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Überleben als Regisseur: Künstlersozialkasse und Katzenfutter

Wenzel StorchStaatliche Filmförderung, Hörspiele für öffentlich-rechtliche Sender, ab und zu Geld von Kunstsammlern: Der Regisseur Wenzel Storch lebt nach drei gelobten, aber gefloppten Filmen von Kurzgeschichten und Malerei. Storchs Videoclip für Bela B hatte im Netz mehr Zuschauer als seine Filme im Kino.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...832541,00.html
  1. #10

    Was ist denn hier los?

    Das ist immer noch ein freies Land mit freier Berufswahl. Und wenn ein talentierter Mensch den Wunsch hat Künstler zu sein ist das kein Grund ihm hier gute Ratschläge für sein Auskommen zu geben. Vor allem nicht ihm zu raten mal ein bisschen mit dem Mainstream zu schwimmen. Davon haben wir nämlich schon genug und was dabei rauskommt sehen wir in der Werbung und z.B. am desolaten Zustand des deutschen Films, der a) nur im Fernsehen stattfindet und b) es versucht allen Recht zu machen. Da denke ich auch wie blowup, Bei über 7 Milliarden Euro sollte mehr drin sein als das was wir hier an Fernseh- und Radiokunst geliefert kriegen.
  2. #11

    Zitat von citropeel Beitrag anzeigen
    Das ist immer noch ein freies Land mit freier Berufswahl. Und wenn ein talentierter Mensch den Wunsch hat Künstler zu sein ist das kein Grund ihm hier gute Ratschläge für sein Auskommen zu geben. Vor allem nicht ihm zu raten mal ein bisschen mit dem Mainstream zu schwimmen. Davon haben wir nämlich schon genug und was dabei rauskommt sehen wir in der Werbung und z.B. am desolaten Zustand des deutschen Films, der a) nur im Fernsehen stattfindet und b) es versucht allen Recht zu machen. Da denke ich auch wie blowup, Bei über 7 Milliarden Euro sollte mehr drin sein als das was wir hier an Fernseh- und Radiokunst geliefert kriegen.
    Nun ja, "talentiert" ist wohl ein subjektive Sache. Offenbar findet kaum einer, dass er Talent hat, oder zumindest nicht, dass er sein Talent umsetzt - denn niemanden interessieren seine Filme. Also stellt sich die Frage, ob in einem "freien Land mit freier Berufswahl" die Allgemeinheit dafür aufkommen muss, dass jemand sein Talent anders sieht als der Rest der Nation. Es mag auch sein, dass er ein verkanntes Talent ist, aber auch das gibt niemandem den Freifahrtschein, auf anderer Kosten zu leben.

    Aber: soweit scheint es bei ihm ja noch nicht zu sein, er kann - wenn auch leidlich - von seinen Einnahmen leben, und viel wichtiger: in meinen Augen jammert er nicht einmal über sein Schicksal. Sondern nimmt es, wie es ist.
  3. #12

    du kannst es nicht beurteilen wenn du es nicht gelebt hast...

    bin mit citropeel. einige kommentatoren denken so eindimensional wie das rtl nachmittagsprogramm. es wird die motivation nicht verstanden, die mühen einen anderen weg zu gehen wie die lemminge als spinnertum abgetan und dann noch geglaubt das alle die nicht kommerziell erfolgreich sind auch noch durchgefüttert werden müssten. armselig...aber die spiegel redakteure sprudeln auch nicht gerade von talent dem durchschnittsbürger das künstlerdasein nahe zubringen. der versuch ist ja schonmal positiv zu werten. hoffentlich wird die serie nicht gleich abgesetzt ;)
  4. #13

    Finde dich selbst, Storch!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Regisseur <i>Wenzel Storch</i> lebt nach drei gelobten, aber gefloppten Filmen von Kurzgeschichten und Malerei.[/url]
    Herr Storch ist möglicherweise ein ungewöhnlicher und liebenswerter Mensch, aber seine Ideen interessieren halt nun wirklich niemanden. Ich habe mir gerade den Trailer zu "Die Reise ins Glück" auf YouTube angesehen und fand das, was ich da sah, weder lustig noch sonderlich originell. Schwer vorstellbar, daß jemand sich für einen solchen Film einen ganzen Abend Zeit nimmt, ins Kino fährt, Popcorn kauft und dann nach überstandener Kino-Werbung ein derartiges Machwerk geniesst.

    Vielleicht sollte es Herr Storch einfach mit etwas anderem probieren. Er hat sich selbst noch nicht so recht gefunden, wir mir scheint.
  5. #14

    Verschwendung

    Zitat von leftsyndrom Beitrag anzeigen
    bin mit citropeel. einige kommentatoren denken so eindimensional wie das rtl nachmittagsprogramm. es wird die motivation nicht verstanden, die mühen einen anderen weg zu gehen wie die lemminge als spinnertum abgetan und dann noch geglaubt das alle die nicht kommerziell erfolgreich sind auch noch durchgefüttert werden müssten. )
    Mal aus der Erinnerung: Beim Klassentreffen traf ich eine ehemalige Mitschülerin, die jetzt wohl Opern-Sängerin ist. Interessiert frage ich: "und, wo kann man da singen?". Darauf sie: in Deutschland eigentlich überall. Hier hat jede Stadt ihr Theater etc., das ist weltweit einmalig. In Dänemark z.B, könnte ich nur in Kopenhagen singen."

    Ich denke, in kaum einem anderen Land wird soviel Geld für intellektuellen, verquasten, pseudoelitären Kunstfirelfanz ausgegeben wie in Deutschland. Dazu kommen die Milliarden der ÖR. Um davon zu profitieren muss man nur ein bisschen den Verantwortlich in den ..... kriechen. Oder halt Mainstream. Oder halt arm bleiben.
  6. #15

    Mal bitte nachlesen

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    ....
    Wer es in die GEO, Zeit, den Spiegel, ins Rolling Stones und, naja, in die Titanic schafft, hat wohl Talent. Denn diese renommierten Zeitschriften berichten in der Regel nur über Hochwertiges.
    Ansonsten sehe ich es so das Deutschland, dass sich einen ÖRR für über 7 Milliarden leistet, wohl auch in der Lage sein sollte Künstler zu unterstützen, die nicht im Mainstream schwimmen. Für meinen Geschmack wird auch in diesem reichen Land zu oft davon geredet das ein paar Individuen auf Kosten der Allgemeinheit leben. Bei näherem Betrachten ist es nämlich oft nicht so.
    Wer einen Künstler natürlich daran bemisst wie viel Umsatz er macht, ist natürlich für weniger als Mainstream nicht empfänglich. Sorry, dass ich das in dieser Deutlichkeit sagen muss.
    Und seien wir doch an dieser Stelle mal froh, dass van Gogh nicht aufgehört hat zu malen, Weegee nicht aufgehört hat zu fotografieren, Hughes weiter erfunden hat usw. Denn hätten diese aufgehört wäre unsere Welt ein bisschen ärmer.
  7. #16

    ...

    Zitat von Haifischbar Beitrag anzeigen
    Herr Storch ist möglicherweise ein ungewöhnlicher und liebenswerter Mensch, aber seine Ideen interessieren halt nun wirklich niemanden.
    Genau: Weil seine Filme "niemanden" interessieren, sind Sie ja auch nur auf VHS und DVD erschienen (DER GLANZ DIESER TAGE gibt's noch nicht als Silberscheibe, wird aber kommen). Nun gut, die Auflagen waren und sind klein, aber auch ein Free-Jazz-Ensemble spielt nicht an drei Abenden hintereinander in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle.

    Immerhin ist Storchs DIE REISE INS GLÜCK auch im Ausland zu sehen gewesen, etwa auf einem Festival in Montreal, und die Presse hat durchaus davon Notiz genommen:

    "... a cross between Alejandro Jodorowsky and a Troma flick with touches of early Terry Gilliam." (Michael Gingold, FANGORIA)

    "Wenzel Storch has definitely made a name for himself as one of the most outrageous directors, not only in Germany but also in the world."
    (Jon Waterman FILMBRAT)

    Selbstredend sind Wenzels Filme absolutes Nischenprogramm, aber er hat immer wieder auch namhafte Künstler wie Friedrich Schoenfelder und Max Raabe zur Mitwirkung bewegen können. Da er ihnen keine üppigen Gagen zu zahlen vermochte, wird es ihnen wohl gefallen haben, bei diesen ausgefallenen Sachen mitzumachen. ;-)

    Zitat von blowup Beitrag anzeigen
    Ich denke, in kaum einem anderen Land wird soviel Geld für intellektuellen, verquasten, pseudoelitären Kunstfirelfanz ausgegeben wie in Deutschland.
    Nennen Sie doch einfach mal ein paar Namen und Werke, damit wir uns ein Bild machen können, was in Ihren Augen "intellektueller Firlefanz" ist. Oder wollten Sie einfach mal wieder pauschal Dampf ablassen, weil man dafür so leicht Zustimmung bekommt?

    Das Gleiche funktioniert übrigens auch prima bei Steuern (bei uns am höchsten), Fußball (die müssten einfach mehr über die Flügel spielen), Ärzte (alle unfähig) und Politikern (alle korrupt). ;-)
  8. #17

    Sie haben Recht

    Zitat von hatem1 Beitrag anzeigen
    "Überleben als Regisseur" heißt der Artikel - und suggeriert damit doch wohl, dass der porträtierte Mensch halbwegs repräsentativ sein soll.
    Ist er aber nicht.

    Wenzel Storch ist ein sicher liebenswerter, offenbar skurriler Mensch, der mit dem, was 98 % der sonstigen Regisseure machen, nichts zu tun hat.

    Wie man an den Kommentaren anderer Foristen sieht, leistet dieser Artikel - vorsätzlich oder fahrlässig - nur einer billigen Künstlerverachtung Vorschub.

    Warum berichtet SPON nicht über den Durchschnitt der Regisseure, egal ob am Theater oder beim TV, die hart arbeitende Selbständige sind und halbwegs repräsentativ für diesen Berufsstand?
    Das Beispiel ist denkbar schlecht.
    Und dadurch ist es eben wieder gut.
    Es zeigt nämlich das ein "Furz" im Kopf noch lange nicht reicht um davon leben zu können.
    Und somit ist das Beispiel auf ganz viele "Fürze" im Kopf übertragbar.
    Denn auch ein schlechtes Beispiel kann anderen ein gutes Beispiel sein.
    Nämlich wie man sein Leben eben nicht in den Griff bekommt.
    Wenn ich als "Künstler" nicht von meiner Kunst leben kann, muss ich mir entweder einen Sponsor suchen, reich heiraten oder halt einen anderen Beruf erwählen.
    Aber sich als armer kleiner Künstler hinstellen und sagen ach habt mich doch bitte alle lieb und schaut meine ach so schlechten Filme damit ich davon leben kann...
    ein Tischler der nur schiefe Türen baut, wird davon auch nicht leben können udn hat somit wohl seinen Beruf verfehlt.
  9. #18

    Die Künslersozialkasse – ein Ärgernis

    Wer “Künstler” ist, geniesst ein sonderbares Privileg: auf Kosten der Allgemeinheit grosszügig bezuschusste Sozialversicherung, die anderen Selbständigen und Freiberuflern nicht zusteht. Zudem hat sich mit dieser Behörde ein beachtlicher bürokratischer Apparat gebbildet. Hoffentlich wird diese Fehlkonstruktion irgendwann abgeschafft.
  10. #19

    Neoliberales Kunstverständnisß

    Leute, so geht's gar nicht! Ihr könnt nicht euer neoliberales Kunstverständnis und euern peinlichen Sozialneid auf einen Künstöer wie Wenzel Storch anwenden. Wir leben in einer Demokratie, in einem Sozailstaat und in einem aufgeklärten Land der westlichen Hemsiphäre, weswegen es einfach nicht angehen kann, einen piefigen, auf mainstream ausgelegten und damit rein monetären Kategorien untergeordneten Geschmacksdiktat jegliche Kunstproduktion als Maßstab anzulegen. Als ich jung war, kam Kunst von Können und nicht von Knete! Wieso beshcneidet bzw. bekämpft ihr die letzten Freiräume in diesem Leben? Weil ihr "Stulle" seid? Weil ihr die Prügel (also: versagen oder nicht) so internalisiert habt, dass ihr nur noch auf andere einknüppeln könnt? Es ist Aufgabe des Öffentlich Rechtlichen (Rundfunk und TV) einen Wenzel Storch zu fördern, ein Auskommen zu ermöglichen - und nicht einen T. Gottschalk die xte Villa in LA zu finanzieren! Und was die KSK angeht, sehe ich immer einen Orgel spielenden Altkanzler und keine Cash Cow vor mir...








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