisch feministisch: Man gibt vor alles mögliche für die Gleichberechtigung zu tun, aber nur da, wo es einen stört. Dort wo es angenehm ist, nimmt man die Frauenbevorzugungen der alten partiarchalen Welt gerne mit. Diese Rosinenpickerei, die man auch aus Deutschland nur zu gut kennt, ist quasi ein Markenzeichen für Feministinnen und deren Vorstellungen von "Gleichberechtigung".[/QUOTE]

    Absolut richtig.Ich verstehe sowieso nicht wieso immer der Mann der Idiot ist. Sind denn nur die Maenner schuld das es Prostituierte gibt? Es ist schon verwunderlich das alle Prostituierten den Sex nur von der geschaeftlichen Seite sehen. Mein Gott muss es eine Qual sein jeden Tag arbeiten zu muessen. Ich wusste bis Heute nicht das die Ukraine so viele Prostituierte hat. Dank diesen Berichtes und der Werbung durch die Femen habe ich etwas dazu gelernt. Wahrscheinlich gibt es nun einige Leute die anstatt nach Thailand dieses Land besuchen werden. Gut fuer den Tourismus.
  3. #162

    Pathologisierung

    Zitat von xehris Beitrag anzeigen
    Die Freier von Prostituierten sind nicht alle sexsüchtig, aber doch meistens! Sexsucht ist eine psychische Krankheit, die auf keinen Fall damit geheilt werden kann, dass Männer ins Bordell gehen, im Gegenteil. Jeder Bordellbesuch verschlimmert die Sucht, denn das mechanische Abreagieren des Triebes, bei Verdrängung aller Gefühle, bringt einen Teufelskreis in Gang, macht den Freier zum seelenlosen Zombie, der pausenlos neue Reize braucht.

    Viele Frauen können und wollen sich einfach nicht damit abfinden, dass Sexualität bei Männern auch ein von Gefühlen losgelöstes Element hat. Warum eigentlich nicht... erschüttert das so sehr ihr Selbstbild? Stattdessen wird männliche Sexualität gern pathologisiert. Im Grunde ist das einfach simple Diskriminierung und Intoleranz und man sollte sich als Mann schlicht dagegen verwahren. Die Männer sind dumm, dass sie das mit sich machen lassen.

    Ständig wird über Toleranz gegenüber sexuellen Prioritäten geredet und teilweise nachhaltig eingefordert, so z.B. gegenüber Homoxesuxuellen, aber die Gesellschaft kann nach ein paar tausend Jahren immer noch nicht akzeptieren, dass Sexualität bei Männern einen Tick anders läuft, als bei Frauen. Eigentlich ist das traurig.
  4. #163

    Wie passt das zusammen?

    So traurig die Lebensumstände vor Ort sind und wie wenig vergleichbar mit den hiesigen Studenten, kann man doch durchaus Parallelen sehen: wenig Geld, Studiengebühren, Begleitjobs um den Lebensunterhalt zu verdienen. Wie oft in Deutschland Studentinnen nebenbei mit zwielichtigen Jobs Geld verdienen bleibt unerwähnt. Und das bei einigen Damen hier und in der Ukraine die Hemmschwelle zu solchen Jobs recht niedrig liegt und lieber wenig gearbeitet wird für viel Geld als andersherum, bleibt auch unerwähnt. Nicht jede Arbeit macht jeden Arbeitnehmer Spaß und so sollte auch der Blick hierauf gestattet sein. Denn die vielen Arbeitnehmer, die als Putzhilfe oder Dienstmädchen/Butler ihr Geld verdienen und jeden Tag den diversen Geringschätzungen und Anfeindungen ausgesetzt sind, sind freilich nicht besser dran.
    So sollte jeder sehen, wie er zu dem Geld für sein Leben kommt und leider ist auch Prostitution hierbei ein Markt.
    Und ganz ketzerisch gefragt: wie verdienen denn die männlichen Studenten in der Ukraine ihr Geld nebenbei?
  5. #164

    _

    Zitat von masterprain Beitrag anzeigen
    Wenn ich sowas höre zu "Marktkonditionen" da wird mir schlecht. Eine Frau hat über ihren Körper zu bestimmen und nicht irgend ein komischer Markt!
    Jedem steht es frei sein Angebot, egal welchr Art, über Marktkonditionen zu machen wenn diesem nicht zusagen. Heist dann eben auch akzeptieren wenn deshalb die Nachfrage ausbleibt.
    Zitat von masterprain Beitrag anzeigen
    Dann muss man auch da gegen dumpinglöhne vorgehen, besonders da. So wie gegen diese Flatrate-Bordelle.
    Auch dort arbeitet die überwiegende Mehrzahl der Frauen freiwillig. In der Tat sind es dort i.d.R. grade die Frauen, die anderweitig kaum Freier finden würden und darauf bauen das diese (unter falschen Vorstellungen) die Flatrate zahlen und dann eben mit ihnen vorlieb nehmen (nach dem Motto "Wo ich die Flatrate sowieso schon los bin ...)".

    Ist grade in diesem Gewerbe so das das Preis zu und gleichzeitig der Service abnimmt je hübscher die Anbieterin, weil es sich die hübschen eben leisten können. Wer nicht so attraktiv ist muss eben mit Preis und Service punkten.
  6. #165

    Anerkennung

    Zitat von nica27 Beitrag anzeigen
    interessant. Geishas waren Unterhalterinnen und keine Prostituierte, im Gegenteil eine Geisha die sich mit einem der Männer die sie zu unterhalten hatte einließ verlor ihr Gesicht und den Status einer Geisha. Nur der Verkauf der Jungfräulichkeit an den Meistbietenden läßt sich mit Prostitution in Verbindung bringen. Dieses Ritual machte die Meiko erst zur Geisha und brachte ihr eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit. Für das Körperliche gab wieder andere Frauen. Und die Tempelhuren waren auch Opfer der gesellschaftlichen Umstände und sind mitnichten aus Spass an der Freude jedem zur Verfügung gewesen der vorbei kam. Erst wenn der Tempel eine bestimmte Menge an Geldes eingenommen hatte durch die Dienste wurde die Frau wieder gehengelassen.
    Spaß an der Freude ist nicht das primäre Ziel von Erwerbsarbeit. Der Spaß ist auch bei Kanalarbeitern und Urologen nur begrenzt. Tatsächlich hat sich die Rolle der Geishas gewandelt. In der Edo-Zeit waren es Prostituierte und Tempelhuren erwarben sich religiöse Verdienste. Hier geht es um die Anerkennung von Prostitution als völlig legitime Form des Gelderwerbs, die gesellschaftliche Anerkennung verdient, weil sie notwendige soziale Funktionen erfüllt. Ganz im Unterschied zur parasitären Existenz mancher "bürgerlicher" Ehefrauen.
  7. #166

    Zustimmung

    Zitat von Petermedia Beitrag anzeigen
    Die Aktion geht meines Erachtens an den wirklichen Addressaten vorbei.
    Ich selbst lebe und arbeite als EXPAT in Shanghai und kenne darüber hinaus eher Moskau und nicht die Urkraine.
    Doch letzendlich lassen sich die Verhältnisse sicher übertragen.
    Hier mal einige Punkte.
    Prostitution hat oft vordergründig nicht nur mit dem Verhältnis reiche Lände versus arme Länder zu tun.
    Ein hauptfaktorist die landestypische verteilung der Einkommen. In fast ganz Asien und den GUS Staaten ist dies zu beobachten.
    So machen die westlichen Freier den geringsten Prozentsatz aus, hier in China z.B unter 1%. Meist sind es reiche Landsleute die sich Sex bei prostituierten einkaufen. Das gilt im übrigen auch für Thailand den Prototypen für Sextourismus in der westlichen Sicht.
    Einen noch geringeren Prozentsatz machen wohl die EXPATS aus. Hier wird das Thema Sex gegen bares doch eher in Form von Zweckbeziehungen gelöst.
    Diese leisten sich doch eher eine bezahlte einheimische Lebensabschnittsgefärtin um nicht den vermeindlichen Selbstrespekt zu verlieren.
    Sogesehen, geht die Aktion leider am Thema vorbei, ganz im gegenteil meines Erachtens lockt das in der Ausdrucksform eher noch ausländische Sextouristen an.
    Aber es ist natürlich einfacher sich seine Zielpersonen im Kontingent der Ausländer zu suchen, als kritisch auf die ungerechten Lebensbedingungen im eigenen Land zu schauen.

    Der hohe Anteil der studentischen Prostituierten in Kiew gibt zu denken, weil studentische Gelegenheitsprostitution eben meist kein Fall von Zwangsprostitution ist. Hier in China sind die studentischen Gelegenheitsprostituierten wohl cleverer, meist suchen sie sich ältere reiche Chinesen und regeln Details ihrer Verbindung sogar vertraglich ab.
    Dem kann ich zustimmen.

    Auch sind die Touristen nicht die Zielgruppe der "cold calls" im Hotel - diese sind meistens auf russisch/ukrainisch, z.T. wurde auch aufgelegt, wenn ich mich als Ausländer gemeldet hatte.

    Wenn sich die Infrastruktur in Kiev nicht radikal gewandelt hat, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es ein echtes Ziel für Vergnügungstouristen ist.

    Der Artikel ist übrigens schon in anderen Medien im August 2008 veröffentlicht worden.

    ---

    Vermutlich müssen die Ausländer auch hier als Sündenbock herhalten. In Deutschland gäbe es ja auch keine Kriminalität wenn es keine Ausländer gäbe, oder?
  8. #167

    nee

    Zitat von ferion Beitrag anzeigen
    ... Ich plädiere dafür Prostitution als normalen Job zu betrachten, eben ganz ohne die Moralkeule. Ob Prostitution mit sexuelle Freiheit zu tun hat ist sicherlich streitwürdig, hat aber mit meiner Argumentation wenig zu tun.
    Nee, kann man niemals als normalen Job betrachten. Sex für Geld, verkaufte Nähe und Intimität ist keine Dienstleistung wie Haareschneiden. Da haben die Feministinnen Recht - dieser Job hinterlässt tiefe Spuren, stumpft ab, verletzt, und zwar auf eine viel mehr die Persönlichkeit (Selbstwertgefühl etc.) betreffendere Art und Weise als andere harte Jobs. Wer eine Prostituierte, die schon lange diesen Job ausübt, kennt, kann die Persönlichkeitsgestörtheit nicht übersehen. Schlafstörungen, frühe Alterung, Nervösität, Schreckhaftigkeit, "Macken", tendenzielles Misstrauen gegen Alles und Jeden. Dazu das rohe Milieu. Allerdings sagen selbst Prostituierte, dies sei ein "ganz normaler Job" - na klar, was sollen die denn sonst sagen? Das wird von denen schon aus einem Wunschdenken heraus so gesagt. Jeder hat Sehnsucht nach Normalität. Ein normaler Job? Dazu eine Überlegung: Was, wenn die eigene Frau, Tochter, Cousine, Schwester etc. diesen Job machen würde? Wäre man dann noch derselben Meinung (dass dies ein normaler Job ist?).
  9. #168

    Zitat von tetaro Beitrag anzeigen
    Viele Frauen können und wollen sich einfach nicht damit abfinden, dass Sexualität bei Männern auch ein von Gefühlen losgelöstes Element hat. Warum eigentlich nicht... erschüttert das so sehr ihr Selbstbild? Stattdessen wird männliche Sexualität gern pathologisiert. Im Grunde ist das einfach simple Diskriminierung und Intoleranz und man sollte sich als Mann schlicht dagegen verwahren. Die Männer sind dumm, dass sie das mit sich machen lassen.

    .
    Das ewige Missverstaendnis zwischen den Geschlechtern.
    Sie haben vollkommen Recht, mit allem, was Sie oben sagen.

    Umgekehrt ist es aber auch so, dass viele Maenner nicht verstehen wollen, dass Sexualitaet bei Frauen nur in sehr seltenen Faellen gelebt werden kann, ohne dass Gefuehle wie Zuneigung oder zumindest Sympathie im Spiel sind.

    Typisch dafuer ist, dass Frauen oft generell als frigide angesehen werden, dabei bezieht sich die Frigiditaet meist nur auf einen bestimmten Mann.

    Da muss eben Verstaendnis und Ruecksicht von beiden Seiten kommen.
  10. #169

    Touristen in der Ukraine unter Generalverdacht

    Zitat von siebi Beitrag anzeigen

    Vermutlich müssen die Ausländer auch hier als Sündenbock herhalten. In Deutschland gäbe es ja auch keine Kriminalität wenn es keine Ausländer gäbe, oder?
    Danke für Ihre Annmerkungen! Ich habe immer mehr den Eindruck, dass in der Ukraine eine gewisse diffuse Ausländerfeindlichkeit das eigentliche Motiv darstellt und nicht die Prostitution, die im Vergleich z.B. mit Deutschland eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

    Ich habe kein Lust in ein Land zu reisen, in dem ich als ausländischer Mann verdächtig bin und nicht als Mensch, sondern als potentieller Bordellbesucher angesehen und gezielt angemacht werde. Bei uns gäbe es zu recht Gegenwind, wenn unsere Studenten gezielt Ausländer unter Generalverdacht stellen würden und zum Ziel ihrer Aktionen machen würden.

    Gastfreundschaft sieht anders aus. Die Ukraine hat sich für mich als potentielles Reiseziel erledigt.


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