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Übernahmeangebot: Finanzinvestor Advent greift nach Douglas
DPADer US-Finanzinvestor Advent sichert sich die Mehrheit am deutschen Handelskonzern Douglas. Die Amerikaner legten ein Angebot für das Unternehmen vor, zu dem neben der Parfümeriekette auch der Buchhändler Thalia gehört. Mehr als die Hälfte der Eigentümer habe bereits ihre Zustimmung erklärt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-861347.html
- #1 15.10.2012 13:34 von
Toll!
Douglas ist also pleite. Gehe mal stark davon aus, dass Advent sich das nötige Kapital per Leverage-Geschäft besorgt. Advent selbst selbst dürfte nur etwa 3-10% beisteuern, höchstens 20.000.000€. Hinterher werden die Schulden und Zinslasten auf das Unternehmen Douglas übertragen, Advent wird als "Berater" tätig und vermutlich mindestens 50-100 Millionen € bei Douglas abgreifen (für "finanzielle Beratung"...). Danach wird filetiert und die einzelnen Unternehmensteile möglichst gewinnbringend verkauft, um die Banken zu bezahlen, die durchs Leveraging mit ins Boot geholt wurden. Advent hat zu diesem Zeitpunk vermutlich 100-500 Millionen € verdient und Douglas existiert nicht mehr.
Wäre ich Douglas-Mitarbeiter würde ich mir so langsam einen neuen Job suchen. - #2 15.10.2012 14:10 von
nicht zu fassen!
@Lurchfreund Douglas ist mit nichten "pleite". Bevor Sie so einen unqualifizierten Unsinn in die Welt setzen, sollten Sie sich wenigstens die Mühe machen und sich über den Hintegrund dieser Transaktion informieren. Kann man auch im SPIEGEL lesen.Sie sollten wenigstens die intellektuellen Mindestanforderungen erfüllen, bevor Sie hier kommentieren!
- #3 15.10.2012 14:11 von
- #4 16.10.2012 04:01 von
Tja, die Ironie...
Das war eine "Spitze" oder auch eine Polemik! Natürlich ist Douglas nicht pleite. Noch nicht, wohlgemerkt. Das bis auf wenige Ausnahmen sämtliche gesunde Firmen, bei denen ein "Investor" wie Advent, Blackstone, Bain und Co. die Aktienmehrheit übernommen haben, nach wenigen Jahren finanziell ausgeblutet waren, ist eine unangenehme Wahrheit.
Gibt viele Bücher, die sich mit Leverage-Geschäften beschäftigen. Meine Aussage, dass "Douglas pleite ist", ist schlicht eine Vorwegnahme dessen, was innerhalb der nächsten Jahre mit dieser Firma vermutlich geschehen wird. Ähnlich wie z.B. mit Grohe, ATU Unger oder auch diversen privatisierten Betrieben, die vorher zu Stadtwerken gehörten (Wasserwerke, Abfallentsorgung, Kläranlagen) und an Investoren verkauft wurden. Oder RJR Nabisco (Camel)...
Advent wird sicherlich gut verdienen, die Aktionäre natürlich auch. Selbstverständlich auch die Banken, die mit ihren Krediten (LBO) Advent den Kauf erst ermöglichen. Für Douglas als Firma ist dieses Geschäft allerdings eher schlecht. Wie diese Art Geschäft meist verläuft, habe ich in meinem ersten Post schon geschrieben, wobei Sie offensichtlich entweder nicht soweit gelesen haben und deswegen den Kontext bzw. die Polemik mit dem Begriff der "Pleite" nicht verstanden haben oder ganz allgemein nicht viel von dieser Art von Geschäften verstehen. Wie auch immer, ich empfehle Ihnen die Lektüre von:
"Barbarians at the Gate" von Brian Burrough
" King of Capital: The Remarkable Rise, Fall and Rise Again of Steve Schwarzman and Blackstone" von David Carey, John E. Morris
Könnte Ihren Horizont wirklich erweitern. Gibt noch mehr eher kritische Werke bezüglich LBOs (leveraged buyouts). Ich bezweifle, dass Advent als Private Equity Firma bei Douglas eine "normale" (venture capital oder growth capital) Investition plant. Für ein Venture-Geschäft ist Douglas zu groß und zu alt während für ein Capital-Growth-Investment die Übernahme der Aktienmehrheit keinen Sinn macht. Bleibt also eigentlich nur ein LBO-Investment als Ziel für Advent. Wie LBOs funktionieren und ablaufen hatte ich im ersten Post schon geschrieben.
Wenn Sie Ironie und Sarkasmus nicht verstehen, was offensichtlich der Fall ist, und dann auch noch andere Poster beleidigen bzw. Dummheit unterstellen, dann gibt es allerdings kaum einen Grund, weiter darüber zu diskutieren. Ich empfehle Ihnen eine Lektüre des Knigge und evtl. noch die Lektüre einiger ökonomischer Werke (siehe Beispiele...), die sich mit den Auswirkungen von Finanzinvestoren beschäftigen. - #5 16.10.2012 11:51 von
Als erstes...
,,,wird Thalia in irgendeiner Form betroffen sein. Entweder durch weitere Filialschließungen oder durch den Ausschluss aus der Holding. Irgendwie kein Wunder, bei dem Eier-Kurs, den Management-Nachwuchs Busch dort gerade propagiert und produziert. Statt die Stärken des Unternehmens im Wettbewerb (Service!) zu fördern, wird in wildem Aktionismus ein Flickenteppich an Maßnahmen ausgeworfen - mit der Hoffnung, dass eine davon greift. Aber Service ist ja bekanntermaßen mit Personal verbunden. Das suche ich in den permanent unterbesetzten Filialen mit lediglich unterbezahlten Kassenkräften vergeblich.
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