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Ukraine und die Fußball-EM: Zurück in der Eiszeit

dapdDer Streit über den Fall Timoschenko spitzt sich zu: Deutschland diskutiert einen Polit-Boykott der Fußball-EM in der Ukraine, andere schließen sich an. Kiew empört sich nun über "Methoden des kalten Krieges" - dabei hat die Regierung Janukowitsch es selbst in der Hand, für Tauwetter zu sorgen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...830636,00.html
  1. #190

    Brilliante "Beweisführung"

    Zitat von prospektor Beitrag anzeigen
    Vielleicht hätten die Schweden anders entschieden - haben sie aber nicht.
    1. Das Schiedsgericht der Stockholmer Handelskammer ist kein Gericht im justiziellen Sinn. Es kann nicht über die Köpfe der Parteien hinweg entscheiden, sondern nur einen Vergleich herbeimoderieren.
    2. ...was umso leichter fallen dürfte, wenn sich die Streithähne auf einmal ganz toll lieb haben und das Schiedsgericht zur Showbühne degradieren.
    Zitat von prospektor Beitrag anzeigen
    Also hat doch Frau Timoschenko genau dasselbe getan, sonst bräuchte er da ja nichts auszutauschen.
    Brilliante "Beweisführung". :-)
    Timoschenko hat der Deal mit Russland persönlich nichts eingebracht. Die von Janukowitsch inszenierte Stockholmer Show hat seinem Kumpel Firtasch aber zweifelsfrei Hunderte Millionen eingebracht. Zu Lasten der Ukraine.
  2. #191

    Brilliante "Beweisführung"

    Zitat von prospektor Beitrag anzeigen
    Vielleicht hätten die Schweden anders entschieden - haben sie aber nicht.
    Es gab ja nix zu entscheiden. Das Schiedsgericht der Stockholmer Handelskammer hatte einen Vergleich herbeizuführen, was umso leichter gefallen sein dürfte, als sich die Streithähne auf einmal ganz toll lieb hatten. Beide „Streithähne“ fanden die Position von RUE plötzlich total gut und degradierten das Schiedsgericht so zur Showbühne.
    Zitat von prospektor Beitrag anzeigen
    Also hat doch Frau Timoschenko genau dasselbe getan, sonst bräuchte er da ja nichts auszutauschen.
    Brilliante "Beweisführung". :-)
    Timoschenko hat der Deal mit Russland persönlich nichts eingebracht. Das behauptet nicht mal das Kiewer Gericht, das sie „ersatzweise“ wegen angeblichen Amtsmissbrauchs zu 7 Jahren verknackt hat.
    Die von Janukowitsch inszenierte Stockholmer Show hat seinem Kumpel Firtasch hingegen Hunderte Millionen eingebracht. Zu Lasten der Ukraine.
  3. #192

    Käufliche Justiz und Folter

    Zitat von ron_ben_david Beitrag anzeigen
    Also, da wird eine Politikerin wegen Korruption verurteilt, aber möchte sich in der Haft nicht behandeln lassen. Die Ukraine wird nun an den Pranger gestellt um sie schlecht zu machen. Natürlich wird ausgeschlossen, dass sich eine Person, die im Mittelpunkt des Interesses steht, Verletzungen selber beibringt um Aufmerksamkeit zu erregen. Seltsam ist auch, dass viele Leute immer gleich dieses Schwarz/Weiss-Denken haben. Ja, die Ukraine ist der Hort des Bösen und die EU (und die USA sowieso) die Wiege der Menschenrechte schlecht hin. Eine ähnliche Argumentation war/ist ja im Gange mit Libyen (gute Rebellen/böser Diktator), Kony in Uganda, Assad in Syrien (obwohl es hier langsam deutlich wird das die Rebellen wohl doch nicht so lieb und nett sind und Assad Recht hatte), Ahmadinedschad im Iran. Die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Es...
    Wenn es wirklich so sein sollte, daß die Justiz in der Ukraine käuflich wäre, dann wäre sie es auch schon in der Zeit der einer Frau Timoschenko gewesen, denn so schnell ließen sich die Justizangestellten von "redlichen" zu käuflichen nicht auswechsel. Läßt den Schluß zu, daß die Justiz unter Timoschenkos Amtszeit auch schon käuflich gewesen sei(n könnte). Aber dann ergibt sich natürlich die Frage, ob die vom obersten Gericht 2004 erklärte Ungültigkeit des Wahlsieges wegen Wahlbetrugs von Janukowitsch von den beiden nachfolgend orangenen Wahlsiegern Juschtschenko und Timoschenko erkauft worden ist. In der Auslandssendung von Koll heute Abend wurde im Fernsehen verkündet, daß die Timoschenko als Gasprinzessin Milliardengewinne gemacht hätte. Das Geld für einen solchen Deal hätte sie schon gehabt. Skrupellos genug dafür ist sie auch. Das beweist eindrücklich ihre "Karriere". Außerdem wurde sie mit ihrem Verbündeten Ju. für ihre orangene "Revolution" mit ca. 2 Mrd. Dollar vom Westen gesponsert. Wieder mal eine gekaufte Revolution für "demokratische" Verhältnisse im Verständnis des Westens vom Westen.
    Bradley Manning, Soldat der US - Army, der seit 2 Jahren in Einzelhaft in den USA sitzt. Er ist, nur zur Erinnerung, der Nachrichtenlieferant für Wikileaks gewesen. Wie dieser kleine, schwächlich und schüchtern wirkende junge Mann gefangen gehalten wird, spottet jeder Beschreibung. Dort ist mit Fug und Recht die Behandlung dieses Mannes durch die US - Justizbehörden als Folter einzuschätzen. Siehe Haftbedingungen von Bradley Manning: "Grausame und ungewöhnliche Bestrafung" - SPIEGEL ONLINE. Aber da regt sich keine Menschenrechtsseele von den Leuten, die zwei blaue Flecke am Körper der Timoschenko bewundern und sich empört gebärden. Würde mich eigentlich interessieren, wie unser neues leuchtendes Vorbild, der Menschenrechts- und Freiheitsexperte aus Schloß Bellevue diese Käfighaltung erklärt, ohne die besten Freunde zu verärgern und sich selbst unglaubwürdig zu machen.
    Die "Folterspuren", also die Hämatome, die sich die T. u. U. auch selbst beigebracht haben kann, scheinen ja so manchen Leichtgläubigen beindruckt zu haben. Nur zur Erinnerung, da gab es einen Fall Kachelmann vor einem "deutschen" Gericht, wo die angeblich Geschädigte sich auch selbst mit blauen Flecken zum Beweis der Vergewaltigung, was mit Folter irgendwie gleichzusetzen ist, verunziert hat.
    Aber bei Julija T. geht es jetzt um wirklich viel bezüglich der nächsten Gerichtsverhandlung. Da ist jeder gelungene Trick hilfreich.
  4. #193

    Kindliche Ausdrucksweise

    Zitat von adal_ Beitrag anzeigen
    1. Das Schiedsgericht der Stockholmer Handelskammer ist kein Gericht im justiziellen Sinn. Es kann nicht über die Köpfe der Parteien hinweg entscheiden, sondern nur einen Vergleich herbeimoderieren.
    2. ...was umso leichter fallen dürfte, wenn sich die Streithähne auf einmal ganz toll lieb haben und das Schiedsgericht zur Showbühne degradieren.
    Brilliante "Beweisführung". :-)
    Timoschenko hat der Deal mit Russland persönlich nichts eingebracht. Die von Janukowitsch inszenierte Stockholmer Show hat seinem Kumpel Firtasch aber zweifelsfrei Hunderte Millionen eingebracht. Zu Lasten der Ukraine.
    Seien Sie doch froh, daß sich alle ganz doll lieb haben, statt sich die Köpfe einzuschlagen wie unter Frau Timoschenko :)
    Ist Ihnen zum Beispiel auch der Gedanke gekommen, daß der Vergleich noch ungünstiger hätte ausfallen können, bzw. das Schiedsgericht eben NICHT zugunsten Naftogas hätte entscheiden können? Aber wie immer begeben wir uns hier auf das Gebiet der Spekulation. Frau Timoschenko hatte bei Abschluß des Vertrages private geschäftliche Verbindungen mit dem Vertragspartner. Es mag ja sein, daß der "von Janukowitsch inszenierte" schwedische Schiedsgerichtsspruch seinem "Kumpel" ein paar Millionen eingebracht hat, aber wie weit geht das kumpelhafte? Wo ist da eine Verbindung zum Privatvermögen des Herrn Janukowitsch?
    Vielleicht wird Frau Timoschenkos private Verknüpfung ja noch Gegenstand eines gesonderten Verfahrens. Oder vielleicht hat sie die Richter wieder einmal bestochen, um günstiger davonzukommen ;)
    Aber sehen Sie, da kann ich sie beruhigen, denn ich nehme nicht ernsthaft Darstellungen aus einem Artikel zur Grundlage, in dem Stammtischparolen wie "die sind da ja sowieso alle käuflich" abgesondert werden. Und ominös in den Raum gestellt wird, Janukowitsch sei Ministerpräsident geworden, OBWOHL nur jeder dritte Ukrainer ihn gewählt habe. Das ist doch wohl sehr verdächtig. Jedenfalls bis man sich ins Gedächtnis ruft, daß unsere Mutti Merkel ja nur von wenig mehr als jedem fünften Bundesbürger gewählt wurde - das ist ja noch weniger, und TROTZDEM ist sie unsere Kanzlerin! Demokratie - wie funktioniert denn das?
  5. #194

    Warum nicht die Wirtschaft?

    Zitat von hans-peter köppe Beitrag anzeigen
    Die Olympischen Spiele 1980 in Moskau boykottierte die BRD und enttäuschte damit ihre eigenen Sportler. Damals gab der sowjetische Einmarsch in Afghanistan den Grund.

    Nun diskutieren bundesdeutsche Politiker über einen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine wegen des dortigen Falles Timoschenko.

    Sport sollte nicht zur Lösung politischer Konflikte benutzt werden.
    Der ehemalige Weltklasseschwimmer Dr. med. Klaus Steinbach hatte es bei frau Illner auf den Punkt gebracht: Warum werden beim Versagen der Politik nur die paar Sportler in Geiselhaft genommen und zum Boykott ihrer Veranstaltung aufgerufen?
    Warum nicht die Wirtschaft? War seine Frage.

    Er selbst hat es erlebt, als ihm seine Lebenschance, 1980 an Olympischen Spielen in Moskau teilzunehmen, weggenommen wurde. Der Grund war der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan.

    Er und die anderen Sportler blieben fern und erlebten einen Monat danach, wie Wirtschaftsvertreter und Politik mit einem Glas Sekt in der Hand, Handelsverträge mit der Sowjetunion abgeschlossen haben.

    Heute sind Hinz und Kunz in Afghanistan und kein Hahn kräht danach


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