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Überraschende Auszeichnung: Literaturnobelpreis*geht an*Tomas Tranströmer

Ehrung für einen Außenseiter: Der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer erhält den Nobelpreis für Literatur. Das gab das Komitee in Stockholm bekannt und würdigte den 80-jährigen Dichter als einen der "größten Poeten unserer Zeit".

http://www.spiegel.de/kultur/literat...790251,00.html
  1. #1

    wieder

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ehrung für einen Außenseiter: Der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer erhält den Nobelpreis für Literatur. Das gab das Komitee in Stockholm bekannt und würdigte den 80-jährigen Dichter als einen der "größten Poeten unserer Zeit".

    http://www.spiegel.de/kultur/literat...790251,00.html
    Es beweist immer wieder, dass der Literaturnobelpreis, genau so wie der Friedensnobelpreis nicht ernstzuznehmen ist.
  2. #2

    belesen

    Aha, sie kenne also seine Lyrik?
    QUOTE=nahal;8864869]Es beweist immer wieder, dass der Literaturnobelpreis, genau so wie der Friedensnobelpreis nicht ernstzuznehmen ist.[/QUOTE]
  3. #3

    .

    es hat nichts mit Ernstzunehmen zu tun, denn: Kunst ist Geschmacksache, daher wird die Nominierung dieses Preises auch immer Kontroversen auslösen. Beim Friedensnobelpreis sehe ich das allerdings viel kritischer, siehe Obama. Der war mehr als fragwürdig!
  4. #4

    ...

    Zitat von nahal Beitrag anzeigen
    Es beweist immer wieder, dass der Literaturnobelpreis, genau so wie der Friedensnobelpreis nicht ernstzuznehmen ist.
    Na, da beweist aber jemand seinen literarischen Sachverstand. --- Endlich wird wieder einmal ein großer europäischer Dichter ausgezeichnet, aber sie scheinen keinen schimmer zu haben, wer das ist. Immerhin sind sie da ja in guter Gesellschaft, Reich-Ranicki hat via BILD auch gerade verlauten lassen, dass ihm der Name nichts sagt.

    Tja, mangelnde Bildung bringt einen offensichtlich weiter.
  5. #5

    Titel:

    Zitat von jutta weise Beitrag anzeigen
    es hat nichts mit Ernstzunehmen zu tun, denn: Kunst ist Geschmacksache, daher wird die Nominierung dieses Preises auch immer Kontroversen auslösen. Beim Friedensnobelpreis sehe ich das allerdings viel kritischer, siehe Obama. Der war mehr als fragwürdig!
    Genau so isses. :-)

    Bei Literatur kann es jeden treffen und man denkt sich vielleicht "Aha". Wenn ich mir vorstelle, dass Kohl schon wieder für den Friedensnobelpreis gehandelt mir, da schüttelts mich.
  6. #6

    Während sie

    Zitat von Dauthendey Beitrag anzeigen
    Na, da beweist aber jemand seinen literarischen Sachverstand. --- Endlich wird wieder einmal ein großer europäischer Dichter ausgezeichnet, aber sie scheinen keinen schimmer zu haben, wer das ist. Immerhin sind sie da ja in guter Gesellschaft, Reich-Ranicki hat via BILD auch gerade verlauten lassen, dass ihm der Name nichts sagt.
    Tja, mangelnde Bildung bringt einen offensichtlich weiter.
    natürlich alle sein Gesamtwerk im Schrank stehen haben. Ach ja, soll ja auch in ein Buch passen.
  7. #7

    Ein Exot, der nur kleinen Zirkeln gehandelt wird

    Nico Bleutge in der Neuen Zürcher Zeitung im Mai 2005 über Tranströmer, Zitat:
    “In Tranströmers Gedichten wirken die Bilder oft, als wären ihre Ränder durchsichtig. Stets gibt es hier Geräusche zwischen den Zeilen, dunkle Räume oder Bewegungen, die im Offenen enden. Momente des Unbestimmten, jenseits aller Beliebigkeit...

    Nico Bleutge ist ein Literaturkritiker, ein typischer, er verfällt automatisch in diesen Schwulst, der für mich gerade Lyrik-Rezensionen häufig abstoßend macht – da wird zu hoch gegriffen, selbstverliebt fabuliert, da werden Autoren gerne einmal überhöht, zumal etablierte. Tomas Tranströmers Gedichte kann ich nicht beurteilen, ich kenne nur zwei, beurteilen kann ich aber, dass den neuen Literatur-Nobelpreisträger außerhalb Schwedens praktisch kein Mensch kennt, ein Exot, der nur kleinen Zirkeln gehandelt wird. Es erscheint mir, unabhängig von der Qualität seiner Lyrik, fraglich, ob Tranströmer ein geeigneter Preisträger ist – bei einem Nobelpreisträger darf man mehr literarische Wucht und größere Popularität erwarten, was die Prosa am ehesten gewährleistet.

    Und sowieso übersetzte Lyrik: Die geht eigentlich gar nicht, Lyrik zu übersetzen gleicht der Quadratur des Kreises, unter anderem weil die muttersprachliche Lautmalerei und der spezifische Klang eines Gedichts verlorengehen, auch hat jede Sprache ihren ganz eigenen Rhythmus, unnachahmbare Doppeldeutigkeiten von Worten und so weiter – insgesamt erzeugt die Sprache, in der ein Gedicht geschrieben ist, eine Atmosphäre, beide bilden eine Einheit. Wie auch immer, natürlich gönne ich dem Herrn Tranströmer den Preis, und manche Deutsche haben nun ein Problem weniger – was schenke ich bloß zu Weihnachten?
  8. #8

    re

    Eine Verleihung, über die ich mich sehr freue und die ich angemessen finde. Nur, besonders überraschend, finde ich sie nicht, jedenfalls, solange ich nicht im Vorfeld auf ihn hätte tippen sollen. Das aber wäre (nicht nur!) beim Literaturnobelpreis ja wohl aber auch etwas viel verlangt. Hätten, ja, hätten immer - natürlich hätten viele ihn bekommen hätten können, hätten, wenn und aber, letztlich heißt es doch: Einer geht nur. Und hier geht einer. Einer, der's verdient hat.

    Mich persönlich freut im Moment irgendwie besonders, dass es ein Lyriker geworden ist. Doch damit hat es sich nicht. Ich schätze Tanströmer und dabei bin ich keineswegs übermäßig bewandert, was schwedische, oder insgesamt skandinavische Gegenwartslyrik angeht. Leider kann ich ihn auch nicht (so einfach) im Original lesen, wobei es ein wenig geht. In der Hauptsache aber mussten und müssen (englische) Übersetzungen herhalten. Trotzdem scheint mir sicher, dass ein gehöriges Maß seiner fantastischen Bildsprache und seinem Rhythmus dabei überleben - wobei dienlich sein mag, dass das Schwedische und das Englische so einige Gemeinsamkeiten aufweisen. (Ein Grund, weshalb ich die Englischen bevorzuge..) Ist aber reine Mutmaßerei und irgendwo auch einerlei, denn ganz gleich, wie man ihn nun liest/lesen kann, man sollte ihn, so man mit Lyrik denn was anfangen kann, definitiv mal "versucht" haben. Tanströmer hat einen Stil - oder besser - vermag einem Stil, um den ich ihn beneide. Es ist ein gnadenlos verknappter, auf's Nötigste heruntergekochter ein sehr prägnanter Stil und so wunderbar dicht gehalten. Gleichwohl hat er in praktisch alles, was ich bis dato von ihm kenne, ganz gehörig Rhythmus hineinbekommen. Das ist, in meinen Augen, schon eine Kunst und schon für sich das. Wohl nicht zuletzt aufgrund dieser Empfindung, sind dies auch die zwei Grundingredienzen, die große Poesie für mich ausmachen. Zumindest solche, die mich packen will. Dichte & Rhythmus. Und Letzteres ganz unabhängig davon, ob es sich jetzt um etwas formal Strenges handelt (so ja im Falle Tanströmers und - was mir, zugegebenermaßen, ansonsten wie generell auch gar nicht soooo liegt), oder halt um freien Vers.

    Aber Tanströmer ist schon groß. Und eigen. Er hat Schweres durchmachen müssen und niemals aufgegeben. Herzlichen Glückwunsch zum Nobelpreis, lieber Tomas Tanströmer! Ich kann mir wahrlich Schlimmeres vorstellen, als diesen "Sieger".

    Es beweist immer wieder, dass der Literaturnobelpreis, genau so wie der Friedensnobelpreis nicht ernstzuznehmen ist.
    Mich würd' ne Begründung dafür interessieren. Und ich meine wohl kaum betreffs "Friedenspreis", den ich auch nicht mehr ernst nehme. Allerdings auch nicht erst seit gestern. Hier geht's ja aber um den Literaturnobelpreis. Weshalb ist diese Auszeichnung für Sie nicht ernst zu nehmen? Und, das wär' noch interessanter, wen hätten Sie sich denn stattdessen gewünscht? (Oder finden Sie den Preis schon "an sich" Quatsch?! Sodann erübrigt sich natürlich alles Weitere.)
  9. #9

    verstaubte veranstaltung

    ich finde diesen preis ungerecht.
    die preissumme ist so abartig hoch, dass man von einem
    lottogewinn sprechen kann.
    zumal damit die verkaufszahlen eine zeitlang in die höhe gehen dürften.
    vielleicht kommt irgendwann jemand auf die idee,
    den preis zu teilen.

    thomas bernhard brüstete sich immer damit, dass er den
    nobelpreis nicht entgegen nehmen würde (das preisgeld vermutlich schon). irgendwie hatte er recht.








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