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Überleben als Schriftsteller: Drei Stipendien, vier Jahre, ein Roman

Susanne Schleyer/ SuhrkampArbeitsstipendium, Literaturfonds, Geld für eine Option auf die Verfilmung seines Romans "Das Geschäftsjahr 1968/69": Der Autor Bernd Cailloux erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...829970,00.html
  1. #1

    Nun... man wurschtelt sich so durch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Arbeitsstipendium, Literaturfonds, Geld für eine Option auf die Verfilmung seines Romans "Das Geschäftsjahr 1968/69": Der Autor <i>Bernd Cailloux</i> erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat.

    Bernd Cailloux - SPIEGEL ONLINE
    Der Mann ist mir sympathisch...

    anders als beispielsweise die festangestellten Drehbuchautoren, die von GEZ Gebühren leben UND sich in die aktuelle Urheberrechtsdebatte einmischen - obwohl deren Werke, wenn sie mal ausgestrahlt werden, ja pauschal schon abgegolten sind.

    Nur muß sich auch der eine oder andere fragen lassen, ob es nicht einen gewissen Zusammenhang gibt zwischen den Einkünften und der Qualität von dem was da geschrieben wurde. Kunst ist zwar frei in ihrer Ausdrucksform, aber wenn's keiner kauft ist halt auch schade und am Ende kommt der Staat dafür auf. So oder so, dank Hartz4 ist es möglich relativ frei "etwas zu machen".
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Arbeitsstipendium, Literaturfonds, Geld für eine Option auf die Verfilmung seines Romans "Das Geschäftsjahr 1968/69": Der Autor <i>Bernd Cailloux</i> erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat.

    Bernd Cailloux - SPIEGEL ONLINE
    Was ist denn jetzt seine Aussage/sein Standpunkt? Wird mir irgendwie nicht klar...
    Es gibt viele Jobs, mit denen man nicht gerade reich wird. Also was ist jetzt der Punkt??
  3. #3

    Kleine Anmerkung:

    "Kaiser Octavius und Augustus" sind ein- und dieselbe Person. Octavius hieß, nachdem Caesar ihn adoptiert hatte, Octavianus und erhielt später den Ehrentitel Augustus.
  4. #4

    Keine Stipendien für Sozialkritische Literatur

    Thomas Meese/La-bora: "Die Szenen, die sich kafkaesk in und um das Labyrinth des Hartz-Systems (das ´Schloß´) ranken, wirken, weil und insofern sie absurde Elemente auf weisen, authentisch. Die Protagonistin ´Blond´ - glühende Verfechterin eines bedingungslosen Grundeinkommens - sieht das Land an der Wegscheide zwischen Bürgergeld oder Bürgerkrieg...
    Deshalb appellieren wir an alle, die die Fähigkeiten und die Arbeitsmittel zur Verfügung haben, sich mit der Autorin in Verbindung zu setzen und dieses Film-Projekt zu realisieren..."
    Hermann Wundrich/Berliner Ensemble: "Gerade die Mischung aus Dokumentation und Agitation ist reiz- und kraftvoll."
    Ingo Schulze /Akademie der Künste: "Es ist der schonungslose, aber auch selbstbewusste Blick auf die Gesellschaft von unten."
    Edith Koerber/Tri-Bühne Stuttgart: "unheimlich spannend".
    Sebastian Guggolz/Verlag Matthes-Seitz: "sprachlich sehr souverän"...

    http://www.textlandschaft.de/woerter/selbst_der_himmel_weint_buergergeld_statt_buergerk rieg_dokudrama.pdf.

    Matthias Brenner hatte "Werther sagt Lotte" in Freiburg so inszeniert, dass das Publikum im DNT Weimar nach einem Gastspiel anhaltend trampelte. Er sagte, ich könne Theatern sagen, dass er als Regisseur meiner Texte zur Verfügung steht. Auch Götz Naleppa. "Kronstadt. Der Kaffee war süß" ermutigte in der Wendezeit in einer Volksbühnenlesung andere Autoren, eigenwilliger und selbstbestimmter zu schreiben. "Gespensterzeit" entstand als Auftragsarbeit des Leipziger Schauspielhauses, war als deutscher Beitrag für den Europäischen Dramatikpreis nominiert und wurde im Berliner Ensemble von Klaus Pierwoß / Dramaturgische Gesellschaft vorgestellt. "Im Namen der Links- und Rechtsstaatlichkeit" war für den Hamburger Dramatikpreis nominiert und in Theater der Zeit veröffentlicht. Die Teilinszenierung "Knasttrivial. Das Arbeitshaus" erhielt anlässlich der Verleihung des Rezhofer Dramatikpreises den meisten Publikumsbeifall... als würden viele denken wie wir.
  5. #5

    Zitat von timtwoo Beitrag anzeigen
    Was ist denn jetzt seine Aussage/sein Standpunkt? Wird mir irgendwie nicht klar...
    Es gibt viele Jobs, mit denen man nicht gerade reich wird. Also was ist jetzt der Punkt??
    Es ist nur ein Tatsachenbericht, mal konkrete Zahlen und Umstaende zu benennen...
  6. #6

    Am Elend der Scribenten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Arbeitsstipendium, Literaturfonds, Geld für eine Option auf die Verfilmung seines Romans "Das Geschäftsjahr 1968/69": Der Autor <i>Bernd Cailloux</i> erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat.

    Bernd Cailloux - SPIEGEL ONLINE
    sind natürlich nur das Internet schuld und diese verdammten Schraubkrepierer. Das ist doch das Metathema der losen Reihe hier, wenn ich das richtig sehe.

    Cailloux, der mit seinem persönlichen Bestseller 2000 Buchkäufer gewinnen konnte, wird wahrscheinlich zur gleichen Zeit millionenfach illegal runtergeladen und könnte sich bei einer Kulturflachrate gewiss ganz und unbeschwert seiner hehren Kunst widmen.

    Irgendwann muss man sich aber auch - und gerade als Künstler - in seinem Leben der Frage stellen, ob man möglicherweise noch andere, größere oder zumindest erfolgversprechendere Talente mitbringt als das, mit dem man gerade so herumkrebst.

    Ich, beispielsweise, spiele rasend gernde Basketball, aber bei knapp 1,80 Meter müsste ich den Traum, mit Basketball reich und berühmt zu werden, wohl an den Nagel hängen - und dann doch eher eine Karriere als Jockey oder Formel-1-Pilot ins Auge fassen.

    Wenn das Wollen deutlich größer ist als das Können, sollte man sich das eingestehen und ein paar Weichen neu stellen.

    Und wenn hier so auf die (keineswegs festangestellten) "Tatort"-Autoren eingeprügelt wird, jedem Schriftsteller steht es frei, eine Outline (nicht über drei Seiten) einer netten Story an die entsprechenden Sender zu schicken. Wer weiß, vielleicht klappt's sogar - und es winken am Ende 45.000 Euro.
  7. #7

    Zitat von lindenbast Beitrag anzeigen
    Kleine Anmerkung:

    "Kaiser Octavius und Augustus" sind ein- und dieselbe Person. Octavius hieß, nachdem Caesar ihn adoptiert hatte, Octavianus und erhielt später den Ehrentitel Augustus.
    Kleine Anmerkung: Dass er den Beinnamen Octavianus geführt hat ist nicht überliefert. Nach der Adoption nahm er tatsächlich nachweisbar nur den Namen Iulius Caesars an.
  8. #8

    Ich (vier Bücher auf dem Markt, davon eines in Drittauflage, zwei in Zweitauflagen und eines frisch erschienen - Auflagenhöhe jeweils > 2000 Exemplare) erkenne einen großen Unterschied zwischen Herrn Cailloux und mir: Ich habe das Schreiben nie als Lebensinhalt und -unterhalt gesehen.

    Daher übe ich täglich meinen (akademischen) Brotjob aus und kann damit meine Familie wunderbar ernähren ohne auf flüchtiges Mäzenatentum oder Stipendien angewiesen zu sein. Die halbjährlichen Honorare nehme ich als Taschengeld gerne mit, aber davon leben zu wollen ist doch vollkommen illusorisch.

    Gut, Lebensentwürfe sind verschieden und manch einer schafft ja auch den Durchbruch in den literarischen Olymp. Nur seine Existenz alleine darauf zu bauen ist doch etwas zu wenig.

    Daher geht die Debatte um Urheberrecht doch an mir, der ich auch ein Stück Urheber bin, vorbei. Existentiell wird das unberechtigte Kopieren meiner Werke für mich nie sein und wenn, dann ist da was anderes schiefgelaufen.
  9. #9

    Zitat von Pat-Riot Beitrag anzeigen
    sind natürlich nur das Internet schuld und diese verdammten Schraubkrepierer. Das ist doch das Metathema der losen Reihe hier, wenn ich das richtig sehe.

    Cailloux, der mit seinem persönlichen Bestseller 2000 Buchkäufer gewinnen konnte, wird wahrscheinlich zur gleichen Zeit millionenfach illegal runtergeladen und könnte sich bei einer Kulturflachrate gewiss ganz und unbeschwert seiner hehren Kunst widmen.

    Irgendwann muss man sich aber auch - und gerade als Künstler - in seinem Leben der Frage stellen, ob man möglicherweise noch andere, größere oder zumindest erfolgversprechendere Talente mitbringt als das, mit dem man gerade so herumkrebst.

    ...
    Na, solche Autoren wie Cailloux wird das Illegale herunterladen kaum betreffen. Einschneidender sind eher die hohen Anteile, die der Buchhandel pro Buch abfasst (bis ueber 50%) - und der Erfolg von z.B. Amazon ist in gewissem Sinn auch der finanzielle Misserfolg vieler Autoren. Man stelle sich mal vor, mehr Leute wuerden direkt beim Verlag kaufen: das koennte m.E. auch den Autoren ein wenig nuetzen.


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